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Fragen, Antworten und Hilfe rund um ADS / ADHS - Medikamente, wie Ritalin, Concerta, Medikinet, Equasym und Strattera, sowie Medikamente bei Komorbiditäten, wie Antidepressiva, Neuroleptika, Benzodiazepine, andere Psychopharmaka und sonstige Medikamente
  1. #1
    Forum-Mitglied (nicht vorgestellt)

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 1

    Welche ADHS-Medis gibt es offiziell in Deutschland für Erwachsene?

    Hallo, ich habe von verschiedenen Ärzten unterschiedliche Auskünfte bekommen und bin nun verwirrt. Kann mir jemand von euch sagen welche Mittel es für Erwachsene offiziell gibt, die die Kassen zahlen? Zum Beispiel: Gibts sofortiges Ritalin für Erwachsene? Ich habe gelesen nein, warum? Was ist denn wenn man mit ret. Ritalin nicht so gut klar kommt? Und gibt es außer Ritalin,Elontril,Strattera sonst noch was? Modafinil gibt es hier nicht gegen ADHS oder?

  2. #2
    Muh!

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Alter: 54
    Forum-Beiträge: 6.840

    AW: Welche ADHS-Medis gibt es offiziell in Deutschland für Erwachsene?

    dred schreibt:
    welche Mittel es für Erwachsene offiziell gibt, die die Kassen zahlen?
    Diese Frage beantwortet sich selbst. Alle Medikamente, die von der Krankenkasse bezahlt werden, sind offiziell. Die Krankenkasse bezahlt keine illegalen Medikamente.

    dred schreibt:
    Gibts sofortiges Ritalin für Erwachsene?
    Was meinst Du mit sofort? Der Arzt verschreibt Dir ein Medikament und dann gehst Du damit zur Apotheke. Dort bekommst Du das Medikament, sofern es auf Lager ist, sofort.

    dred schreibt:
    Und gibt es außer Ritalin,Elontril,Strattera sonst noch was?
    Elontril ist nicht gegen ADHS. Außer Ritalin gibt es Ritalin LA und Ritalin SE. Aber die wirst Du alle nicht von der Krankenkasse bezahlt bekommen.

    Was gibt es für Medikamente gegen ADHS werden genannt? Man unterscheidet Methylphenidat-Medikamente mit kurzer Wirkdauer, also nicht retardierte Medikamente wie Medikinet, Ritalin, Methylphenidat TAD, Methylphenidat ratiopharm, Methylphenidat Hexal und retardierte Medikamente Concerta, Equasym retard, Medikinet adult , Medikinet retard, Ritalin LA. Medikinet retard ist nur für Kinder zugelassen, ist aber das Gleiche, wie Medikinet Adult. Ob Ritalin SE ein retardierte Medikament ist, weiß ich nicht. Es hat eine verzögerte Wirkstofffreisetzung, weist aber nicht die typische Verarbeitung eines retardierten Medikaments auf.

    Des Weiteren gibt es ein Medikament mit dem Wirkstoff Atomoxetin, nämlich Strattera. Ich bin überfragt, ob Strattera von der Krankenkasse bezahlt wird, wenn es erstmalig eingesetzt wird. Oft wird es dann bei Erwachsenen verschrieben, wenn MPH nicht wirkt (oder am Ende des Jahres, wenn die Ärzte ihr Budget für das Verschreiben von MPH überschritten haben).

    dred schreibt:
    Ich habe gelesen nein, warum?
    Ob Medikamente von der Krankenkasse bezahlt werden, ist in der Arzneimittel-Richtlinie verankert. Dort heißt es:

    Arzneimittelrichtlinie schreibt:
    §38 (5) Die Verordnung und die Abrechnung von Arzneimitteln, die als Vergleichsmedi-kation innerhalb ihres Zulassungsbereiches unverblindet eingesetzt werden, erfolgt nach den anderweitig anzuwendenden Vorschriften der vertragsärztlichen Versorgung. 2Dasselbe gilt für Arzneimittel, die unabhängig von der Studie begleitend verordnet werden.
    Das heißt, es muss eine Studie geben, in der die Unbedenklichkeit eines Arzneimittels festgelegt ist. Seit dem 01. Juli 2011 ist Methylphenidat auch gegen ADS bei Erwachsenen zugelassen. Zugelassen heißt, dass es nicht strafrechtlich verfolgt wird, falls Jemand MPH zu sich nimmt. Das bedeutet aber nicht, dass es auch von den Kassen bezahlt wird. Die Hersteller der Medikamente müssen nun die Unbedenklichkeit ihres speziellen Medikaments, die den Wirkstoff enthalten, nachweisen. Es erfolgt keiine Wirksoffbezogene zulassung durch die Krankenkassen, weil auch die zusätzlichen im Medikament enthaltenen Stoffe Nebenwirkungen zeigen können, die dieses Medikament generell unverträglich machen. Dieser nachweis der Unbedenklichkeit erfolgt mittels einer Studie, in der eine statistisch sichere Gruppe von Menschen dieses Medikament einnimmt. Erst wenn die GBA, also der gemeinsame Bundesausschuss der Ärzte, Zahnärzte, Psychotherapeuten, Krankenhäuser und Krankenkassen in Deutschland grünes Licht gibt, bezahlt die Krankenkasse das betreffende Medikament. Bislang hat lediglich Medikinet Adult die Auflagen der Arzneimittelrichtlinie erfüllt.
    Geändert von Steintor (13.02.2014 um 13:14 Uhr)

  3. #3
    Wohnt hier

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Alter: 39
    Forum-Beiträge: 1.209

    AW: Welche ADHS-Medis gibt es offiziell in Deutschland für Erwachsene?

    Entscheidend ist, für welche Anwendung (Indikation) ein Pharma-Hersteller beim jeweiligen Präparat eine Zulassung bei der Bfarm (Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte) beantragt und erwirkt hat.

    In der Indikation steht beschrieben, für welche Krankheit, welche Personengruppe und unter welchen Voraussetzungen eine Präparat auf Kassenrezept verordnet werden darf. Entspricht die Verordnung der Indikation muss die Krankenkasse zahlen. (Allerdings gibts da auch noch ne Einschränkung, wonach immer das günstigste Präparat verordnet werden muss, sofern es mehrere Präparate mit dem selben Wirkstoff gibt.)

    Zur Behandlung von Erwachsenen sind für die Indikation ADHS bislang nur Medikinet Adult (Methylphenidat) und Strattera (Atomoxetin) zugelassen.

    Für diese beiden Medikamente muss die Krankenkasse die Behandlungskosten übernehmen.

    Attentin (Dexamfetamin), Elvanse (Lisdexamfetamin) und andere Methylphenidat-Präparate sind zwar zur Behandlung der ADHS zugelassen, allerdings nur bei Kindern und Jugendlichen.
    Erfolgt bei diesen Präparaten eine Verordnung bei Erwachsenen, erfolgt diese off-label, also außerhalb der Arzneimittelrechtlichen Zulassung. Dann besteht keine Pflicht zu Kostenübernahme durch die Krankenversicherung. (Ich krieg beispielsweise Attentin off-label auf Privat-Rezept, zahle noch selbst und habe die Kostenübernahme bei der Krankenkasse jetzt beantragt.) Auch die Haftungspflicht für Komplikationen durch den Hersteller entfällt, die Verantwortung für Komplikationen liegt dann beim verordnenden Arzt.

    Antidepressiva wie Elontril haben keine Zulassung für die Behandlung der ADHS, obwohl sie sich unter Umständen positiv auf diese auswirken. Da die meisten ADHS-Betroffenen aber an komorbiden Depressionen leiden ist die Verordnung keine Problem, denn für Depression besteht eine Zulassung.

    Ich bin Laie und hab mir diese Infos auch nur aus dem www zusammengekratzt. Die Angaben sind also ohne Gewähr.

  4. #4
    Wohnt hier

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    Alter: 39
    Forum-Beiträge: 1.209

    AW: Welche ADHS-Medis gibt es offiziell in Deutschland für Erwachsene?

    Modafinil gibt es hier nicht gegen ADHS oder?
    Modafinil hat keine Zulassung für ADHS.

  5. #5
    Muh!

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Alter: 54
    Forum-Beiträge: 6.840

    AW: Welche ADHS-Medis gibt es offiziell in Deutschland für Erwachsene?

    Nietzsche schreibt:
    Entscheidend ist, für welche Anwendung (Indikation) ein Pharma-Hersteller beim jeweiligen Präparat eine Zulassung bei der Bfarm (Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte) beantragt und erwirkt hat.
    Du hast recht, denn auch Generika müssen vom Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte zugelassen werden, in unseem Fall die Zulassung eines Medikaments, das für Kinder vorgesehen ist, auch für Erwachsene. Erst dann entscheidet die Krankenkasse, ob sie bezahlt oder nicht.

  6. #6
    Wohnt hier

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    Alter: 39
    Forum-Beiträge: 1.209

    AW: Welche ADHS-Medis gibt es offiziell in Deutschland für Erwachsene?

    Mann war ich grad Banane. Musste den Beitrag löschen.
    Geändert von Nietzsche (13.02.2014 um 17:57 Uhr) Grund: Banane

  7. #7
    Wohnt hier

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    Alter: 39
    Forum-Beiträge: 1.209

    AW: Welche ADHS-Medis gibt es offiziell in Deutschland für Erwachsene?

    Du hast recht, denn auch Generika müssen vom Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte zugelassen werden, in unseem Fall die Zulassung eines Medikaments, das für Kinder vorgesehen ist, auch für Erwachsene. Erst dann entscheidet die Krankenkasse, ob sie bezahlt oder nicht.
    Ich versteh das nicht ganz. Sitz aufm Schlauch. Kannst Du nochmal ausführlicher erklären wie Du das meinst?

  8. #8
    Muh!

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    Forum-Beiträge: 6.840

    AW: Welche ADHS-Medis gibt es offiziell in Deutschland für Erwachsene?

    Nietzsche schreibt:
    Ich versteh das nicht ganz. Sitz aufm Schlauch. Kannst Du nochmal ausführlicher erklären wie Du das meinst?
    Ich bin in meiner Denke davon ausgegangen, dass das Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte den Wirkstoff zulässt und die Krankenkassen unter sich entscheiden, ob sie die jeweiligen pharmazeutischen Endprodukte bezahlen. Aber hier geht es ja um die Zulassung eines für Erwachsene neuen Medikaments. Das heißt, dass auch die anderen Medikamente mit dem gleichen Wirkstoff die gesetzliche Zulassung benötigen.

  9. #9
    Wohnt hier

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    Alter: 39
    Forum-Beiträge: 1.209

    AW: Welche ADHS-Medis gibt es offiziell in Deutschland für Erwachsene?

    Ok. Danke. Jetzt hab ich, glaub ich, verstanden.

    dass das Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte den Wirkstoff zulässt
    Genau dem ist nämlich nicht so. Ein Hersteller muss für jedes Medikament, welches er vertreiben will einen Antrag auf Zulassung bei der Bfarm stellen. Egal ob es schon andere Medikamente mit demselben Wirkstoff gibt.

    Im Antrag muss er die Indikation definieren. Krankheit, Personengruppe und andere Voraussetzungen für die Verordnung. Desweiteren muss er anhand von klinischen Studien belegen, dass das Medikament im Rahmen der Indikation wirksam und sicher ist. Und nur für diese Indikation kriegt das Medikament dann eine Zulassung.

    Mit der Zulassung entsteht für die Krankenversicherungen eine gewisse Pflicht zur Kosten-Übernahme, da im Zulassungsverfahren auch die Wirksamkeit des Medikaments bewiesen wurde.

    Bei einem Zulassungsantrag für ein Generikum entfallen die Studien die die Wirksamkeit belegen, da diese ja durch den Hersteller des Original-Präparats bereits vorgelegt wurden. Der Hersteller des Generikums muss diese nicht erneut durchführen. Es genügt Bezugnahme auf die Studien zum Original-Präparat. Stattdessen muss der Hersteller Generikums die therapeutische Äquivalenz in Wirkung und Sicherheit zum Originalpräparat belegen.

    Die Indikation muss ebenfalls vom Original-Präparat übernommen werden.

    Wird die Indikation verändert, muss ein vollständig neues Zulassungsverfahren oder eine Zulassungserweiterung beantragt werden.

    So hab ich das jedenfalls verstanden. Kann auch sein, dass ich daneben lieg! (Banane, und so)

    Krankenkassen unter sich entscheiden, ob sie die jeweiligen pharmazeutischen Endprodukte bezahlen.
    Das ist bei denjenigen Medikamenten so, die keine Zulassung haben oder außerhalb der Zulassung (z.B. einer anderen Altersgruppe) verschrieben werden. Dann zweifeln die Kassen, deren Wirksamkeit pauschal an.

    Deine Kasse entscheidet dann nach gut dünken, ob sie die Kosten übernehmen will. Ob sie die Kosten übernimmt hängt stark von der Argumentation ab die für die Verordnung spricht. Dabei musst Du oder Dein Arzt nachweisen, dass

    a.) Deine Krankheit schwerwiegend ist und Deine Lebensqualität (unbehandelt) nachhaltig einschränkt
    b.) Alle zugelassenen Alternativen erfolglos waren und erschöpft sind
    c.) Es wissenschaftliche Erkenntnisse gibt, die die Wirksamkeit des neuen Medikamentes belegen und Aussicht auf individuellen Erfolg besteht

    Knifflig.

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