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Diskutiere im Thema Methylphenidat - Übereilt oder angebracht? im Forum ADHS Erwachsene Medikamente
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  1. #11


    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene(r)
    Alter: 43
    Forum-Beiträge: 20.565
    Blog-Einträge: 40

    AW: Methylphenidat - Übereilt oder angebracht?

    Hallo.

    Verlagert bitte Diskussionen zur individuellen Kostenerstattung in einen anderen Thread, da off-Topic.

    Swidi schreibt:
    Wenn die Diagnose in den Augen deines Arztes nicht 100%ig wäre, würde er es dir nicht verordnen.
    Oje ... wenn das mal nur immer so wäre.

    Es ist definitiv in den letzten beiden Jahren eine starke Entwicklung in Richtung inflatorischer Verordnung ohne korrekte Diagnostik zu erkennen.

    Teilweise melden sich hier in einer Woche mehr neue Mitglieder an, die ohne gesicherte Diagnose Stimuanzien verordnet bekommen, als solche, bei denen das der Fall ist.

    Und auch insgesamt hat der Qualitätsstandard der Diagnoseverfahren offensichtlich deutlich nachgelassen.

    Das ist eine sowohl bedauerliche, wie auch bedenkliche Entwicklung.

    Inwiefern das bei dir durchgeführte Diagnoseverfahren leitliniengemäß war, kannst du selbst prüfen, denn ich hatte die gültigen Standards schon vor längere Zeit einmal aufgelistet:

    Was gehört zu einer fachgerechten ADHS-Diagnostik bei Erwachsenen?

    Dass das Lesen dieses Textes bei so einigen immer wieder ungläubiges Erstaunen hervorruft, ist mir nichts neues, aber eben auch ein Indiz für eine ganz erheblich ungute Entwcklung.

    pero schreibt:
    Es wird von einigen (unkundigen) verteufelt, aber es ist nicht gefährlicher als andere Medikamente.
    Was soll dieser Satz denn nun genau aussagen?

    Faktisch sagt er nichts aus, denn "andere Medikamente" ist nunmal kein möglicher Bezugspunkt für einen Vergleich, da es davon zigtausende aller denkbaren Risikoklassen gibt.

    "Nicht gefährlicher als Aspirin" hat mit Sicherheit nicht dieselbe Bedeutung wie "nicht gefährlicher als Zytostatika".

    Es hat durchaus seine berechtigten Gründe, dass Methylphenidat dem BtMG unterliegt und dies ist - wenn man sich die Praktiken vieler Ärzte so ansieht - eigentlich noch viel zu wenig.

    Weniger aufgrund der Risiken und/oder zu erwartenden Nebenwirkungen (wobei die Risiken nicht unerheblich sind), sondern weil heute - vor allem dank der Medien - irgendwie immer mehr Menschen denken, man könne damit sein Gehirn respektive dessen Leistungsfähigkeit aufmöbeln.

    Das funktioniert zwar erwiesenermaßen nicht, aber wenn die Klatschpresse einem das ständig immer wieder aufs Brot schmiert, dann glauben es irgendwann sogar intelligente Menschen.

    @ wasman:

    Ob du nun Medikamente einnehmen willst oder nicht ist nach wie vor deine Entscheidung.

    Ich persönlich halte weder etwas davon, diese generell anzulehnen, noch davon, sich alleine darauf zu verlassen.

    Gleich, um welches Medikament und um welche Erkrankung es sich handelt.

    Allerdings sollte man (auch meine persönliche Meinung) erst einmal wissen, von was man eigentlich redet und da geht es im Fall von Medikamenten eben oft nicht ohne diese selbst einzunehmen.

    Was dann an Wirkung und Nebenwirkungen herauskommt kann man dann in die Waagschale(n) werfen.



    LG,
    Alex

  2. #12
    Ist hier zuhause

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 2.411

    AW: Methylphenidat - Übereilt oder angebracht?

    Wird jetz leider OT:

    Leitliniengerechte Behandlung ist der Goldstandard der medizinischen Behandlung rechtlich gesehen. Und Goldstandard ist in der GKV nicht vorgesehen. Ein niedergelassener Psychiater kann bei ADHS keine leiliniengerechte Diagnostik durchführen, da diese in der Kostenerstattung duch die GKV nicht vorgesehen ist. Kostenerstattung für eine Leitliniengerechte Diagnostik erfolgt nur bei Kliniken und Ambulanzen. DIese haben aber teilweise über 9 Monate Wartezeit bzw nehmen gar keine neuen Patienten mehr auf. Leidensdruck ist aber bei den Patienten vorhanden. Was macht man dann als niedergelassener Arzt, wenn man die Verdachtsdiagnose gestellt hat? Man verordnet Medikamente wie bei jeder anderen Erkrankung auch..

    Zum anderen muss man auch berücksichtigen, dass erst seit 2011 zunehmend im Ärzteblatt und auch in Fachzeitschriften die Problematik der ADHS im Erwachsenenalter thematisiert wird. Zwar ist die Existenz dieser Erkrankung bei Erwachsenen seit 2004 in Deutschland anerkannt. Es hat aber entsprechend lange gedauert, bis sich das bei den niedergelassenen rumgesprochen hat.

    Ich selbst habe Anfang 2011 noch erlebt, dass meine niedergelassene Psychiaterin damit überhaupt nichts anfangen konnte, und erst ihre Rücksprache mit einer jüngeren Kollegin und die anschließende Kontaktaufnahme zur Institutsambulanz haben zur Überweisung in die Ambulanz geführt.

    Sämtliche Ärzte anderer Fachrichtungen fragen erst seit Mitte 2012 nicht mehr. "ADHS bei Erwachsenen? Ja gibt es das denn? Das wächst sich doch raus!"

    Zum einen ist die Zunahme der Patienten denke ich mit einer erhöhten Senssibilisierung der Ärzte zu erklären, zum anderen die Verordnungsweise damit, dass es das Problem der Wartezeiten bei den Kliniken und Ambulanzen gibt und man Patienten nicht über ein Jahr unbehandelt lassen kann.

  3. #13
    pero

    Gast

    AW: Methylphenidat - Übereilt oder angebracht?

    Es ist immer eine Frage was man verstehen möchte:


    pero schreibt:
    Es wird von einigen (unkundigen) verteufelt, aber es ist nicht gefährlicher als andere Medikamente.



    Was soll dieser Satz denn nun genau aussagen?
    Ist das wirklich so schwer zu verstehen?

    Er sagt: Vertraue deinem Arzt und nicht dem Internet.
    Man geht zum Arzt um eine angemessene Behandlung zu bekommen und wenn ich dem Arzt vertraue nehme ich das was er mir empfiehlt. Also ggf. eine Chemotherapie und nicht Aspirin oder Bachblüten weil mir das jemand im Internet empfiehlt.
    Es geht doch darum das Medikament zu nehmen das mir hilft. Und da MPH nicht abhängig macht verstehe ich nicht warum Menschen so eine Angst davor entwickeln.
    Damit will ich nicht sagen man soll es leichtfertig nehmen, aber Angst davor ist nicht angemessen, wenn man in ärztlicher Behandlung ist.

  4. #14
    Muh!

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Alter: 54
    Forum-Beiträge: 6.532

    AW: Methylphenidat - Übereilt oder angebracht?

    Meines Erachtens werden in diesem Strang viele Thesen gleichzeitig diskutiert. Ausgangsthese ist:

    wasmanwarwas schreibt:
    Ist dieses Vorhaben [Medikation mit Methylphenidat. Anm: Steintor] nicht ein wenig übereilt ohne 100%ige Diagnose?, Ich meine dass es ja immerhin nicht grundlos als BTM deklariert ist und die ganze Sache macht mir ein wenig Angst.
    Präparate mit dem Wirkstoff Methylphenidat gibt es ausschließlich nach einer ADHS-Diagnostik mit entsprechender Diagnose. Diese Medikamente werden also nur dann verschrieben, wenn ADHS sicher diagnostiziert ist.

    pero schreibt:
    Andere ADHS Medikamente (Elontril, Venlafaxin) brauchen 2-3 Wochen bis sie wirksam werden.
    Das ist richtig. Elontril (der Wirkstoff Bupropion ist wie Methylphenidat ein DNRI) kann off label als ADHS-Medikament eingesetzt werden. Aufgrund dieser Info, die ich oft gelesen habe, bin ich zu meinem Arzt gegangen und habe mit ihm darüber geredet. Ich wollte nämlich ein ADHS-Spiegelmedikament haben. Da ich zudem bipolar bin, hat mir der Arzt Elontril verschrieben. Ich denke mir, dass auch ohne Depression zu haben, Elontril off label verschrieben werden kann, wenn der Arzt das sachlich begründen kann.

    creatrice schreibt:
    Einzig zugelassen von den Kassen sind 2 MPH-Produkte (Medikinet adult und Ritalin adult) und Strattera. Unretardiertes MPH muss selbst gezahlt werden.
    Nicht "müssen". In der Regel wird es von den Kassen nicht bezahlt. Wenn es der Arzt begründen kann, wird auch ein unretardiertes Methylphenidat-Präparat von den Kassen bezahlt.
    Geändert von Steintor (10.11.2014 um 11:59 Uhr)

  5. #15
    masterofdesaster

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Alter: 57
    Forum-Beiträge: 2.134

    AW: Methylphenidat - Übereilt oder angebracht?

    Steintor schreibt:
    Nicht "müssen". In der Regel wird es von den Kassen nicht bezahlt. Wenn es der Arzt begründen kann, wird auch ein unretardiertes Methylphenidat-Präparat von den Kassen bezahlt.
    sach ich doch

  6. #16
    Ist hier zuhause

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 6.822

    AW: Methylphenidat - Übereilt oder angebracht?

    Das hängt aber von der Kasse ab, es ist eine kann- Bestimmung und bei vielen, bei den meisten, wird es nicht übernommen. Es ist super für euch, wenn es geklappt hat, aber die Regel ist es auch trotz ärztl. begründung nicht. Es gibt sogar Fälle die bis vors Gericht gegangen sind und verloren haben. Ambulanzen zahlen das oft über ihr eigenes Budget, war bei mir auch so.

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