Seite 1 von 3 123 Letzte
Zeige Ergebnis 1 bis 10 von 26

Diskutiere im Thema Wer darf Medikamente verschreiben? Von wem bekomme ich die Medikamente? im Forum ADHS Erwachsene Medikamente
bei ADHS bei Erwachsenen Forum
Fragen, Antworten und Hilfe rund um ADS / ADHS - Medikamente, wie Ritalin, Concerta, Medikinet, Equasym und Strattera, sowie Medikamente bei Komorbiditäten, wie Antidepressiva, Neuroleptika, Benzodiazepine, andere Psychopharmaka und sonstige Medikamente
  1. #1
    Forum-Mitglied (nicht vorgestellt)

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: Interessiert/Eigenverdacht auf ADHS / ADS
    Forum-Beiträge: 7

    Wer darf Medikamente verschreiben? Von wem bekomme ich die Medikamente?

    Hallo,
    ich habe vor mich auf ADS Testen zu lassen, da ich einige Symptome aufweise und schon immer extreme Konzentrationsprobleme habe.
    Nachdem ich bei einem Psychiater war und keine feste Diagnose gestellt wurde, mir aber Medikamente (Venlafaxin) verschrieben wurden, suche ich mir einen anderen Arzt, da dieses Medikament ja extreme Nebenwirkungen haben soll (auch beim Absetzen).
    Ich habe jetzt einen Termin bei einem Dipl. Psych. . Ich war bisher noch nie bei ihm, aber alleine schon die Sprechstundenhilfe war sehr nett und hat sich fast 10 Minuten Zeit am Telefon genommen. Es werden dann auch richtige Tests (Fragebögen, Konzentrationstests... etc.) gemacht die bei dem Psychiater nicht gemacht wurden.
    Natürlich muss man nicht immer Medikamente nehmen, wenn man ADS hat, aber trotzdem will ich mal fragen: So wie ich das verstehe darf ein Dipl. Psych. doch keine Medikamente verschreiben, oder? Wie liefe das denn ab, wenn bei mir ADS festgestellt würde und es Sinn machen würde (vtl. neben einer Therapie) Medikamente zu nehmen? Würde ich nach der Diagnose zu einem Psychiater geschickt, der mir einfach ein Rezept ausstellt, oder müsste ich bei ihm auch noch Tests machen?

    Würdet ihr eher zu einem Psychiater gehen, oder zu einem Dipl. Psych, oder meint ihr das ist nebensächlich? Was wurden bei euch denn so für Tests gemacht, neben einem Fragebogen?
    Geändert von MakeMyDay (14.01.2014 um 12:47 Uhr)

  2. #2


    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene(r)
    Alter: 43
    Forum-Beiträge: 20.806
    Blog-Einträge: 40

    AW: Wer darf Medikamente verschreiben? Von wem bekomme ich die Medikamente?

    MakeMyDay schreibt:
    Würdet ihr eher zu einem Psychiater gehen, oder zu einem Dipl. Psych? Was wurden bei euch denn so für Tests gemacht, neben einem Fragebogen?
    Naja,

    für die Diagnostik ist ein Facharzt für Psychiatrie erforderlich, der zudem weitere Untersuchungen durch einen Allgemenmediziner anordnet (Ausschluß körperlicher Ursachen als Hintergrund der Symptomatik), der dann ggf. weitere Untersuchungen durch Fachärzte anderer Fachrichtungen durchführen lässt (Internist, Endokrinologe, ...).

    Ggf. kann der Facharzt auch Teile der Diagnostik an einen Diplom-Psychologen bzw. psychologischen Psychotherapeuten delegieren.

    Zu den genauen durchzuführenden Diagnosepunkten siehe auch hier:

    https://adhs-chaoten.net/ads-adhs-er...wachsenen.html

    Im Falle einer positiven Diagnose kommt es darauf an, welche Therapieformen vorgeschlagen werden.

    Im Falle einer Psychtherapie kann diese von verschiedenen Berufsgruppen durchgeführt werden.

    So von Diplom-Psychologen, psychologischen Psychotherapeuten, ärztlichen Psychotherapeuten und Ärzten für psychotherapeutische Medizin.

    Die medikamentöse Therapie kann und darf in Deutschland nur von Fachärzten für Psychiatrie durchgeführt werden, wobei vor der Medikation im Falle von Stimulanzien (MPH, Amphetamin) weitere körperliche Untersuchungen verpflichtend sind (v. a. Blutdruck, EKG).

    Soweit der allgemeine Ablauf in der minimalsten Form, wobei im Einzelfall noch weitere Diagnostik oder weitere Therapieformen erforderlich sein können.



    LG,
    Alex

  3. #3
    Muh!

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Alter: 54
    Forum-Beiträge: 6.858

    AW: Wer darf Medikamente verschreiben? Von wem bekomme ich die Medikamente?

    Im Moment blicke ich selbst nicht mehr durch.

    Bundesregel ist, das ausschließlich ein Neurologe oder Psychiater die Diagnose bez. ADHS stellen darf, seitens der Bundesärztekammer. Und Bundesgesetz ist, dass nur diese Ärzte die Medikamente dafür verschreiben dürfen. Diese Ärzte können, wie Alex schon schrieb, einen Hausarzt beauftragen, sofern sie die BTM-Zulassung haben, die Medikamente in seinem Auftrag zu verschreiben.

    Meine Hausärztin in Niedersachsen hat mir Medikinet verschrieben, nachdem sie den Arztbrief mir der Diagnose gesehen hat. Mein Hausarzt in Rheinland-Pfalz hat im selben Jahr gesagt, das er das trotz Arztbrief nicht dürfe (er hat mir ein Schreiben gezeigt, auf dem das stünde. Leider habe ich nicht erkennen können, von wem das Schreiben war. Ich werde mal nachfragen).

    Vor 5 Jahren war Citalopram noch kein Antidepressivum. Das hat mir der Hausarzt ohne Rücksprache mit einem Neurologen, verschrieben. das geht heute in Niedersachsen nicht mehr. Wie das in Rheinland-Pfalz aussieht, weiß ich nicht.

    Aber um die Frage des TE zu beantworten: BTMs dürfen bundesweit nur Psychiater oder Neurologen mit BTM-Zulassung verschreiben. Wie es mit den anderen, nicht-BTM-Medikamenten, z.B. Strattera, aussieht, weiß ich nicht.

  4. #4
    Ist hier zuhause

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 2.410

    AW: Wer darf Medikamente verschreiben? Von wem bekomme ich die Medikamente?

    Lieber Makemyday!

    Alle Medikamente können Nebenwirkungen haben, müssen dies aber nicht. Irgendwie scheint bei Psychopharmaka die Angst vor Nebenwirkungen immer deutlich höher als bei anderen Medikamenten. Ich kann mir nicht vorstellen, dass sich jemand den Beipackzettel von Aspirin genauso gründlich durchlieset, wie den eines Psychopharmakas.

    Beipackzettel sind der Haftungsausschlhuss für den Hersteller. Es wird alles aufgeführt, was auch nur ansatzweise während der Einnahme des Medikamentes aufgetreten ist. Dafür haftet dann der Hersteller nicht, wenn diese Dinge durch die Einnahme des Medikamentes auftauchen.

    Ob du mit Nebenwirkungen auf ein Medikament reagierst und ob diese Nebenwirkungen schwerer wiegen als der Nutzen durch das Medikament, muss jeder selbst ausprobieren. Ich nehme selbst Venlafaxin. Die einzige Nebenwirkung war bei mir vermehrtes Schwitzen, was aber nach drei Monaten aufhörte. Das konnte ich gut aushalten. Insofern ist der Nutzen deutlich höher als die Nachteile.

    Hat der Doc denn nichts dazu gesagt, warum du das Venlafaxin nehmen sollst? Hast du mit dem Doc über die Angst vor den Nebenwirkungen gesprochen?

    Grundsätzlich macht jeder Arzt und Therapeut vor Beginn einer Behandlung noch einmal eine eigene Diagnose. Ob aber ein Psychiater die Diagnose eines Psychotheapeuten als Voraussetzung zur medikamentösen Behandlung ausreichen läßt, wage ich zu bezweifeln.

    Die Behandlung psychischer Erkrankungen ist so komplex, dass ich damit immer zu einem Psychiater gehen würde. (Der Hausarzt darf natürlich auch alle Medikamente verschreiben, aber eben nicht für Kassenpatienten. Die unterschiedliche Handhabung hat teilweise auch etwas mit den unterschiedlichen Kassenärztlichen Vereinigungen zu tun.)
    LG Trine

  5. #5
    Forum-Mitglied (nicht vorgestellt)

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: Interessiert/Eigenverdacht auf ADHS / ADS
    Forum-Beiträge: 7

    AW: Wer darf Medikamente verschreiben? Von wem bekomme ich die Medikamente?

    Hallo,
    erstmal Vielen Dank für die Antworten!
    Mich hat es halt beunruhigt, dass die Psychiaterin ohne genau zu wissen woher die Konzentrationsprobleme kommen oder ob ich ADS habe Venlafaxin verschrieben hat. Sie sagte, das könne auch helfen indem es Ängste mildert, oder so. Allerdings vertraue ich ihr nicht mehr ganz, weshalb ich einen anderen Arzt gesucht habe. Als ich mir im Internet einen Psychiater rausgesucht habe und anrief, sagten die, dass die keine ADS Untersuchungen machen, haben mich aber an den Dipl. Psychologen verwiesen. Ich werde bei ihm morgen nochmal anrufen und fragen.
    Ist halt die Frage, ob ein Psychiater die offizielle Diagnose aufgrund der Ergebnisse des Dipl. Psychologen und meinen weiteren Ergebnissen (Bluttests, Lungenfunktionstest, Schilddrüsentest, EEG, EKG, ... : alles ok) und vielleicht einem kleinem Gespräch relativ schnell stellt, oder ob er selber die ganzen Tests wiederholen will?


    LG MakeMyDay

  6. #6
    Muh!

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Alter: 54
    Forum-Beiträge: 6.858

    AW: Wer darf Medikamente verschreiben? Von wem bekomme ich die Medikamente?

    MakeMyDay schreibt:
    Ist halt die Frage, ob ein Psychiater die offizielle Diagnose aufgrund der Ergebnisse des Dipl. Psychologen und meinen weiteren Ergebnissen (Bluttests, Lungenfunktionstest, Schilddrüsentest, EEG, EKG, ... : alles ok) und vielleicht einem kleinem Gespräch relativ schnell stellt, oder ob er selber die ganzen Tests wiederholen will?
    Du, ich glaube, dass es ein wenig durcheinander geht. Außerdem finde ich es nicht so gut, dass Du nur nach den Medikamenten fragst. Du weißt ja noch gar nicht, was los ist. Vielleicht brauchst Du ja keine Medikanente.

    Das Grundproblem ist, dass geschätzte 2/3 der Ärzte mit Kompetenz in psychologischen Fragen, also Neurologen und Psychiater, nicht an ADHS bei Erwachsenen glauben und sich weigern, dieses zu untersuchen. Daher:

    Punkt 1: Diagnose. Einen Arzt suchen, der ADHS oder Anderes diagnostiziert.

    Die Diagnose kann u.a. ADHS und eventuell andere psychologische Beschwerden enthalten. Antidepressiva bekommst Du nicht wegen des ADHSs, sondern wegen der Depression, die als Komorbidität auftreten kann. Wenn ein Arzt nicht an ADHS bei Erwachsenen glaubt, wird er Dir auch wegen ADHS ein Antidepressivum verschreiben, was früher die Regel war. An dieser Stelle würde ich aufpassen. Ein erfahrener Arzt kann eine Diagnose sehr schnell stellen. Bei mir hat es 10 Minuten gedauert.

    Die ADHS-Diagnose schließt eine Schilddrüsenuntersuchung - das ist der Bluttest - ein, weil sich die Symptome beider Beschwerden ähneln. Eine besondere Schilddrüsenuntersuchung ist erst dann sinnvoll, wenn tatsächlich eine Fehlfunktion derselben vorliegt. Die Notwendigkeit eines Lungenfunktionstest bei einer ADHS-Untersuchung ist mir nicht bekannt.

    Nach positivem Bescheid entscheidet der Arzt, welche Therapie er bevorzugt. Im Falle eines ADHSs könnte er Dir Medikamente verschreiben. Und hier gibt es BTMs und Nicht-BTMs. Sollte er Dir ein BTM verschreiben, müsstest Du, solltest Du in Rheinland-Pfalz wohnen, eine Verhaltenstherapie mitmachen. Das heißt, er überweist Dich an einen Diplom-Psychologen. Das ist kein Arzt und der darf auch keine rezeptpflichtigen Medikamente verschreiben.

    Und sollte sich der Arzt für eine medikamentöse Therapie entscheiden, so muss er Dich erst einmal untersuchen (lassen), ob Du das überhaupt verträgst, also EKG, bei Kindern noch EEG.

    Punkt 2: Therapie. Medikamente und/oder Psychotherapie. Die Medikamente können manchmal auch von allgemeinen Ärzten verschrieben werden, aber nur in Absprache mit den oben genannten Ärzten.

    Punkt 3: Coaching (optional). In vielen Fällen reicht eine Begleitung in ADHS-Fragen aus. Die musst Du leider selbst bezahlen. Bislang habe ich das bevorzugt, doch muss ich jetzt eine Verhaltenstherapie machen, obwohl ich das gar nicht will.
    Geändert von Steintor (14.01.2014 um 16:11 Uhr)

  7. #7
    Neues Forum-Mitglied

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 299

    AW: Wer darf Medikamente verschreiben? Von wem bekomme ich die Medikamente?

    Ich bin von einem Facharzt für psychosomatische Medizin & Psychotherapie in einer Klinik getestet worden.
    Bin dann mit dem Bericht, bzw. der Diagnose, zum Hausarzt und zum Psychiater.
    Letzterer stellt nun immer das Rezept aus, die Empfehlung für die erste Medikamentengabe stand ebenfalls im Bericht.
    In dieselbe Klinik hätte der Psychiater mich auch geschickt, aber mein Weg war andersrum.
    Allerdings bin ich irgendwie nicht so ganz sicher, wie er zu der Diagnose steht?!
    Geändert von Blitzhexe (14.01.2014 um 16:45 Uhr)

  8. #8
    Forum-Mitglied (nicht vorgestellt)

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: Interessiert/Eigenverdacht auf ADHS / ADS
    Forum-Beiträge: 7

    AW: Wer darf Medikamente verschreiben? Von wem bekomme ich die Medikamente?

    TOLL -.- Bluescreen und mein ganzer Text ist weg...
    Nochmal die Kurzfassung:
    Danke für die ausführliche Antwort:
    Es geht mir nicht um die Medikamente. Natürlich kann es sein, dass ich kein ADS (ADHS kann ich bei mir eigentlich ausschließen) habe und wenn doch, dass eine Therapie reicht. Es geht wie gesagt nur darum, dass wenn ich den Test bei dem Dipl. Psychologen mache und mir Medikamente empfohlen werden, dass ich nicht bei einem Psychiater, der mir die Rezepte verschreiben könnte, den ganzen Test wiederholen muss. Ich gehe davon aus, dass der Psychologe, bei dem ich in eimem Monat einen Termin habe, an AD(H)S glaubt (es werden nämlich nur Erwachsene auf ADS getestet, wie die Sprechstundenhilfe sagte). Ich bin von der Freundlichkeit und der vielen Zeit, die sie sich für mich genommen hat sehr positiv Überrascht, weswegen ich da auch gerne hingehen würde.

    Zu den Medikamenten: Depressionen habe ich meiner Meinung nach nicht. Natürlich habe ich ab und zu meine Tiefs, wenn es nicht so läuft, wie es soll mit dem Konzentrieren, aber ich bin der Meinung, dass ich deshalb nicht extra Medis brauche. Die Psychiaterin sagte, dass ich mich von dem Begriff Antidepressiva nicht beirren lassen soll. Es soll wohl mit den Medis der Druck genommen werden, damit ich mich besser konzentrieren kann, wobei ich nicht der Meinung bin, dass meine Konzentrationsprobleme nicht am Druck liegen. Natürlich haben alle Medis Nebenwirkungen, aber besonders bei diesem habe ich oft von vielen schlimmen Nebenwirkungen gehört (starke Übelkeit, extreme Alpträume, 5-Fache Suizidgefahr,... wenn man das Medikament 2 Tage nicht nimmt oder Absetzt gibt es auch oft starke Nebenwirkungen). Bei Ritalin, oder ähnlichem ist ja der Vorteil, dass man normalerweise mal ein paar Tage die Tabletten weglassen oder vergessen kann, was bei Velafaxin ja nicht so einfach geht, was für mich ein Problem wäre. Natürlich kann man nicht alles veralgemeinern, aber die Verschreibung von der Psychiaterin ist mir ziemlich suspekt. Deswegen möchte ich die Psychiaterin erstmal meiden und mich von jemand anderem untersuchen lassen.

    Zu Punkt 1: Bei ADS ist die Diagnose ja glaube ich etwas schwieriger bzw. es gibt weniger Symptome. Da weiß ich nicht ob mir ein erfahrener Arzt die Diagnose in 10 Minuten stellen kann. Bei dem Dipl. Psychologen, wo ich hingehen würde, wüden ja auch 1-2 Stunden Konzentrationstests, o.Ä. gemacht, was eher sinvoll ist, als sich von einem Arzt nach 10 min eine Diagnose geben zu lassen, oder?
    Bei mir wurde vom Hausarzt gemacht: EKG, Lungenfunktionstest, Blutdruck, Bluttests und Ultraschall innerer Organe sowie der Schilddrüse gemacht. Vom Psychiater ein EEG. Somit würde ich hoffen, dass ich zumindest diese Tests nicht nochmal machen muss.

    Zu der Frage worum es eigentlich geht:
    Ich habe den Termin beim Dipl. Psychologen schon gemacht und mein Eindruck von der Praxis ist wie gesagt sehr positiv. Was würdest du/ihr mir empfehlen? Sollte ich da erstmal den Test machen lassen und dann, falls er positiv ausfällt nochmal zu einem Psychiater oder sollte ich zuerst einen anderen Psychiater aufsuchen, der die Tests anordnet oder selber macht?

    @Blitzhexe
    Bei mir wäre das ja ähnlich nur dass ich zuerst nicht von einem Facharzt untersucht würde.
    Geändert von MakeMyDay (14.01.2014 um 17:13 Uhr)

  9. #9
    Ist hier zuhause

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 2.410

    AW: Wer darf Medikamente verschreiben? Von wem bekomme ich die Medikamente?

    Wenn dich der Psychiater zur Testung zur Psychologin geschickt hat, wird er wohl deren Testergebnisse akzeptieren. Konzentrationstests etc. fallen genaugenommen in den Bereich Arbeitspsychologie und werden in den Kliniken auch entsprechend von Psychologen durchgeführt.

    Venlafaxin ist offiziell ein Antidepressivum, hat aber als SNRI auch einen Wirkanteil auf den Noradrenalinhaushalt ab einer bestimmten Dosierung. Gerade bei hypoaktiven Anteilen bei der ADS wirkt es häufig gut unterstützend.

    Ich selbst benötige MPH und Venlafaxin gemeinsam, damit eine adäquate medikamentöse Wirkung erreicht wird. Wenn du Probleme hast mit Antrieb, also aus dem Quark kommen, dann kann Venlafaxin allein schon gute Wirkung zeigen. Ich schreibe bewusst kann, weil es bei jedem anders ist. Ich selbst habe jahrelang Cipralex genommen, weil es ursprünglich Deperssion hieß. Die umstellung auf Venlafaxin während des ADHS-Verdachtes war schon eine große Erleichterung, wobei ich selbst es gar nicht so gemerkt habe, sondern viel eher mein Umfeld.

    Nach der Wiedervereinigung hießen die Fachärzte für Psychatrie zwischenzeitlich mal Fachärzte für Psychosomatische Medizin. Ist also das gleiche wie ein Psychiater.

    Ich finde das nicht so suspekt, was die Psychaterin gemacht hat. ADHS ist auch ein Problem der Selbstwahrnehmung. Viele emotionale Spitzen, die auch Krankheitswert haben, bekommen wir gar nicht mit, vermutlich auch, weil wir es gar nicht anders kennen. Ich bin ganz ruhig ist ein son Beispiel dafür. Dieses ständige auf und ab, was dazu gehört, damit wir uns überhaupt wahrnehmen, wird durch Venlafaxin abgemildert. Bereits das nimmt unheimlich viel Stress aus dem Leben.

    Bezüglich der Suizidalität aus dem Beipackzettel: das ist ein Problem bei allen Antidepressiva und eigentlich nur für den Arzt wichtig, damit er bei der medikamentösen EInstellung eine entsprechend engmaschige Überwachung vornimmt. Im Bereich Depressionen gibt es das Phänomen, dass Menschen suizidal sind und nur aufgrund der Antriebslosigkeit keinen Suizidversuch unternehmen. Wird jetzt der Antrieb medikamentös gesteigert, ohne dass eine Behandlung in Hinblick auf Suizidalität erfolgt, kann es eben zur Durchführung der Suizidversuche kommen. Wird aber eine Suizidalität durch den behandelnden Arzt abgeklärt und entsprechend engmaschige Kontrolltermine bei der medikamentöse Einstellung durchgeführt oder die Einstellung in einer Klinik durchgeführt, wird sich kein Patient aufgrund des Medikamentes umbringen. Bei Suizidalität werden häufig andere Medikamente als Venlafaxin gewählt, die sich anders auf den Antrieb auswirken. Insofern solltest du bei einer gründlichen Amnamnese keinerlei Bedenken haben. Sollten dir allerdings erstmalig Suizidgedanken unter einer medikamentösen Behandlung kommen, solltest du sofort deinen Arzt informieren.

    Übelkeit ist ebenfalls eine Nebenwirkung vieler Medikamente, die nach ein paar Tagen vorbei ist.

    Viel Erfolg!

  10. #10
    Neues Forum-Mitglied

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 299

    AW: Wer darf Medikamente verschreiben? Von wem bekomme ich die Medikamente?

    Trine schreibt:
    Nach der Wiedervereinigung hießen die Fachärzte für Psychatrie zwischenzeitlich mal Fachärzte für Psychosomatische Medizin. Ist also das gleiche wie ein Psychiater.
    Echt? Das wusste ich nicht! Dachte, da ist ein Unterschied?!
    Geändert von Blitzhexe (14.01.2014 um 17:46 Uhr)

Seite 1 von 3 123 Letzte

Ähnliche Themen

  1. Medikamente- Wie ehrlich darf man sein und wie ernst wird man genommen?
    Von kreativkopf im Forum ADHS Erwachsene Medikamente
    Antworten: 3
    Letzter Beitrag: 17.12.2012, 14:13
  2. Grundsätzliche Fragen! MPH Krankenkasse wer darf was verschreiben?
    Von Neule im Forum ADHS Erwachsene Medikamente
    Antworten: 5
    Letzter Beitrag: 13.07.2012, 13:47
  3. Darf man mich zwingen, Medikamente (Concerta) zu nehmen??
    Von Cassie im Forum ADS ADHS Erwachsene: Diagnose und Behandlung
    Antworten: 8
    Letzter Beitrag: 20.07.2011, 19:25
  4. medikamente
    Von Maria Z im Forum ADHS Erwachsene Medikamente
    Antworten: 1
    Letzter Beitrag: 13.07.2011, 14:56
  5. Medikamente?
    Von Hathor im Forum ADHS Erwachsene Medikamente
    Antworten: 15
    Letzter Beitrag: 19.11.2010, 22:15

Stichworte

Thema: Wer darf Medikamente verschreiben? Von wem bekomme ich die Medikamente? im Forum ADHS Erwachsene Medikamente bei ADHS bei Erwachsenen Forum
Fragen, Antworten und Hilfe rund um ADS / ADHS - Medikamente, wie Ritalin, Concerta, Medikinet, Equasym und Strattera, sowie Medikamente bei Komorbiditäten, wie Antidepressiva, Neuroleptika, Benzodiazepine, andere Psychopharmaka und sonstige Medikamente
©2017 ADHS bei Erwachsenen Forum