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Diskutiere im Thema Methylphenidat verändert das Gehirn nachhaltig? im Forum ADHS Erwachsene Medikamente
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  1. #1
    Neues Forum-Mitglied

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 62

    Methylphenidat verändert das Gehirn nachhaltig?

    Hallo Leute,

    ich war vor paar Tagen bei meinem Arzt. Der hat mir Medikinet adult verschrieben. In dem langen Gespräch sagte er mir, dass es nach längerer Zeit sein kann, dass mein Gehirn dann resistent gegen MPH werden kann bzw dass ich kein MPH mehr eventuell benötige.

    Er meinte es gebe Studien, die zeigen, dass wenn man eine längere Zeit MPH nimmt, dass dann das Gehirn sich and die künstliche Regulierung von Dopamin und Noradrenalin gewöhnt.
    Das Gehirn ändere dann hier den Zufluss dieser Botenstoffe. Und würde genauso ohne MPH arbeiten.

    Ich habe vergessen, nach der Studie zu fragen. Aber das wäre ja super.
    Könnt ihr dass bestätigen?

  2. #2
    Wohnt hier

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsener
    Forum-Beiträge: 1.541

    AW: Methylphenidat verändert das Gehirn nachhaltig?

    Nee, das stimmt bei mir z.B. nicht. Ich nehme MPH seit mehreren Jahren und die Botenstoffe sind jedesmal wenn ich es nicht nehme die alten.
    Allerdings ist es ohne auch nicht negativer als vorher (den Effekt hatte ich nämlich nach dem Absetzen von Strattera, da musste sich mein Gehirn erst wieder "zurückregulieren".

    Was sich aber im Gehirn bestimmt positiv verändert sind Erfahrungen, die man neu unter MPH Einfluss macht und die sicher einiges verändern können, wenn sie positiv sind.
    Wenn du einen link zu dieser Studie hast stelle sie gerne mal zur Verfügung.

  3. #3
    Ist hier zuhause

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 6.822

    AW: Methylphenidat verändert das Gehirn nachhaltig?

    Bringst du da vllt 2 Studien durcheinander? Mich verunsichert das Wort "resistent".


    Es gab mal eine kleine Studie im Zusammenhang mit Resistenzen/eher Toleranzentwicklung gegen MPH, wo gezeigt wurde, das die Patienten nach längerer Einnahme "resistenter" wurden und mit der Zeit höhere Dosen bräuchten.
    Ich glaube der link zu selbiger geistert hier auch irgendwo im Forum rum......

  4. #4
    Muh!

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Alter: 54
    Forum-Beiträge: 6.532

    AW: Methylphenidat verändert das Gehirn nachhaltig?

    Savas schreibt:
    Er meinte es gebe Studien, die zeigen, dass wenn man eine längere Zeit MPH nimmt, dass dann das Gehirn sich and die künstliche Regulierung von Dopamin und Noradrenalin gewöhnt.
    Resistenz oder Anpassung an die Medikation? Das ist ein Unterschied. Bei einer "Resistenz" (dieses Wort ist auch sachlich falsch) benötigt man mehr Methylphenidat, um die gewünschte Wirkung zu spüren; bei Anpassung, oder Gewöhnung, wie du schreibst, benötigt man stets die gleiche Menge an Wirkstoff.

    Ich glaube gern, dass sich die neuronale Verschaltung ändert. Warum auch nicht? Die würde sich wieder zurück ändern, wenn man das Methylphenidat weg lässt. Das Vegetative Nervensystem hat sich seit Geburt an (sogar schon pränatal) an den Zustand der Transmitterverhältnisse im Gehirn angepasst, z.B. der Energiehaushalt. Ich bin Hypoaktiv. Das heißt, mein Energiehaushalt war eher low level. Ich habe meine Energie für andere Aktivitäten verbraten als Muskelaktivität. Durch MPH hat sich das geändert und ich hatte Energiedefizite. Mittlerweile hat sich mein Energiehaushalt, basieren auf der Medikation angepasst, denn ich werde nicht mehr müde. Mein Gehirn stellt nun Energie der erhöhten Aufmerksamkeit zur Verfügung. Die Verdauung hat sich geändert. Ich benötige mehr Zucker als vorher. Aber ich esse weniger. Unbewusst esse ich mehr Kohlenhydrate, Fett und Ballaststoffe. Diese Änderung des Verhaltens und der Physiologie mag durchaus auf eine veränderten neuronalen Verschaltung basieren. Gehirnregionen, die vorher nicht so sehr beansprucht waren, sind jetzt aktiver und benötigen mehr Power.

    Schon Sigmund Freud hat 1895 geschrieben:

    Sigmund Freud schreibt:
    "Es gibt also durchlässige (keinen Widerstand leistende und nichts retenierende) Neurone, die der Wahrnehmung dienen, und undurchlässige (mit Widerstand behaftete [...]) Neurone, die Träger des Gedächtnisses, wahrscheinlich also der psychischen Vorgänge überhaupt sind. [...] [Gedächtnisneurone] werden durch den Erregungsablauf dauernd verändert [...] [,] ihre Kontaktschranken geraten in einen dauernd veränderten Zustand. [...] [Diese] Veränderung [...] muß darin bestehen, daß die Kontaktschranken leitungsfähiger, minder undurchlässig werden, also denen des [Wahrnehmungssystems] [...] ähnlicher. Diesen Zustand der Kontaktschranken wollen wir als Grad der Bahnung bezeichnen".
    Quelle: http://www.lutecium.fr/Jacques_Lacan...squisse_de.pdf

    Es kann also durchaus sein, dass sich das Gehirn verändert.

    Savas schreibt:
    Das Gehirn ändere dann hier den Zufluss dieser Botenstoffe. Und würde genauso ohne MPH arbeiten.
    Ich weiß nicht, ob ich den Satz richtig verstanden habe. Dass das Gehirn mit MPH so arbeitet, wie normal ohne Medikament, ist doch beabsichtigt. Durch das Medikament soll sich der Transmitterhaushalt normalisieren. Oder meinst du nach einer gewissen Anpassung?

    Savas schreibt:
    Ich habe vergessen, nach der Studie zu fragen. Aber das wäre ja super.
    Könnt ihr dass bestätigen?
    EineText, der das mal ausgesagt hat, ist hier irgendwo im Archiv. Ich erinnere mich, diesen mal gelesen zu haben. Der Autor dieses Textes hat die Veränderung aber verurteilt und gewisse Kreise haben das natürlich gleich benutzt, um gegen Methylphenidat zu agieren.
    Geändert von Steintor (16.11.2014 um 19:07 Uhr)

  5. #5
    Neues Forum-Mitglied

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 62

    AW: Methylphenidat verändert das Gehirn nachhaltig?

    Oh, ich glaube ich habe da paar Wörter durcheinander gebracht. Ich meinte natürlich Anpassung und nicht Resistenz.

    Ich meinte nur, dass sich das Gehirn eventuell so stark an MPH anpasst, dass ich dann kein MPH mehr benötige.

  6. #6
    Wohnt hier

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 1.474

    AW: Methylphenidat verändert das Gehirn nachhaltig?

    Hallo Savas,

    was der Arzt möglicherweise meint: Du könntest im Laufe längerer Zeit unter Medikation Routinen und Strategien entwickeln, von denen du auch profitieren könntest, wenn du das Medikament nicht mehr nimmst.

    Die vielen Konjunktive verraten schon: Das ist eine vage Hoffnung. Es mag solche Fälle geben.

    Das Gehirn verändert sich kaum, weder in der einen noch in der anderen Richtung. D. h. es gibt weder einen Gewöhnungseffekt, wodurch du immer mehr bräuchtest, noch eine positive Veränderung, die das Medikament von selbst überflüssig macht.

    @creatice: Wenn du die Studie meinst, die 2013 durch die Medien geisterte, die sagte genau das nicht aus. Es wurde nur die Anzahl der Dopamintransporter gemessen und davon ausgehend vage Vermutungen angestellt.

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