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  1. #1
    Neues Forum-Mitglied

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose seit Kindheit
    Forum-Beiträge: 16

    Veränderungen/Verstärkung der Symptome?

    Hallo zusammen,
    ich bin neu hier. Kurz möchte ich mich bei euch bedanken. Ich habe die letzen beiden Wochen ein wenig im Forum herum geschmökert und bin auf eine Menge netter Leute mit vielen ähnlichen Problemen wie den meinen gestossen. Das hilft mir, mich nicht mehr so alleine mit meinem ADS zu fühlen. Danke.

    Jene, die Concerta zu sich nehmen, möchte ich fragen, ob ihr mit der Zeit eine Veränderung in der Wirkung (über längeren Zeitraum) bemerkt habt. (Stärker/Schwächer Symptomveränderungen ect.)

    Ich nehme Concerta schon seit etwas mehr als vier oder fünf Jahren. Während meiner Lehre hat es mir sehr gut geholfen, da ich ein ADS-Kind bin, also sehr introvertiert. Ich hatte zu Anfang das Gefühl, wieder mehr in der "richtigen Welt" zu leben, mehr Energie und Tatendrang zu haben und "aus meinem Kopf in den Vordergrund zu rücken" (vielleicht kennt einer das Gefühl). Das war damals ganz neu für mich. Und ohne das, hätte ich meine Lehre wohl nicht bestanden. In der Lehre hab ich gelernt zu "funktionieren", meine Leistung zu erbringen und so sind (laut meiner heutigen Therapeutin) meine Emotionen auf der Strecke geblieben.
    Ich bin deshalb jetzt schon seit einem ziemlich schlimmen Jahr wegen Depressionen krank geschrieben und Zuhause. (ausserdem hab ich den Job nicht gepackt) Antidepressiva nehme ich auch schon mindestens so lange wie Concerta. So langsam habe ich in letzter Zeit das Gefühl, mich Zentimeter, für Zentimeter, wieder ins Leben zurück zu kämpfen. Es sind minimal-kleine Veränderungen: Das Sonnenlicht wieder zu registrieren, den Geruch der Luft wahrnehmen, es geniessen können, wenn kalte Füsse wieder warm werden ect.
    Es ist anstrengend und verdammte, akribische Arbeit.

    Vor etwa zwei Monaten, hat mein Arzt das 27mg Concerta um 18mg ergänzt, weil ich noch immer das Gefühl hatte, mich im Alltag nicht konzentrieren zu können (Chaos im Kopf). Einerseits, seit ich es zusätzlich nehme, habe ich nicht das Gefühl, dass es überhaupt nicht wirkt. Zeitweise bin ich wieder richtig motiviert, höre meinem Freund eher zu und habe Energie, mich wieder selber kennen zu lernen. (Hobbies, Lieblingsessen, Tagesrythmus ect herausfinden.)

    Doch sehr häufig habe ich sehr schlechte Tage mit totaler Reizüberflutung und schlimmster Dünnhäutigkeit. Ich kann mich schlecht konzentrieren. Ich getrau mich dann fast nicht aus dem Haus, da es draussen noch viel mehr Reize gibt, die mich überrollen können. Manchmal bin ich so überfordert, dass mir schwindlig wird. In solchen Momenten, wenn ich fast weine weil ich nicht weiss wo was wieso, dann würde ich am liebsten meine "Koffer packen", aus meinem Körper ausziehen und erst wieder kommen, wenn mein Kopf wieder normal arbeitet. Am Ende solcher Tage, fühle ich mich, wie ein offen daliegender Nerv und als wär mein Körper und mein Hirn total entzündet und empfindlich. Und in meinem Kopf ist dann totale Autobahn. sogar die Emotionen tanzen dann bösartig lächelnd Cha-Cha-Cha.
    Manchmal kommt die Reizüberflutung auch, wenn ich draussen unterwegs bin. Es ist einfach scheisse, denn es kommt und geht, und ich habe nicht das Gefühl, dass ich es steuern könnte.

    Ich kann mich nicht erinnern, dass meine Symptome früher auch so schlimm waren. Oder ich war früher viel mehr "in meinem Kopf" verschwunden? Vielleicht habe ich es einfach vergessen, wie es früher war? Schliesslich muss ich mir immer wieder mit Hilfe ADHS-Flyers und solchen Foren wie hier, in Erinnerung rufen, dass es nicht meine Schuld ist, dass ich so ticke, wie ich ticke und dass das nicht alles ist, das mich ausmacht und ich nicht alleine damit bin.

    Es macht mir einfach ungeheure Angst, denn wenn ich Concerta nicht nehme, wird's nicht besser, im Gegenteil. Dann fühle ich mich so unmotivierbar wie ein nasser Waschlappen und bin so verträumt, dass ich ständig Tagträume und wegdrifte und Ziele (z.B. Erledigungen) sind noch viel schlimmer wie nasse Seife die einem ständig aus den Händen glitscht.
    Teilweise (ich weiss nicht mehr, obs zu meiner Lehrzeit auch so war) habe ich dass nun auch mit Concerta.

    Warum scheint es mir so, als ob sich die Symptome verstärkt haben?
    Oder hat die "Wirkung" vom Concetra tatsächlich einfach nachgelassen?
    Wird man sich den Symptomen einfach heftiger bewusst als früher?
    Sind die Anforderungen an einen einfach mit den Jahren gestiegen?
    Liegt es daran dass ich so gut wie immer Zuhause bin?
    Oder liegt es am Winter, der vor der Tür steht?
    Und ich weiss nicht, ob das ein Dauerzustand ist.
    Gott, ich weiss nicht mal, ob das tatsächlich von den Medis kommt.

    Hat mir jemand einen guten Rat?
    Eingene Erfahrungen mit Concerta?
    Tipps und Tricks?
    Oder einfach nur Aufmunternde Worte?

    Eure, Wikonire

    P.S. Sorry für die vielen, vielen Abschweifungen.... Eben, EIGENTLICH hab ich mein Concerta heut genommen...

  2. #2
    Forum-Mitglied (nicht vorgestellt)

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: Ärztliche Verdachtsdiagnose auf ADHS /ADS
    Forum-Beiträge: 116

    AW: Veränderungen/Verstärkung der Symptome?

    Liebe Wikonire,

    ich stelle fest, Du stellst Dir viele Fragen, d.h. Du hinterfragst vieles ->Selbstreflexion

    Im Thread "Sprüche/Zitaten/Weisheiten" hast Du geschrieben:
    Wikonire schreibt:
    Ich wünsche mir ein neues Fach in der Schule: Emotionalität
    Im Thread "Kollegen, Freunde, Beziehungen":
    Wikonire schreibt:
    Mit einzelnen Personen komme ich einigermassen klar. Ich bin anfangs immer sehr schüchtern und gebe erst wirklich etwas von mir preis, wenn es die andere Person auch tut. Doch mit einer einzelnen Person zu reden fällt mir viel einfacher als mit mehreren.
    Ganz auffällig ist dort jene Formulierung
    Wikonire schreibt:
    neurotypische Leute
    Diese Formulierung taucht auch in Deiner Vorstellung auf. Und diese Formulierung wird im Regelfall auch von Personen mit Asperger.Syndrom verwendet!

    Du schreibst hier oben recht strukturiert und einen langen Text (evtl. monologisierend?).

    Du schreibst in Deiner Vorstellung ebenso:
    Wikonire schreibt:
    In der Sonderschule gab es vorwiegend ADHSler die meine Stille Art und meine Nachdenklichkeit befremdlich fanden.
    Wenn ich mir einen Vergleich erlauben darf. In meinen Zeugnis der 1. und 2 Klasse stehen Sätze wie: "Die Teilnahme am Unterrichtsgeschehen war zurückhaltend." und "In der Unterrichtsstunde war er schweigsam und sprach nur nach Aufforderung; manchmal gab er überhaupt keine Antwort."

    Ich selbst habe eine Kindheitsdiagnose aus den 1980ern die auf "Hyperkinesie" lautet, habe dies in den letzten ca. 1 1/2 Jahrzehnten immer mit ADHS in Verbindung gebracht und gemeint "so schlimm kann es dann ja bei mir nicht sein, bis auf die Tics".
    Diese alte "Hyperkinesie"-Diagnose wurde bei mir nie als ADHS bestätigt. Über die Diskussion hier im Forum und eine Verdachtsdiagnose eines Psychiaters in Luzern 2013 auf
    ICD-10 F84.5 Asperger-Syndrom / Autismusspektrumsstörung
    bin ich inzwischen selbst von AD(H)S als primäre Störung weggekommen und nehme Asperger als Primär an, mit AD(H)S allenfalls als Komorbidität.
    Wobei jener Psychiater es vor allem an der Art meiner Tics festmacht. Aber Achtung: Definitiv habe ich auch noch keine Diagnose. Es ist jedoch auffällig, dass bei mir mit über 40 Jahren erstmals(!) jemand die Tics mit einem konkreten Krankheitsbild in Verbindung bringt!

    Ich habe auch mit meiner Emotionalität, besser gesagt mit Gefühlen, die mich innerlich bewegen, Probleme. Die können mir zuviel sein und dann will ich mich zurückziehen, in meine eigenen vier Wände, und einigeln.Ich bewege mich auch lieber im Kreise einiger weniger Personen und nicht so gerne in grösseren Gruppen.

    Bist Du absolut sicher, dass Asperger-Syndrom bei Dir nicht explizit ausgeschlossen wurde? Immerhin sollen Asperger und AD(H)S, wenn Konzentrationsprobleme bestehen, leicht zu verwechseln sein.
    Wenn dieser Ausschluss von Asperger-Syndrom nicht erfolgte, dann wäre eine Untersuchung in jener Richtung vielleicht etwas, was man verfolgen und was eine Klärung bringen könnte.
    Sollte eben nicht AD(H)S sondern Asperger primär vorliegen, könnte das vielleicht eine Erklärung für eine Veränderung/Verstärkung der Symptome trotz gleichbleibender Medikamentation sein.

    Vorsicht: Ich selbst bin kein Arzt und kann nur vage Vermutungen äussern. Aber vielleicht wäre das eine Option?

  3. #3
    Forum-Mitglied (nicht vorgestellt)

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: Ärztliche Verdachtsdiagnose auf ADHS /ADS
    Forum-Beiträge: 116

    AW: Veränderungen/Verstärkung der Symptome?

    Noch etwas zur Aufmunterung:

    Wikonire schreibt:
    Oder liegt es am Winter, der vor der Tür steht?
    Da fällt mir ein, von Züri West:
    "U dr Früehlig schteit vor dr Türe im Schnee"
    http://www.hunold.ch/zw/haubi.html#sekunde

    Ich wünsche Dir, dass Du im Deinem persönlichen Winter, den Du gerade erlebst, irgendwo den aufziehenden Frühling finden kannst, der dann alles besser macht.

  4. #4
    Neues Forum-Mitglied

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 206

    AW: Veränderungen/Verstärkung der Symptome?

    Hm.. Du hattest zuvor 27 mg und nimmst nun 27 mg +18mg? Wenn sich diese aufaddieren lassen, wäre es mehr als die 36 mg Concerta - vielleicht kannst die mal versuchen? Vielleicht bist Du ja nun leicht überdosiert?

    Aber im Normalfall müsste man mit der Zeit eigentlich weniger benötigen, da die DAT-Dichte mit dem Alter abnimmt. Vielleicht liegt es tatsächlich an den gegenwärtigen Umständen. Der Winter zieht mich auch immer etwas runter.

    Viele Grüße Maulbeere

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