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  1. #1
    Forum-Mitglied (nicht vorgestellt)

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose seit Kindheit
    Alter: 29
    Forum-Beiträge: 35

    Hat MPH wirklich etwas für euch geändert?

    Hallo,

    bei mir wurde vor kurzem ADHS diagnostiziert. Nächste Woche habe ich einen Termin bei dem es (auch) um eine Behandlung mit MPH gehen wird.

    Ich bin sehr verzweifelt. Hab 3 Studiengänge abgebrochen, bin jetzt im Vierten, den ich wirklich liebe aber auch da geht es einfach nicht wirklich vorwärts, obwohl ich wirklich Interesse habe an dem, was ich studiere. Mit jedem abgebrochenen Studiengang wurde natürlich die Scham größer, ebenso der Druck und die Zukunftsangst. Ich verschweige mittlerweile die abgebrochenen Studiengänge, weil da wenig Verständnis kommt.
    Genauso ist es mit der ADHS Diagnose. Da kommt nur sowas wie "Ausrede suchen", "ja, konzentrieren kann ich mich auch schlecht", "Du willst Dich ja nur dopen", "Gott und die Welt haben ADHS" bla bla bla.

    Hab schon sehr viel versucht mit Lernverhalten ändern, Lernort ändern, unterschiedliche Arten zu lernen, Ratgeber gelesen usw. nichts hat geholfen. Dabei habe ich nicht das Gefühl dem Studium intellektuell nicht gewachsen zu sein. Am Anfang eines neuen Themas bin ich immer mit allen gleich auf oder sogar vor den meisten und dann, nach einiger Übung, Vertiefung usw. falle ich weit zurück.

    Nun ist MPH eine große Hoffnung von mir. Aber ich weiß nicht, ob ich da nicht zu viel erwarte. Klar reagiert jeder anders aber gibt es wirklich die Möglichkeit, dass MPH wirklich etwas grundsätzliches ändert? Oder kann ich nur graduelle, leichte Besserung meiner Probleme erwarten?

    Natürlich bin ich auch bereit, neben der Medikamentation, andere Dinge anzupacken, zu hinterfragen und zu verändern, wenn es da Möglichkeiten gibt.

    Der Einfachheit halber hab ich oben einfach mal die Probleme mit dem Studium beschrieben. Natürlich bestehen weiterhin auch große Probleme im Alltag aber die akademischen Probleme sind wirklich das massivste bezüglich meiner Ängste.

  2. #2
    Ist hier zuhause

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Alter: 61
    Forum-Beiträge: 2.091

    AW: Hat MPH wirklich etwas für euch geändert?

    Hallo

    ja, absolut ja - bei mir hat sich viel verändert.

    Die größte Veränderung war, dass ich in der Lage bin mich und mein Verhalten tatsächtlich zu veränder.

    Kurz - MPH verändert die Art und Weise der Wahrnehmung - das macht es dir möglich deinen Umgang mit den Problemen des Alltags zu verändern.

    Z. B. fällt es mir mit MPH nicht schwer komplexe Arbeiten zu strukturieren und mich dann auch daran zu halten. Mit Mph bin ich nicht so ablenkbar.

    Ich muß mich mit Mph auch nicht über jeden "Scheiß" aufregen - ich bekomme mit, dass das eben "Scheiß" ist, kann aber bei mir bleiben und muß dann nicht die Welt retten.

    Natürlich bin ich auch bereit, neben der Medikamentation, andere Dinge anzupacken, zu hinterfragen und zu verändern, wenn es da Möglichkeiten gibt.
    Wie schon geschrieben - Mph verändert dich nicht - es verändert die Art und Weise der Wahrnehmung und die Gewichtung des Wahrgenommenen - Alles Andere mußt du dir selber (oder mit Hilfe eines Coatch) erarbeiten. Das Schöne ist jedoch, dass du es dir mit Mph auch erarbeiten kannst.

    bis denne Elwirrwarr

  3. #3
    Inventar-Nr. 847

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 525

    AW: Hat MPH wirklich etwas für euch geändert?

    Genau so ist es, wie El beschrieben hat. Es wird einiges anders, leichter anzufangen/durchzuführen/dranbleiben...

  4. #4
    trümmerlotte

    Gast

    AW: Hat MPH wirklich etwas für euch geändert?

    Das ist bei mir je nach Tagesform manchmal wirkt es gut, manchmal nicht aber wenn es wirkt bin ich nicht ganz so chaotisch insgesamt etwas gedämpfter bin sonst schneller auf 180.
    TL

  5. #5
    Wohnt hier

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Alter: 39
    Forum-Beiträge: 1.209

    AW: Hat MPH wirklich etwas für euch geändert?

    Hab schon sehr viel versucht mit Lernverhalten ändern, Lernort ändern, unterschiedliche Arten zu lernen, Ratgeber gelesen usw. nichts hat geholfen.
    Das kenn ich aus anderen Lebensbereichen. Da tut man und macht man und reißt sich den A.... auf und hat trotzdem ne komplette Mattscheibe. Ich bin mir da über viele Jahre echt dämlich vorgekommen. (Vor der Diagnose).

    Nun ist MPH eine große Hoffnung von mir.
    Die Hoffnung ist auch berechtigt. Elwirrwarr hat das schon perfekt umschrieben.

    Ich nehme zwar kein MPH mehr, aber dafür ein anderes Stimulanz und habe ähnliche Erfahrungen gemacht. Die Welt um einen herum wird übersichtlicher, der Fokus aufs Wesentliche besser und man bekommt mehr Struktur und Durchhaltevermögen. Außerdem gehen einem auch bestimmte Zusammenhänge leichter in die Birne.

    Aber ich weiß nicht, ob ich da nicht zu viel erwarte.
    Bezogen auf meine Erwartungshaltung, habe ich die größte Überraschung erlebt. Ich hab mir so falsche Vorstellungen zur Wirkung von Stimulanzien gemacht.

    Das ging schon bei der Stärke der Wirkung los. Ich hab gedacht ich spür das Medikament nach der Einnahme bewußt. Dem war überhaupt nicht so. Die spürbare Wirkung war total unspektakulär (worüber ich jetzt sehr froh bin). Ich merk das Medikament nur, wenn ich wirklich zielgerichtet etwas tue und mich dabei zielgerichtet beobachte.

    Der zweite Trugschluss war, dass ich glaubte mit Stimulanz mehr Wahrnehmungsinhalte verarbeiten zu können. Pfeiffendeckel! Ich verarbeite jetzt deutlich weniger Wahrnehmungsinhalte als vorher. Dann allerdings die Relevanten, mit denen ich auch produktiv was anfangen kann. Und die Verarbeitung ist um einiges nachhaltiger. Mir rauschen Wahrnehmungsinhalte nicht mehr einfach so durchs Hirn durch, sondern machen auch mal Pause und sagen Hallo.

    Natürlich bin ich auch bereit, neben der Medikamentation, andere Dinge anzupacken, zu hinterfragen und zu verändern, wenn es da Möglichkeiten gibt.
    Das ist die beste Einstellung um letztendlich erfolgreich zu sein. Ohne Eigenengagement gehts auch nicht. Das Medikament bildet das Fundament auf dem man ne ganze Menge Bewältigungsstrategien entwickeln kann und anwenden muss.

  6. #6
    Forum-Mitglied (nicht vorgestellt)

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose seit Kindheit
    Forum-Beiträge: 82

    AW: Hat MPH wirklich etwas für euch geändert?

    Hi,

    ich weiß wovon du sprichst.
    Ich habe früher mit 14 circa mein Medikinet bekommen, ich war immer aufgedreht und total der Schulversager.
    Ich hatte immer eine 5 oder 6, obwohl ich doch wollte, doch ich konnte einfach nie konzentriert lernen und war faul.
    Als ich die Tabletten bekam, veränderte sich alles in der Schule.
    Ich habe Bücher gelesen, ich schrieb sogar mal Einsen und Zweien !!!
    Leider hänge ich grade etwas wie früher rum, da ich die Tabletten wegen meiner Gesundheitlichen Lage abgesetzt bekommen habe,
    bekomme sie jedoch wieder und dann bin ich wieder der Überflieger

    - - - - - - - - - - Beiträge zusammengeführt (< 3 Minuten Zeitunterschied) - - - - - - - - - -

    Hi,

    ich weiß wovon du sprichst.
    Ich habe früher mit 14 circa mein Medikinet bekommen, ich war immer aufgedreht und total der Schulversager.
    Ich hatte immer eine 5 oder 6, obwohl ich doch wollte, doch ich konnte einfach nie konzentriert lernen und war faul.
    Als ich die Tabletten bekam, veränderte sich alles in der Schule.
    Ich habe Bücher gelesen, ich schrieb sogar mal Einsen und Zweien !!!
    Leider hänge ich grade etwas wie früher rum, da ich die Tabletten wegen meiner Gesundheitlichen Lage abgesetzt bekommen habe,
    bekomme sie jedoch wieder und dann bin ich wieder der Überflieger

  7. #7
    Ist öfter hier

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 168

    AW: Hat MPH wirklich etwas für euch geändert?

    MPH lässt mich Herrin über meine Sinne sein.

    Früher hatte ich total oft mit Reizüberflutung zu kämpfen. Teilweise auch ohne, dass ich das wusste, bzw wie es sich für mich auswirkt, das ist jetzt deutlich weniger der Fall.

  8. #8
    Forum-Mitglied (nicht vorgestellt)

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose seit Kindheit
    Alter: 29
    Forum-Beiträge: 35

    AW: Hat MPH wirklich etwas für euch geändert?

    Danke für die Antworten. Bei Mir sieht es jetzt erstmal nach einem Behandlungsversuch mit Amphetaminsaft aus. Bin gespannt aber auch etwas ängstlich.

    MPD und Amphetaminsaft scheinen mir die einzigen wirklich effektiven Behandlungsmöglichkeiten zu sein. Jetzt wo das so in nächste Nähe gerückt ist, ist die Sorge groß Non Responder zu sein oder es einfach nicht zu vertragen.

  9. #9
    Neues Forum-Mitglied

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Alter: 47
    Forum-Beiträge: 161

    AW: Hat MPH wirklich etwas für euch geändert?

    Hallo,

    erstmal bin ich etwas verwundert, daß dein Arzt bei dir direkt mit Amphetaminsaft anfangen möchte. Meines Erachtens ist das wie mit Kanonen auf Spatzen schießen, denn normalerweise kommt der Saft zum Einsatz, wenn sich MPH als ein für dich nicht ausreichend helfendes Medikament herausgestellt hat. Und mache dir keine Sorgen, daß du eventuell ein Nonresponder bist. Selbst wenn - es gibt noch andere Möglichkeiten der Behandlung.

    Das Wichtigste ist eh, daß du eine Diagnose hast. Das Kind hat einen Namen, und dein bisher evtl. schwieriges Leben hat einen Grund, für den du nichts kannst. Und nein, du kannst auch nichts dafür, wenn du wegen der ADHS-Symtome Prüfungen und andere Sachen vergeigst. Sich dafür verzeihen können - das allein ist schon heilsam.

    Die Diagnose und das MPH haben mein Leben umgekrempelt. Aber es war nicht so, daß ich plötzlich funktionierte. Es gibt immer noch Bereiche, da funktioniere ich genau so wenig wie vor der Diagnose. Doch das empfinde ich nicht mehr als schlimm, ich habe gelernt, darüber lächeln. Meine Selbstakzeptanz ist enorm gewachsen. Ebenso, dank MPH, meine emotionale Stabilität. Ich bin nicht mehr so schnell reizüberflutet und weiß nun, welche Situationen ich vermeiden muss, damit ich erst garnicht in eine Reizüberflutung hineinschlittere. Ich kenne nun meine Grenzen, und versuche sie sanft (!) zu erweitern. Ich habe Tricks für mich entwickelt, um meinen Alltag besser und halbwegs entspannt zu stemmen.

    Inzwischen reduziere ich sogar meine MPH-Dosis leicht. Am späten Nachmittag verzichte ich oft auf die 10-mg-Kapsel, weil ich das Gefühl habe, auf sie gut verzichten zu können.

    Medikamente sind nur EIN Hilfsmittel. Strebe nicht danach, dein Leben so zu leben, wie die neurotypischen Menschen es für normal halten, sondern baue dir dein Leben so, daß es zu dem passt, was du bist. Eigentlich gilt das für jeden Menschen, aber für AD(H)Sler ist das einfach notwendig. Notwendiger als der Versuch, mit MPH ein völlig "normales" Leben zu führen.

    Gruß
    Trago

  10. #10
    Neues vorgestelltes Mitglied

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Alter: 42
    Forum-Beiträge: 54

    AW: Hat MPH wirklich etwas für euch geändert?

    Hallo Trago,

    tolle Antwort. Macht Mut!

    LG,

    Saturnus
    PS.: Dein Begriff: "neurotypisch" - finde ich genial - Ab sofort werde ich den klauen und rigoros zu verwendung bringen.

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