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Diskutiere im Thema Umstellung von D/L Amphetaminsaft auf Dexamphetamin oder Job aufgeben? im Forum ADHS Erwachsene Medikamente
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  1. #1
    Neues Forum-Mitglied

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: Ärztliche Verdachtsdiagnose auf ADHS /ADS
    Forum-Beiträge: 104

    Umstellung von D/L Amphetaminsaft auf Dexamphetamin oder Job aufgeben?

    Kurzgeschichte: Hypoaktive ADS Diagnose vor 18 Monaten wärend Lehre zum Koch.

    Ich habe ein Jahr MPH genommen, erst Adult, dann unretadiert (10/10/10/10 bzw. 10/10/20/10 am Wochenede),
    wegen NW, kurz auf Strattera (selbe NW, aber macht Agressiv und wirkt nicht). Hab im Sommer praktisch kein MPH genommen,
    da es bei bis 55°C in der Küche nicht mehr anwendbar ist und habe mich dann überreden lassen, D/L Amphetaminsaft auszuprobieren.

    Leider erst in der letzten Woche der Lehre und bin seit dem arbeitslos und steh auf dem Wartegleis. Fazit, nach 2 1/2 Monaten Amphetaminsaft,
    6/4ml nun 6/4/2ml (24mg Amphetaminsufat Tagesdosierung). Es hat weniger NW, kaum Rebound und beim starten keine Hitzewallungen, macht nicht
    annähernd so wach wie MPH (schlafe mit Amphetaminsaft besser ein, als ohne) . Es unterdrückt meinen Hunger nicht (esse leider eher mehr...).

    Ich bin positiver, habe höhere Erwartung/Wünsch/Ziele für die Zukunft, meine Scheiß-Egal-Stimmung ist weg, aber ohne Lösung aktuell ist das
    eher negativ, da es in Depressionen, mehr Ängsten ausartet (Tianeurax hilft einigermaßen). Soweit alles super.

    Größtet Problem, es schwankt sehr in der Stärke der Wirkung/NW (MPH war zumindest immer gleich gut/schlecht)
    Das kann mittlerweile 30 Minuten nach der Einnahme morgends im Spiegel sehen:

    A: Kleine Pupillen. Dann wirkt es fantastisch, so gut wie kein Gedankenkarussel, kaum NW. In allen belangen besser als MPH.
    Ich kann mich super konzentierten, kein Beingewippe mehr ect. werde aber auch emotionaler und ab und zu leicht verpeilt.

    B: Große Pupillen. Kaum Wirkung, Gedankenkarusell nur leicht weniger, mehr NW (stärkeres schwitzen, werde nervöser/unruiger als ohne)
    Leichter gereizt, aber nicht so schlimm wie mit 10mg Strattera.

    Manschmal hats auch ne gute Mischung von beides, aber leider zu selten. A ist für mich besser. Auch wenn ich müder bin und leicht verpeilt,
    am schlimmsten stört mich das Gedankenkarusell und das ist dann fast weg. Ganz selten das es sich die Waage hält.

    Ich wüßte gerne ob es sein kann, das in 6ml Amphetaminsaft, mal 30% Dexamphetamin und 70% L-Amphetamin sein können bzw. umgekehrt.
    Wäre das einzigeste, womit ich mir die Schwankungen erkären könnte. Wenn die Schwankungen und das mit dem Schwitzen weiter besteht, kann ich mich direkt nach einem anderen Job umsehen.

    Mein Neurologe hat praktisch keine Patienten die Dexamphetamin nehmen, und weiß auch nicht ob es helfen würde. Und für auf gut Glück ist es einfach viel
    zu teuer um mich auf Attentin/Evanse/Dexamphetamintropfen umstellen zu lassen. Selbst wenn die Schwankungen damit weg wären, weiß ich nicht ob ich es im
    Sommer nehmen kann oder ob ne stärkere Wirkung von A wäre für die Arbeit wohl auch störend (ich reagier aber schon bei 9mg Strattera solo extrem,
    Wut, noch wacher als mit MPH, wäre dann zumindest auch gleichbleibend). Kann man beides kombinieren?

    Hat hier jemand, wegen der selben Probleme, sich umstellen lassen und kann dazu was sagen?
    Geändert von eternal-blue (22.10.2014 um 17:02 Uhr)

  2. #2
    Nyx


    Neues Forum-Mitglied

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose seit Kindheit
    Alter: 32
    Forum-Beiträge: 231

    AW: Umstellung von D/L Amphetaminsaft auf Dexamphetamin oder Job aufgeben?

    Hallo,

    vielleicht kann ich dir ein wenig mit meinen Erfahrungen helfen.

    Ich hatte früher schon mal einige Zeit Dexamfetamin (als Sulfat, in Form von Tropfen, NRF 22.9 und als Tabletten "Attentin") genommen und nehme es nun wegen dem Studium wieder regelmäßig.

    Auch bei mir ist die Wirkung nicht immer gleich sondern sie wird von vielen Faktoren beeinflusst. Was wir essen und trinken und der dadurch resultierende ph-Wert in der Blase hat einen großen Einfluss auf die Wirkdauer. Im Internet fand ich mal eine Liste (auf Englisch) wo Nahrungsmittel gelistet waren die die Wirkung eher verkürzern und eher verlängern. Die Wirkdauer einer Einzeldosis kann bei mir zwischen 3 und etwa 6 Stunden schwanken. Wenn ich Vitamin C in Wasser löse, so kann ich sogar jegliche Wirkung innerhalb von 30-60 Minuten komplett aufheben, praktisch, wenn ich Abends schlafen möchte aber noch Amfetaminwirkung vorhanden ist.

    Dann hängt bei mir die Wirkung auch davon ab, wie gut oder schlecht ich geschlafen habe und vor allem eben davon, wie meine Grundstimmung so ist. Desto ausgeglichener ich bin, desto besser wirkt auch das Amfetamin bei mir. Wenn ich nicht zum Sport gehe, chronisch zu spät ins Bett gehe und zu lange schlafe und dadurch miese Laune bekomme, dann kann das Amfetamin daran auch nicht viel ändern. Es kann mir aber z.B. dabei helfen den einen Tag dann wieder früher aufzustehen, da mich das Amfetamin schon ein wenig wach hält. Hätte ich diese Wirkung nicht, so würde ich mich einfach wieder umdrehen und endlos weiter schlafen. Hier wirkt das Amfetamin positiv regulierend und wenn ich es Morgens genommen habe kann ich Abends in der Regel auch deutlich schneller und angenehmer einschlafen.

    Es ist einfach so: deine Biochemie im Gehirn wird von unzähligen vielen Faktoren beeinflusst und meine Beobachtung und Erfahrung ist, dass der Faktor "soziales" von vielen unterschätzt wird. Amfetamin ist ein potenter Wirkstoff aber wenn die Biochemie so grundsätzlich im Gehirn nicht passt, dann kann Amfetamin daran auch nicht viel ändern.

    Ich hatte jetzt selbst längere Zeit leerlauf und mir ging es in dieser Zeit furchtbar, neue Stadt, keine Freunde, soziale Isolation ... da hätte mir Amfetamin wenig gebracht. Dazu habe ich kein Sport gemacht, schlecht geschlafen und mir ständig nur TV Serien reingezogen.

    Meine persönliche Erfahrung ist, dass man durch gesundes Verhalten die Wirkung von Stimulanzien massiv positiv beeinflussen kann. Das gilt auch für Methylphenidat. Für mich gilt: desto besser es mir geht, desto besser wirken auch die Stimulanzien und desto größer ist dann auch die Hebelwirkung durch die Stimulanzieneinnahme. Es funktioniert eben nicht so, dass man da einen magischen Saft trinkt oder eine Wunderpille schluckt und dann kommt die Motivation, die große Energie und fühlt sich wunderbar. Manchmal hat man schon so eine Wirkung aber da muss man sich dann auch ehrlich fragen wie zuvor die Grundstimmung war.

    Dann können Ängste, ständig aufgeschobene Aufgaben und ein daraus resultierendes schlechtes Gewissen, das Wissen gerade nicht so aktiv zu sein und endlich mal seinen faulen Arsch hochkriegen zu müssen schnell zu depressiven Verstimmungen führen. Auch das beeinflusst die Wirkung von Stimulanzien wieder negativ...


    weil

    deine Stimmung, dein Verhalten usw. ... das ist im Grunde ein Abbild deiner Biochemie im Hirn nach außen ... so viele Faktoren spielen da mit rein und wenn da eben einige große Brocken total schief sind, dann kann das keine Substanz der Welt mal eben wieder so gerade biegen, verstehst du?

    So, es gibt einen physikalischen Prozess der den Namen Diffusion hat. Das führt dazu, dass in deiner Flasche schon immer die gleiche Konzentration an Wirkstoff im Saft ist und das Verhältnis von D- zu L-Amfetamin kann aufgrund des Herstellungsprozesses auch nur 50:50 sein. Alles andere würde mich schon extrem wundern.


    Aber es spricht ja nichts dagegen es aus Versuchsgründen nicht doch mal mit reinem Dexamfetamin zu versuchen.

    Ich hatte am Anfang Tropfen, dann kamen die Tabletten auf den Markt und weil ich die nicht so oft nahm konnte ich das auch bezahlen. Jetzt im Studium ist mein Bedarf wieder höher und lasse mir deswegen wieder die Tropfen verschreiben. Gestern habe ich in der Apotheke für 1.000 mg Dexamfetamin etwa 118 EUR bezahlt. Die selbe Menge in Attentin-Tabletten wäre etwa 280 EUR.

    Zum ausprobieren könntest du dir ja die Attentin-Tabletten in einer N1-Packung verschreiben lassen. Das wären 20 Tabletten zu 5 mg für 29,95 EUR.

    Normalerweise werden von den Tropfen immer nur 500 mg auf einmal verschrieben. Das würde dich dann so um die 60 EUR kosten. Laut BtmG dürfen nur 600 mg Dexamfetamin innerhalb von 30 Tagen verschrieben werden. Der Arzt darf/kann davon abweichen. Dann muss aber ein großes "A" auf das Rezept. Das wissen so genau nicht alle Ärzte oder manche haben grundsätzlich ein Problem damit die im BtmG festgelegten Höchstmengen zu überschreiten.

    Wenn dir dein Arzt schon den Saft verschreibt, dann dürfte er dir ja auch die Tropfen oder Attentin-Tabletten verschreiben. Der pharmakologische Unterschied ist nicht so wirklich relevant.

    Was bezahlst du denn für den Saft? Würde mich sehr interessieren. Hatte den persönlich noch nie.

    Nochmal als Fazit: Der Zusammenhang Ernährung und Wirkqualität und Wirkdauer von Amfetamin ist wirklich nicht zu unterschätzen. Ansonsten dürften vor allem die oben von mir erwähnten sozialen Faktoren großen Einfluss haben.

    Bei mir schwankt die Wirkung ja auch und manchmal ist es echt total genial und manchmal ist sie nur so latent da. Wichtig ist halt, das dann wenn die Wirkung nicht so toll ist man eben nicht darauf wartet das es noch besser wird oder nachdosiert sondern eben wie geplant oder gefordert sein Tagesprogramm durchzieht. Ich studiere ein anspruchvolles Fach und bin umgeben von grotsek vielen 1,0 Abiturienten ... der Leistungsdruck ist groß ... das für sich alleine pusht mich schon stark und da kann ich mich auf einer schlechten Stimulanzienwirkung eben nicht ausruhen und wenn ich dann mal im Arbeitsmodus bin, dann merke ich auch wie ich vom Amfetamin profitiere. Jetzt vor kurzem hatte ich für so 5 Tage kein Amfetamin genommen weil ich mich zu spät um ein Folgerezept bemüht habe und als es dann da war aus Faulheit erst nach dem Wochenende zur Apotheke bin. Da habe ich gemerkt wie sehr ich vom Amfetamin profitiere, gerade auch an den Tagen wo ich der Meinung war keine so gute Wirkung zu haben!

    Deine Frage mit dem Kobminieren habe ich nicht wirklich verstanden. Was möchtest du denn kombinieren?

    Manche Ärzte kombinieren Strattera mit Stimulanzien wenn ein Medikament nicht ausreicht. Damit habe ich keine Erfahrungen. Kommt wohl eher selten vor.

    Manchmal soll auch Methylphenidat mit Amfetamin kombiniert werden. Ich kenne jetzt aber keinen Arzt, der das verantworten würde. In einem US-Forum habe ich dazu ein paar Erfahrungsberichte gelesen. Ich kann nicht bewerten, ob das wirklich Sinn macht. Ich sehe vor allem die Gefahr einer ZNS-Überstimulierung und das Auslösen von Symptomen wie starker innerer Unruhe, Nervosität, Zittern etc.

    Was ich mir dann aber schon vorstellen kann ist, dass man an manchen Tagen eher Amfetamin, an anderen Tagen eher Methylphenidat nimmt. Mit Amfetamin bin ich z.B. definitv sozialer und tolerriere auch leichter störende Geräusche, Unruhe etc. ... Methylphenidat kann diese bomben Konzentration auslösen aber da gibt es dann den Rebound, diese negativen Auswirkungen auf den Appetitt, wenn keine Ruhe ist kann ich mich auch nicht konzentrieren etc.

    Unter dem Strich bin ich mit dem Dexamfetamin sehr zufrieden. Damit sich keine relevante Toleranz ausbildet verzichte ich am Wochenende regelmäßig auf die Einnahme oder nehme an manchen Tagen nur eine geringe Dosis und dann auch nur am Morgen. Das erhält langfristig die Qualität der Wirkung.

    Mein Tipp für dich wäre, dass bevor du dich in den Feinheiten der Stimulanzientherapie und der psychopharmakologischen Behandlung des ADHS verlierst dir eine fordernde Alltagsaufgabe suchst, die deinen Begabungen, Interessen und Fähigkeiten entspricht. Es gibt echt nichts schlimmeres als auf der Couch zu versauern. Mir ist das aufgrund einiger unglücklicher Umstände und der Studiengestaltung passiert und es war für mich echt Folter, weil dazu noch soziale Isolation kam.

  3. #3
    Nyx


    Neues Forum-Mitglied

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose seit Kindheit
    Alter: 32
    Forum-Beiträge: 231

    AW: Umstellung von D/L Amphetaminsaft auf Dexamphetamin oder Job aufgeben?

    Was mir an mir noch auffällt:

    - oft schwitze ich vom Dexamfetamin ... vor allem am Vormittag/Mittag ...

    - es kann aber auch passieren, dass das Gegenteil eintritt und mir über den Tag ständig kalt ist, vor allem an den Extremitäten

    - Harndrang durch Dexamfetamin. Früher hatte ich das gar nicht aber mittlerweile habe ich das regelmäßig, besondern so am späten Abend. Super nervig!

    All diese Effekte/Wirkungen sind aber nicht konstant. Manchmal ist die Ausprägung auch äußerst subtil und manchmal ist es einfach nur super nervig.

    Der menschliche Körper ist eben keine Maschine und die Wirkung von Medikamenten zuverlässig vorher zu sagen ist eigentlich unmöglich. Individuelle Erfahrungen sind nur äußerst beschränkt auf andere Menschen übertragbar. Ich habe eine gute Selbstbeobachtung und weiß viel über solche Themen aber eindeutige Muster sind für mich nicht zu erkennen. Es ist unter dem Strich doch alles sehr chaotisch. Deswegen ist es das beste für mich, sollte ich in so Gedankenspiralen der Selbstbeobachtung verfallen, mich durch eine aktive Tätigkeit gleich wieder raus zu holen. Sonst verträume ich nur den Tag, kriege nix geschafft und bin als Konsequenz total unzufrieden mit dir.

    Mehr machen, weniger denken.

  4. #4
    Kennt sich hier aus

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Alter: 30
    Forum-Beiträge: 750

    AW: Umstellung von D/L Amphetaminsaft auf Dexamphetamin oder Job aufgeben?

    hey, ich habe auch die befürchtung nicht so gut mit mph zurecht zu kommen. ich bekomme zur zeit 60mg am morgen und darf nochmal 20 zum mittag nehmen. mein problem ist,
    ich kann mich nciht konzentrieren, wenn es nicht absolut still ist. und mit reizen etc. komme ich auch nur eben bis 12h besser zurecht.
    zur zeit bin ich voll im stress und merke, wie mir trotzdem alles weg bricht, weil ich nur bis ca. 13h von der wirkung profitiere, wenn überhaupt.

    ich habe auch schon alles mögliche durch und hoch runter dosiert und strattera ist für mich eine katastrophe und in meinen augen keine hilfe.

    zur zeit bin ich, mischtyp, nur noch müde, kann kaum etwas lesen, verarbeiten etc.
    warum ich hier mein empfinden einwerfe, weil ich nyx sehr dankbar bin, jedoch was machen, wenn mph einfach nicht hilft und druck und lebenszeit im nacken sitzen?

    ich kann dir auch nur raten einen arzt auf zu suchen, evt. eine ergotherapie in anspruch zu nehmen und mit fachkompetenten menschen zu reden.
    das das leben und die einflüße auf die gehirnchemie etwas aus machen ist logisch und auch, dass willen und disziplin wichtig sind.
    liebe z.b. ist extrem antidepressiv etc.

    nyx hat dir schon sehr geholfen, denke ich. und gib nicht so schnell auf, wenn das leben drängt, dann dränge den drang zu deinem arzt, und stelle dort diese fragen.
    versuche eben weiter.

  5. #5
    Nyx


    Neues Forum-Mitglied

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose seit Kindheit
    Alter: 32
    Forum-Beiträge: 231

    AW: Umstellung von D/L Amphetaminsaft auf Dexamphetamin oder Job aufgeben?

    Ich habe früher auch mal so Methylphenidat genommen und fand das gruselig. Bevor ich mich so fühle wie du es beschreibst würde ich lieber komplett darauf verzichten.

    Strattera fand ich auch fürchterlich. Das war eine einzig unangenehme Erfahrung.

    Bleibt dir ja jetzt noch die Option mit deinem Arzt über (Dex)Amfetamin zu sprechen.

    Für mich ist das zumindest für den Moment die Lösung. Ein Wundermittel ist es aber auch nicht.

  6. #6
    Nyx


    Neues Forum-Mitglied

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose seit Kindheit
    Alter: 32
    Forum-Beiträge: 231

    AW: Umstellung von D/L Amphetaminsaft auf Dexamphetamin oder Job aufgeben?

    Es ist schon wirklich faszinierend. Heute ist die Wirkung vom Dexamfetamin wieder etwas verändert.

    Gestern kam ich dank Dexamfetamin gut aus dem Bett. Aufstehen ist für mich immer ein großes Problem, war es schon immer und so nehme ich mittlerweile eine Stunde bevor ich aufstehen muss meine erste Dosis Amfetamin. Gestern klappte das gut und auch das übliche Schwitzen blieb aus. Dafür war mir einfach den ganzen Tag kalt in den Extremetitäten. Mein Körpergefühl war einfach mies und besonders an den Beinen war mir ständig kalt, nicht nur die Füße, die ganzen Beine waren betroffen obwohl es in der Wohnung 22 °C warm war und ich hochwertige 100 DEN Leggins dazu anhatte. Kalt war mir trotzdem und mit diesem miesen kalten Gefühl bin ich dann auch ins Bett. (Anmerkung: das hat teilweise auch etwas mit meiner Schmerzerkrankung zu tun).

    Jetzt heute kam ich nicht so toll aus dem Bett. Irgendwie bin ich zu spät eingeschlafen und hatte etwas Stress mit meiner Schmerzerkrankung. Nehme deswegen auch zwei weitere Medikamente die sicher auch ihren Einfluss haben aber darüber nachzudenken wie was interagiert, das führt nirgendwo hin. Auf jeden Fall verschwand dann in der Nacht diese elendige Kälte und als der Wecker klingelte nahm ich fix mein Amfetamin, weniger als gestern weil ich die Vermutung habe, dass dieses frierern mit einer höheren Dosis wahrscheinlicher auftritt.

    Nun, aus dem Bett kam ich dann gar nicht so richtig. Musste heute aber auch nicht zur Uni, erst um 13 Uhr habe ich eine Veranstaltung wo ich anwesend sein sollte. Also konnte ich rumlungern, schlief trotz Amfetamin sogar nochmal ein und dann klingelte der Wecker ständig, Wecker aus, 5 Minuten später wieder Wecker bis ich dann nochmal ein wenig Amfetamin nahm um endlich in die Gänge zu kommen und dazu anfing etwas zu essen ... und schwups kam die Wirkung.

    Jetzt fiel mir wieder ein: zumindest beim Methylphenidat kann die Wirkung bei einem niedrigen Blutzuckerspiegel gar nicht richtig eintreten und oft kann die Wirkung nach abflauen durch Essen von kurzkettigen Kohlenhydraten nochmal angeschoben werden.

    Beim Amfetamin ist das nicht so eindeutig beschrieben. Da geht es mehr um die Verlängerung/Verkürzung der Wirkung durch Nahrungsmittel. Es macht aber schon auch hier Sinn, dass bei niedrigem Blutzucker das Gehirn so erstmal seine Leistung/Reaktion auf die Einnahme von Amfetamin verweigert. Wenn der Körper dann aber registriert das Ressourcen vorhanden sind (hier jetzt in Form von Nahrung) ist er wohl auch eher bereit seinen Motor anzuschmeißen. "Oh, Energie ist jetzt da, dann kann ich ja jetzt Leistung bringen"

    Man muss ja auch noch bedenken, dass man über die Nacht in der Regel nichts gegessen hat und der Körper in so einem Ruhemodus unterwegs war. Es ist halt nur schwer gleich am Morgen, wenn man noch total müde ist gleich was zu essen und Amfetamin zu nehmen. Finde ja das Amfetamin nehmen schon total ätzend.

    So oder so, heute habe ich nun total warme Füße und meine Beine fühlen sich angenehm an, bin auch deutlicher klarer im Kopf und der Baustellenlärm vor meiner Wohnung stresst mich gar nicht, Geräuschempfindlichkeit ist deutlich reduziert. Gestern war das ganz anders. Nur wirkt Amfetamin nicht jeden Tag so wie heute.

    Warum, weshalb, wieso? Es sind einfach viel zu viele Faktoren die da mit reinspielen als das es möglich wäre das komplett aufzuschlüssen und zu verstehen.

    Deswegen: mehr machen, weniger denken.

    Eigentlich ist dieser Post hier wieder genau so etwas was ich nicht hätte tun sollen. Er klaut mir Zeit. Hätte was für die Uni tun können, mich ordentlich anziehen, mich rasieren etc.

    Jetzt komme ich durch diesen Post etwas in Zeitnot und habe auch noch nicht fertig gegessen. Mir war es aber wichtig das nochmal zu verdeutlichen und heraus zu arbeiten, wie unterschiedlich die Wirkung sein kann.

  7. #7
    Neues Forum-Mitglied

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: Ärztliche Verdachtsdiagnose auf ADHS /ADS
    Forum-Beiträge: 104

    AW: Umstellung von D/L Amphetaminsaft auf Dexamphetamin oder Job aufgeben?

    ok, danke, ich hab nochn bissel nachgelesen und auf ne erklärung gestoßen wieso es auf so unterschiedlich wirkt.
    Ich hab mir mal durchgelesen was Seronin, Dopamin und Noradrenalin ect. im Körper bewirkt und was ein Mangel oder
    Erhöhung bewirkt.

    Wenn ich mir lese was dauerhaft erhöhtes Noradrenalin auslöst, sprich Nebennierenschwäche, würde das 1:1 aktuell passen.
    Ich fühl mich auf der einen Seite besser mit dem Amphetaminsaft (kostet übrigends 25€ im Monat), aber sobald der geringste Stress
    (und den mach ich mir aktuell leider selbst) dazu kommt, verschlimmert es eher als zu helfen.

    Ich glaub mein Noradrenalin Level, ist auch ohne Medis dauerhaft zu hoch, das merke ich immer beim Autofahren (purer Horror für mich, genauso wie Achterbahn).
    Ich habe für mich auch noch kein Ventil gefunden, das dauerhaft hilft. Bei meinem Vater wars Leute schickanieren und rumzubrüllen. Aber das würd ich machen,
    auch wenn es helfen würde...

    Dauerhaft Sport hab ich über 3 Jahre gemacht, half auch nichts. Ich ess auch genug (nehme zu, das ist das einzigste was gegen ne Nierennebenschwäche spricht)
    und ernähre mich nicht nur von TK Pizza.

    Naja, nochmal Werte lassen machen, die haben dummerweise bisher immer gestimmt....

  8. #8
    Nyx


    Neues Forum-Mitglied

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose seit Kindheit
    Alter: 32
    Forum-Beiträge: 231

    AW: Umstellung von D/L Amphetaminsaft auf Dexamphetamin oder Job aufgeben?

    Du könntest eine begleitendende Psychotherapie machen die dir hilft mit Stressoren in deinem Leben besser umzugehen? Psychotherapie wirkt zwar nicht akut aber dafür nachhaltig.

  9. #9
    Neues Forum-Mitglied

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: Ärztliche Verdachtsdiagnose auf ADHS /ADS
    Forum-Beiträge: 104

    AW: Umstellung von D/L Amphetaminsaft auf Dexamphetamin oder Job aufgeben?

    Ich bin bei einem Therapeut (spezialisiert auf ADS), der hilft mir persönlich meist mehr als die Medis,
    aber Wunder kann der Mann leider nicht verbringen, wurd bei mir halt viel zu spät erkannt.

    40km radfahren hilft etwas, aber das kann ich nicht täglich machen (kann mir nur 1-2x die Woche eins ausleihen).
    Aktuell versuche ich mich, relativ erfolglos, an Emoflex (ich schaffe es nicht was zu visualisieren) und Qigong, das klappt besser.

    Koffein lass ich seit 2 Monaten komplett sein, rauchen hab ich reduziert und bekomme mit
    der neuen Arbeit eine 9 Stunden Zwangsperre (guten Zeitpunkt zum aufzuhören).

  10. #10
    Muh!

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Alter: 54
    Forum-Beiträge: 6.859

    AW: Umstellung von D/L Amphetaminsaft auf Dexamphetamin oder Job aufgeben?

    eternal-blue schreibt:
    Ich habe ein Jahr MPH genommen, [...] wegen NW, kurz auf Strattera (selbe NW, aber macht Agressiv und wirkt nicht).[...] habe mich dann überreden lassen, D/L Amphetaminsaft auszuprobieren.
    Wenn Du Dich überreden lassen musst und mit anderen Therpieformen besser klar kommst, würde ich generell auf eine Medikation verzichten.

    Es hat weniger NW, kaum Rebound und beim starten keine Hitzewallungen, macht nicht
    annähernd so wach wie MPH (schlafe mit Amphetaminsaft besser ein, als ohne) . Es unterdrückt meinen Hunger nicht (esse leider eher mehr...).
    Du hast doch geschrieben, dass MPH nicht wirkt. Welcher Wirkstoff ist denn nun besser? MPH oder Amphetamin?

    Ich wüßte gerne ob es sein kann, das in 6ml Amphetaminsaft, mal 30% Dexamphetamin und 70% L-Amphetamin sein können bzw. umgekehrt.
    Wäre das einzigeste, womit ich mir die Schwankungen erkären könnte. Wenn die Schwankungen und das mit dem Schwitzen weiter besteht, kann ich mich direkt nach einem anderen Job umsehen.
    Ständig bei 55°C zu arbeiten hält Keiner durch. Bekommst du denn wenigstens Gefahrenzulage? Die Raumtemperatur sollte gem. BAuA A3.5 26°C nicht überschreiten.

    Quelle: http://www.baua.de/de/Themen-von-A-Z...cationFile&v=5

    Sehe ich das richtig: du schwitzt weniger, wenn du kein Amphetamin nimmst?

    zu teuer um mich auf Attentin/Evanse/Dexamphetamintropfen umstellen zu lassen.
    Attentin bezahlt die Krankenkassen

    Quelle: Attentin : Behandlung von ADHS mit Dextroamphetamin

    Selbst wenn die Schwankungen damit weg wären, weiß ich nicht ob ich es im
    Sommer nehmen kann
    Siehe oben: wie stark sind deine ADHS-Beschwerden, wie sehr behindern dich diese Beschwerden im alltäglichen Ablauf und ist der tägliche Ablauf mit Medikament besser?
    Geändert von Steintor ( 4.11.2014 um 11:52 Uhr)

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