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Diskutiere im Thema Veränderungen auf lange Sicht durch MPH im Forum ADHS Erwachsene Medikamente
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  1. #11
    Ist hier zuhause

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 6.847

    AW: Veränderungen auf lange Sicht durch MPH

    Ich glaube es ist so gemeint, das z.B. die direkte Wirkung die Verbesserung der Impulssteuerung (auf neurotransmitterebene) ist, die indirekte Wirkung kann dann ein besserer Umgang mit Stresssituationen sein, überhaupt das Erkennen und Ausloten von Stresssituationen, der Umgang mit den Stressoren selbst etc.

    Das wird ja nicht direkt von dem Medikament gesteuert, sondern diese Verhaltensweisen müssen neu erlernt und erprobt werden. Das Medikament macht es "nur" möglich durch seine direkte Wirkung auf die Hirnchemie, die nun bei Impulsen und Stimmung eine ausgewogenere ist.

  2. #12
    Wohnt hier

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Alter: 39
    Forum-Beiträge: 1.209

    AW: Veränderungen auf lange Sicht durch MPH

    Genauso hab ich das gemeint.

  3. #13
    Neues Forum-Mitglied

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 317

    AW: Veränderungen auf lange Sicht durch MPH

    Hallo Nietsche
    ich widerspreche Dir nicht, nur sehe ich nach wie vor das Problem in der Unterscheidung direkt versus indirekt. Selbst mit Deinen ausführlichen Erklärungen. Ich frage mich überhaupt was das bringen soll.

    Direkt heisst, dass etwas direkt auf etwas anderes einwirkt. All die Beispiele sind eine Form dieser Art Beeinflussung: Ich kann etwas wegen des Medikamentes besser, weil ich etwas besser kann, habe ich mehr Erfolg, also direkter Effekt. Indirekt wäre doch eher dergestalt: weil ich mich Dank des Medikamentes besser entspannen kann, entstehen weniger Konflikte (direkter Effekt) in der Partnerschaft. Deshalb habe ich jetzt mehr Energie für mein Hobby (indirekter, weil auch nicht zwangsläufiger Effekt, ich könnte auch mehr Zeit für meine Ausbildung haben).

    Zum Thema Einstellungen werden nicht direkt durch Medikamente verändert: hier möchte ich zumindest festhalten, dass die Wahrnehmung sozialer Situationen ganz erheblich durch das Medikament verändert (normalisiert) wird. Dies führt zwangsläufig zu Einstellungsänderungen. ob jetzt diese direkt oder indirekt sind?: Wenn ich eine Kuh nicht sehe, weil ich eine Brille brauche, dann habe ich eine andere Einstellung zu dem klobigen Gebilde vor mir, wie wenn ich Dank der Brille erkenne "ah, das ist eine Kuh, ich muss keine Angst haben". Wer will jetzt klären, ob die Einstellungsänderung direkt durch das Tragen der Brille entsteht oder erst durch die Verarbeitung der neu gewonnen Information und selbst dann wäre es dann nicht auch noch ein direkter Effekt.

  4. #14
    Kennt sich hier aus

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 828

    AW: Veränderungen auf lange Sicht durch MPH

    Ich glaub, im Grunde meinen wir eh alle dasselbe.^^

    Vielleicht hätt ich mir doch mehr Zeit nehmen sollen für die Kreation des Titels...dann würden wir uns jetzt nicht am MPH festbeißen. Ich mein natürlich die weiterführenden Folgen, ganz unabhängig davon, ob sie nun direkte oder indirekte Wirkung von MPH sind - mir geht es mehr darum, mich über diese Veränderungen tatsächlich auch inhaltlich auszutauschen und nicht bloß um die Diskussion der Voraussetzungen, Rahmenbedingungen oder wie man es nennen mag. Ich mein halt...es gibt konkrete Auswirkungen, die man spüren kann, die tatsächlich mein Leben verändert haben wie zB bei mir erstmals seit der Grundschule wieder das Gefühl, kompetent zu sein - was gibt es da bei euch für "neue Lebensgefühle", neue Persönlichkeitsaspekte, Persönlichkeitsentwicklungen. ...?

    Weiß nu grad nich, ob das verständlich ist, bin schon ziemlich fertig mit der Welt...hope so.
    Also, mir persönlich isses wurst, ob MPH direkt oder indirekt wirkt...
    Geändert von Chamaeleon (15.03.2014 um 23:27 Uhr)

  5. #15
    Neues Forum-Mitglied

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 317

    AW: Veränderungen auf lange Sicht durch MPH

    ich bin ganz sicher, dass ich mit dem MPH auf die Dauer ruhiger und entspannter leben kann und mich dadurch ganz anderen Dingen zu wenden kann, dass ich nicht mehr so hart um für andere normale Dinge kämpfen muss. Ich spüre, dass ich ruhiger auf andere eingehen kann und dadurch längerfristig bestehende Beziehungen verbessern kann und überhaupt erst längerfristige nahe Beziehungen dauerhaft leben kann. Gewisse meiner Einsichten, beruhen auf den wiederholten andersartigen Erfahrungen, die durch die Effekte der Medi überhaupt erst möglich werden.

    Zum Beispiel mache ich die Erfahrung, dass ich Kritik viel ruhiger annehmen kann, dass ich meine eigenen Gefühle deutlicher wahrnehmen und zuordnen kann, sodass sich gewisse Probleme schon gar nicht mehr stellen, weil ich es einfach gar nicht mehr soweit kommen lasse wie vorher. Meine bessere Wahrnehmung "zwingt" mich fast zu Entscheidungen, wo ich früher nur rausgeschoben habe oder unentschlossen endlos grübelte. Das halte ich heute gar nicht mehr aus.

  6. #16
    Wohnt hier

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Alter: 39
    Forum-Beiträge: 1.209

    AW: Veränderungen auf lange Sicht durch MPH

    nur sehe ich nach wie vor das Problem in der Unterscheidung direkt versus indirekt.
    Das ist ja auch sehr schwierig und sehr individuell.

    Ich frage mich überhaupt was das bringen soll.
    Um Mißverständnisse auszuräumen. Viele Frischdiagnostizierte (ich selbst zum damaligen Zeitpunkt auch) haben falsche Erwartungen an die Medikamente. Viele gehen davon aus, dass allein das Medikament zu einer besseren Lebensführung führt. Aber das tut es nicht. Es schaufelt nur die Fähigkeiten frei, die zuvor von der ADHS verschütt waren.

    Ich kann etwas wegen des Medikamentes besser, weil ich etwas besser kann, habe ich mehr Erfolg, also direkter Effekt.
    Und da unterscheiden sich unsere Sichtweisen. Ich kann etwas nicht wegen des Medikamentes besser. Ich kann etwas besser, weil ich dank des Medikamentes den Kopf dafür frei hab, konsequent an diesem etwas dranbleiben kann.

    Einfachstes Beispiel ist der vieldiskutierte IQ-Test. Ich war ohne Medikation im IQ-test schlecht. Mit Medikation war ich im IQ-Test gut. Aber das liegt ja nicht daran, dass ich durch das Medikament intelligenter geworden bin, sondern daran, dass mir der Zugriff auf meine Intelligenz und deren Verwendung mit Medikament besser gelingt.

    hier möchte ich zumindest festhalten, dass die Wahrnehmung sozialer Situationen ganz erheblich durch das Medikament verändert (normalisiert) wird. Dies führt zwangsläufig zu Einstellungsänderungen.
    Mit der Wahrnehmung stimme ich Dir völlig zu. Die Einstellungsänderung geschieht aber nicht durch das Medikament, sondern weil Du über die Situation nachdenkst und dadurch die Einstellung veränderst. Das Medikament hilft Dir nur die Situation differenzierter, vielleicht objektiver wahrzunehmen. Den Rest machst Du selbst.

    Wenn ich eine Kuh nicht sehe, weil ich eine Brille brauche, dann habe ich eine andere Einstellung zu dem klobigen Gebilde vor mir, wie wenn ich Dank der Brille erkenne "ah, das ist eine Kuh, ich muss keine Angst haben". Wer will jetzt klären, ob die Einstellungsänderung direkt durch das Tragen der Brille entsteht oder erst durch die Verarbeitung der neu gewonnen Information und selbst dann wäre es dann nicht auch noch ein direkter Effekt.
    Wieder ein gutes Beispiel. Die Brille als optische Gerätschaft, hilft Dir lediglich Deine Optik so scharf zu kriegen, dass Dein Auge den Reiz ordnungsgemäß weiterleiten kann. Zur der Erkenntnis, dass es sich um eine Kuh handelt, musst Du dann selber kommen.

    Hättest Du nämlich noch nie in Deinem Leben eine Kuh gesehen, dann würde Dir auch die beste Brille nichts nützen.

    "ah, das ist eine Kuh, ich muss keine Angst haben"
    Außerdem sollte man vor Kühen Angst haben. Kann ganz schön gefährlich werden, wenn so ner Kuh der Gaul durchgeht!

    P.S.: Ich will echt niemandem seine Sichtweise madig machen. Ich reim mir den Kram halt so zusammen.

  7. #17
    Wohnt hier

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Alter: 39
    Forum-Beiträge: 1.209

    AW: Veränderungen auf lange Sicht durch MPH

    Vielleicht hab ich mich aber auch zu sehr am "Grundsatz" festgebissen.

    Können uns ja auf den Titel "Veränderungen auf lange Sicht auf der Basis einer medikamentösen Therapie" einigen und nochmal von Vorn anfangen.

    Sorry nochmal, wenn ich zu enthusiastisch diskutiert und dabei vielleicht den Roten Faden aus dem Fokus verloren habe.

  8. #18
    Neues Forum-Mitglied

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 317

    AW: Veränderungen auf lange Sicht durch MPH

    und ich kann es nur wiederholen, diese Unterscheidung ist künstlich und die Unterscheidung direkt indirekt kann nicht individuell sein, sonst wird es noch unübersichtlicher, begrifflich sollten wir schon klar bleiben.

    Nehmen wir mal an, dass ich ein Auto habe, ganz normales Auto. Aber leicht verstopfter Vergaser, dadurch erreiche ich weder die höchste Geschwindigkeit noch habe ich die selbe Beschleunigung. Wenn ich jetzt den Vergaser reinige bin ich schneller, komme also schneller zum Ziel und kann an einem Tag weiter kommen. Ist das nun ein direkter Effekt? Sicher, ich muss auch weiter kommen wollen, aber es ist doch trotzdem kein indirekter Effekt, wenn ich dann auch weiter komme.

    Es geht mir immer so, dass ich hier in irgendwelche theoretische Diskussionen verwickelt werde, es geht mir aber selten so, dass mich jemand als: "Frischdiagnostizierter" bezeichnet und mir "falsche Erwartungen an die Medikamente" unterstellt und dass ich davon ausgehen soll, dass "allein das Medikament zu einer besseren Lebensführung führen soll". Hast Du schon mal auf mein Alter geschaut? Glaubst Du, dass ich nach all den Jahren Erfahrung mit psychisch Kranken die Medikamente bekommen solche Erwartungen hege? Findest Du nicht, Du bist ein bisschen ignorant? Ich glaube eher, Du hast nicht verstanden, was ich meine.

    Es ist wirklich eine Diskussion die niemandem nützt. Natürlich muss man etwas tun, damit man Erfolg hat, aber wenn das erst mit Medi möglich ist, ist das nun mal ein direkter Effekt der Medikation. Der IQ-Wert ist ja nicht der direkte Effekt, sondern ist Ausdruck der Leistung, die möglich ist. Die wird mit MPH besser. Man wird nicht klüger? ja, aber man kann klüger handeln, denken etc. aber dann ist man klüger. MPH verbessert nicht das Potential, das stimmt, aber die Leistung / die Performance erheblich und nur die zählt. Das man Radfahren muss um Rad zu fahren ist glaube ich jedem klar. Der direkte Effekt von Doping ist aber, das man schneller ist. Man wird aber nie schneller als der Körper zu leisten vermag.

    Ich gehe in der Regel davon aus, dass die meisten deshalb auf die Medikamente setzen, weil sie vorher alles probiert haben und entmutigt sind und nicht weil sie unerfahren oder naiv sind. Es braucht aber nicht sehr lange, bis sie selbst auch wieder etwas tun können, weil sie auch etwas tun wollen, weil sie wieder Energie haben. Ich kenne niemanden, der wirklich so naiv ist zu glauben, die Medi lebten sein Leben. Sicher sind die Erwartungen anfänglich hoch. Ich finde aber die tatsächlichen Effekte sind schon sehr gut.
    lg
    dompteur

  9. #19
    Neues Forum-Mitglied

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 309

    AW: Veränderungen auf lange Sicht durch MPH

    Bei mir gibt es direkte Wirkungen durch das mph.
    Diese Ruhe die nach 30-60 min eintritt, oder das beruhigen des morgentlichen Gedankenchaos beim Aufwachen wird mal mehr mal weniger entworren, das Gefühl wacher zu sein.
    Durch diese direkten Effekte habe ich dann die Möglichkeit, meinen Alltag ohne diese Einschneidungen zu leben. Dadurch enstehen positive indirekte Effekte, wie besser arbeiten zu können, ungeliebte Sachen zu erledigen. Dadurch wiederum entstehen Effekte, wie weniger Kritik durch Kollegen oder chef.
    Dadurch steigert sich das Selbstbewußtsein, weil ich ja genauso wie andere meinen Kram erledigen kann. Das wiederum führt zu weniger Sorgen machen, die ja dann nicht mehr nötig sind. Dadurch kann ich dann in meiner Freizeit anderes tun und habe nicht schon Sonntags bammel vor Montag was da wieder alles liegengeblieben ist.
    Also, ist noch nicht in allen Bereichen so, aber in einigen.
    Das ist halt n Prozess... und man muss sich ja erst dran gewöhnen. Manchmal bin ich überrascht, denn in Meetings, wo ich sonst immer kritik bekam, is das kaum noch...
    Wie lange das dauert, kann man nicht pauschalieren, denn jeder hat ja seine eigene Geschicbte und eigene Handlungsweisen und eigene Unzulänglichkeiten.
    Mph gibt ne Basis in Form der durch die Stabilisierung der Dopaminhaushalts veränderte Grundstimmung.
    Bei mir war bzw ist das Unruhe, getrieben sein, impulsives Verhalten, Dauermüde, Luschigkeit.
    Das sind die Hauptmerkmale bei mir, die durch mph gelinxert werden, direkt nach Einnahme. Alles andere dauert einfach. Mein Gehirn hat 53 jahre auf Hochtour gearbeitet und meinem Körper viel abverlangt.
    Das dauert nun. Und dazu kommt, ich würde gerne mal die dosis erhöhen, habe aber Schiss. Also nicht viel erhöhen, nehm ja minimal, der doc sagt auch ich soll, aber ich hab halt bammel...

    Gruss
    Don

  10. #20
    Kennt sich hier aus

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 828

    AW: Veränderungen auf lange Sicht durch MPH

    Also irgendwie hab ich nun Bammel, dass MPH auf lange Sicht auch Schaden anrichten kann. Ich hatte nie diese Befürchtungen, aber seit neuestem hab ich so seltsame Wahrnehmungs-Veränderungen, sodass ich schon hier im Forum nach "Psychose" gesucht habe und herausgefunden habe, dass entsprechend veranlagte Menschen nach langer Einnahme von MPH eine Psychose entwickeln können.

    Ich hatte in letzter Zeit auch viel Stress, weswegen meine seltsamen Anwandlungen auch daher rühren könnten, aber weil ich die Ursache eben nicht einschätzen kann, lass ich das MPH erstmal weg. Vor einiger Zeit hab ich kurz vor dem Einschlafen Stimmen gehört, also wirklich von außen, obwohl da niemand war - ich hab dann nachgeforscht und kam drauf, dass das in Zeiten von großem Stress wohl mal auftreten kann und relativ normal ist. Naja, aber das ist ja nicht das einzige: Ich hab in letzter Zeit oft Derealisationen und Depersonalisationen und öfter das Gefühl, meine Gedanken seien irgendwie "fremd", nicht von mir. Diese Gedanken sind immer noch rational und ergeben Sinn, aber sie fühlen sich nicht als "meins" an.

    Gestern hab ich den ganzen Tag Texte für die Uni gelesen (oder hier im Forum welche geschrieben) und 1,5 Tabletten MPH über den Tag verteilt genommen (ergibt 15 mg) und irgendwann fing es dann an, dass mir meine Gedanken fremd vorkamen, außerdem wurde ich furchtbar müde und ich bekam diffuse Ängste (vor allen Dingen davor, verrückt zu werden). Konnte dann auch nicht einschlafen. Außerdem fühlte sich mein Körper irgendwie taub an. Nun könnte das ja alles auch vom Stress kommen, aber ist es wirklich so stressig, Texte zu lesen?! Das hatte ich früher nicht, eigentlich les ich sonst den ganzen Tag.

    Ein anderer Gedanke, den ich hatte: Vielleicht hab ich mich durch die ganzen positiven Effekte des MPH - mehr Selbststeuerung, mehr soziale Kompetenz (einem Gespräch besser folgen können und nicht mehr so viele dumme Antworten geben), ruhigeres Gefühlsleben - einfach überhoben, überfordert und in Stress reingeritten, für den ich gar nicht gemacht bin. Ich glaube nämlich, da liegt die Gefahr des MPH: Man merkt nicht mehr, wann man kompensiert und wann einem die Kompensation vom MPH abgenommen wird - das bedeutet, man glaubt, man könne nun ohne Anstrengung Dinge meistern wie "normale" Menschen, denn das gaukelt einem das MPH ja vor; ABER: man muss trotzdem immer noch kompensieren, man hat vielleicht bessere Bewältigungsstrategien, aber man wendet trotzdem noch Energie auf. Vielleicht mehr Energie als man eigentlich zur Verfügung hat.

    Irgendwie kommt mir dieser ganze "Erfolg", den ich in letzter Zeit hatte, verdächtig vor. Ich gehe äußerst ruhig, besonnen und sogar freundlich mit den Leuten um, ich mache deutliche Ansagen und red nicht mehr verpeilt drumherum, ich bekomme nur noch sehr gute Noten in der Uni (weil ich mich systematisch und rechtzeitig vorbereiten kann) und von überall Lob und meine Klamotten haben endlich einen durchgehenden Stil und sind nicht mehr nur wild durcheinander gemixt. Ich halte sogar mehr Ordnung in der Bude als früher.

    Ich kann mein Leben besser zusammenhalten und meine Persönlichkeit irgendwie auch, zumindest nach außen hin. Aber ich hab auch das Gefühl, dass das irgendwann wieder alles zusammenbrechen muss. Mir ist das irgendwie unheimlich, diese "Fassade", dieses feste, dieses "Funktionieren". Vielleicht komm ich mir deshalb so fremd vor und nicht wegen einer Psychose. Aber als ich das gestern gelesen hab, dass es da einen Zusammenhang zu MPH gibt, hab ich erstmal Angst bekommen. Ich laufe nämlich schon seit einigen Wochen mit dem Gedanken herum, ob ich nicht ganz leichte Anzeichen einer Psychose aufweise und dann auf einmal ergibt das irgendwie sogar Sinn...

    Ergibt mein Geschreibsel eigentlich Sinn?^^
    Vielleicht ist es mit dem MPH auch das komplette Gegenteil und ich müsste eigentlich viel mehr nehmen, damit mein Körper diesen ganzen Stress überhaupt erst bewältigen kann und ich bekomm die Depersonalisationen nur, weil ich zu wenig "Treibstoff" benutze und mich aufreibe...ich weiß auch nich.

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