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  1. #1
    Forum-Mitglied (nicht vorgestellt)

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 1

    Frage zu gesetzlicher Krankenkasse und ADHS-Medis

    Hi, ich habe eine wichtige Frage, die mir etwas Sorgen bereitet. Und zwar bekomme ich seit 3 Monaten Medikinet Adult gegen ADHS. Ich bin derzeit privat versichert, muss aber am Januar in eine gesetzliche Krankenkasse. Davor habe ich ziemliche Angst, weil ich schon viele Horrorgeschichten gehört habe, dass Patieniten dort nur noch billige Medikamente bekommen und auch zuzahlen müssen.
    Ich habe mich in einer AHDS Ambulanz testen lassen, bin jetzt aber bei einem niedergelassenen Psychiater.
    Kann mir jemand von euch sagen, wie das wirklich ist? Ich habe jetzt Angst, dass ich dann ab Januar am Ende kein Medikinet mehr bekomme.
    Dann wäre das ja total sinnlos gewesen.

    Muss man bei jedem Mittel was man bekommt selbst zuzahlen? Wenn ja wieviel?

    Und müssen GKVs Mittel gegen ADHS zahlen oder können sie sich weigern? Oder sind Ärzte bei gesetzlichen Patienten weniger gewillt ADHS Mittel zu verschreiben, wegen ihrem Budget? Gibt es hier zum Beispiel Leute die in einer GKV sind und Atomoxetin bezahlt bekommen?

    Und was ist denn zum Beispiel bei teuren Medikamenten, für die es keine Generika gibt?
    Zum Beispiel Mittel die ganz neu rauskommen.

    Bekommt man die bezahlt, oder kann man das vergessen?
    Also angenommen es käme ein brandneues Mittel gegen ADHS raus, was sehr teuer ist.
    Müsste eine gesetzliche Kasse das zahlen oder nicht? Oder würde der Arzt sowas nicht verschreiben, wegen dem Budget?

    Und kann mir eventuell jemand etwas sagen wie man eine "geeignete" Krankenkasse für sich findet?
    Zum Beispiel wollen die vorher genau wissen, welche Mittel man regelmäßig einnimmt? Wäre es dann also schlecht für einen, wenn man
    zum Zeitpunkt des Eintritts viele Mittel einnimmt (Bsp: Blutdrucksenker, Cholesterinsenker, Schilddrüsenhormone, Medikinet etc)? Schlagen
    die dann den kompletten Betrag der monatlichen Mittel auf den normalen Monatsbeitrag rauf oder wie funktioniert das? Also angenommen man
    braucht jeden Monat Medis für 200 Euro wieviel von den 200 Euro schlagen die denn dann direkt drauf?

    Und angenommen man ist in einer GKV und braucht dann irgendwann mehr Mittel oder teurere Mittel können die dann jederzeit den Beitrag anpassen?


    Ich hoffe ihr könnt mir etwas weiterhelfen. Das macht mir echt Sorgen.
    Geändert von sayy (26.09.2014 um 02:52 Uhr)

  2. #2
    Ehem. Mitglied

    Gast

    AW: Frage zu gesetzlicher Krankenkasse und ADHS-Medis

    Da du Medikinet Adult bereits erhältst und eine Diagnostik durchlaufen hast, ist das alles kein Problem. Medikinet Adult ist seit April 2011 zur Behandlung von Erwachsenen zugelassen und wird von den gesetzliche Krankenkassen bezahlt.

    Die günstigen Generika sind keinesfalls schlechter als das teure Original. Original Präparate sind anfangs patentgeschützt und deshalb so teuer, irgendwann läuft dieser Schutz aus und andere Pharmafirmen können das Medikament nachbauen. und günstiger anbieten. Diese Medikamente werden dann eben häufig bevorzugt verordnet, um Kosten einzusparen. Für Medikinet Adult gibt es derzeit kein für Erwachsene zugelassenes erstattungsfähiges Generikum.

    Bezüglich der Zuzahlungen. Diese beläuft sich auf zehn Prozent des Arzneimittelpreises, mindestens aber fünf und höchstens zehn Euro. Mit Ausnahme einiger Medikamente welche von der Zuzahlung befreit sind, da sie sie vom Hersteller zu einem Preis angeboten werden, der mindestens 30 Prozent unter dem Festbetrag liegt. Bei den Zuzahlungen gibt es jedoch noch eine jährliche Begrenzung. Diese liegt bei zwei Prozent des Bruttoeinkommens, für chronisch Kranke bei einem Prozent. Bei Überschreitung dieser Grenze ist man für den Rest des Jahres von allen Zuzahlungen befreit (bei z.B. Krankenhausaufenthalten fallen auch Zuzahlungen an.) Mehr dazu steht hier.
    Der Gesetzgeber stellt in jedem Fall sicher, das jeder medizinisch versorgt werden kann.

    Bezüglich Atomoxetin (Strattera), ebenso wie Medikinet kein Problem. Wird sogar von einigen Ärzten bevorzugt verordnet, da einige Ärzte sich etwas vor den BTM Rezepten scheuen.
    Ganz neue patentgeschützte Medikamente werden von den gesetzlichen Krankenkassen bezahlt, es gilt 12 Monate der vom Hersteller festgelegte Listenpreis.
    Es wird allerdings eine Kosten-Nutzen-Bewertung durchgeführt und Preise mit den Pharmafirmen verhandelt. Geht auch manchmal schief wie z.B. vor kurzem mit Galvus®.


    Der Krankenkassenbeitrag ist gesetzlich festlegt, dieser wird nicht erhöht, auch wenn man extreme Kosten verursachen würde. Wäre ja auch unfair, da die GKV Beiträge von den Arbeitgebern bezahlt werden, sofern man nicht freiwillig selbst bei der GKV versichert ist (da gibt es einen Tarif mit Krankengeld und einen vergünstigen ohne). Die Krankenkassen und der Gesetzgeber kümmern sich schon um die Kostendämpfung im Gesundheitswesen, eben durch Arzneimittelrabattverträge, Budgetierung und so weiter. Über die GKV erhält jeder die gleiche medizinische Grundversorgung, unabhängig vom sozialen Status und Einkommen. Das ist ja genau das Ziel der GKV.

    Jede GKV erstattet die gesetzlich festgelegten Leistungen. Da gibt es nicht sonderlich viel Handlungsspielraum für viele Extras. Es gibt halt lediglich Unterschiede im Service und bei den Zuschüssen (Zusatzangeboten) für die professionelle Zahnreinigung, Homöopathie und so weiter.

    Du brauchst dir wirklich keine Sorgen zu machen.
    Geändert von Ehem. Mitglied (26.09.2014 um 16:00 Uhr)

  3. #3
    Muh!

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Alter: 54
    Forum-Beiträge: 6.859

    AW: Frage zu gesetzlicher Krankenkasse und ADHS-Medis

    Den Ausführungen von Kognitiv möchte ich zwei Ergänzungen hinzufügen. Neben Medikinet Adult wird seit Juli dieses Jahres auch Ritalin Adult, das mit Ritalin LA identisch ist, von der Krankenkasse übernommen. Sofern Methylphenidat und Atomoxetin nicht geeignet sind, aus welchen Gründen auch immer, würde die Krankenkasse auch Attenin übernehmen. Attenin ist ein Amphetamin-Präparat.

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