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Fragen, Antworten und Hilfe rund um ADS / ADHS - Medikamente, wie Ritalin, Concerta, Medikinet, Equasym und Strattera, sowie Medikamente bei Komorbiditäten, wie Antidepressiva, Neuroleptika, Benzodiazepine, andere Psychopharmaka und sonstige Medikamente
  1. #1
    Forum-Mitglied (nicht vorgestellt)

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose seit Kindheit
    Forum-Beiträge: 4

    Soziale Isolation durch Medikinet adult

    Hallo ihr Lieben,

    ich nehme nun seit ca. 2 Jahren Medikinet adult retard 20mg um mich besser konzentrieren zu können.
    Leider fühle ich mich manchmal total "zugedröhnt", also irgendwie vernebelt - und das wirkt sich auch auf meine sozialen Kontakte aus.
    Ohne Medis bin ich ein sehr impulsiver Charakter, im positiven Sinn (bringe meine Mitmenschen zum Lachen & kann lebhafte Geschichten erzählen) wie auch im negativen Sinn (falle anderen ins Wort, mache bzw. sage auch mal unangebrachte Sachen).

    Mit dem Medikament habe ich oft das Gefühl mich sozial isolieren zu wollen. Blödeleien unter Freunden machen mir keinen Spaß mehr, mir fallen keine spontanen Gesprächsthemen mehr ein, ich will mich lieber zurückziehen u.s.w. Ein Bekannter hat es mal auf den Punkt gebracht und gesagt: Du wirkst manchmal echt ganz schön Ernst. (aber das bin doch gar nicht ICH ?!)

    Wieso kann ich trotz Medikinet nicht meine Leichtigkeit behalten? An manchen Tagen gelingt es mir die Balance zu finden, zwischen der medikamenten-verursachten Vernunft und meiner charakterbedingten positiven Impulsivität. Meistens fühle ich mich aber wie oben beschrieben.

    Hat hier jemand ähnliche Erfahrungen gemacht und kann davon berichten?

    P.S. Natürlich habe ich darüber auch schon mit meinem Psychiater gesprochen. Wir ziehen eine niedrigere Dosierung ab März in Erwägung, könnte sein das sich die Situation dann verbessert. Mir geht es aktuell nur um einen Erfahrungsaustausch, da es mir im Moment nicht so gut geht deswegen. Oft hilft es ja einfach mal Gleichgesinnte zu finden!

  2. #2
    Ist öfter hier

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 112

    AW: Soziale Isolation durch Medikinet adult

    Hallo Wolkentänzer

    Na dann will ich Dir zu mindest mal schreiben , Du bist ja auch neu im Forum , so wie ich . Es gab schon Klicks auf Deinen Beitrag aber leider noch keine Antwort , den DIE hätten mich auch sehr interessiert . Ich habe leider keine Erfahrung mit dem Medikament das Du nimmst , aber denke das sich Medikamente auch unterschiedlich auf die Psyche auswirken . Ich denke auch nicht das Du nicht mehr DU bist ,mit den Medikamenten , sondern das nun eben eine andere Seite von Dir zu Tage kommt , die Du vorher nicht gezeigt hast weil Du eben so voller Energie warst .

    Grundsätzlich würde ICH abwägen , nämlich ob ich mich MIT dem Medikament so gut fühle das ich damit leben kann , nun etwas ruhiger zu sein , oder ob ich mich , wie Du sagst selbst nicht erkenne und mir mein neues ICH gar nicht zu sagt . Dann würde ich überlegen ob ,das , was Du durch die Medikamente an Lebensqualität gewinnst , sich mit der Wirkung deckt .

    Wenn es Dir in Deiner Problematik , weshalb Du das Medikament eigentlich nimmst aber besser geht , sprich Du Dich konzentrieren kannst und dadurch vielleicht besser lernen kannst oder Deine Arbeit besser meisterst u.s.w.

    Für Mich wäre vor allem wichtig MICH selbst zu spüren !!! wenn ich das Durch ein Medikament nicht mehr könnte , wäre das für mich ein Grund es zu verändern oder darauf zu verzichten ..

    Vielleicht ist es auch einfach nicht das richtige Medikament für Dich .. Medikamente bringen aber auch nur die Dinge in uns zu tage die vorhanden sind , und somit ist Deine Soziale Distanz vielleicht auch in Dir , nur hast Du es bisher nicht so war genommen ...

    Alles liebe und ich hoffe Du findet eine Lösung dafür , denn ein Eigenbrötler zu werden weil man das falsche Medikament nimmt , kann nicht der wahre Weg sein ..

  3. #3
    Neues Forum-Mitglied

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 173

    AW: Soziale Isolation durch Medikinet adult

    ich fühl mich manchmal davon sehr müde.

  4. #4
    Ist öfter hier

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Alter: 31
    Forum-Beiträge: 157

    AW: Soziale Isolation durch Medikinet adult

    Hi.

    Ich denke, dasss dies die Schwierigkeit mit Medis ist. Die richtige Dosierung zu finden. Mir ist es "damals" nciht gelungen.

    Ich habe Medikinet adult von circa Februar 2012 bis Mai 2013 genommen. Es war eine interessante, intensive Erfahrung.
    Abgesetzt habe ich es damals aus vershciedensten Gründen. Unter anderem aber auch aufgrund der von dir beschriebenen "Nebenwirkungen".

    Zur Zeit ist es so, dass ich in Erwägung ziehe mich wieder medikamentös behandeln zu lassen. Ich hoffe baöd ein Gesprächstermin zu bekommen, da ich mir noch recht unsicher bin.

    Einerseits ist es schoen klar und weiger impulsiv durchs Leben zu gehen, andererseit habe ich Angst davor, nicht ausreichend begleitet zu werden & wieder "zugedröhnt" und mir selbst nicht sicher zu sein. So habe ich es damals empfunden.

    Ich denke, dass ein guter Psychiater in Kombination mit einer guten Therapie an dieser Stelle wirklich Gold wert sind. Diese fehlte mir damals bzw. vor allem der "gute" Psychiater. Dies wart mir zu dem Zeitpunkt bloß nicht klar.

    So, ich grüße herzlich und hoffe, dass mein Beitrag verständlich ist..
    Orangina.

  5. #5
    Ist öfter hier

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 112

    AW: Soziale Isolation durch Medikinet adult

    Hallo
    Ja Orangina , das denke ich auch . Es ist schwer die richtige Medikamentöse Behandlung zu bekommen und vor allem GUT BEGLEITET zu werden . Ich wurde nach meiner Diagnose mit einem Medikament nach Hause geschickt das ich von Anfang an nicht wollte . Die Neurologin hat mir ne Großpackung verpasst und wollte mich erst in 8 Wochen wieder sehen .

    Ich hatte aber kein gutes Gefühl dabei Neuroleptika zu nehmen , wo ich doch eigentlich NUR LERNEN möchte . Ich brauche das Medikament nur um in Lernsituationen besser lernen zu können , wieso sollte ich , da Müdigkeit, Schlafstörungen , Geminderte Libero , innere Unruhe .. -mit dazu kaufen ??? Häää ???

    Ich hab es nicht genommen . War auch gut in meinem Fall , denn wenn mein Seelisches Gleichgewicht aus den Fugen gerät , dann habe ich große Mühe es wieder hin zu bekommen . Also ist es auch IMMER wichtig WARUM man die Medikamente nehmen möchte oder muss .

    Wenn Sie Müde und schläfrig machen ?? hab ich schon geschrieben , dann würde ich sie wechseln . ich hatte vor vielen Jahre ein Medikament "AURORIX" Das mir damals auch sehr gut geholfen hat am Anfang und später nach 2 Jahren war ich davon auch müde geworden . Ich habe es abgesetzt .. Aber geholfen hat es mir ja Anfangs gut . also wieso nimmt man etwas weiter das nicht mehr die Wirkung hat die es haben soll .

    Wenn es aber gegen Hyperaktivität wirken soll , macht es auch etwas ruhiger . Es gibt ja unterschiedliche Typen den Ruhigen und den aktiven ADSler .

  6. #6
    Wohnt hier

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsener
    Forum-Beiträge: 1.649

    AW: Soziale Isolation durch Medikinet adult

    Hallo Wolkentänzer,

    Ritalin Adult in der für mich idealen Dosis bewirkt bei mir auch eine Art "Tunnelblick", d.h. ich kann leichter auf Anreize wie Plausch bei der Arbeit halten und Assoziationen aufgreifen verzichten- das nervt mich sogar- im Unterschied zu der Zeit wo ich es nicht nehme.Aber das ist für mich erwünscht so, deswegen hilft es mir bei der Arbeit enorm. Bin dann immer noch lustig, aber nur noch punktuell..

    An Feiertagen, Wochenenden lasse ich es bewusst weg und an Abenden ist eh keine Wirkung mehr da und dann bin ich aufgedreht und impulsiv und dann stört es mich auch nicht so. Das ist der Kompromiss den ich über die Jahre gefunden habe.

    Für mich ist das was du beschreibst keine Nebenwirkung sondern eine erwünschte Wirkung-aber eben nur innerhalb eines bestimmten Zeitfensters. Sozial isolieren sollte man sich aber natürlich nicht, da muss dann eine andere Lösung her.

  7. #7
    Neues Forum-Mitglied

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Alter: 27
    Forum-Beiträge: 354

    AW: Soziale Isolation durch Medikinet adult

    machst du nebenbei auch noch eine verhaltenstherapie bei einem therapeuten oder gehst du nur zum psychiater und bekommst medikinet?

    hast du schon mal darüber nachgedacht, dass deine medikamentöse behandlung irgendetwas in dir aufbricht, was du vor der behandlung so nicht empfunden / wahrgenommen hast? vielleicht ist es neben einer eventuellen überdosierung auch so etwas, dass zu deinem in sich gekehrt und ernst sein führt.

    ich kannte so etwas von meinem ersten halben jahr als ich mit dem medikinet anfing. ich hatte leider parallel noch keine verhaltenstherapie und dachte das medikinet macht mich depressiv. es war aber vielmehr meine veränderte wahrnehmung durch das medikinet auf mich und ich hatte eine ziemliche krise, hatte das bedürfnis mein ganzes selbstkonzept zu hinterfragen. jedenfalls machte ich den größten fehler seit meiner adhs diagnose: ich versuchte es mit strattera was mir aber langfristig gesehen gar nichts gebracht hat.

    jedenfalls nehme ich jetzt wieder seit fast einem 3/4 jahr medikinet adult und mache seit einem jahr eine verhaltenstherapie. diese seltsamen verstimmungen sind vergangenheit und irgendwie bin ichdoch froh wieder medikinet adult zu nehmen.

  8. #8
    Forum-Mitglied (nicht vorgestellt)

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose seit Kindheit
    Forum-Beiträge: 4

    AW: Soziale Isolation durch Medikinet adult

    Vielen Dank für eure Antworten! Ja, es ist tatsächlich so, dass man sich weniger "wie man selbst" fühlt, wenn man Medikamente gibt.

    Eine Zeit lang habe ich es schon ohne versucht, jedoch wurde der Alltag dadurch unfassbar anstrengend:
    Als Studentin muss ich dazu in der Lage sein stundenlangen Vorlesungen zu folgen, gleichzeitig mitzuschreiben und die Geräuschkulisse um mich herum zu ignorieren.
    An manchen Tagen muss ich auch in der Lage sein allein konzentriert zu arbeiten ohne mich von anderen schönen Dingen ablenken zu lassen.
    In diesen Situationen, die (leider!) gut 60-70% meines Alltags ausmachen, erleichtern mir die Medis das Leben enorm!

    Eine begleitende Verhaltenstherapie habe ich im Alter von 13-14Jahren in Anspruch genommen. Danach wurde mir bisher noch keine angeboten, was aber auch mit häufigen Ärztewechseln durch Umzug etc. verbunden ist. Vor Gruppentherapien etc. habe ich ein wenig Angst. Ich schäme mich sehr dafür so eine "Krankheit" zu haben, irgendwie abgestempelt zu sein und sogar dafür so ein Forum wie dieses zu benutzen. Ich könnte mir nur vorstellen eine "unter 4 Augen - Therapie" mit einer Therapeutin zu führen.

    Wie läuft bei euch so eine "begleitende Verhaltenstherapie" ab? Inwiefern bringt euch das weiter und in welchen Abständen besucht ihr die Therapie?

  9. #9
    Ist hier zuhause

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose seit Kindheit
    Forum-Beiträge: 4.257

    Soziale Isolation durch Medikinet adult

    Ich fühle mich mehr ich selber mit Medikament ... "es" treibt mich dann weniger Dinge zu tun und zu sagen die nicht "ich" bin. Ich fühle mich mit Medikamenten richtiger. Ich kann deswegen nicht nachvollziehen wie es dir geht und wenn ich mich "falsch" fühlen würde würde ich das Medikament sofort absetzen. Es ist es nicht Wert sich falsch zu fühlen. Dann stimmt anderes nicht.

    Kognitive Verhaltenstherapie wirkt, im Grunde ist der Trick dass vorhandene Kompensationsstrategien bewusst gemacht und verstärkt bzw. systematisiert werden. Mir hat das sehr geholfen. Sie war nach einigen schnell aufeinanderfolgenden Sitzungen am Anfang (Krise) dann 3 Jahre sehr niederfrequent, also alle 4 bis 8 Wochen 50Min und wurde immer mehr zum Coaching. Das hat aber gereicht.

    Vor Gruppentherapien musst du keine Angst haben, den Andren geht es wie dir. Gerade bei ADHS sind die auch sehr wirksam habe ich mir sagen lassen. Also, versuche es.
    Geändert von Wildfang ( 6.02.2015 um 12:00 Uhr)

  10. #10
    Muh!

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Alter: 54
    Forum-Beiträge: 6.856

    AW: Soziale Isolation durch Medikinet adult

    Wolkentänzer schreibt:
    man [fühlt] sich weniger "wie man selbst"
    Den Ausführungen von Wildfang möchte ich zustimmen. Das Medikament ist nichts für Dich. Mit der Diagnose ADHS ist man ja nicht verpflichtet, ein Medikament zu nehmen. Die Meisten von uns nehmen es, weil die für ADHS charakteristischen Symptome das Leben sehr erschweren können. Das ist aber nicht unbedingt die Regel! In diesem Forum treffen sich vorwiegend diejenigen, denen ADHS zu schaffen macht. Die Anderen, vielleicht die weitaus zahlreicheren Betroffenen, denen ADHS nichts ausmacht, kommen erst gar nicht hierher. Aus diesem Grund scheint eine allgemeine negative Betrachtung von ADHS im allgemeinen, sowie eine gewisse vermeintliche Abhängigkeit zwischen Diagose und Medikation aufzukommen. Das muss aber nicht sein.

    In Deinem Fall scheint das ADHS eher positive Auswirkungen auf dein Leben zu haben. Daher würde ich es nicht bekämpfen. Das mit der Konzentration kann man anders hin bekommen (ich bin dem Neurofeedback nicht allzu negativ eingestellt, aber nicht als Alternative zur Medikation allgemein; in Deinem Fall - und nur in Deinem Fall - sei das angeraten).

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