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  1. #1
    Forum-Mitglied (nicht vorgestellt)

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 122

    Extreme Reizoffenheit mit Medikamenten

    Hallo,

    nach einer echt schwierigen Einstellphase mit etlichen Rückschlägen und Unsicherheiten, bin ich nun bei "meiner" Dosis Mph angekommen und im großen und ganzen auch zufrieden mit der Wirkung. Was mich allerdings erstaunt, ist, dass ich mich nun als ganz extrem reizoffen erlebe- viel stärker als früher.

    Vor allem Geräusche kann ich gar nicht mehr ausblenden. Heute war ich im Einkaufscenter und es war ganz schlimm. Als wäre die Welt um mich herum ein diffuser Jungle aus Sinneseindrücken, die alle auf verschiedenen Ebenen um mich herum existieren und sich überlagern, wobei ich sie gleichzeitig wahrnehmen muss. Ich habe mich darin total verloren und schutzlos gefühlt...

    Sollte das mit Mph nicht eigentlich besser werden?!

    LG

  2. #2
    durch und durch

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose seit Kindheit
    Alter: 31
    Forum-Beiträge: 412

    AW: Extreme Reizoffenheit mit Medikamenten

    Ist bei mir auch selten mal so. An was das liegt kann ich nicht sagen...

  3. #3
    OMMM-Beauftragte

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Alter: 47
    Forum-Beiträge: 5.742

    AW: Extreme Reizoffenheit mit Medikamenten

    Hallo Entropie,

    ähnliches habe ich auch erlebt - wenn ich jetzt
    zurückschaue stelle ich folgende Veränderungen
    fest:

    zunächst habe ich die verschiedenen Geräusche,
    die sonst als verquierlter Brei reinkamen,
    zunächst "sauberer/klarer voneinander getrennt" wahrgenommen,
    aber halt immer noch zu viel und ohne Priorität.

    Jetzt kann ich besser erkennen, welches die
    besonders störenden Geräusche sind und
    kann besser versuchen, damit umzugehen,
    beispielsweise einen Gesprächspartner bitten,
    störende Geräusche abzuschalten oder
    mit mir einen Raum zu verlassen, um ein Gespräch
    ungestörter führen zu können.

    Vielleicht ist das ähnlich wie bei Gehörlosen oder
    Hörbehinderten die mit einer Hörhilfe auch erst
    lernen müssen, müssen der neuen Art der
    Wahrnehmung umzugehen


    LG, habit

  4. #4
    Forum-Mitglied (nicht vorgestellt)

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 122

    AW: Extreme Reizoffenheit mit Medikamenten

    Danke für eure Antworten! Ist ja ne spannende Sache, dass das tatsächlich auch ein Effekt der Medikation sein kann. Ist das aber nicht eigentlich auch ein bisschen widersprüchlich bzgl. des unterstellten Effektes des Mittels auf ADHS-spezifische Probleme?

    Der Vergleich mit den Gehörlosen klingt recht plausibel- vielleicht kommt gerade bei lange unbehandelten Erwachsenen eine quasi erworbene Reizsortierschwäche zur Filterschwäche hinzu?^^
    Andererseits kann ich mir momentan absolut nicht vorstellen, hier jemals willentlich für eine Selektion der Außenreize sorgen zu können. Habt ihr das speziell trainiert?

    Für mich stellt sich die Frage, ob ich vor solchen Situationen dann lieber kein Mph nehme. Werde es vermutlich einfach mal testen, das ist schließlich der Vorteil der kurzen Wirkdauer. Ausweichen kann man akustischen Reizen leider oft nur bedingt und Ohropax verwende ich schon seit Jahren wann immer es die Situation zulässt und ich mich wirklich konzentrieren muss- leider drücken die Dinger nach einer Weile schrecklich. Irgendwann lasse ich mir mal individuell angefertigte Ohrstöpsel bei Hörakuster machen- die gibt es, kosten allerdings 130.-.

    LG, Ennie

  5. #5
    OMMM-Beauftragte

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Alter: 47
    Forum-Beiträge: 5.742

    AW: Extreme Reizoffenheit mit Medikamenten

    Entropie schreibt:
    [...] Ist das aber nicht eigentlich auch ein bisschen widersprüchlich bzgl. des unterstellten Effektes des Mittels auf ADHS-spezifische Probleme?
    hm, die Symptomatik ist ja bei jedem so sehr unterschiedlich ausgeprägt,
    ich glaube, genaus so unterschiedlich werden die unterschiedlichen
    Symptome beeinflusst.
    Entropie schreibt:
    hier jemals willentlich für eine Selektion der Außenreize sorgen zu können. Habt ihr das speziell trainiert?
    Im "Normal"-Fall funktioniert die Filterung ja auch
    nicht bewusst sondern unbewusst - das Hirn lernt
    von kleinauf, Geräusche zu bewerten und lernen
    dauert halt ... das können die Medis leider auch
    nicht beschleunigen.

    Wobei mir die Medis beim Umgang mit
    der Geräuschfilterung auf jeden Fall direkt
    helfen ist der Umgang mit dem emotionalen
    Stress - ich bin nicht so schnell angefressen,
    habe mehr Zeit zu reagieren und strategisch
    mit den Situationen umzugehen.

    Und eine weitere Hypothese von mir:
    Ich stelle fest, dass sich meine Gedächtnisleistungen
    verbessern - was ich erst in der letzten Woche
    als Monster-AHA-Erlebnis hatte: ich konnte
    mir zwei Namen inc Vor- und Nachname
    auf anhieb merken

    Nun kann ich nicht sagen, ob ich die
    wg zunehmend besserer Filterung direkt
    besser verstanden habe, oder ob mir
    das bessere Merken hilft, die Kraft
    zum Ausfiltern nicht so ausreizen
    zu müssen ...

    Entropie schreibt:
    Für mich stellt sich die Frage, ob ich vor solchen Situationen dann lieber kein Mph nehme.
    Hm, das musst du natürlich in erster Linie mit deinem Arzt besprechen!
    Gerade weil du beschreibst, dass die Einstellungsphase schon so
    schwierig war, würde ich persönlich bei mir dann nicht mit der
    Dosierung der Medikation anfangen wollen, da hätte ich zu
    viel Bedenken, das, was funktioniert, dann auch wieder
    durcheinander zu bringen ...

    Ich würde dann lieber auf die Zeit setzen,
    beziehungsweise ist das jetzt meine
    Strategie der letzten 3 Jahre.

    Ich würde dann auch eher versuchen, zusätzliche
    mechanische Hilfen oder so einzusetzen.

    Öffentliche Verkehrsmittel nutze ich z.B.
    nach Möglichkeit nur mit meinem mp3-Player

    Wenn es am Arbeitsplatz ein Problem ist,
    vielleicht kannst du da gemeinsam mit
    deinem Arbeitgeber eine Lösung finden?
    Man muss ja nicht ADHS als Grund nennen,
    vielleicht kann man es Hörfilterproblem
    bezeichnen, was es ja teils auch tatsächlich
    ist ...

    Drücke dir die Daumen, dass du mit
    der Zeit in diesem Bereich auch Besserung
    erfahren kannst!

    LG, habit

  6. #6
    Forum-Mitglied (nicht vorgestellt)

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 122

    AW: Extreme Reizoffenheit mit Medikamenten

    Das mit dem emotionalen Stress kann ich zu 100% bestätigen! Letztlich war mein Durchbruch in der Dosisfindung übrigens genau dadurch bedingt, dass ich lediglich diesen Aspekt zum Gradmesser für die Dosis und die Wirksamkeit gemacht habe. Leistungsfähigkeit und Konzentrationsvermögen sind bei mir punktuell zu wenig beeinträchtigt, da ich vermutlich eine ganze Weile lang recht gut kompensieren kann, und haben sich als ungeeignet für eine Rückmeldung erwiesen.

    Die richtige Dosis macht mich daher im Wesentlichen belastbarer, geduldiger und an Abenden und Wochenenden weniger erschöpft. Mein Leben verläuft damit in allen Bereichen mehr im Mittelfeld als zwischen verschiedenen extremen Zuständen. Darin, dass man in erster Linie bei all dem auf Zeit setzen muss, stimme ich dir absolut zu!

    Was die Absprachen mit dem Arzt angeht, wollte ich nicht missverständlich wirken und den Eindruck erwecken, ich würde wild herumexperimentieren, aber bei mir ist das so abgesprochen, dass ich eben innerhalb eines festgelegten Rahmens selbst herausfinden soll, was mir wann gut tut und das funktioniert auch sehr gut.

    Ich nehme übrigens 5mg unretardiertes Mph als Einzelosis und das bis zu viermal am Tag- je nach Situation. Dazu nach wie vor 150mg Elontril am Morgen.
    (War ja die Bitte, dass man hier nicht nur Dosis und Wirkstoff, sondern auch die anderen Eckdaten der Medikation nennen soll).

    LG, Ennie
    Geändert von Entropie ( 6.07.2014 um 12:27 Uhr)

  7. #7
    bil


    Forum-Mitglied (nicht vorgestellt)

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Alter: 31
    Forum-Beiträge: 16

    AW: Extreme Reizoffenheit mit Medikamenten

    hallo Entropie,

    in meiner Einstellungsphase war es bei mir auch komisch. Ich habe schon immer mit Reizfilterschwäche extrem zu kämpfen gehabt. Durch die Medis ist es viel besser geworden. Im Rebound kommt eine Phase, bei der es nachlässt. Erst ist das sehr angenehm, eine Art bewusstseinserweiterung, bovor es dann wieder lässtig wird. Dann wird auch für mich der Gang ins Einkaufscenter wieder seehr anstrengend..

    Auch unter der Wirkung kam es anfangs zu dem was du beschrieben hast; ist aber nach 2-3 Woochen verflogen.

    LGbil

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