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Fragen, Antworten und Hilfe rund um ADS / ADHS - Medikamente, wie Ritalin, Concerta, Medikinet, Equasym und Strattera, sowie Medikamente bei Komorbiditäten, wie Antidepressiva, Neuroleptika, Benzodiazepine, andere Psychopharmaka und sonstige Medikamente
  1. #1
    Neues Forum-Mitglied

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 19

    Meine Erfahrungen mit Strattera

    Ich habe vor ca 9 Wochen meine Diagnose bekommen, und gleich von meinem Arzt 5 Päckchen Strattera für je eine Woche mitbekommen.
    Ich sollte nach je 7 Tagen die Dosis in den Stufen 10, 18, 25 und 40 mg steigern. Da ich ja bereits hier im Forum gelesen hatte das Strattera mit ca 1,2 mg pro Kg Körpergewicht verschrieben werden soll hatte ich nicht wirklich irgendeine Erwartungshaltung.
    Der erste Tag verlief Ereignislos, obwohl ich spürte das irgendwas in meinem Hirn arbeitete, dazu kamen leichte Übelkeit und leichtes Kopfweh.
    Dann am 2. Tag machte es richtig "BANG"! Am Vormittag war ich ca 4. Stunden konzentriert in meine Arbeit vertieft, ohne es wirklich zu merken. Ich kann mich nicht erinnern wann ich zuletzt derart fokussiert und konzentriert an etwas gearbeitet habe.
    Auch meine Kollegen ( die Bescheid wissen) waren erstaunt dass ich plötzlich keine Sätze mehr in der Mitte beende und sehr ruhig und konzentriert wirkte. Auch der Rest des Tages war konzentriertes Arbeiten möglich, ich war richtig motiviert.

    Dazu fühlte ich mich irgendwie "beschwingt", total motiviert und Hellwach. Lustig war dass ich zusätzlich noch einen Bewegungsdrang verspürte
    Normalerweise fühle ich eine bleierne Müdichkeit, auch wenn ich viel schlafe. Und obwohl ich nur wenige Stunden geschlafen habe war ich total wach.
    Ich freute mich schon, wenn diese geringe Menge bereits so eine Wirkung hat, was wäre dann erst mit höheren Dosen möglich wäre.

    Die nächsten Tage vergingen, das gute Gefühl blieb, ich war motiviert, konzentriert und viel gelassener als gewöhnlich. Aber ich spürte schon dass die "Wirkung" allmählich weniger wurde. Auch nach der Dosissteigerung auf 18mg ließ der Effekt nach, und ca. als ich bei den 25mg angekommen war, war der gesamte Effekt verflogen und meine Müdigkeit hatte mich wieder eingeholt.

    Nach 5 Wochen auf 40mg war ich wieder bei meinem Arzt und habe ihm geschildert wie es mir erging, und dass ich auf 40mg gar keinen Unterschied mehr merke.
    Er hat mir nun 80mg verschrieben, die ich nun seit einer Woche nehme. Er meinte es passiert öfter dass der Effekt am Anfang sehr groß ist, und dann rapide nachlässt, dies könnte ein Zeichen sein dass dieses Medikament für mich nicht das richtige ist. Wenn nach 4 Wochen auf 80mg auch keine Besserung spürbar ist wollte er auf Ritalin wechseln.

    Nach dieser einen Woche auf 80mg würde ich mir wünschen keine Nebenwirkung zu spüren, ich bin noch müder als sonst, habe beinahe das gesamte Wochenende verschlafen und fühle mich leicht Depressiv, und meine Libido ist total im Keller.
    Konzentrieren kann ich mich aber auch nicht besser, ich selber glaube nur dass ich ruhiger bin, allerdings im Sinne von mehr in mich gekehrt.

    Mich würde interessieren ob es jemandem ähnlich erging, dass Strattera Anfangs richtig gut gewirkt hat und später nicht mehr. Ich glaube so wie Anfangs muss sich jemand fühlen der nicht betroffen ist. Zumindest stelle ich mir es so vor.

    liebe Grüße,
    GrazerChaot

  2. #2
    Neues Forum-Mitglied

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 14

    AW: Meine Erfahrungen mit Strattera

    Hallo GC,

    habe vor ein paar Wochen während eines Reha-Aufenthalts in Bad Münder auch einen Behandlungsversuch mit Strattera mitgemacht, den ich allerdings noch in der Auftitrierungsphase nach nicht mal 3 Wochen wegen erheblicher Nebenwirkungen abbrechen mußte.

    Von erwünschten Wirkungen hatte ich bis dahin überhaupt nichts verspürt.

    Die unerwünschten Wirkungen waren insbesondere plötzliche, unwiderstehliche Müdigkeitsattacken, Obstipation (in Verbindung mit diversen Lebensmittelunverträglichkeit en eher unschön) und massives, über das Absetzen des Medikaments 3 Wochen hinaus andauerndes Sodbrennen (was den verordnenden Arzt sehr verwunderte, da ihm doch der Pharmareferent das Präparat als so gut verträglich und nebenwirkungsarm beschrieben hätte).

    Von den Auswirkungen auf die Libido wurde in meinem ärztlichen Aufklärungsgespräch nichts erwähnt; bei Internetrecherchen zu Atomoxetin findet man Berichte darüber allerdings erschrecken häufig.

    Ich hoffe dir gehts schnell wieder besser

    Grüße vom Ahörnchen

  3. #3
    Forum-Mitglied (nicht vorgestellt)

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 408

    AW: Meine Erfahrungen mit Strattera

    ich nehme jetzt seit keine ahnung, mehrere monaten halt, Strattera, angefangen habe ich mit den 18mg, und hab' wegen den nebenwirkungen seeehr langsam hochdosiert, nach jede hochdosierung war ich, gewöhnlich am dritten bis fünften tag danach, unglaublich hibbelig und aufgedreht, besonders bei den niedrigeren dosierungen.
    ungefähr drei stunden nach der einnahme hatte ich jeden tag ein ziemlich heftiges müdigkeitsanfall, das hat sich mit der zeit gebessert, dafür sind ab den 40mg schmerzen in der leisten-hodengegend aufgetaucht, teilweise so heftig das ich zum urologe gehen musste, ich hatte die panik das irgendwas anderes sein könnte, ist aber gottseidank alles in ordnung...
    die schmerzen wurden immer häufiger, vor allem wenn ich es nicht schaffte, morgens vor der einnahme genug zu essen, und mit genug meine ich zwei ganze belegte brötchen, oder ein brötchen und eine grosse tasse müsli, also für mich geradezu unmöglich.
    mein psychiater riet mich davon ab, die Strattera abzusetzen, denn, obwohl ich nicht wirklich eine wirkung spürte, schien sich meine allgemeinsituation zu verbessern, was ich aber eher an der verhaltenstherapie zurückführe.
    ich bekam massive erektionsproblemen, die auch nicht durch gängige mitteln (Cialis) wieder gut zu machen sind, eher bekomme ich statt eine erektion wieder heftige schmerzen, es scheint an den inneren stress zu liegen.
    nach absprache mit den psychiater erhöhte ich die dosis auf 60, und jetzt auf 80mg, was eigentlich die wirkdosis sein sollte, ich dachte, wenn ich schon nebenwirkungen habe, dann kann ich wenigstens sehen, ob auch eine wirkung eintritt.
    hab' keine veränderung gemerkt, ausser das jetzt auch die libido praktisch völlig weg ist.
    ja, in der zwischenzeit habe ich ein paar herbe schicksalschläge einstecken müssen, die VT ist praktisch zu ende, und erektion- und libidostörungen drücken auch noch heftig auf die stimmung, und die Strattera scheinen nichts entgegen setzten zu können, ja, vielleicht bin ich nicht so schnell auf 180 wie davor, das ist aber alles, und das ist mir zu wenig, um die nebenwirkungen im kauf zu nehmen.
    ich fühle mich noch depressiver, antriebloser und schlapper als vorher, wenn überhaupt möglich, die konzentration ist nur in manchen momenten erstaunlich gut, sonst schlechter als vorher, ich werde heute mit meinen psychiater über das absetzen reden, aber er wird noch mehr enttäuscht sein als ich, denn bisher hatten auch MPH und Elontril genau so wenig gewirkt, ich weiss nicht was noch kommt...

  4. #4
    Neues Forum-Mitglied

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 14

    AW: Meine Erfahrungen mit Strattera

    Hey Exxio,

    Deine schlimmen Schilderungen sind für mich gar nicht so überraschend, denn bei den Noradrenalinwiederaufnahmehemm ern (NRI), zu denen Strattera mit dem Wirkstoff Atomoxetin m.W. gehört, scheinen schwerwiegende Symptome wie Entzündungsgefühle und Schmerzen im Urogenitalbereich nicht wirklich selten zu sein.

    Auch das früher bei unsereinem (und meinereinem) gern verordnete Reboxetin war diesbezüglich sehr auffällig und ist wohl auch deshalb (und wegen übler gastrointestinaler Nebenwirkungen) mittlerweile aus dem Spiel.

    Bei einer derart ungünstigen Relation zwischen Nutzen und Schaden wie in deinem Fall dürfte auch deinem Psychiater die Entscheidung bzgl. Absetzen von Strattera eher leicht fallen.

    wünsche dir gute Besserung
    (und deinem Psych. eine gute Idee)

    A.

  5. #5
    Forum-Mitglied (nicht vorgestellt)

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    Forum-Beiträge: 408

    AW: Meine Erfahrungen mit Strattera

    ja, schmerzen, erektion- und libidostörungen stehen auch bei den häufigen nebenwirkungen, aber mein psychiater war schon vor zwei monaten strikt dagegen, das ich die Strattera absetze, da ging es mir vergleichsweise gut, aber es war mir lange nichts negatives passiert, und die VT lief, er meinte da wir nicht wissen können, ob es eher an den Strattera oder an der VT liegt, wäre es besser mit beiden weiter zu machen.
    jetzt hatte ich über die feiertage einen monat lang keine therapie (und hab' eh nur noch zwei sitzungen...) , und ist mir doch wieder heftiges widerfahren, jetzt geht es mir keinesfalls gut, also gäbe es eigentlich nichts, meine meinung nach, die eine weiterbehandlung mit Strattera empfehlen könnte, mal sehen was der doc sagt...

  6. #6
    Neues Forum-Mitglied

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 19

    AW: Meine Erfahrungen mit Strattera

    Hallo Exxio,

    Deine Erfahrungen kann ich ziemlich nachvollziehen, hatte ähnliche Probleme. Da es abzusehen war dass ich Strattera nicht weiter nehmen werde habe ich es vor einer Woche abgesetzt und inzwischen von meinem Arzt Medikinet bekommen. Bin gespannt wie das wirkt - bisher merke ich noch nicht wirklich was - bin aber erst auf 2x 5 mg
    Was ich schade und seltsam finde ist dass ich mich in den ersten Tagen mit Strattera "normal" gefühlt hab, zumindest was ich mir darunter vorstelle

    lg Grazerchaot

  7. #7
    Forum-Mitglied (nicht vorgestellt)

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 408

    AW: Meine Erfahrungen mit Strattera

    ich wünsche dir das der Medikinet was bringt, ich bin scheinbar ein non-responder auf der ganze linie...
    wahrscheinlich deswegen war mein psychiater so arg dagegen, das ich auch die Strattera absetze...
    andererseits, hätte ich erwartet das gerade einen psychiater etwas verständnis für ziemlich heftige nebenwirkung hätte, stattdessen hatte das a****loch einen schlechten tag, und wir haben uns gestritten...
    naja, nächsten monat werde ich sehen was ihn noch einfällt, als beleidigungen oder medikamenten...

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