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  1. #1
    Nyx


    Neues Forum-Mitglied

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose seit Kindheit
    Alter: 32
    Forum-Beiträge: 231

    Modafinil?

    Hallo,

    mich würde interessieren ob hier schon jemand Erfahrungen mit Modafinil gesammelt hat und darüber berichten möchte.

    Ich nehme aktuell Dexamfetetamin in Form von Tropfen. Die Elvanse-Kapseln wären mir lieber, sind aber auch deutlich teuer. So lange die Kasse die Kosten nicht übernimmt ist das keine Option.

    Beim Amfetamin ist es bei mir so das ich mit der Zeit eine Toleranz entwickele und dann die Dosis steigern muss. Das passiert nicht super schnell aber es passiert.

    Deswegen nehme ich an Tagen wo ich nicht wirklich funktionieren muss oder Aktivitäten wie Sport nachgehe eine deutlich geringere Dosis als wenn ich zur Uni gehe.

    Das Problem mit der Toleranzentwicklung ist nicht, dass mein Arzt mir nicht mehr verordnen würde aber ich kann/will einfach auch nicht so viel Geld für Dexamfetamin ausgeben. Desto weniger ich brauche, desto billiger wird es.

    Modafinil ist sicher nicht erste Wahl aber es gibt doch zahlreiche seriöse Quellen, die Modafinil eine Wirkung bei ADHS bescheinigen und an manchen Tagen geht es bei mir auch einfach nur darum, dass ich aus dem Bett komme und nicht in den Gammelmodus falle. Bin ich einmal aktiv und aus dem Haus, dann ist schon viel geschafft.

    Mit meinem Arzt habe ich bis jetzt noch nicht darüber gesprochen aber da er auch die Facharztausbildung zum Neurologen hat kennt er Modafinil aus der Therapie von Narkolepsiepatienten. Ein Vorteil von Modafinil ist auch, dass es nicht dem BtmG unterliegt aber der Einsatz bei ADHS wäre dann auch wieder Off-Label.

    Der Wirkmechanismus von Modafinil ist ein ganz anderer als bei den klassischen Stimulanzien Amfetamin und Methylphenidat. Mein Gedanke war eben 3 Wochen Amfetamin zu nehmen und dann eine Woche Modafinil. In der Theorie müsste das die Toleranz beim Amfetamin schön niedrig halten und damit auch die Kosten für mich.

    Hm klar, ich könnte es ja auch nochmal mit Methylphenidat versuchen, vor allem jetzt wo es Ritalin Adult gibt. Das Medikinet Adult fand ich immer fürchterlich. Ich nahm deswegen immer Ritalin LA aber auch das musste ich damals natürlich selber bezahlen. Jetzt hat sich das Problem durch die Zulassung von Ritalin Adult ja geklärt aber mit dem Methylphenidat ist es dann wieder so:

    a) Ich habe seit vielen Wochen trotz teils gigantischem Stress eine stabile Stimmung und kann trotz meiner teils grotesk extremen Schlafstörungen in der Vergangenheit und meiner leider schweren Schmerzerkrankung gut schlafen. Ich fürchte das mit Methylphenidat kaputt zu machen. Methylphenidat kann öfter mal eine latent depressive Verstimmung auslösen oder

    b) es wirkt sich total negativ auf den Appetitt aus. Ich nehme sowieso schon schwer zu, habe nun mit viel Disziplin und vielen Shakes sowie Kraftsport an Muskulatur zugelegt. Ich sehe deutlich besser aus als vor einem halben Jahr und will diese Entwicklung fortsetzen. Ich fürchte hier die negativen Effekte von Methylphenidat.

    c) trainieren macht unter dem Einfluss von Methylphenidat überhaupt keinen Spaß. Wenn ich unter dem Einfluss von Methylphenidat trainiere, dann bleibt diese Euphorie, die ich sonst beim Kraftsport bekomme aus. Methylphenidat macht alles so gleich, ich bin mehr wie so ein Roboter und das ist einfach total doof. Es ist aber auch nicht immer möglich den Tag so zu planen und zu gestalten, dass ich beim Training nicht unter dem Einfluss von Methylphenidat stehe und schon eine einzige Dosis am Morgen hat eben so seine Effekte.

    d) Methylphenidat kann so eine extrem krasse Konzentration auslösen. Gleichzeitig kann ich dann aber auch leichter reizbar und im Verlauf unruhig werden. Diese Wirkungen stören mich total. Auch ist es mit der Konzentration lange nicht mehr so schlimm wie früher, wo ich phasenweise doch sehr vom Mph profitiere. Was ich brauche ist einfach eine etwas anschiebene Wirkung am Morgen damit ich aus dem Bett komme.

    Das Amfetamin hat auch viele positive Wirkungen auf meine Schmerzerkrankung. Das ist schon die richtige Substanz für mich aber mehr als 40 mg pro Tag kann ich mir nicht leisten. Aktuell nehme ich 25 bis 30 mg. Ich kann an einem Tag auch nur 10 mg nehmen aber dann ist die einzige Wirkung das ich nicht völlig durchhänge. Die Dosis mal eben so komplett weglassen würde zwar auch gehen aber dann hänge ich etwa 10 voll durch bis sich meine Rezeptoren wieder angepasst haben. Mitten im Semester ist das ein No Go.

    Zu Hause habe ich noch einige normale Ritalin und Ritalin LA Tabletten. Bevor ich jetzt mit meinem Arzt spreche könnte ich ja auch noch mehr Informationen sammeln und testen wie ich zur Zeit das Methylphenidat vertrage. Nur habe ich darauf eben auch keine Lust. Ich fühl mich im Grunde ja gut. Bin den ganzen Tag aktiv und am Abend völlig erschöpft und will eigentlich nur noch schlafen.

    Und Amfetamin hat einen riesen Bonus für mich: 10 Minuten vor dem Schlafen nehme ich noch 2,5 mg Dexamfetamin zusammen mit meinen Schmerzmitteln. Durch die 2,5 mg Dexamfetamin schlafe ich erheblich besser. Nehme ich sie nicht ist meine Nacht total beschissen und ich brauche Ewigkeiten bis ich einschlafe. Das zu machen war die Idee von meinem Arzt. So kam es ursprünglich überhaupt dazu dass ich wieder Stimulanzien genommen habe. Eigentlich hatte ich die Schnauze davon komplett voll und mit dem Thema abgeschlossen und jetzt bin ich doch wieder mitten drin.

    Ein andere Ärger ist dann noch, dass ich umgezogen bin. Es war schwer einen qualifizierten Neurologen für meine Schmerzerkrankung zu finden. Jetzt hat das endlich geklappt aber die Neurlogin möchte mir erstmal keine Stimulanzien verordnen. Sie hat damit nur sehr wenige Erfahrungen und wünscht sich wegen meiner komplizierten Schmerzerkrakungen eine universitäre Anbindung. Ich war schon in der Uniklinik aber die waren überhaupt nicht damit einverstanden welche Medikamente ich wegen meiner Schmerzerkrankung nehme. Die Neurologin dagegen hat damit kein Problem. Vor allem geht es mir damit nun endlich endlich gut, nach vielen Höllenjahren. Die Stimulanzien kriege ich also weiter von meinem alten Arzt, per Einschreiben schickt er mir das Rezept aber jetzt hänge ich da zwischen 2-3 Ärzten und deswegen gibt es auch noch keinen Kostenübernahmeantrag für die Krankenkasse da es eben aktuell wichtigere Probleme gibt.

    Ich bin mit meiner neuen Ärztin zufrieden und auch optimistisch, dass ich mittelfristig auch von ihr Stimulanzien bekommen werde aber bis mal alles geregelt ist, wird das dauern. Irgendwie sehe ich im Moment auch nicht, was der effizienteste Weg ist das alles zu lösen.

    Eigentlich hatte ich gestern Abend einen Telefontermin mit meinem Arzt. Er hat aber nicht angerufen. Am Montag tat er das aber erst um 23:45 Uhr. Ich war so verschlafen das wir das Telefonat auf Mittwoch verlegten und da hat er nicht angerufen. Jetzt kann ich ihm hinterher telefonieren und das ist mühsam. Genau so wenig hat meine neue Ärztin bisher mit meinem alten Arzt telefoniert. Das wollte sie wegen der Stimulanzien tun. Jetzt steckt alles fest und ab Montag in einer Woche geht es in der Uni richtig rund. Da habe ich dann keine Zeit mehr für nix.

  2. #2
    Neues Forum-Mitglied

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 198

    AW: Modafinil?

    Nyx schreibt:
    So lange die Kasse die Kosten nicht übernimmt ist das keine Option.
    Modafinil ebenso. 100 Stück zu 200mg kosten rund 500 Euro. Aus eigener Erfahrung kann ich sagen, Modafinil ist ziemlich schwach. 200-300mg sind schon notwendig, um was zu merken. Koffein wirkt übrigens sehr ähnlich.

  3. #3
    Nyx


    Neues Forum-Mitglied

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose seit Kindheit
    Alter: 32
    Forum-Beiträge: 231

    AW: Modafinil?

    Puh, du hast Recht. Habe mir eben die Preise angeschaut. Das Generikum von Neuraxpharm, Modafinil 20 ST zu 200 mg für etwa 112 EUR. Die Fachinformationen empfehlen 200 mg als Einstiegsdosis. Das wären etwa 5,60 EUR pro 200 mg. Wenn es dann auch noch eher schwach ist und bereits eine Gewöhnung an Stimulanzien vorliegt wäre es schon gut möglich, dass ich 400 mg pro Tag benötige. Das wären fast 12 EUR pro tag. Wahnsinn!

    20 mg Dexamfetamin in Form von Lisdexamfetamin (eine Kapsel 70 mg Elvanse) kostet 4,10 EUR

    Für 1.000 mg Dexamfetamin in Form von Tropfen habe ich vor 12 Tagen 117 EUR bezahlt. Das mg kostet also etwa 12 Cent.

    Elvanse, gerechnet auf die 20 mg Dexamfetaminkapseln (70 mg Lisdexamfetamin) kostet etwa 21 Cent.

    Nimmt man die 50 mg oder 30 mg Kapseln (Lisdexamfetamin) wird das mg Dexamfetamin nochmal deutlich teurer, da die Elvansepackung trotz weniger Wirkstoff gleich viel kostet.

  4. #4
    Neues Forum-Mitglied

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 198

    AW: Modafinil?

    Die Frechheit bei Modafinil ist, dass die Hersteller der Generika fast den gleichen exorbitant hohen Preis verlangen, was das Original kostet. Die Generikahersteller bieten hier ein Paradebeispiel der Profitgier. Der angeblich günstige Preis eines Generikums wird hier ad absurdum geführt.

    Modafinil ist den Preis nicht wert. Wenn es deine Krankenkasse bezahlt, probiere es aus. Auf Basis der Selbstübernahme würde ich kein Geld dafür ausgeben.

  5. #5
    Neues Forum-Mitglied

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 159

    AW: Modafinil?

    Gibt es Modafinil denn in der Apotheke nicht als angemischte Tropfen oder so? Bei Amphetamin und Dexampetamin gibt's das ja auch

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