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Diskutiere im Thema Veränderungen auf lange Sicht durch MPH im Forum ADHS Erwachsene Medikamente
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  1. #1
    Kennt sich hier aus

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 828

    Veränderungen auf lange Sicht durch MPH

    Dies ist ein Thread, der auf ein Off-Topic-Thema des Threads "Film: Keine Zeit für Träume. ARD 12.03.14, 20:15h" eingehen will. https://adhs-chaoten.net/ads-adhs-pr...tml#post480366
    Und zwar scheinen manche Effekte der Behandlung mit MPH erst hervorzukommen, wenn man das Zeug für längere Zeit genommen hat: Veränderungen in der Verhaltensweise, im Selbstverständnis, in Gewohnheiten (guten wie schlechten), im sozialen Umfeld, in der Arbeitsweise, den Lebenszielen und Vorstellungen von ihnen, der Betrachtung der Vergangenheit und sogar körperliche Veränderungen oder Persönlichkeitsveränderungen usw. usf.....

    Wie hat MPH euer Leben verändert bzw. ihr mit Hilfe des MPH?

  2. #2
    Forum-Mitglied (nicht vorgestellt)

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: Interessiert/Eigenverdacht auf ADHS / ADS
    Forum-Beiträge: 25

    AW: Veränderungen auf lange Sicht durch MPH

    Ohja Chamaeleon,

    sehr gutes Thema.
    Das würde mich tatsächlich auch sehr interessieren, welche Erfahrungen die ein oder andere Person dahingehend bislang gemacht hat...


  3. #3
    Wohnt hier

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Alter: 39
    Forum-Beiträge: 1.209

    AW: Veränderungen auf lange Sicht durch MPH

    Und zwar scheinen manche Effekte der Behandlung mit MPH erst hervorzukommen, wenn man das Zeug für längere Zeit genommen hat: Veränderungen in der Verhaltensweise, im Selbstverständnis, in Gewohnheiten (guten wie schlechten), im sozialen Umfeld, in der Arbeitsweise, den Lebenszielen und Vorstellungen von ihnen, der Betrachtung der Vergangenheit und sogar körperliche Veränderungen oder Persönlichkeitsveränderungen usw. usf.....
    Ganz unabhängig vom Wirkstoff MPH, ich bekomme einen anderen, sind all die o.g. Veränderungen ja eben keine Effekte des Medikamentes.

    Das Medikament lindert, meiner Meinung nach, ausschließlich die Symptome der ADHS.

    Unter dieser Symptomlinderung habe ich einen viel "klareren Blick" auf meine Umgebung, mich selbst und mein Verhalten. Dieser klare Blick erlaubt mir objektive Analyse und Bewertung.

    Veränderungen im Verhalten, in der Lebensführung, etc. sind Prozesse für die ich dauerhaft auf o.g. "klaren Blick" angewiesen bin. Um den "klaren Blick" aufrechtzuerhalten brauch ich Medizin.

    Ich bin zu dem Schuß gekommen, dass die Medikation immer nur die Basis sein kann, die eigentlich positive Veränderung aber aktiv herbeigeführt werden muss. Ob mit oder ohne Therapeuten.

  4. #4
    Neues Forum-Mitglied

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose seit Kindheit
    Forum-Beiträge: 77

    AW: Veränderungen auf lange Sicht durch MPH

    Eine Veränderung, die nicht durch das Medi kommt, aber dadurch erst möglich wurde, da ich mich jetzt spüre:
    Ich habe ein Selbstwert, ein Gefühl dafür, was ich leiste, was ich kann.
    Das hatte ich bis jetzt noch nie. Ich schwamm und wurstelte mich so durchs Leben.
    Jetzt bin ich sicherer, weiss was ich will. ich bin ich.
    (Werde auch nicht immer von allem von mir abgelenkt..)

    Turbo

  5. #5
    Kennt sich hier aus

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 828

    AW: Veränderungen auf lange Sicht durch MPH

    Nietzsche schreibt:
    Ganz unabhängig vom Wirkstoff MPH, ich bekomme einen anderen, sind all die o.g. Veränderungen ja eben keine Effekte des Medikamentes.
    Doch, nur nicht direkte Effekte.

    Veränderungen im Verhalten, in der Lebensführung, etc. sind Prozesse für die ich dauerhaft auf o.g. "klaren Blick" angewiesen bin. Um den "klaren Blick" aufrechtzuerhalten brauch ich Medizin.
    Seh ich genauso. Ebenso glaube ich, dass der klare Blick auch für mehr Erfolgserlebnisse sorgt und dadurch für ein besseres Gefühl der eigenen Kompetenz und Selbstwirksamkeit. Durch das Gefühl der Selbstwirksamkeit traut man sich endlich mal was und das sorgt dann dafür, dass man tatsächlich kompetenter wird (Übung macht den Meister). Insofern geb ich dir Recht:

    die eigentlich positive Veränderung aber aktiv herbeigeführt werden muss
    "Aktiv" ist hier das Stichwort.

    Ich könnte mir vorstellen, auch nur mit Hilfe von Strategien, die ich durch den Einsatz von Medikamenten erworben konnte, durch´s Leben zu kommen, aber das will ich (jetzt noch) nicht ausprobieren. Immerhin nehm ich MPH auch nur für bestimmte Situationen, in denen normalschnelle und logische Reaktionen von mir erwartet werden oder aber zum lernen, also nur im Bedarfsfall. Aber das reicht mir auch schon, um Strategien zu entwickeln.

    Wenn ich nen konzentrationstechnisch schlechten Tag hab, helfen die meinem Empfinden nach auch gar nicht, da ist dann der Tag halt "gelaufen". Ist das bei euch auch so?

  6. #6
    Ist hier zuhause

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose seit Kindheit
    Forum-Beiträge: 4.257

    AW: Veränderungen auf lange Sicht durch MPH

    Halt mal Mediwirkung und Wirkung der Therapie auseinander ...

    Auf das Konto des Medikaments geht wohl vor allem das verbesserte Körpergefühl, besseres Essverhalten etc.



    ---
    Gesendet von meinem Telefon ... was die heute können ...

  7. #7
    Wohnt hier

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 1.149

    AW: Veränderungen auf lange Sicht durch MPH

    Ich kann auch vor allem von einem besseren Körpergefühl berichten. Zusätzlich bin ich aber auch deutlich strukturierter und kann besser bei der Sache bleiben.

    Was mir die Medis aber nicht abgenommen haben war die aktive Arbeit an mir selbst. Sie machen es mir nur leichter - auch die Startschwierigkeiten sind nicht mehr ganz so schlimm - aber alles noch nicht im grünen Bereich.

    Bei mir kommt noch dazu, dass ich wirklich massive Probleme mit der Aufarbeitung der Vergangenheit habe bzw mit den Kanalratten, wie Web4health immer schreibt. Es gibt Momente, da kriege ich es überhaupt nicht richtig mit.

    Um ein Bild zu beschreiben: Ich mache irgendwas ganz mechanisch während in meinem Kopf ein echter Nebel herrscht, nach einiger Zeit scheint sich aus dem Nebel eine Gestalt zu entwickeln und das sind im allgemeinen irgendwelche Bilder, die in mir nur unangenehme Gefühle auslösen.

    Das ist sicher den Medis zu verdanken, dass die Verarbeitung allgemein sehr viel besser läuft. Mir fällt auch auf, dass ich mich nicht mehr so massiv unter Druck setze und auch mal ne Arbeit machen kann, ohne sofort an das Ende zu denken!

  8. #8
    Forum-Mitglied (nicht vorgestellt)

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Alter: 33
    Forum-Beiträge: 86

    AW: Veränderungen auf lange Sicht durch MPH

    Thema - besseres Essverhalten...
    Manchmal hab ich keinen Hunger und manchmal mache ich richtiges Frustessen, wirkliche Völlerei,
    Ich weiß das es mir nicht gut tut, hab ja dann auch Magenschmerzen.
    Aber ich kann nicht aufhören... Ich hab schon überlegt ob ich nicht "fresssucht' hab oder...
    Ich hab mich da auch nicht unter Kontrolle und hinterher geht's mir schlecht - im wahrsten Sinne des Wortes.
    Dieses ganze gestörte Essverhalten kommt das echt vom ADS?
    Bekommt man das wirklich hin?
    Gestern schien mir die Sonne noch aus dem Hintern und heute fühlt sich dieser Berg so unüberwindbar an...

  9. #9
    Neues Forum-Mitglied

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 318

    AW: Veränderungen auf lange Sicht durch MPH

    Nietzsche schreibt:
    Ganz unabhängig vom Wirkstoff MPH, ich bekomme einen anderen, sind all die o.g. Veränderungen ja eben keine Effekte des Medikamentes. Das Medikament lindert, meiner Meinung nach, ausschließlich die Symptome der ADHS. Unter dieser Symptomlinderung habe ich einen viel "klareren Blick" auf meine Umgebung, mich selbst und mein Verhalten. Dieser klare Blick erlaubt mir objektive Analyse und Bewertung. Veränderungen im Verhalten, in der Lebensführung, etc. sind Prozesse für die ich dauerhaft auf o.g. "klaren Blick" angewiesen bin. Um den "klaren Blick" aufrechtzuerhalten brauch ich Medizin. Ich bin zu dem Schuß gekommen, dass die Medikation immer nur die Basis sein kann, die eigentlich positive Veränderung aber aktiv herbeigeführt werden muss. Ob mit oder ohne Therapeuten.
    ich bin ganz Deiner Meinung, nur ein Problem habe ich, wenn die direkte Wirkung, Linderung der Symptome, verbesserte Selbstwahrnehmung und verbesserte Selbststeuerung ist, wie kann dann die Möglichkeit zur Veränderung günstiger Verhaltensweisen, als indirekte Wirkung beschrieben werden? Du selbst sagst, Du brauchst das Medikament! Es ist halt auch eine direkte Wirkung, dass wir unser Leben besser auf die Reihe bringen.
    Daher ist auch die langfristige Veränderung unserer Einstellungen und Verhaltensweisen, zum einen Teil direkte Wirkung der Medikamente. aber klar, Denken und Handeln müssen wir schon noch selbst und es braucht eben seine Zeit, bis wir ein neues unseren Bedürfnissen entsprechendes Leben aufgebaut haben. Ausserdem zähle ich auch zu den langfristigen (Aus)Wirkungen der Medikation, dass Entspannung seine Wirkung entfalten kann und sich sowohl Körper wie Psyche von dem jahrelangen Stress erholen können, was sicher zu einer Normalisierung vieler körperlicher und psychischer Reaktionen führt.
    So mache ich zum Beispiel allmählich die Erfahrung, dass ich vielen sozialen Situationen, die mich früher gestresst haben, mit Gelassenheit, Interesse und Neugier begegne und ich mir viel mehr Zeit nehme, wahr zu nehmen.

  10. #10
    Wohnt hier

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Alter: 39
    Forum-Beiträge: 1.209

    AW: Veränderungen auf lange Sicht durch MPH

    wie kann dann die Möglichkeit zur Veränderung günstiger Verhaltensweisen, als indirekte Wirkung beschrieben werden?
    Mit indirekter Wirkung meinte ich den Prozess der Veränderung, denn den muss man selber machen. Die Möglichkeit, besser wäre das Wort Fähigkeit (in meinem Fall "klarer Blick"), wird natürlich erst durch die Medikation "frei verfügbar".

    Es ist halt auch eine direkte Wirkung, dass wir unser Leben besser auf die Reihe bringen.
    Und das seh ich etwas anders. Das Med. kriegt ja Dein Leben nicht auf die Reihe. Das kannst nur Du allein. Aber das Med. sorgt dafür, dass Du Zugriff auf die Fähigkeit kriegst Dein Leben auf die Reihe zu kriegen. Komischer Satz!

    Daher ist auch die langfristige Veränderung unserer Einstellungen und Verhaltensweisen, zum einen Teil direkte Wirkung der Medikamente.
    Ein Med. das meine Einstellung und meine Verhaltensweisen direkt verändert würd ich nicht nehmen. Ein Med. das mir die nötige Klarheit gibt meine Einstellungen und Verhaltensweisen zu beobachten, zu hinterfragen und langfristig zu ändern schon.

    Ich hoffe ich konnte den Unterschied aus meiner Sicht deutlich erklären. Ist nämlich nicht ganz einfach.

    Ausserdem zähle ich auch zu den langfristigen (Aus)Wirkungen der Medikation, dass Entspannung seine Wirkung entfalten kann und sich sowohl Körper wie Psyche von dem jahrelangen Stress erholen können, was sicher zu einer Normalisierung vieler körperlicher und psychischer Reaktionen führt.
    So mache ich zum Beispiel allmählich die Erfahrung, dass ich vielen sozialen Situationen, die mich früher gestresst haben, mit Gelassenheit, Interesse und Neugier begegne und ich mir viel mehr Zeit nehme, wahr zu nehmen.
    Wunderbares Beispiel. Ich halte Entspannungsfähigkeit auch für ein relativ direkte Wirkung des Medikaments. Dadurch erwirbst Du die Fähigkeit in sozialen Situationen cool zu bleiben. Deine Reaktion innerhalb sozialer Situationen steuert aber dennoch nicht das Medikament, sondern Du. Genauso wie das Medikament keine Sozialkontakte pflegt, sondern das Pflegen von Sozialkontakten lediglich erleichtert.

    Allerdings ist das nur meine Sichtweise bzw. Erklärungsversuche für mich. Ich kann auch genau so gut komplett daneben liegen.

    (NT: Hätte der Titel des Threads gelautet: "Veränderungen auf lange Sicht unter Zuhilfenahme von MPH", dann hätt ich das sofort so unterschrieben.)
    Geändert von Nietzsche (15.03.2014 um 22:13 Uhr) Grund: Nachtrag

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