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Diskutiere im Thema Toleranz bei Attentin (Dexamfetamin) und Einnahmepausen im Forum ADHS Erwachsene Medikamente
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  1. #1
    Neues Forum-Mitglied

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 133

    Toleranz bei Attentin (Dexamfetamin) und Einnahmepausen

    Hallo zusammen!

    Nehme seit paar Tagen Attentin 5 mg 1x morgens und bin damit bis jetzt extrem zufrieden. Wirkt bei mir sowohl auf die Bereiche ADS, Depression, Angst und Energie prima, die bei mir zwar alle nicht so stark ausgeprägt sind, die Kombination mich aber doch fertigmacht und bisherige Medikamente einige Bereiche davon abdecken konnten, die anderen jedoch dann verschlimmert haben.

    Was ich euch fragen wollte:

    a) Muss man davon ausgehen, dass sich die Wirkung verändert oder abschwächt, und immer höhere Dosen notwendig werden? Oder könnten 5 mg vielleicht für immer reichen?... Das wäre toll =)

    b) Lohnt es sich diesbezüglich, möglichst viele Pausen, z.B. am Wochenende einzubauen? Die bisherigen Pausen mit MPH am Wochenende haben dazu geführt, dass ich einfach nur total energielos Zeit in der Wohnung totgeschlagen habe, da ist die Lebensqualität dann auch schlecht. Daher möchte ich das gerne eigentlich nur bei erwiesenermaßen deutlichem Nutzen machen.

    Danke und viele Grüße!

  2. #2
    Neues Forum-Mitglied

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Alter: 24
    Forum-Beiträge: 217

    AW: Toleranz bei Attentin (Dexamfetamin) und Einnahmepausen

    Hallo Björn!

    Björn123 schreibt:
    a) Muss man davon ausgehen, dass sich die Wirkung verändert oder abschwächt, und immer höhere Dosen notwendig werden? Oder könnten 5 mg vielleicht für immer reichen?... Das wäre toll =)
    Also 5mg sind meiner Ansicht nach nicht die Dosis, bei der das Thema Toleranzentwicklung groß im Mittelpunkt stehen wird.
    Also, von dem, was ich bisher so in Foren gelesen habe, würde ich sagen: Ja, wenn du über länge Zeit Stimulanzien einnimmst, insbesondere ohne Medikationspausen, besteht die Gefahr, dass sich eine Toleranz entwickelt.
    Ich glaube, die Richtlinie ist, dass man jedes Jahr eine Pause von einer Woche einlegt.
    Das gilt zumindest für Methylphenidat - Dexamphetamin hat eine längere Halbwertszeit (das heißt, dass es auch länger braucht, bis es komplett aus dem Körper raus ist), daher würde ich eher mehr als weniger machen.

    Allerdings möchte ich hier gleich eine schlechte Nachricht einschieben:
    Man liest sehr sehr oft Kommentare wie "ich nehme seit ein paar Tagen [...] und es wirkt so toll!".
    Leider erlebt man sehr selten (auch ich persönlich nicht), dass dieser Anfangseffekt lange anhält.
    Ganz am Anfang einer Medikation hat man halt für ein paar Tage doch ein gewisses Hochgefühl, und man kann den Effekt einer Medikation so wirklich eigentlich erst nach einigen Wochen einstellen.
    Zumal du durch den Anfangsschub durch das Attentin wahrscheinlich auch gerade supermotiviert bist und deswegen ein Teil des Effektes gar nicht mehr auf das Medikament zurückzuführen ist.

    5mg als Einstiegsdosis finde ich bei Attentin übrigens relativ viel - das wären etwa 10mg MPH nicht-retardiert (so direkt kann man das aber ehrlich gesagt auch nicht umrechnen), und eigentlich fängt man ja eher so mit 5mg nicht-retardiert an, wenn man vorsichtig ist, sogar mit 2.5mg.
    Aber nun gut, dir geht es ja gut.
    Nur, ich nehme zum Beispiel 2.5mg-2.5mg-0-0 ein, also Einzeldosen von 2.5mg und ich komme super damit klar (nehme aber auch 300mg Venlafaxin dazu).
    Das ist halt jetzt ein Dosisbereich, den du nicht mehr wirklich ausprobieren kannst. (Von oben nach unten zu gehen ist immer doof...)

    Ich habe übrigens mit 1.25mg angefangen und die für zwei Wochen genommen.
    Aber naja, ist jetzt auch eher off-topic.
    Was ich sagen möchte: Wenn du es erst ein paar Tage einnimmst, möchte ich deine Euphorie erstmal eher dämpfen.
    Gerade wenn es jetzt bei dir so supidupi wirkt, besteht halt ein wenig die Gefahr, dass der Effekt weniger wird und du dann als Reaktion hochdosierst - und das wäre gefährlich.
    Auf der anderen Seite, sowas passiert auch sonst kaum jemandem, nur, dass man sich auf ein paar Milligram mehr einpendelt, als man eigentlich bräuchte, kann echt mal passieren - und im schlimmsten Fall setzt du dann ein eigentlich supereffektives Medikament wegen der Nebenwirkungen ab.

    Ach, es ist immer noch Off-Topic...
    Naja, auf jeden Fall, Toleranzentwicklung ist im Moment erstmal kein Thema und es muss nach ein paar Tagen Einnahme auch erstmal nichts sein, was dich primär beschäftigen sollte.
    Wenn du mal regelmäßig Stimulanzien nimmst, dann ist es wichtig, aber jetzt ist erstmal wichtig, dass du dich daran gewöhnst, deine Medikamente regelmäßig zu nehmen - das kann für unsereiner nämlich ziemlich schwer sein.

    Björn123 schreibt:
    b) Lohnt es sich diesbezüglich, möglichst viele Pausen, z.B. am Wochenende einzubauen? Die bisherigen Pausen mit MPH am Wochenende haben dazu geführt, dass ich einfach nur total energielos Zeit in der Wohnung totgeschlagen habe, da ist die Lebensqualität dann auch schlecht. Daher möchte ich das gerne eigentlich nur bei erwiesenermaßen deutlichem Nutzen machen.
    Nein.
    Zum einen ist die Halbwertszeit bei Dexamfetamin zu lang, sodass sich das nur beschränkt lohnen würde, und zum anderen ist das auch unsinnig, weil genau das eintritt, was du beschreibst: Es geht dir schlechter.
    Und du nimmst ja eigentich das Medikament, damit es dir besser geht.
    Wie schon gesagt, der Klassiker bei ADHS ist halt eher, dass man seine Medis mal vergisst - und das sollte im Moment deine größere Sorge sein.
    Da ist eine übertriebene Angst vor Toleranzentwicklung erstmal ziemlich kontraproduktiv.

    Mir passiert das aber ehrlich gesagt auch mal: "Hey, ich verpeile im Moment ständig meine Medis zu nehmen und ich bin ziemlich unproduktiv... Aber yay, wenigstens habe ich jetzt meine Medi-Pause gratis."
    Das ist aber eigentlich nicht die Art, wie man denken sollte.
    Deswegen, eine Woche oder ein bisschen mehr - zusammenhängende - Medi-Pause, normalerweise unter Zusammenarbeit mit dem behandelnden Arzt, aber ansonsten die Medis durchnehmen, sofern es nicht anders mit dem Arzt vereinbart wurde.

    Öhm, jop, ich glaube, das wäre dann mal so meine Antwort auf deine Frage.


    Liebe Grüße,

    Schneekind.

  3. #3
    Neues Forum-Mitglied

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    Forum-Beiträge: 133

    AW: Toleranz bei Attentin (Dexamfetamin) und Einnahmepausen

    Hey Schneekind,

    Vielen Dank für deine ausführlichste Antwort, das ergibt alles viel Sinn, was du geschrieben hast!
    Ich befürchte auch, dass ich meine Freuden übereifrig ausgedrückt habe und in 2 Wochen vieles wieder doof ist - ich hoffe, ich irre mich hiermit.

    Ich habe davor schon 10-20 mg MPH seit 1 Jahr mit Unterbrechungen, teils mit Elontril eingenommen. Daher erschienen mir 5 mg als die richtige Startdosis. Ich denke, 3,75 - 1,25 - 0 wären vielleicht noch besser, aber eine viertel Tablette auf die Arbeit mitzuschleppen - zu umständlich. Habe das die letzen Tage vor dem Frühstück mit Abstand nüchtern genommen, teste jetzt mal nach Frühstück aus.
    Allgemein finde ich die lange Halbwertszeit aber super. Am Feierabend bin ich etwas müde, aber nicht total k.o. und fühle mich sogar recht entspannt und dennoch Konzentrationsfahig. Mit MPH war ich entweder nervös, wenn die Wirkung noch anhielt, oder richtig k.o. vom Rebound.

    Vor allem die Kombination mit Nikotin finde ich gut, MPH+Nikotin ging gar nicht, noch nervöser geworden, Puls hoch. Mit Dexamfetamin entspannend und gleichzeitig deutlich konzentrationsfördernd. Gönne mir das aber über E-Zigarette.

    Zum Abendessen nehme ich noch eine 500 mg Vitamin C-Kapsel. Etwas oxidativem Stress durchs Amf entgegenwirken und den Abbau über Nacht beschleunigen (durch Säureeffekt). Naja, theoretisch zumindest.

    Venlafaxin habe ich hier auch noch als Kombinationsoption für den Fall, dass das Dexamfetamin ähnlich wie MPH eher bissl depri und nervös macht. Da bisher das Gegenteil eingetreten ist, brauche ich es hoffentlich nicht. Aber wie wirkt bei dir die Kombi mit Venlafaxin denn? Mit 300 mg hast du ja doch ne starke NRI-Wirkung. Ist das mit Dexamfetamin dann nicht zuviel Noradrenalin für dich? Oder sogar doch ne gute Synergie?

    Liebe Grüße zurück!

  4. #4
    Neues Forum-Mitglied

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    Forum-Beiträge: 133

    AW: Toleranz bei Attentin (Dexamfetamin) und Einnahmepausen

    Tjoah, ich dachte mir ich spendiere dem Thread noch einmal etwas Feedback. Inzwischen ist die Wirkung von den 5 mg Dexamfetamin morgens leider nur noch recht schwach. Immerhin 0 Nebenwirkungen, das ist auch schon mal was. Kann die Dosis bis zum nächsten Arzttermin (leider) nicht testweise erhöhen, da die Packung ziemlich exakt noch bis dahin ausreicht. Da werde ich auf jeden Fall nochmal fragen, wie es weitergehen kann. Da die durchschnittliche Tagesdosis laut Fachliteratur für erwachsene jedoch eher so bei 20-30 mg liegt, habe ich da auf jeden Fall noch hoffentlich viel Spielraum nach oben ohne schlechtes Gewissen. Auf eine Kombination mit anderen Medikamenten (z.B. AD) habe ich aber soweit keine Lust, da das Nutzen/Nebenwirkungsprofil bei keinem Präparat bisher so gut bei mir ist wie bei Attentin.
    Die Pharmakokinetik ist da halt etwas knifflig. Auf nüchternem Magen ist der pH vielleicht recht niedrig für optimale Resorption, mit Frühstück (esse viel Ballaststoffe morgens) ist die Aufnahme aber vielleicht auch eingeschränkt. Vielleicht darf ich ja mal Lisdexamfetamin (Elvanse) austesten, da ist die Resorption immer konstant gut egal wieviel mal ist und man hat auch noch einen leichten Retardeffekt für nur eintägige Einnahme.

  5. #5
    Forum-Mitglied (nicht vorgestellt)

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    Forum-Beiträge: 4

    AW: Toleranz bei Attentin (Dexamfetamin) und Einnahmepausen

    Hallo Björn!

    Es kann auf jeden Fall einer Toleranzbldung entgegenwirken, wenn du das Medikament am Wochenende zwei Tage aussetzt. Ich nehme Attentin bei Bedarf und je länger ich pausiere, desto niedriger die notwendige Dosis bei nach der Einnahmepause. Ist dir die Wirkung denn hauptsächlich bei der Arbeit wichtig? Dann könntest du auch ggf. während der Urlaubszeit eine Pause machen.
    Ich überlege gerade auf Amphetaminsaft umzusteigen, da ich die Kosten von über 70 Euro nicht mehr länger tragen kann & will. Muss nur noch eine Apotheke finden, die den herstellt.

    Gruß, Chris!

  6. #6
    Neues Forum-Mitglied

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    AW: Toleranz bei Attentin (Dexamfetamin) und Einnahmepausen

    Ahoi!
    Also als ich noch MPH nahm, war ich an den Tagen der Einahmepause absolut lethargisch und müde. Die Aufmerksamkeit brauche ich auf der Arbeit, die Energie aber auch am Wochenende (mal was unternehmen z.B., mit Freunden treffen). :-(

  7. #7
    Neues Forum-Mitglied

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    AW: Toleranz bei Attentin (Dexamfetamin) und Einnahmepausen

    Bin jetzt mit Elvanse 30 mg unterwegs. Soweit alles gut, immer noch 0 Nebenwirkungen... ob da noch mehr vielleicht noch besser ist? Es fällt mir echt schwer, die Wirkung zu "spüren", da sie so subtil ist. Nur indirekt, indem vieles einfach besser läuft.

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