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Diskutiere im Thema Neueinstellung von MPH im Erwachsenenalter im Forum ADHS Erwachsene Medikamente
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  1. #1
    Forum-Mitglied (nicht vorgestellt)

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: Interessiert/Eigenverdacht auf ADHS / ADS
    Forum-Beiträge: 4

    Neueinstellung von MPH im Erwachsenenalter

    Hallo,

    ich habe leider erschreckend viele Symptome von AD(H)S, wie ich durch Selbsttests rausgefunden habe.

    Ich werde morgen mal bei einem Psychiater anrufen oder/und bei der Uniklinik Aachen, je nachdem wie das mit Kosten oder Wartezeit für eine Diagnostik aussieht.
    Jetzt habe ich aber gelesen, dass Medikamente gegen ADHS nur verschrieben werden dürfen, wenn ADHS schon im Kindesalter bestanden hat (auch wenn es nicht behandelt wurde).
    Ich weiß nicht ob ich es schon als Kind oder Jugendlicher hatte, oder überhaupt habe.

    Aber mal angenommen, ich habe es jetzt, aber der Arzt findet raus, dass ich es vorher nicht hatte;
    Habe ich dann keine Chance auf eine Behandlung durch Medikamente?
    Hat hier vielleicht jemand so eine Erfahrung gemacht?


    Liebe Grüße

  2. #2
    Neues Forum-Mitglied

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Alter: 38
    Forum-Beiträge: 107

    AW: Neueinstellung von MPH im Erwachsenenalter

    Ja, man bekommt Medis verschrieben als Erwachsener. Jedoch ist eine Behandlung nur mit Medis nicht zwingend Ziel führend. Eine therapeutische Begleitung/Verhaltenstraining erachte ich als wichtiger. Medikamente unterstützen diesen Prozess.


    Gesendet von meinem iPhone mit Tapatalk

  3. #3
    Forum-Mitglied (nicht vorgestellt)

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: Interessiert/Eigenverdacht auf ADHS / ADS
    Forum-Beiträge: 4

    AW: Neueinstellung von MPH im Erwachsenenalter

    Ok danke, wird so eine therapeutische Begleitung/Verhaltenstraining bei einer diagnostizierten ADHS denn auch von der Krankenkasse bezahlt?

    Und gibt es - vielleicht sogar hier im Forum - Erfahrungsberichte, wie sich ihr Leben nach einer Behandlung verändert hat und wie lange es gedauert hat bis erste Erfolge eingetreten sind?

  4. #4
    Wohnt hier

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Alter: 39
    Forum-Beiträge: 1.209

    AW: Neueinstellung von MPH im Erwachsenenalter

    Jetzt habe ich aber gelesen, dass Medikamente gegen ADHS nur verschrieben werden dürfen, wenn ADHS schon im Kindesalter bestanden hat (auch wenn es nicht behandelt wurde).
    Ich weiß nicht ob ich es schon als Kind oder Jugendlicher hatte, oder überhaupt habe.
    Da hast Du Dich verlesen. Eine medikamentöse Neueinstellung ist auch im Erwachsenenalter möglich. Allerdings ist eine Vorraussetzunge für die Diagnose ADHS, dass die Krankheit schon seit der Kindheit besteht. Wer als Erwachsener an ADHS leidet, hat auch als Kind schon an ADHS gelitten. Allerdings äußert sich ADHS später im Erwachsenenalter oft anders, als noch in der Kindheit. Selbst wenn Du als Kind nicht diagnostiziert oder behandelt wurdest, muss es Indizien in Deiner Biographie geben, die auf die ADHS hinweisen.

    Aber mal angenommen, ich habe es jetzt, aber der Arzt findet raus, dass ich es vorher nicht hatte;
    Wenn Du ADHS als Kind nicht hattest, hast Du es jetzt auch nicht. Die Krankheit erwirbt man nicht, sondern man kommt mit ihr zur Welt.

    Habe ich dann keine Chance auf eine Behandlung durch Medikamente?
    Chance auf medikamentöse Behandlung schon. Symptomatisch gezielt zu Deinem Beschwerdebild. Eine Stimulanzientherapie wird der Arzt aber nur verordnen, wenn die Diagnose ADHS eindeutig gesichert ist. Und diese Diagnose stellt er nur, wenn ein Vorliegen in der Kindheit rekonstruierbar ist.

    Ich weiß nicht ob ich es schon als Kind oder Jugendlicher hatte, oder überhaupt habe.
    Mach Dir Gedanken zu Deiner Biographie. Dabei ist alles wichtig. Warst Du ein Schreikind? Wie hast Du Dich als Kind verhalten? Wie war Dein Sozialverhalten? Hattest Du übermäßig viele Unfälle beim Spielen? Wie gings Dir im Kindergarten mit Gruppenarbeiten und Arbeiten bei denen Du stillsitzen musstest? Wie hast Du die Schule erlebt? Wie waren Deine Bemerkungen in den Grundschulzeugnissen? Hattest Du oft Ärger? Hast Du immer aus dem Fenster geglotzt? Und so weiter und so fort. Selbst scheinbar unwichtige Details können für die Diagnostik wichtig sein.

    Selbst wenn Du unauffällig und ruhig warst und gute Noten hattest, muss es in Deiner Biographie an anderer Stelle Indizien für eine ADHS geben. Gibt es diese Indizien nicht, hast Du vielleicht kein ADHS.

    Gibt es Personen die Du zu Deiner Kindheit interviewen kannst?

  5. #5
    Forum-Mitglied (nicht vorgestellt)

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: Interessiert/Eigenverdacht auf ADHS / ADS
    Forum-Beiträge: 4

    AW: Neueinstellung von MPH im Erwachsenenalter

    Vielen Danke für die ausführliche Antwort

    Also ich weiß noch Sachen als ich jugendlich war, bei Kindheit weiß ich halt nur Geschichten. Ich hab im Kindergarten wohl nie bei Sachen mitgemacht (singen, basteln und so), mal eine Erzieherin geschlagen, weil ich keine Vorschulaufgaben machen wollte und so weiter.
    Den Rest müsste ich meine Eltern fragen, aber ich wollte es eigentlich erst mal geheim halten. Meine Eltern sind schon verständnisvoll, aber ich möchte halt nicht, dass es aussieht als würde ich meine Probleme auf irgendwas schieben wollen.

    Und von vielen Sachen wissen meine Eltern auch noch nichts.
    Geändert von wat is los? ( 3.03.2014 um 00:16 Uhr)

  6. #6
    Wohnt hier

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Alter: 39
    Forum-Beiträge: 1.209

    AW: Neueinstellung von MPH im Erwachsenenalter

    bei Kindheit weiß ich halt nur Geschichten.
    Das ist ja kein Problem. Die Geschichten sind ja schließlich eine Art Fremdanamnese. Erzähl das alles Deinem Arzt. Ich wusste z.B. auch nicht, dass ich schon als Neugeborener nie länger als 2 Std. am Stück geschlafen habe. Das hat mir erst meine Mutter erzählt, als ich sie fragte ob sie sich vorstellen könnte, dass ich als Kind ADHS hatte. Genauso fremd war mir bis dahin, dass mich meine Eltern nur in den Sport geschickt hatten, damit ich mal "runterkomm", weil sie mit mir beinah irre geworden sind.

    Ich hab im Kindergarten wohl nie bei Sachen mitgemacht (singen, basteln und so), mal eine Erzieherin geschlagen, weil ich keine Vorschulaufgaben machen wollte und so weiter.
    Ging mir genauso. Alles Indizien die auf ein bestehen der ADHS im Kindesalter hinweisen könnten.

    Den Rest müsste ich meine Eltern fragen, aber ich wollte es eigentlich erst mal geheim halten. Meine Eltern sind schon verständnisvoll, aber ich möchte halt nicht, dass es aussieht als würde ich meine Probleme auf irgendwas schieben wollen.
    Die Entscheidung liegt natürlich bei Dir.

    Ich hatte damals auch gedacht, dass meine Mutter lediglich "Spinn Dich aus!" sagt. Zu meiner eigenen Überraschung antwortete sie auf die Frage "Kannst Du Dir vorstellen, dass ich das hatte?" mit "Hundertprozentig!".

    Den Vorwurf, dass Du Deine Probleme auf die Krankheit schiebst, wirst Du noch oft hören. Aus unterschiedlichen Richtungen. Das ist hart, aber irgendwann lernt man zu erklären, dass es nicht darum geht Ausreden für die Probleme, sondern Erklärungen für die Symptome zu finden.

  7. #7
    Forum-Mitglied (nicht vorgestellt)

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: Interessiert/Eigenverdacht auf ADHS / ADS
    Forum-Beiträge: 4

    AW: Neueinstellung von MPH im Erwachsenenalter

    Ok, ich denke ich werde nach dem Erstgespräch mit dem Psychiater mit meinen Eltern reden. Der Arzt kann mir ja sicher sagen, was ich wissen muss und was ich meinen Eltern am besten sage.

    Aber je mehr ich drüber lese, desto sicherer werde ich mir irgendwie.

  8. #8
    Neues Forum-Mitglied

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: Ärztliche Verdachtsdiagnose auf ADHS /ADS
    Forum-Beiträge: 47

    AW: Neueinstellung von MPH im Erwachsenenalter

    Nell schreibt:
    Ja, man bekommt Medis verschrieben als Erwachsener. Jedoch ist eine Behandlung nur mit Medis nicht zwingend Ziel führend. Eine therapeutische Begleitung/Verhaltenstraining erachte ich als wichtiger. Medikamente unterstützen diesen Prozess.


    Gesendet von meinem iPhone mit Tapatalk
    Ich würde mal behaupten es ist eher anders herum: Eine therapeutische Begleitung/Verhaltenstraining ist nur für sich nicht zwingend zielführend, kann aber zusätzlich zur Medikation insbesondere bei bestehenden Komorbiditäten hilfreich sein.

  9. #9
    Wohnt hier

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Alter: 39
    Forum-Beiträge: 1.209

    AW: Neueinstellung von MPH im Erwachsenenalter

    Ich würde mal behaupten es ist eher anders herum: Eine therapeutische Begleitung/Verhaltenstraining ist nur für sich nicht zwingend zielführend, kann aber zusätzlich zur Medikation insbesondere bei bestehenden Komorbiditäten hilfreich sein.
    Ich denke, das ist individuell sehr verschieden. Abhängig von der Schwere der Erkrankung, den Komorbiditäten und der individuellen Problematik im Alltag.

    Ich persönlich hab die Erfahrung gemacht, dass ich auf eine Medikation als Fundament für verhaltenstherapeutische Veränderungen angewiesen bin. Allerdings wäre auch die Medikation allein nicht ausreichend. Medis + Verhaltenskorrektur = Erfolg.

  10. #10
    Fühlt sich hier wohl

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 364

    AW: Neueinstellung von MPH im Erwachsenenalter

    Ich bin auch erst mit ca. 38 Jahren diagnostiziert worden und musste das Medikament selbst zahlen,
    als sogenannte "0ff-label-use". Das waren bei mir monatliche Kosten von etwa 36.- €.
    Seit einigen Jahren ist für Erwachsene Medikinet Adult als Kassenleistung zugelassen.
    Ich bin zur Diagnostik zu einem Neurologen gegangen.
    Sobald etwas überhaupt von den Krankenkassen übernommen wird, kann ein guter Arzt das
    bestimmt durchsezten. Falls nicht muss man es halt privat bezahlen, bekommt es aber dann.

    viel Erfolg
    finckla

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