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  1. #11
    Forum-Mitglied (nicht vorgestellt)

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 6

    AW: Soziale Isolation durch Medikinet adult

    Ich habe am Anfang von meinem damaligen Partner den Vorwurf bekommen, das Medikament habe mich verändert- ich sei so ernst geworden, die Blödeleien und so würden fehlen. Das stimmt bedingt. Ich habe das als sehr befreiend empfunden, die Blödeleien waren nur um überhaupt in großen Gruppen/auf Partys/im Rummel teilhaben zu können, weil ich keinem ernsthaften Gespräch hätte Folgen können. Aber wenn du dich auch sonst nicht damit wohlfühlst, sondern sogar eher benebelt, ist vielleicht die Dosis falsch oder das Medikament falsch. Verstehe nicht warum bis März gewartet wird mit der niedrigeren Dosis. Schließlich geht es dir ja nicht gut mit der aktuellen Dosis. Vielleicht gibt es auch die Möglichkeit auf Tabletten umzusteigen. Ich hatte bei Retard den Effekt, dass sich meine Dosis doch stark erhöht hatte... Und ich bin schon ein Elefant der Dosierung.

  2. #12
    Neues Forum-Mitglied

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 90

    AW: Soziale Isolation durch Medikinet adult

    Wolkentänzer schreibt:
    Hallo ihr Lieben,

    ich nehme nun seit ca. 2 Jahren Medikinet adult retard 20mg um mich besser konzentrieren zu können.
    Leider fühle ich mich manchmal total "zugedröhnt", also irgendwie vernebelt - und das wirkt sich auch auf meine sozialen Kontakte aus.
    Ohne Medis bin ich ein sehr impulsiver Charakter, im positiven Sinn (bringe meine Mitmenschen zum Lachen & kann lebhafte Geschichten erzählen) wie auch im negativen Sinn (falle anderen ins Wort, mache bzw. sage auch mal unangebrachte Sachen).

    Mit dem Medikament habe ich oft das Gefühl mich sozial isolieren zu wollen. Blödeleien unter Freunden machen mir keinen Spaß mehr, mir fallen keine spontanen Gesprächsthemen mehr ein, ich will mich lieber zurückziehen u.s.w. Ein Bekannter hat es mal auf den Punkt gebracht und gesagt: Du wirkst manchmal echt ganz schön Ernst. (aber das bin doch gar nicht ICH ?!)

    Wieso kann ich trotz Medikinet nicht meine Leichtigkeit behalten? An manchen Tagen gelingt es mir die Balance zu finden, zwischen der medikamenten-verursachten Vernunft und meiner charakterbedingten positiven Impulsivität. Meistens fühle ich mich aber wie oben beschrieben.

    Hat hier jemand ähnliche Erfahrungen gemacht und kann davon berichten?

    P.S. Natürlich habe ich darüber auch schon mit meinem Psychiater gesprochen. Wir ziehen eine niedrigere Dosierung ab März in Erwägung, könnte sein das sich die Situation dann verbessert. Mir geht es aktuell nur um einen Erfahrungsaustausch, da es mir im Moment nicht so gut geht deswegen. Oft hilft es ja einfach mal Gleichgesinnte zu finden!
    Ich finde, das die Hemmschwelle Quatsch zu machen höher ist. Man "benimmt" sich - wenn ich das mal so sagen darf.

    Und den Unterschied merkt man eben auch selbst.

    "Soziale Isolation" ist aber echt übertrieben. Vielleicht stimmt die Dosis ja wirklich nicht bei Dir.

    Ohne Medikinet kann ich meine Kollegen tot reden. Mit Medikinet brauche ich etwas länger^^.

  3. #13
    Neues Forum-Mitglied

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Alter: 50
    Forum-Beiträge: 89

    AW: Soziale Isolation durch Medikinet adult

    Hallo Wolkentänzer,

    Glückwunsch! Das MPH zeigt bei Dir scheinbar eine gute Wirkung! Jetzt muß nur noch Deine Bewußtsein hinterher kommen!?!?

    Ja, ja ...warte ab!

    Durch MPH wird bei ADHS´lern ein Zustand der Normalität hergestellt, also im Idealfall. Normal, so wie die meisten Menschen die meiste Zeit ihr Gehirn nutzen. In Stress- oder Gefahrensituationen reagieren sie dann wie ADHS´ler eigendlich immer reagieren. Hippelig, nervös, "albern" oder "lebhafte Geschichten erzählen".

    Stress bedeutet Verunsicherung und jeder versucht sich dann wieder "abzusichern". In der sozialen Gruppe geht es super durch Spaßmachen, interessante Geschichten erzählen oder durch mehr oder weniger bedeutsame Konversation. ADHS´ler, so meine Theorie (nach K. Dietrich "Theorie der fehlangepassten Sicherheitsreaktion"), leben eigendlich im Dauerstress und sind Meister darin diese Situationen irendwie zu händeln. Oft wird die gesamte Kreativität eingesetzt, um den "Unterhalter" zu machen, im Mittelpunkt zu stehen oder mindestens mittendrin zu sein. Weil dann fühlt man sich "sicher" in der Gruppe, man hat eine Stellung und Anerkennung!

    Der "normale" (ich weiß ... was ist normal ... was nicht usw. - soll jetzt nicht Thema sein) Mensch lebt "normalerweise" in Sicherheit und braucht nicht die aufgekratzte, "voll abgefahrene" Fassade!!!! Er kann, einfach nur er selber sein. Nicht mehr oder weniger.

    Der ADHS´ler, im ständige Verteigungsmodus, erlebt den Stress und seine Strategie dagegen als ganz normal. "So ist es nun mal, man muß ja ständig irgendetwas machen ... sonst?!!? Äh ja sonst ... was weis ich!?"

    Wolkentänzer schreibt:
    Hat hier jemand ähnliche Erfahrungen gemacht und kann davon berichten?
    In den ersten Monaten unter MPH habe ich angefangen, noch unbewußt, mein Verhalten zuverändern. Einiges nicht mehr mitgemacht, was ich sonst immer gemacht habe. Mich nicht sosehr um die Anerkennung von anderen bemüht. Sondern mich um die Bearbeitung meiner Problem zukümmert und versucht die Anerkennung von mir selbst zubekommen.

    Nach 12 Monaten habe ich meiner langjährigen Geschäftspartnerin gesagt, dass ich mit unsere erfolgreinen circuspädagogischen Arbeit aufhöre! Ich habe ein Teil meines Einkommens, meiner Sicherheit weggegen. TOTAL VERRÜCKT!!! Es hat mir immer Spaß gemacht, alle haben gelacht, die Kinder und ich. Immer toben und witzig sein. Und dafür auch noch Geld bekommen! Klasse!

    Nein! Es war richtig, da diese "Anerkennung" nur auf den Clown! bezogen war. Für mich gab es keine andere Person dahinter.

    ABER durch die Wirkung des MPH, ist mein Gehirn immer mehr in den Zustandes eines "normalen" Denkenden, Fühlenden und Handelnen versetzt worden.
    Ich habe mich verändert, ich habe vieles in Frage gestellt, neue Prioritäten gesetzt. Ja! Ich habe Prioritäten gesetzt, nicht die anderen, nicht die Gruppe hat gesagt was wichtig ist.

    Auf einmal war die Anerkennung der anderen unwichtig! Meine Kollegin hat es sehr bedauert, dass ich mich so verändert habe! - Ich war halt nicht der, den sie haben wollte! - Dabei habe ich mich nicht verändert, sondern ich bin nur zu mir selbst gekommen!

    MPH schaft den Zugang zu den Gefühlen!
    Durch die Medis habe ich immer mehr das Gefühl, meine Gefühle wirklich wahrzunehmen. Nicht nur die dramatischen wie Freude, Verliebsein, Trauer oder Wut! Sondern auch die kleinen zarten Pflänzchen wie: "Ach wie bin ich heute müde und schlapp!" "WArum bin ich aufeinmal so traurig!" "Ist es nicht schön einfach hier nur zu sitzten und NICHTS zu tun!"

    Das sind aber auch Gefühle, die ich vorher nicht wahrhaben wollte, oder konnte! "Eigendlich bin ich ja nix!" "Wer bin ich eigendlich!" ---- Das tut ganz schön weh!!!

    ABer andere seits entdecke ich mich jetzt neu! Füher hatte ich immer den Spruch:
    "Eigendlich bin ja ganz anderes, aber ich komme so selten dazu!" Jetzt komme ich häufiger dazu. -- Das tut sehr gut! Auch wenn es kein großes Gefühl ist ... es ist einfach Gelassenheit und Ruhe!

    ZEIT, ZEIT, ZEIT ... es braucht seine Zeit! Über 40 Jahre war mein Gehirn im Kriegszustand, da brauch es jetzt einfach Monate und Jahre bis es wieder abkühlt!

    Nach ca. 2 1/2 Jahren Medikation ( 1 1/2 MPH, dann MPH + Edronax (Antidepressivum) und Psychogesprächen bin ich ein anderen -NEIN- bin ich mehr ICH und habe jetzt weniger Bekannte und Freunde dafür aber intensiver Beziehungen. Und eine Idee davon, was Zufriedenheit ist und wie sie sich anfühlt! Und dass ich auch oft ganz schön müde bin von den jahrenlangen Kampft gegen ... äh .. was auch immer ... Windmühlen ...?!?

    Viel erfolg auf Deinem Weg
    IchUndDu (was ist das eingendlich für ein bescheuerter Name!!? Na, ja! Das war noch der andere von damals ... muß ich mal ändern! Oder zu stehen?)

    P.S. gegen Traurigkeit kann auch eine Kombination mit Antidepressium sinnvoll sein.

  4. #14
    Forum-Mitglied (nicht vorgestellt)

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: Interessiert/Eigenverdacht auf ADHS / ADS
    Forum-Beiträge: 5

    AW: Soziale Isolation durch Medikinet adult

    Ich nehme keine Medis (hab noch nichht mal eine Diagnose), kann aber sagen, das ich mich zur Zeit absichtlich so verhalte. Mir fällt hinterher immer auf, das ich unangenehm aufgefallen bin (das falsche gesagt, in wort gefallen, es passte nicht zum Thema. ...)
    Also versuche ich soweit ws geht den mund zuhalten und lieber nur zuzuhören, bevor ich wieder dieses heimliche augenrollen kassiere.
    Damit fühle ich mich aber auch nicht gut.
    Wenn die Umgebung und die leute zu vertraut sich und sich entspannt bin falle ich aber wieder in alte Muster zurück.
    In der Firma bin ich schon gefragt worden, warum ich meine fröhliche art verloren hab und so abgespannt bin.
    Hm, hatte die Hoffnung das mit einer Diagnose und ggf medis einiges besser wird.

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