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Diskutiere im Thema Selbsthass und Medikamenten-Treue im Forum ADHS Erwachsene Medikamente
bei ADHS bei Erwachsenen Forum
Fragen, Antworten und Hilfe rund um ADS / ADHS - Medikamente, wie Ritalin, Concerta, Medikinet, Equasym und Strattera, sowie Medikamente bei Komorbiditäten, wie Antidepressiva, Neuroleptika, Benzodiazepine, andere Psychopharmaka und sonstige Medikamente
  1. #1
    Neues Forum-Mitglied

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 303

    Selbsthass und Medikamenten-Treue

    Hi zusammen,

    bitte entschuldigt den seltsammen Thread-Titel aber mir fiel nicht s besseres ein...

    Kennt ihr dieses Phänomen?

    "Ich kriege nichts auf die Reihe; die Medikamente helfen nicht so wie ichs gern hätte
    also lasse ich sie komplett weg, weil ichs eh nicht verdient habe!?!"

    Ich weis das klingt alles ein wenig seltsamm aber ich habe öfters solche Phasen...
    Ab und zu habe ich das Gefühl, dass mir die Medikamente nicht helfen wie sie sollen, ic hdann denke es liegt an meiner
    Persönlichkeit und dann lasse ich sie für ein - zwei Wochen komplett weg und alles wird nur noch schlimmer...

    Nun meine Frage an euch:
    Kennt jemand dieses Verhalten? Woran liegt das?
    Was tut ihr gegen solche Gedankengänge?


    Bitte entschuldigt meinen difusen Text, aber stecke zur Zeit wieder in so ner Phase und
    nehme deshalb mein Medikinet Adult nicht....

    LG
    Chokmah
    Geändert von Chokmah (14.07.2014 um 18:04 Uhr)

  2. #2
    Neues Forum-Mitglied

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 303

    AW: Selbsthass und Medikamenten-Treue

    Nochmal ich....

    Nach dem ich mir den Text durchgelesen hatte und mir eine mentale Ohrfeige dafür gegeben habe,
    habe ich es nun geschafft wieder eine Medikinet Adult zu nehmen...

    Würde mich trotzdem freuen wenn sich hier jemand melden würde der ähnliches Verhalten kennt

    LG
    Chokmah

  3. #3
    Forum-Mitglied (nicht vorgestellt)

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: Interessiert/Eigenverdacht auf ADHS / ADS
    Alter: 48
    Forum-Beiträge: 47

    AW: Selbsthass und Medikamenten-Treue

    Chokmah schreibt:
    Nochmal ich....
    Nach dem ich mir den Text durchgelesen hatte und mir eine mentale Ohrfeige dafür gegeben habe,
    habe ich es nun geschafft wieder eine Medikinet Adult zu nehmen...
    Würde mich trotzdem freuen wenn sich hier jemand melden würde der ähnliches Verhalten kennt
    LG
    Chokmah

    Hallo lieber Chokmah

    Ich beschäftige mich erst relativ kurz mit dem Thema ADHS und warte gerade auf den Termin zur Diagnose. Von daher kenne ich mich mit Medikamenten ADHS betreffend nicht aus.
    Aber womit ich mich sehr gut auskenne, ist diese Situation, die Du beschreibst....daß man mit dem Ergebnis von etwas, was einem richtig gut tun sollte nicht zurfrieden ist und es dann ganz wegläßt obwohl es einem dann noch viel schlimmer geht. Und vor allem das Gefühl des Selbsthasses kenne ich nur zu gut. Obwohl man weiß, daß man in der jeweiligen Situation eben einfach nicht anders damit umgehen kann und Selbsthass da sehr unproduktiv ist und einen noch mehr von dem wegbringt, was man eigentlich möchte, kann man in dem Moment einfach nicht anders.

    Ich weiß nicht, was Du für ein Typ Mensch bist und wie es bei Dir mit Agressionen ausschaut. Bei mir verhält sich das so, daß ich große Probleme mit Agression habe....zum einen wenn mir Agressivität entgegen gebracht wird und zum anderen unterdrücke ich wohl viel eigene Agressivität. Ein Psychologe erklärte mir mal, daß es daran liegen würde, weil mir die unkontollierte Wut meines Vaters in meiner Kindheit so große Angst machte und ich unbewußt Angst hätte genauso zu sein, wie mein vater, wenn ich meine agressiven Gefühle zulassen würde und mich auch immer in diese kleinkindliche zeit zurückversetzt fühle, wenn mich jemand anschreit oder so. Dann wird sofort ein unsichtbarer Knopf gedrückt und ich fühle mich genauso hilflos und gelähmt, wie damals als kleines Mädchen.

    Und dadurch kommt es bei mir dazu, daß ich anderen gar keine Agression entgegenbringe, auch ganz selten nur in Gedanken mal, meistens eher noch Verständnis für andere und ihr verhalten aufbringe und weil die Agression aber irgendwo hin muß, richte ich sie dann gegen mich selbst, fange an mich in Gedanken nieder zu machen, bis hin zum Selbsthass.

    Ich für mich würde gerne mit jemandem meine alten *Verletzungen* und Blockaden aufarbeiten und auflösen und bin auch fest davon überzeugt, daß dies geht und daß damit auch einige Dinge und Verhaltensweisen in der heutigen Zeit sich klären würden.

    Weiß nicht, ob Du damit jetzt etwas anfangen kannst?

    Liebe Grüße Shazia

  4. #4
    mit Nebenwirkung

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Alter: 48
    Forum-Beiträge: 4.672

    AW: Selbsthass und Medikamenten-Treue

    Hallo Chokmah,

    ich habe quasi meinen Nickname solch einer "Denkweise" zu verdanken.... das war der blanke Sarkasmus.


    Also nicht, dass ich die Medikamente dann wegließ, aber ich hab mich dafür gehasst, sie überhaupt zu brauchen. Wie ich damit umgehe kann ich jetzt so einfach nicht beantworten... Das war ein therapeutischer Marathon, mich mit der ADHS (nebst Angststörung und später auch noch einer fetten Depri) zu akzeptieren.... Von daher ist ein kurzer Tipp zum Umgang schwierig.

    Du solltest versuchen deinen Blick auf Dich und das Medikament zu verändern.... In der akuten Situation : "Ich lass das jetzt weg" , könnte vllt eine Art Skill helfen, Dich aus dieser emotionalen Anspannung rauszuholen......
    Weißt Du was Skills sind? (das ist eine Frage und hoffentlich nicht beleidigend.... nicht jeder hat sich zwangsläufig damit auseinander zu setzen)


    Wichtig fände ich, dass Du dahin kommst, das Medikament nicht (öfter?) abzusetzen. Das verursacht ja neue Probleme... bzw alte, die dann noch drastischer wahrgenommen werden könnten.



    LG
    happy

    - - - - - - - - - - Beiträge zusammengeführt (< 3 Minuten Zeitunterschied) - - - - - - - - - -

    PS Dein Beitrag ist überhaupt kein Grund Dich dafür mental zu Ohrfeigen!!! Aussprechen ist richtig ... und manchmal sogar richtig mutig

  5. #5
    Forum-Mitglied (nicht vorgestellt)

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose seit Kindheit
    Alter: 27
    Forum-Beiträge: 45

    AW: Selbsthass und Medikamenten-Treue

    Hallo Cokmah,
    darf ich fragen seit wann du in Behandlung bist bzw. seit wann nimmst du denn schon das Medikinet Adult?

  6. #6
    Chaoten-Weib

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Alter: 53
    Forum-Beiträge: 2.544

    AW: Selbsthass und Medikamenten-Treue

    Lieber Chokmar,

    bitte hasse dich nicht selbst dafür....und schon mal gar nicht dafür, dass du diesen Thread aufgemacht hast.

    Im Gegenteil...ich finde es absolut klasse, dass du so offen hier sprichst über dich. Auch wenn es ja anonym ist....viele hier, u.a. ja auch ich, kennen dich hier aus dem Forum schon etwas länger und so anonym kommt mir das manchmal gar nicht vor. Und auch besonders du gehörst zu den wenigen hier, die mir - bitte verzeih und ich will dir echt keinen Honig um den Mund schmieren - echt schon sehr oft an die Nieren gegangen ist.

    Du schreibst so vieles, was ich so gut nachvollziehen kann.

    Ich weiss nicht mehr, welche Medis du schon alle ausprobiert hast. Dafür war ich jetzt zu lange off-line. Ich weiss nur, dass mir das Medikinet adult auch nicht gut getan hat.
    Und nicht nur, weil ich durch die chron. Gastritis dieses MPH nicht vertragen habe. Nein, es war irgend etwas anderes, was mich gestört hat. Nur ich kann es nicht beim Namen nennen. Ich weiss, das hört sich irgendwie bescheuert an.

    Mit dem unretadierten MPH ging es dann deutlich besser, ABER es wurde mir selbst zu ernst mein Leben. Alles wurde von mir haarklein unter die Lupe genommen. Ich sah nur noch meine vergangenen Fehler und Schwächen. An mir zog nur die Vergangenheit vorbei, die alles andere als gut war. Und das hatte ich nun glasklar vor den Augen. Trotz Verhaltenstherapie ist es mir nicht mehr gelungen, mich selbst zu lieben und zu mir und meiner Vergangenheit zu stehen. Es wurde von Monat zu Monat schlimmer.

    Und dann habe ich zu Attentin gewechselt. Und ich habe folgendes erlebt:

    - mein Selbsthass ging sehr stark zurück....und sogar vom ersten Tag der Einnahme (hab es noch nicht ganz geschafft, aber sehr wichtig ist es, nicht nur das Schlimme aus der Vergangenheit vor Augen zu haben)

    - ich bin wieder mehr ich selbst, ich kann wieder herzhafter lachen. Ich schaue mehr in die Zukunft, nicht mehr nur noch in die schlimme Vergangenheit.

    - Nachteile: das Attentin fördert nicht gerade meine Konzentration....ich bin wieder deutlich vergesslicher und schusseliger geworden...ABER ich leide nicht mehr so darunter wie vorher. Das bin eben ich. Ich muss keinem anderen Menschen etwas beweisen oder mich so sehr an die Gesellschaft anpassen, dass ich nicht mehr in den Spiegel schauen kann. Ich kam mir vor, als wenn ich mit MPH meine Seele verkauft hätte. Das Gefühl hab ich mit Attentin nicht. Ich fühle mich wohl damit, trotz der wieder aufkommenden Schusseligkeit, aber viel besser, als das Gefühl, man ist ein Versager hoch drei, weil man alles sieht, was im Leben schief lief und nichts mehr anderes.

    - Und natürlich ist das Attentin sehr sehr teuer. Ich nehme 5-7,5-0 (manchmal als dritte Dosis 2,5 mg, aber selten).

    Und bitte bitte nimm deine Medis regelmässig. Natürlich nur, wenn du meinst, dass sie dir gut tun. Ich habe 3 Monate Medikinet adult ausprobiert, dann etwas über 1 Jahr das unretadierte MPH. Ich habe es kontinuierlich genommen und jeden Tag. Habe viele Dosierungen ausprobiert und immer die Erfahrung gemacht, dass bei MPH Weniger Mehr ist.

    Ich wünsche dir alles erdenkliche Gute.

    lg Heike

    PS: du hast doch auch Diabetes Typ I wenn ich mich recht erinnere oder? Wenn ich da richtig liege lass uns bitte per PN nochmal ein paar Infos austauschen.

  7. #7
    Neues Forum-Mitglied

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 303

    AW: Selbsthass und Medikamenten-Treue

    Hi zusammen,

    vielen lieben dank für euer Feedback!

    Ich versuche mal in Reihenfolge auf alles einzugehen.

    @ Shazia
    Ich bin auch eher der Mensch der eigenen Agressionen unterdrückt. Woran das bei mir liegt kann nicht wirklich sagen.
    Denke diese Eigenschaft habe ich von meiner Mutter übernommen, die eine klassische Opfer Persönlichkeit hat und
    meiner Meinung nach unter ihrem unbehandelten stark ausgeprägten ADHS leidet.
    Ich für meinen Teil muss sagen, dass es mit dem Unterdrücken von Aggressionen bei mir seit der Einnahme vom Medikinet
    Adult besser geworden ist.
    Vor der Einnahme habe ich immer nur meine Aggressionen geschluckt, bis sie dann einmal im Quartal unkontrolliert rausgeplatzt sind.
    Mittlerweile kann ich sie recht dossiert an meine Umwelt abgegeben. So fühl ich mich besser und meine Umwelt auch

    @happypill
    Ja was Skills sind weis ich; habe einen ziemlich bekloppten Bekanntenkreis früher gehabt.
    Ich habe gestern beschlossen, dass meine Freundin die Medis ausgeben soll. Mit meinen
    Finanzen läufts auch wesentlich besser seit dem sie die Kontokarte verwaltet ^^
    Also hoffe ich dass es bei den Medis ähnlich sein wird.

    Das mit der Akzeptanz ist immer so eine Sache...
    Zu 90% Prozent schaffe ich es mittlerweile mich mit meinen ganzen Defiziten und Stärken
    anzunehmen, es sind eigentlich nur die 10% die mir Kummer bereiten.
    Weil wenn ich ne richtig doofe Phase habe dann reichen auch die 10% um 90% von dem zu zerstören,
    was ich mir aufgebaut habe (Selbstwert, Akzeptanz, etc).

    Bei mir war das nun das 4. Mal in 15 Monaten, dass ich gemeint habe meine Medis für länger als ne Woche nicht
    nehmen zu müssen.
    Besonders delikat wird die Sache in meinem Fall dadurch, dass ich neben dem Medikinet Adult 20-20-0,
    auch noch Venlafaxin (unretadiert) 37,5-0-0 nehmen sollte. Auch wenn das nur eine vergleichsweise niedrige Dosis
    ist, bin ich absolut darauf angewiesen diese einzunehmen.

    Wenn ich wirklich in mich gehe, weis ich eigentlich wie dieses Problem zu Stande kommt...
    Ich nehme immer meine Medis nach Schema ein, bis ich das Gefühl habe es geht mir gut. Dann bin ich der Meinung
    ich kann das Venlafaxin weglassen. Dies geht dann ca. 2 Wochen gut, bis sich unbemerkt die Depression schleichend
    manifestiert. Da sich die Depris aber nur sehr langsam einschleichen, bekomme ich das nicht wirklich mit.
    Irgendwann bin ich dann wieder so neben der Spur (ohne es zu merken), dass wieder diese Selbsthass-Geschichte an-
    fängt...
    Dies führt dann in der Regel dazu, dass ich auch noch das Medikinet Adult absetzte und ein paar Tage später gar nichts
    mehr auf die Reihe bekomme und die Ungerechtigkeit der bösen Welt anpranger...

    Dies geht dann immer ein paar Tage, bis ich an nem gewissen Tiefpunkt angekommen bin. Gestern war so ein Tiefpunkt...
    Ist dieser erreicht trete ich mir i.d.R. in den Hintern und fange wieder von vorne an.....

    @Vivimed
    Ich werde seit 15 Monaten mit Medikinet Adult behandelt. Therapeutische Hilfe ist leider bisher noch nicht in Sicht...

    @Heike
    Hey das freut mich, dass du nun endlich ein Medikament gefunden hast was dir gut hilft.
    Ich denke auch öfters über einen Wechsel nach, müsste aber dafür mal wieder meinen Hintern hoch bekommen und zu ADHS-Ambulanz gehen.
    Werde ich denk auch machen, nachdem ich dann endlich die Prüfung hinter mir habe.
    Mit dem Medikinet Adult habe ich mittlerweile ein richtig fieses Problem. Wie du weist bin ich Typ I Diabetiker.

    Ich habe zur Zeit das Problem, dass ich im Rebound unkontrollierbare Fress-Attacken habe. Mittags geht es noch, weil ich da ja dann meine
    2. Dosis Medikinet Adult nehme. Richtig fies wird es dann gegen Abend, wenn ich in den richtigen Rebound kommen. Dann überkommt mich
    sehr oft unbändiger Apettit und ich fange an unkontroliert zu essen. Oft ist mir danach so schlecht, dass ich nicht mal mehr Lust habe die BEs
    zu berechnen. -.-
    Entweder ich Spritze dann nur einen ungefähren Wert oder sogar gar kein Insulin. Das führt dann dazu, dass ich sehr oft mit einem Zucker jenseits von
    400 den Tag beginne

    Alles nicht so einfach bei mir zur Zeit -.-

    Wie ist es eigentlich beim Attentin wenn da die Wirkung Abends nachlässt? Hat man da auch solche Fress-Attacken wie beim Nachlassen vom
    Medikinet Adult?

    So das wars fürs erste von mir. Hab noch nicht mal ein Kaffe getrunken heute ^^

    LG
    Chokmah

  8. #8
    Chaoten-Weib

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Alter: 53
    Forum-Beiträge: 2.544

    AW: Selbsthass und Medikamenten-Treue

    Chokmah schreibt:
    Ich habe zur Zeit das Problem, dass ich im Rebound unkontrollierbare Fress-Attacken habe. Mittags geht es noch, weil ich da ja dann meine
    2. Dosis Medikinet Adult nehme. Richtig fies wird es dann gegen Abend, wenn ich in den richtigen Rebound kommen. Dann überkommt mich
    sehr oft unbändiger Apettit und ich fange an unkontroliert zu essen. Oft ist mir danach so schlecht, dass ich nicht mal mehr Lust habe die BEs
    zu berechnen. -.-
    Entweder ich Spritze dann nur einen ungefähren Wert oder sogar gar kein Insulin. Das führt dann dazu, dass ich sehr oft mit einem Zucker jenseits von
    400 den Tag beginne

    Alles nicht so einfach bei mir zur Zeit -.-

    Wie ist es eigentlich beim Attentin wenn da die Wirkung Abends nachlässt? Hat man da auch solche Fress-Attacken wie beim Nachlassen vom
    Medikinet Adult?

    Chokmah

    Lieber Chokmah,

    oh weia das kenne ich nur allzu gut. Das ist ein bekanntes Phänomen und ist auch so bei Nicht-Diabetikern. Bei uns ist es dann nur noch mal so schlimm, weil wir aufgrund der hohen Blutzuckerwerte dann noch zusätzlich ein schlechtes Wohlergehen haben....als wenn der Rebound nicht schon schlimm genug ist.

    Ich konnte das von Anfang an mit dem Elontril 300 abdecken. Den Rebound habe ich dadurch noch nie so stark gespürt wie es andere hier beschreiben. Anfangs zu Beginn der Einnahme von MPH war es vielleicht mal stärker zu spüren, aber das Elontril habe ich etwa 6 Monate vor meiner ADHS-Diagnose bereits genommen. Also schon volle Wirkung. Ohne Elontril habe ich bisher noch keine ADHS-Medis eingenommen. Allerdings, als ich mit dem Medikinet adult angefangen habe, hatte ich auch abends verstärkt Hunger und habe mehr gegessen als ich wollte. Und bei uns insulinpflichtigen Diabetikern spielt uns der auf- und absteigende Blutzuckerspiegel dann noch einen zusätzlichen Streich. Oh ja ich kenne das.

    Ich mache seit Dezember 2013 Low Carb. Damit habe ich keine Heisshungerattacken mehr. Ich esse pro Tag nur noch ca. 4-5 BE und der Rest ist Eiweiss und Fett. Damit habe ich bisher
    7 kg abgenommen - trotz ca. 2.500 - 3.000 Kalorien am Tag - und ich habe meinen HbA1C Wert gut senken können. Brauche nur noch ca. 20 Einheiten Insulin. Vorher waren es 200.

    Mir hilft diese Ernährungsweise sehr. Allerdings messe ich auch an die 8 mal am Tag meinen Blutzucker selbst. Hier ist eine sehr strengmaschige Kontrolle notwendig. Aber vielleicht tauschen wir uns mal hierüber separat aus. Wie gesagt, mir hat es sehr geholfen bisher. Auch meine Stimmungsschwankungen sind deutlich besser geworden seit den besseren Blutzuckerwerten.

    Ach so...mit dem Attentin hab ich noch keine Fressattacke nach dem Nachlassen der Wirkung gehabt. Allerdings bin ich auch an die 12 Stunden am Tag abgedeckt. Auch am Wochenende. Dieses Auf und Ab ist nichts für mich, ich brauche eine konstante Wirkung. Und mit dem Elontril 300 hab ich die noch zusätzlich.

    Schau mal....mit dem Insulin injizieren hilfst du deinem Körper, denn er kann es nicht mehr selber herstellen. Mit dem MPH etc hilfst du deinem Körper ebenso, denn dein Gehirn hat Schwierigkeiten mit den Botenstoffen. Versuch es so zu sehen, dass es im Prinzip ganz natürliche eigene Körperstoffe sind, die du extern zuführen musst. Wenn du das so akzeptieren kannst, dann hast du schon mal einen weiten Schritt getan, auch wenn es natürlich chemisch ist, was du dir da zuführst. Klar, nur ohne Insulin würdest du ganz schnell sterben....

    Alles Liebe und Gute.

    Heike

  9. #9
    Forum-Mitglied (nicht vorgestellt)

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose seit Kindheit
    Alter: 27
    Forum-Beiträge: 45

    AW: Selbsthass und Medikamenten-Treue

    Hallo Chokmah,
    danke für die Info jetzt kann ich besser meine Meinung/Erfahrung mitteilen =)

    Ich hatte in der Anfangszeit (die ersten 2-3 Jahre) auch immer wieder ziemliche Tiefs (einmal wars dann ne Depression), hab eigenmächtig an der Dosierung rumgeschraubt, an allem gezweifelt, alles in Frage gestellt naja wie das halt so ist.
    Habe dann auch das Medikinet (damals gab es nur das ohne Adult) von heute auf morgen abgesetzt weil ich es ja besser wusste und die Tabletten einfach nicht nehmen wollte.
    Wiedergefunden habe ich mich nach einer Weile in einem tiefen tiefen Loch.....

    Meine damalige Therapeutin hat dann während der Zeit mal etwas gesagt, dass hängen geblieben ist sinngemäß "Diabetes Patienten können ja auch nicht einfach ihre Medikamente absetzen. Manches muss man einfach akzeptieren und schämen muss man sich für eine Krankheit sowieso nicht"

    Bei mir ist es nach wie vor so, dass ich mich weigere "viel" Medikinet (mit der Weile ist es ja adult) zu nehmen sprich meist nur morgens und mittags 10 mg.
    Sie meint, dass ist eigenlich zu wenig...
    Aber die nehm ich dann auch wirklich und wenn ich weiß es wird stressig oder mir alles über den Kopf wächst dann schraub ich die Dosierung bisschen nach oben und hoffe, dass der nächste Tag besser wird...

    Ich weiß jetzt nicht ob das irgendwie hilfreich ist, mir schwirrt wegem heutigen Tag mächtig der Kopf -.-
    Falls nicht dann einfach schnell wieder vergessen =D

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