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Diskutiere im Thema Agression durch Medikinet - Arzt setzt es ab, und nun? im Forum ADHS Erwachsene Medikamente
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Fragen, Antworten und Hilfe rund um ADS / ADHS - Medikamente, wie Ritalin, Concerta, Medikinet, Equasym und Strattera, sowie Medikamente bei Komorbiditäten, wie Antidepressiva, Neuroleptika, Benzodiazepine, andere Psychopharmaka und sonstige Medikamente
  1. #11
    Ist hier zuhause

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 6.847

    AW: Agression durch Medikinet - Arzt setzt es ab, und nun?

    Ich würde den Arzt wechseln. Wenn ich schon höre Lamotrigin als alleiniges Mittel.......

    Eine Phasenprophylaxe wie Lamotrigin, wird meist erst NACH nicht ausreichender Medikation mit verschiedensten Antidepressiva gegeben. Das ist eher ein letzteres Mittel der Wahl, wenn andere eben nicht ausreichen, und es wird auch meist in Kombination mit Antidepressiva gegeben, als Augmentation.

    Und wenn man keine absolut manischen und depressiven Phasen hat, dann schiesst man mit Lamotrigin wie mit einer Atombombe auf Spatzen.


    Die meisten, die hier seit Jahren schwerste Depressionen haben, schleichen MIT IHREN ÄRZTEN seit Ewigkeiten um Phasenprophylaktika rum, weil die eben alle so gravierende Nebenwirkungen haben. Es werden vorher alle, und wirklich alle anderen medikamentösen Möglichkeiten ausgeschöpft.


    Oder bist du Bipolar diagnostiziert und alles hat bisher nicht richtig angeschlagen?

    Dann wäre das natürlich etwas anderes.

  2. #12
    Forum-Mitglied (nicht vorgestellt)

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Alter: 35
    Forum-Beiträge: 40

    AW: Agression durch Medikinet - Arzt setzt es ab, und nun?

    Steintor schreibt:
    Ja, wenn Du ihn anschreist, wird er seine Ansicht, Du seist aggressiv, bestimmt nicht ändern. Ich schlage vor, dass Du mal das, was Du unter aggressiv verstehst, ausformulierst. Das hat mir persönlich sehr geholfen, weil, wie gesagt, auch ich als aggressiv bezeichnet wurde. Diejenigen, Die Dich zeitlebens, also 31 Jahre, als süßes Häschen gesehen haben, sind jetzt natürlich entsetzt. Daher wäre es für mich hilfreich, wenn Du mir Deine Ansicht von Aggression darlegst.

    Und was die Nebenwirkungen von Lamotrigin betrifft, hast Du Dir mal die (möglichen) Nebenwirkungen von Medikinet angeschaut? Sobald Du der Ansicht bist, dass eine dieser seltenen Nebenwirkungen auftritt (1:10000 ist äußerst selten), kannst Du immer noch schnell zu einem Arzt gehen. Man sollte meines Erachtens die Nebenwirkungen nicht ignorieren, man sollte sich davon auch nicht zu sehr verängstigen lassen.
    Mit Aggression meine ich

    1. Das Gefühl, das mich zeitweise alles und jedes auf die Palme bringt, also innerlich extrem angespannt macht, so dass ich am liebsten schreiben oder etwas kaputt machen oder weglaufen würde. Ich kann Dir mal drei aktuelle Beispiele geben. Alle von heute innerhalb von 10 Minuten beim Arzt im Wartezimmer: Das penetrante Lachen der Sprechstundenhilfe, das mir im Ohr wehgetan hat, das dämliche Inhaltsverzeichnis vom Magazin "Der Stern" und der zappelnde Typ schräg gegenüber. Was mich dabei besonders nervt: Ich lache selbst sehr laut, kann nicht schreiben und hab im Wartezimmer heut mehr als der Typ gezappelt. Meine Wut war also völlig irrational und störend für mich selbst. So störend, dass ich Angst hab durchzudrehen.

    2. Ich suche Streit mit meinem Freund und sage eher Dinge, die ich nicht so meine und die mir hinterher leid tun, weil sie ungerechtfertigt waren.

    Ich glaube nicht dass ich vorher ein "niedliches Häschen" war und jetzt einfach nur stärker zu meiner Meinung stehe. Ich fühle mich gerade eher an meine Teenagerzeit erinnert, in der ich Streit gesucht habe, um mich abzureagieren und in der mir auch oft alles zu viel war.

    In den letzten Jahren war ich im Vergleich zu dieser Zeit eher benebelter, reizüberflutet und in mich zurückgezogen. Das ist mit dem mph irgendwie anders. Macht das alles Sinn?

  3. #13
    Ist hier zuhause

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 2.410

    AW: Agression durch Medikinet - Arzt setzt es ab, und nun?

    Medikamente, die ins Gehirn eingreifen, haben oft mehrere Wirkungsweisen. Lamotrigin läuft als sogenannter "mood stabilizer" und soll den Stress durch extreme Gefühlsschwankungen runterschrauben.

    Das Problem ist, das kein Medikament Wunder bewirkt, sondern man gerade beim Mischtyp viel ausprobieren muss, bis man das richtige gefunden hat.

    Wenn ich das richtig verstanden habe, blockiert Lamotrigen bestimmte Reaktionen im synaptischen Spalt und erhöht so die Transmitter. Es führt halt nicht gezielt zu einer Dopaminerhöhung, sondern erhöht einfach alles, so dass es da vielleicht auch gute Ansätze bei ADHS gibt. Aber da weiss Steintor sicher mehr, weil er grundsätzlich mehr von Chemie und Biologie versteht als ich.

    Wenn Agressionen duch Erhöhung des Dopminspiegels hervorgerufen werden, ist diese Variante vielleicht erstmal ganz gut und wenn du ausgeglichener bist, kann noch ein mal ein Versuch mit MPH gestartet werden, so hab ich das zumindest verstanden, dass er es nicht ganz ausgeschlossen hat.

    Ich hab erstmal ein SNRI bekommen, damit über die Erhöhung des Noradrenalins der Antriebgesteigert wird, um dann mit gesteigertem Antrieb auch die Aufmerksamkeitserhöhung wahrnehmen zu können. Bei mir war es ein SNRI, weil ich als Komorbidität auch eine Depression habe, ich kenne andere(bei der selben Ärztin), da wurde Elontril + MPH verordnet, weil das direkt auf das Noradrenalin und das Dopamin wirkt. Und seit neusetem gibt es auch noch Strattera für Erwachsene, was - meine ich - nur auf das Noradrenalin wirkt.


    Ohne dich jetzt angreifen zu wollen, wenn du so wütend bist, weil er dir ein Medikament verordnet hat, dessen Verordnung du nicht verstehst, dass du ihn anschreien möchtest, könnte es doch sein, dass du sehr leicht erregbar bist und dein übliches Erregungslevel im Vergleich zu anderen - auch ADHSlern - deutlich erhöht ist? Wenn ich etwas nicht verstehe, bin ich enttäuscht, fühle mich unverstanden, aber würde zunächst erstmal nachfragen und darauf bestehen, dass man mir die Entscheidung für genau dieses Medikament noch einmal erklärt. Zum Bild der ADHS gehört auch eine schlechte Selbstwahrnehmung. Wenn ein Patient eine Wirkung unter MPH verspürt, heißt das auch, dass er sich selbst besser wahrnehmen kann. Und wenn der Patient dann von Agressionen berichtet, die er wahrnimmt, bedeutet dass meistens, dass er leicht erregbar ist, und dies ohne MPH so nicht wahrgenommen hat. Und wenn die Erregbarkeit nicht gesteuert werden kann, weil es eben noch nicht trainiert wurde und vielleicht ein Psychotherapie aufgrund der Wartezeiten noch in weiter Ferne liegt, muss man als verantwortungsvoller Arzt erst einmal stabilisierend einwirken. Und welches Medikament da für dich individuell das Beste ist, muss der Arzt herausfinden.

    MPH zweimal täglich heißt bei einem geregelten Tagesablauf morgens und mittags. Da ist dann morgens beim Frühstück in Vorstellung der Ärzte direkt nach dem Aufstehen zwischen 6:30 Uhr und 7:00 Uhr und mittags wäre dann gegen 13 Uhr. Das man mit ADHS aber meistens keinen geregelten Tagesablauf hat und man extra darauf hingewiesen werden muss, was morgens und was mittags ist, haben glaube ich, alle Ärzte nicht auf dem Schirm...

  4. #14
    Ist hier zuhause

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 2.410

    AW: Agression durch Medikinet - Arzt setzt es ab, und nun?

    Ja, das macht alles Sinn. Und mit der Beschreibung macht in meinen Augen auch die Entscheidung deines Arztes noch mehr Sinn: du benötigst erst einmal ein Level innerer Ausgeglichenheit, bevor du in der Lage bist, die Wirkung des MPH bei dir richtig wahrzunehmen.

    Du musst dich sehr gut reflektieren können, damit du die für dich optimale MPH-Dosis herausfinden kannst. Das ist sehr schwierig und erfordert eine Menge Geduld, vor allem auch mit sich selbst.

    Man ist aber auch auf Rückmeldungen anderer angewiesen. Und wenn man sich schnell angegriffen fühlt und einem sehr schnell alles zuviel wird, kann man die Einschätzungen anderer nicht richtig einsortieren. Wichtige Rückmeldungen, die neutral gemeint sind, kann man dann nicht verstehen und sie auch nicht dem Arzt schildern. Die Wirkung des MPH macht sich durch minimalst kleine Veränderungen im Alltag bemerkbar, die sehr, sehr schwer zu erkennen sind und die man häufig erst durch das Nachfragen des Arztes bemerkt. Und wenn man dann nicht etwas besser in sich selbst ruht, glaube ich, kann man diese Veränderungen so gut wie gar nicht wahrnehmen und dann wird man nie die optimale MPH-Dosis finden.

  5. #15
    Forum-Mitglied (nicht vorgestellt)

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Alter: 35
    Forum-Beiträge: 40

    AW: Agression durch Medikinet - Arzt setzt es ab, und nun?

    Trine schreibt:
    Medikamente, die ins Gehirn eingreifen, haben oft mehrere Wirkungsweisen. Lamotrigin läuft als sogenannter "mood stabilizer" und soll den Stress durch extreme Gefühlsschwankungen runterschrauben.

    Das Problem ist, das kein Medikament Wunder bewirkt, sondern man gerade beim Mischtyp viel ausprobieren muss, bis man das richtige gefunden hat.
    Was ich halt nicht versteh und was mich denke ich unverstanden = wütend macht, ist dass ich ja gar keine Stimmungsschwankungen habe. Wenn überhaupt bin ich wie schon geschrieben in der Grundstimmung emotional gedämpft/innerlich unruhig und das recht konstant schon seit Jahren und ich weiß nicht was es da zu stabilisieren gibt.

    Mich macht die Heransgehensweise meines Arztes wütend. Ich finde er verordnet mir viel zu leichtfertig ein Medikament, was mir ganz vielleicht hilft gegen nicht vorhandene Stimmungsschwankungen - vor dem ich aber vor allem erst einmal Angst habe wegen diesen krassen Nebenwirkungen. Und klar, "plötzlicher Tod" ist eine Nebenwirkung von mph laut Beipackzettel. Ich habe das ebenfalls recherchiert im Vorfeld und denke dass es im Fall von mph wirklich eine "Absicherung" der Pharma ist und im Fall von Lamotrigin die Zahlen schon eher für ne echte Nebenwirkung sprechen.

    Man kann doch nicht die Nebenwirkung eines Medikaments mit einem anderen Medikament behandeln? Oder steh ich da voll auf dem Schlauch?

    Und von wegen selten. Da muss man nicht lange googeln, das Internet ist voll von Erfahrungsberichten von Epileptikern, die nen Hautausschlag von Lamotrigin bekommen haben und anderen, die schreiben sie sollen sofort ins Spital damit. Und den Dreck soll ich beim zweiten Anlauf nehmen? Kommt mir volle Kanne spanisch vor!
    Geändert von marguerite (18.02.2014 um 20:37 Uhr)

  6. #16
    Ist hier zuhause

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 6.847

    AW: Agression durch Medikinet - Arzt setzt es ab, und nun?

    Stimmungsschwankungen, die auch Gereiztheit beinhalten können, sind häufig und normal bei der Eindosierung von MPH. Wenn es arg ist, versucht man erstmal mit leichteren Mitteln dies zu beheben. Es wurden keine Gegenstände oder Menschen angegriffen, es kam (z.B. im Wartezimmer) nicht mal zum Streit. Sprich die Kontrolle ist noch da. Ich verstehe da a) das sofortige Absetzen nicht, und b) ist ein so harmlos klingender "mood stabilizer" weitaus nicht so harmlos wie er klingt.

    Die Reihenfolge bei Stimmungsschwankungen/ Depressionen, die sich auch in Aggressionen häufig äussern !, ist:

    - leichtes sedierendes AD z.B. TZA in geringer Dosis oder SSRI /ggf. erhöhen
    - wenn das nicht hilft anderes Mittel aus der Klasse oder andere Stoffklasse z.B. SNRI, atypische Neuroleptika, oder oder /ggf. erhöhen
    - wenn das nicht hilft Kombination aus mehreren Stoffklassen oder jetzt schon Phasenprophylaxe
    - wenn das nicht hilft ein AD was am besten geholfen hatte, und Rezidive durch ein Phasenprophylaktikum auffangen

    Bis man beim Phasenprophylaktikum angekommen ist, dauert es mehrere Jahre bei einem verantwortungsvollen Arzt, weil es eben keines gibt, was nicht auch enorme Nebenwirkungen hat. Hier muss man so depressiv oder Bipolar sein, das es keinen anderen Ausweg gibt, um eine Lebensqualität herzustellen.


    Und das ist keine Panikmache, die, die auch so extrem eines der beiden Erkrankungen haben, können das hier hoffentlich bestätigen, denn ich finde es wirklich erschreckend, wenn diesbezüglich keine eindeutige rezidivierende Erkrankung vorliegt.

    Nur mal zum Vergleich:
    Ich nehme zur Zeit 1 AD SNRI, 1 AD TZA und 1 atypisches Neuroleptikum nur gegen meine Depris in teilweise nicht geringen Dosen, und ich werde in einer Ambulanz von einem Spezialisten für Depris und ADHS behandelt, und selbst er schleicht um die Phasenprophylaxe rum wegen der NW, wofür ich ihm dankbar bin, das wir vorher alles andere ausprobieren.
    Geändert von creatrice (18.02.2014 um 21:53 Uhr)

  7. #17
    Neues Forum-Mitglied

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 48

    AW: Agression durch Medikinet - Arzt setzt es ab, und nun?

    Hallo,

    ich hatte am "Anfang" auch ziemlich heftige "Aggressionskickse", aber ein wenig anders als bei Dir. Bei mir waren es einige Tage, dann war es wieder weg.

    Was mir geholfen hat war den Kaffee komplett (!) einzustellen-es gibt nun gar kein Koffein mehr in meinem Leben- in Kombi mit medikinet adult.

    Hinzu kommt, dass ich wahrscheinlich auch hormonell reagiere. Mit dem Eisprung habe ich diese Aggressionen, das haben meine Ärztin und ich nun beobachten können. Ich reduziere dann in den Tagen entweder auf 5mg-5mg-5mg statt 30mg-20mg oder ich lasse es komplett weg und saufe wieder Kaffee ohne Ende.
    Nach zwei- drei Tagen ists dann wieder gut- das merke ich dann auch.

    Keine Ahnung ob Dir das weiterhilft. Ich hab halt nicht täglich mit den Aggressionen zu tun...

    Alles Gute
    -schnupp-

  8. #18
    Forum-Mitglied (nicht vorgestellt)

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Alter: 35
    Forum-Beiträge: 40

    AW: Agression durch Medikinet - Arzt setzt es ab, und nun?

    Schnupp schreibt:
    Hallo,

    ich hatte am "Anfang" auch ziemlich heftige "Aggressionskickse", aber ein wenig anders als bei Dir. Bei mir waren es einige Tage, dann war es wieder weg.

    Was mir geholfen hat war den Kaffee komplett (!) einzustellen-es gibt nun gar kein Koffein mehr in meinem Leben- in Kombi mit medikinet adult.

    Hinzu kommt, dass ich wahrscheinlich auch hormonell reagiere. Mit dem Eisprung habe ich diese Aggressionen, das haben meine Ärztin und ich nun beobachten können. Ich reduziere dann in den Tagen entweder auf 5mg-5mg-5mg statt 30mg-20mg oder ich lasse es komplett weg und saufe wieder Kaffee ohne Ende.
    Nach zwei- drei Tagen ists dann wieder gut- das merke ich dann auch.

    Keine Ahnung ob Dir das weiterhilft. Ich hab halt nicht täglich mit den Aggressionen zu tun...

    Alles Gute
    -schnupp-
    Am Kaffee könnt es bei mir auch liegen. Trinke 3-4 Tassen Espresso aus dem Siebträger übern Arbeitstag verteilt und es scheint da schon auch bisschen nen Zusammenhang zu geben. Auch zum Essen - kriegs nicht hin morgens ordentlich was zu essen sondern ess nur wegen dem Medikament ne Kleinigkeit (Apfel, Käse, etc...). Ach mann, des könnt einfach viele gründe haben warum das Medikament nicht funzt auf Anhieb. Ich glaub der Arzt kennt sich nicht gut genug aus um einzuschätzen ob's falsche Med ist oder falsche Diagnose und will es nicht zugeben.

    Ich geh nächste Woche nochma zum Arzt und sag ihm das Epileptikum ist mir zu heikel für'n Anfang. Hab zwar noch Medikinet hier, werds aber mal pausieren und gucken ob ich dann immer noch agressiv bin. Dann weiß ich zumindest es könnt auch vom Nikotinstopp herkommen. Und dann streich ich ihm noch mal die Zeilen mit "Marguerite" ist abgelenkt, stört, agressiv in meinem Zeugnissen an, die er beim überfliegen der Zeugnisse nicht gelesen hat. Und wenn er dann immer noch für Borderline Meds plädiert, obwohl ich keine Symptome hab meld ich ihn wegen fahrlässigkeit bei der Krankenkasse. *********. So. Gute Nacht.

  9. #19
    Ist hier zuhause

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 6.847

    AW: Agression durch Medikinet - Arzt setzt es ab, und nun?

    Ihn bei der Krankenkasse wegen Fahrlässigkeit zu melden ist übertrieben und bringt dich auch nicht weiter.

    Du musst dir überlegen, ob du mit diesem Arzt weiter zusammen arbeiten möchtest. Wenn Nein, dann frag ihn ob er dir die ADHS Diagnose, zumindest den Verdacht schriftlich gibt, ansonsten musst du wohl in den sauren Apfel beissen und noch mal woanders eine richtige Diagnostik machen. Was ich ehrlich gesagt für besser halten würde, denn wenn der Arzt erst NACH der Medikation an seiner eigenen Diagnose zweifelt, dann finde ich das schon sehr merkwürdig. Lass dir vor Allem erklären, wieso er nach ein paar Tagen MPH so plötzlich auf Bipolar kommt. Ich glaube ja, du hast nicht mal eine fundierte Diagnostik mitgemacht, sowas kann ja nur in die Hose gehen. Keiner der beiden Seiten kann sich sicher sein.

    Wenn ja, dann frag ihn doch, ob es nicht andere Wege der Stimmungsstabilisation gibt, falls das überhaupt nötig ist, und fange doch mal probeweise mit 5 mg Medikinet ADULT an, und steiger dann langsam auf. Um so langsameres eintitrieren, um so weniger Nebenwirkungen.

  10. #20
    Wohnt hier

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Alter: 39
    Forum-Beiträge: 1.209

    AW: Agression durch Medikinet - Arzt setzt es ab, und nun?

    Ich berichtete ihm, dass ich vom Medikinet zwar konzentrierter und ruhiger, aber auch aggressiv (episodisch 2-3 am Tag) werde.
    Mir ging es mit Medikinet Adult ähnlich. Allerdings traten die Stimmungsschwankungen mir depressiver und aggressiver Stimmung immer erst im Rebound auf. Ich hatte darunter extrem gelitten, weil diese Stimmungen definitiv fremdverursacht (durch das Med.) waren. In dieser Ausprägung hatte ich das nicht gekannt und wollte es auch nicht haben.

    Da sich das über nen Zeitraum von 5-6 Monaten nicht geändert hat, habe ich Medikinet Adult u.a. deswegen in Rücksprache mit meinem Arzt abgesetzt und es nicht bereut.

    Leider musste ich dann, in Ermangelung weiterer zugelassener Stimulanzien, auch die ganze Palette der Psychopharmaka durchprobieren. SSRI, SNRI, SNDRI, Neuroleptika und so weiter und so fort. Das war ätzend.

    Jetzt bin ich off-label wieder auf ein Stimulanz eingestellt. Läuft gut.

    Stattdessen soll ich nun "Lamotrigin", ein Stimmungs-stabilisierendes Medikament probieren und sehen ob ich damit besser zurecht komme.
    Das überrascht mich. Lamotrigin ist ein Antikonvulsivum, dass normalerweise zur Anfallsprophylaxe bei Epilepsie eingesetzt wird. Im Psychiatrischen kommt es, wie andere Antikonvulsiva auch, eigentlich nur als Phasenprophylaktikum bei therapieresistenter Depression und Manisch-Depressiver Erkrankung vor. Lamotrigin verringert dabei das Risiko für einen Rückfall mit affektiver Entgleisung.

    Die Verwendung als "Breitband-Mood-Stabilizer" wäre mir neu.

    Da würd ich bei meinem Arzt schon nochmal nachfragen wie er zu der Verrodnung kommt. Argumentiert er mit therapieresistenter Depression, sollte er erstmal ne Medikamentenanamnese machen und prüfen, ob Du wirklich alle anderen medikamentösen Alternativen schon durchhast. Argumentiert er mit Manisch-Depressiver Erkrankung, dann soll er Dir doch bitte Deinen Psychopathologischen Befund en detail erklären. Dann kannst Du ggf. seine Beobachtungen noch mal korriegieren.

    Ich habe gerade gelesen, dassLamotrigin zu sehr gefährlichen Hautausschlägen führen kann bei über 1 in 10.000 Patienten. Ich denke ich werde die Finger davon lassen.
    Die wohl gefährlichste Nebenwirkung von Lamotrigin nennt sich Luyell-Syndrom bzw. Toxische Epidermale Nekrolyse. Dabei nekrotisieren Hautzellen, es bilden sich Blasen (wie bei Verbrühung) und die Haut löst sich vom Fleisch. Klingt eklig, ist es auch.

    Beim Lyell-Syndrom liegt die Sterblichkeit zwischen 25-70%.

    Das medikamentös induzierte Lyell-Syndrom hat aber eine Prodromalphase (Vorstadium) von bis zu 21 Tagen mit grippeähnlichen Symptomen wie Unwohlsein, Mattigkeit, Schnupfen und Fieber. Kennt man die Warnzeichen, dann kann man rechtzeitig zum Arzt gehen. Sollte man dann auch!

    Das Risiko für ein Auftreten des Lyell-Syndroms unter Lamotrigin liegt bei einer Häufigkeit 1:10000. ABER: Unter der Einnahme anderer Antikonvulsiva bzw. Phasenprophlylaktika wie beispielsweise Carbamazepin oder Valproinsäure ist das Risiko deutlich größer!

    Wenn überhaupt würde ich Lamotrigin nur als Mono-Therapeutikum nehmen. Aber ich bin auch ein Mono-Fan bzw. ein Kombi-Schisser.

    Ich weiß jetzt allerdings nicht was ich machen soll. Arzt wechseln und von vorne der Spaß? Bin verzweifelt und wütend. Ich habe keinen Bock und auch echt keine Kraft mehr, von arroganten Ärzten wie ein Simulant behandelt zu werden. Was haltet ihr von dem ganzen? Was würdet ihr machen?
    Deine Wut kann ich gut verstehen. Ich hätte meinen Psycho-Onkel in dieser Phase meiner Behandlung oft am liebsten durchgeschüttelt. Auch die Kraft ist mir immer wieder ausgegangen, sodass ich auch immer wieder "hinschmeißen" wollte.

    Heute bin ich froh durchgehalten zu haben. Hat sich gelohnt, denn jetzt gehts mir gut.

    Halt durch! Bleib am Ball!

    Sprich mit Deinem Arzt, diskutier´s aus. Da darf man ruhig auch mal ein bißchen Druck machen. Und vor allem: Lass Dir nichts aufschwätzen womit Dir nicht wohl ist. Es geht schließlich um Dich!

    Im Zweifelsfall holst Du Dir ne Zweitmeinung ein. Wenn Du mit Deinem Arzt dann immer noch auf keinen grünen Zweig kommst, kannst Du immer noch wechseln.

    Viel Glück.

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