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  1. #1
    Stefanus

    Gast

    MPH und das neue Leben...

    Hallo liebe User,
    viele wissen ja schon, dass ich seit einem guten Jahr nun Medikinet adult nehme und nun Möglichkeiten habe mein leben zu gestallten wie ich es will, was ich mir zuvor nur erträumen konnte.
    Ich bin in meiner Persönlichkeit der gleiche Mensch aber eben nun ein lebensfroher, aufgeräumter und wesentlich ruhigerer und selbstbewusster Mensch geworden.

    All diese positiven Veränderungen machen mich auf der einen Seite sehr fröhlich, auf der anderen Seite habe ich jedoch furchtbare Angst.

    Es ist auf der einen Seite die Angst abhängig von etwas zu sein, Angst davor dass die Gesetze aufgrund der ständig steigenden Verordnungszahlen von MPH, geändert werden und vllt. irgendwann nicht mehr verschrieben werden. Auf der anderen Seite die Angst irgendwann eine Toleranz zu entwickeln und dass MPH nicht mehr wirkt wie es sollte.

    Ich denke wenige werden mir Antworten auf diesen Post geben können, es sind vllt. auch nur Empfindungen die mir in den letzten Tagen durch den Kopf gehen und die ich hier schreibe und eine Anregung zur Diskussion sind.

    Ich bin mittlerweile durch das MPH in der Lage wie meine Menschen im Umfeld zu sein und zu denken. Ich verstehe mich wesentlich besser zum Beispiel mit meinem Vater der ein sehr konzentrierter und genauer Mensch ist.

    Auf der anderen Seite weiss ich genau wie lange der Wirkstoff MPH bei mir wirkt und wann ich wieder zurück in die Chaoswelt "muss". Das macht mir Angst.

    Dann komm ich wieder zu dem Punkt, dass ich MPH am liebsten den ganzen Tag nehmen würde. Da lande ich dann aber wieder bei der Toleranzentwicklung die nur durch eine Studie mit einigen "Indizien" belegt wird. Die Erfahrungsberichte sagen aber es gäbe keine Toleranzentwicklung. Jedoch werden diese Erfahrungsberichte sehr wahrscheinlich auch von Leuten kommen die MPH nur um die 12h am Tag im Körper haben. Logisch, dass da keine Toleranz vorhanden ist. Es fehlt mir da auch einfach an Informationen. Zum Beispiel die Aussagen wie: 6h braucht der Körper ohne MPH um eine Toleranzentwicklung zu verhindern, woher kommen diese Werte?

    Die schlimmste Zeit am Tag, egal wie stressig mein Tag ist, ist mittlerweile die Zeit Abends nach den 12h wo ich zurück in die Chaoswelt gehe. Ich will dann eigentlich nur noch schlafen und davon flüchten. Ich bin momentan der Meinung, dass man das medikamentös auch regeln kann zum Beispiel: 20mg am Morgen und dann nach 6h 10mg, 3h später nochmals 10mg anstatt 2x20mg. Aber das ist eine Sache die ich mit meinem Arzt bereden muss so hätte man zumindest die Nacht ohne MPH aber auch die vollen 15-16h die man wach ist mit MPH abgedeckt.

    Ich fühle mich hier teilweise auch etwas allein mit der krassen Wirkung von Medikinet adult, viele scheinen trotzdem noch sehr viele Probleme zu haben. Bei mir scheint dieses Medikament eine so wertvolle Grundlage zu geben, dass es für mich relativ einfach, im Kontrast zu vorher ist, meine Probleme innerhalb sehr kurzer Zeit anzugehen und zu lösen. 10 Jahre Persönlichkeitsentwicklung ohne Erfolg führen nun durch 1 Jahr MPH zu einem 10 fachen Erfolg und das ohne große Belastung.

    Wie gesagt, ich weiss nicht was ich mir mit diesem weihnachtlichen Post hier erhoffe, ich bin ja selber ein sehr objektiver, reflektierter und systematischer Mensch. Ich würde einfach gerne von euch Wissen, ob ihr auch diese Ängste kennt und die Erleichterung durch die Medikamente. Wie habt ihr diese Abhängigkeit von einem Medikament auf ein sehr schönes Leben in euch integriert? Wie sind eure Meinungen dazu und wie habt ihr eure Verteilung im Bezug auf die Toleranzentwicklung am optimalsten gefunden?

  2. #2
    AlteEiche

    Gast

    AW: MPH und das neue Leben...

    Glückwunsch das MPH bei dir so gut wirkt!

    Das freut mich für dich.

    Es ist äußerst unwarscheinlich das die Gesetze bezüglich unserer Medikamentenversorgung geändert werden. Das ist nur ein hysterischer Klumpatsch in den Medien. Lass dich davon nicht verrückt machen. Die tatsächlich Verantwortlichen haben das längst gegen alle Widerstände durchgesetzt und bringen diese Thematik ja immer weiter vorwärts. Die Entwicklung neuer Medikamente ist für die Pharmaindustrie sehr lohnend, weil ADHSler chronisch "Krank" sind bzw. viele Betroffene für immer auf eine Medikamentierung angewiesen sind.

    Es wird eher besser werden denn schlechter. Das deuten Prodrug Entwicklungen wie Lisdexamphetamin und die sehr einfallsreichen Retardsysteme deutlich an.

    Zu dem Gedanken der Abhängigkeit von Methylphenidat kann ich dir nur eines sagen:

    Du bist nicht von Methylphenidat-Medikamenten Abhängig, sondern wir alle sind wie jeder Mensch von einem funktionierenden Dopaminsystem abhängig.


    Wenn das nicht mehr funktioniert ist das Medikament eine Krücke um es wieder funktional zu machen.

    Tatsache ist das eine Toleranzentwicklung unter langsam wirkenden mäßigen Dosierungen nicht zu beobachten ist.

    Die verschiedenen Informationen darüber basieren nach meinem Eindruck auf den unterschiedlichsten Untersuchungs/Studien-Konstellationen und deren Vermischung in der medialen Sensations-Provokations-Berichterstattung. Zeitungen wollen verkauft werden, Internetseiten aufgerufen und viele Leute haben in ADHS/Ritalin einen Kundenstamm bzw. ein Marketinginstrument entdeckt.
    Die Daten auf die sich bezogen werden sind von Laien oft fehlinterpretiert oder von unterschiedlichen Interessen unterschiedlich ausgelegt. Bei den Untersuchungen werden einmal irgendwelche Ratten untersucht, einmal Ratten mit einer bestehenden Abhängigkeit z.b. bereits genetisch eingepflanzt. Manchmal sind es Reagenzglasversuche. Noch ein andernmal werden Untersuchungen an Gesunden, also Nicht-ADHSlern rezitiert, bei denen es mehr um den Mißbrauch / Drogensucht geht. Diese Normalos sind aber vom ADHSler Grund-Verschieden. Ausserdem ist die Aufnahme Oral, Schnupfen, oder Spritzen ein entscheidender Faktor. Die Anflutungsgeschwindigkeit macht am Ende sehr viel aus. Und weiterhin werden bei den Medikamenten nur geringe Dosierungen verwendet, immer so wenig wie möglich, so viel wie nötig. In der Drogenszene wird ohne Rücksicht auf die eigene Gesundheit und Grenzwerte Medikamenten bzw. Substanzmißbrauch betrieben.

    Durch die langsamere Anflutung im Gehirn mit der oralen Aufnahme UND unsere ADHS-Spezifischen Besonderheiten ist eine Toleranzentwicklung eher unwarscheinlich. Wenn es dazu kommt, ist sie jedoch soweit ich gelesen hatte reversibel oder und kann dann durch einen Präparatewechsel, oder einen Markenwechsel aufgefangen werden, bis dann durchaus wieder zurück gewechselt werden kann.

    Die 24 Stunden Versorgung ist nicht immer konkret im Einzelfall vorgesehen, kann aber in deinem Einzelfall angemessen sein. Darüber kann dir dein Arzt mehr sagen und die beste Vorgehensweise mit dir herausfinden.

    Ich z.B. brauche auch eine quasi 24 Stunden Abdeckung aus verschiedenen Gründen. Wie hoch ich eingestellt sein muss, das ist mir bisher nicht klar. ob ich mit weniger als 20mg, oder doch bis 40 mg oder leider mehr brauche, ehrlich noch immer keine Ahnung. Aber klar ist schon das eine komplette Rund-Um-Die-Uhr-Versorgung da sein muss.
    Finde deine eigene Dosierung, fürchte dich nicht so sehr vor irgendwelchen Komplikationen in der Zukunft, sondern konzentriere dich auf die naheliegenden Punkte, ohne die Weitsicht zu verlieren. Mach dich nicht Angst und Bange um ungelegte Eier. Wenn es Probleme gibt in Zukunft, löst du sie in Zukunft und nicht in dem du dir jetzt die Rübe zermarterst


    Solltest du mit MPH sehr sortiert sein, lege ich dir ans Herz dich fundiert mit dieser MPH Thematik zu befassen. Diese Unsicherheiten, die du ansprichst, sind durch eine solide Bildung über das Thema locker in den Griff zu bekommen. Mir fällts trotz MPH schwer die Psychoeducation insbesondere auf höherem Niveau aufrecht zu erhalten. Trotzdem sind die Erkenntnisse und die Selbstsicherheit die man dadurch gewinnt unbezahlbar!

    Wünsche dir viel Erfolg! Entspann dich!
    Geändert von AlteEiche (25.12.2013 um 16:47 Uhr) Grund: Stil/Typo/Sinn

  3. #3
    Kennt sich hier aus

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 750

    AW: MPH und das neue Leben...

    hallo stefanus,

    ich bin mit "AlteEiche" einer Meinung.

    für mich sind die Medikamente ein Segen. Ich hab ein neues Leben geschenkt bekommen.
    Anfangs hatte ich die selben Gedanken wie du. Das hat sich aber schnell gelegt.

    negative gedanken soll man sich erst machen wenn die katastrophe eintritt und nicht schon vorher.

    ich nehme zusätzlich zu medikinet adult noch nortrilen und mir gehts weltklasse.

    versuch mal dich auf das positive zu konzentrieren, hat mir persönlich sehr geholfen.

    ich wünsch dir nur das beste.

    LG,
    Angel A

  4. #4
    Stefanus

    Gast

    AW: MPH und das neue Leben...

    @AlteAiche: Ich bedanke mich mich von Herzen für deinen Post und für die Zeit wo dir dir genommen hast, das hat mich gerade echt aufgebaut Kannst du mir aus deiner persönlichen Erfahrung Literatur empfehlen die du besonders gut findest im Bezug auf MPH?

  5. #5
    AlteEiche

    Gast

    AW: MPH und das neue Leben...

    Also Literatur muss es nicht immer sein. Ehrlich gesagt ist das nicht immer mein Lernstil, ich bevorzuge Vorträge und passende Materialien, Zusammenfassungen von Fachleuten.

    Desto weniger SToff, desto besser die Zusammenhänge sofort erkennbar, desto leichter kann ichs mir merken.

    Bei Youtube gibts Vorträge von Russel Barkley, die massiv Informationen mit sich bringen. Wenn du dir dazu notizen machst, die Folien suchst, das durcharbeitest und dann speziell zu den Medikamenten rumschaust, haste schon mal ne Grundlage.

    Darüber Hinaus bietet dieses Forum hier irgendwo eine Bücherempfehlungsdingens...

    ADHD treatments
    ADHSpedia

    Dann noch die Seiten von Dr. Winkler und Pierro Rossi
    ADHS-Spektrum: Neues und Altes aus der ADHS-Welt | ADHS-Blog von Dr. med. Martin Winkler und Dipl.-Psych. Piero Rossi
    Rossis Page
    eBook ADHS

    Der Workshop von Barkley
    2012 Burnett Lecture Part 1 Keynote Speaker: Russell A. Barkley, Ph.D. - YouTube
    2012 Burnett Lecture Part 2 ADHD, Self-Regulation and Executive Functioning Theory - YouTube
    2012 Burnett Lecture Part 3 Q & A Dr. Russell Barkley - YouTube

    Die Folien kann man auch irgendwo finden, Barkley hält die glaub irgendwo auf seiner Seite parat, weiß nicht mehr wo ich die her hab.
    Dr. Russell A. Barkley - Dedicated to Education and Research on ADHD

    Ganz allgemein Barkleys Zeugs bei YT ... besonders gefällt mir noch der Vortrag "Essential Ideas for Parents".

    russell barkley - YouTube

    Naja sonst fallen mir noch Dr.Hallowell, (Zwanghaft zerstreut oder Die Unfähigkeit, aufmerksam zu sein)
    Da fallen als erstes mal die 50 Tips für ADHSler ein, einfach mal googeln

    Thomas E. Brown fällt mir noch ein, ka was es da an deutscher Literatur gibt.

    Sonst Cordula Neuhaus hat auch bisl geschrieben. Ich denke das Beste ist du schaust dir einfach über Amazon die Bücher und ihre Rezensionen an. Das scheint doch meistens einiges herzugeben und hier im Forum das Bücherportal hilft ja auch.

    Hoffentlich hab ich nix durchnander gebracht.

    Alles Gute

  6. #6
    Forum-Mitglied (nicht vorgestellt)

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Alter: 51
    Forum-Beiträge: 81

    AW: MPH und das neue Leben...

    Hallo Stephanus,
    ich kann mich auch anschließen, nehme aber erst seit September 20-10-10 Medikinet Adult.
    Damit geht es mir sehr gut, außer wenn ich unter sehr großem Stress stehe, was leider sehr oft der Fall ist.
    Die neue Lebensqualität ist mir auch sehr kostbar.
    Deshalb habe ich auch große Angst, daß sie mir wieder genommen wird.
    Ich bin sehr gespannt auf den Weg, den ich nun beschreite und fande es schön, wenn ich dabei einige Wegbegleiter finden würde, vielleicht ja auch hier im Forum.
    Die oder der, Ein- oder Andere ist ja schon da :.)))
    Ich werde jedenfalls auch zu den Treffen hier vor Ort gehen, um andere Betroffene kennenzulernen.
    Jedenfalls bin ich heilfroh über die Diagnose.
    Schöne Weihnachten
    Dez



    Gesendet von meinem GT-P5100 mit Tapatalk

  7. #7
    Forum-Mitglied (nicht vorgestellt)

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 57

    AW: MPH und das neue Leben...

    Also in meinem Leben ist zu viel kaputt als dass ich von den ADHS-Medikamenten richtig profitieren könnte.

    Ich bin arbeitslos, habe außer Aitur nichts hinbekommen, habe vor allem Angst sodass jeder Schritt vor die Türe die Hölle ist und ich nur noch am grübeln bin, ich hatte nie Sex oder eine Freundin, habe eine beschissene Familie die mir zusätzlich mehr Probleme bereiten als dass sie wirlich hilfreich sind und ich habe in all den Jahren leider erkennen müssen wie bescheuert viele Menschen und Ärzte sind !
    Damit meine ich nicht Bosheit sondern schlichtweg Dummheit und eine egoistische Lebensweise. Ich war dank meiner Sensibilität immer sehr hilfsbereit aber jetzt wo ich kaputt bin ist keiner da.
    Und wenn dann nur um "gute Ratschläge" zu geben anstatt mir einfach mal zuzuhören. Mir ist leider zu sehr bewusst geworden wieviel blabla und nonsense es in dieser Welt gibt. Und die Menschen sind so mit ihrer Hamsterei beschäftigt dass sie gar nicht einmal merken wie gut es ihnen geht !


    Ok, die Reizflut ist nach langem Kampf gegen viele Ärzte weg aber das ändert nichts daran dass meine Psyche kaputter als kaputt ist. Es war einfach zu spät mit den Medikamenten !


    Das schlimmste von Allem ist aber die fehlende Anerkennung. Wenn ich den Leuten erzähle was ich mit 32 alles (nicht) erreicht habe behandeln sie mich immer wie den größten Loser.
    Das jahrlange Leiden, den Schmerz und totale Überforderung nimmt aber keiner wahr !

    Ich fühle mich echt wie ein Kiegsveteran der sich in der normalen Welt nicht mehr zureht findet weil er einfach (traumatische) Erfahrungen gemacht die sein Weltsicht vollkommen verändert haben.

  8. #8
    Neues Forum-Mitglied

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Alter: 45
    Forum-Beiträge: 409

    AW: MPH und das neue Leben...

    Der Vergleich mit dem Kriegsveteranen, finde ich wirklich gut! Man kann nur versuchen, sich mit dem MPH zurück ins Leben zu kämpfen.


    LG
    Mike

  9. #9
    Stefanus

    Gast

    AW: MPH und das neue Leben...

    Cajo81: Ich kann mich echt gut in deine Lage versetzen auch wenn ich etwas früher als du die Möglichkeiten auf die Medikamente bekommen habe. Ich hatte auch noch nie eine Freundin, ich hatte immer Angst davor abgelehnt zu werden. Aber ich sag mir immer und immer wieder: Was bringt es mir wenn ich in meinem Leid versinke? Ich habe dieses Leben und ich kann jetzt versuchen das Beste draus zu machen oder ich bleib bei meinen alten negativen Gedankengängen. Ich hab mir schon vor der Ersteinnahme der Medikamente vorgenommen, wenn ich die Möglichkeit habe annähernd wie ein normaler Mensch zu sein, dann werde ich auch alles tun damit ich meine Ziele erreiche. Und auf einmal kann man eben auch mal effektiv an ein Ziel kommen was man vorher über Jahrzehnte nicht geschafft hat, ich finde das macht Mut und zeigt, dass man in "relativ" kurzer Zeit viel verändern kann. Wenn ich jetzt Überlege, dass ich erst 1,5 Jahre MPH nehme und zurück Blicke was ich alles nun geschafft habe, dann sehe ich sehr positiv auf meine Zukunft. Ich Blicke eigentlich gar nicht mehr zurück, das ist und war alles und es ist noch im Unterbewusstsein, das kann ich nicht ändern. Ich kann aber das was vor mir ist verändern und ich habe durch die medizinische Entwicklung die Möglichkeit mit einem Medikament mein Leben so zu leben wie ich es auch will. Vor wenigen Jahren hätte ich dazu nicht die Möglichkeit gehabt und ich will nicht wissen wo meine Reise geendet hätte.
    Es muss echt schwer sein mit einem schon so stark beschriebenen Blatt neue Gedankenmuster zu entwickeln aber du kannst es wenn du dich dafür entscheidest. Ich glaube das Problem ist immer, dass man sich in Gedanken limitiert. Ich hab am Anfang auch oft Gedacht: Du kannst nichts ändern, du hast jetzt schon dein ganzes Leben so viele negativen Erfahrungen gemacht. Aber ich merke, dass man viel schneller neue Gedankengänge aneignen kann als die alten zu behalten. Klar geht das nicht von Heute auf Morgen aber über ein paar Jahre geht das ganz gut.
    Ich würde an deiner Stelle nur eine Sache nicht machen: Den Kopf hängen lassen, denn das kann man wenn man nicht die Möglichkeit bekommt ein bessere Leben zu leben und damit meine ich die Möglichkeit auf MPH. Aber mit MPH gibt es keinen wirklichen Grund aufzugeben, man kann sehr schnell viel erreichen und verändern. Ja, mit diesem Medikament kann ich zu gar eine alte Redewendung verwenden die mir früher oft gesagt wurde und damals ohne MPH Behandlung völliger Non-sense war: Du hast die Möglichkeiten, du musst nur wollen.

  10. #10
    Forum-Mitglied (nicht vorgestellt)

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 43

    AW: MPH und das neue Leben...

    Hallo cajo81,

    ich kann mich auch sehr in Deine Lage versetzen.

    Ich bin jetzt 47 Jahre alt und habe mein ganzes Leben schon Probleme in meiner Familie und mit meinem Umfeld. Ich wusste nicht was los war mit mir aber ich merkte ganz genau dass ich anders tickte und zwar extrem anders.

    Im Gegensatz zu Dir hatte ich aber eine berufliche Chance bei meinen Eltern im Betrieb.
    Die sehr strenge Hand meines Vaters hat mir auch Struktur gegeben (aber das weiß ich erst heute ).

    Trotz allem wollte ich mit 23 J. in meiner Verzweiflung mein Leben beenden, was dem großen Geist sei es gedankt, nicht geklappt hat.

    Meine Struktur hat 2006 angefangen zu bröckeln als der Betrieb umgezogen ist und den kompletten Halt habe ich verloren als vor einem Jahr mein Vater gestorben ist.
    Er war der einzige der mein Anderssein irgendwann durchschaut hatte, mit dem ich reden konnte und der mich auch verstanden hat
    Ich habe bis dahin mein Anderssein irgendwie kompensiert wäre auch fast komplett abgerutscht in Alkohol wäre meine Tochter nicht gewesen. Also Hilferufe habe ich genug gesendet.

    Ich habe vor 2 Wochen erst nach jahrzentelangen Hilfeschreie, die nicht erhört oder nur belächelt wurden, die Diagnose ADHS erhalten.
    Mit Medikinet habe mit 5mg morgens und mittags angefangen und nach einer Woche auf 10mg Einzelgabe erhöht. Die Wirkung war
    Ich habe das erste mal wirklich wieder richtig Spass am Leben gehabt. War endlich mal etwas ruhiger und habe nicht gleich bei jedem bisschen

    Da ich einen sehr langen Tag habe, allein schon 12 Stunden auf der Arbeit, musste ich für mich die Dosis angleichen auf alle 4 - 4,5 Std. je 10 mg.

    Freitag, Samstag und Sonntag war so fantastisch dass ich es kaum glauben konnte. Am Sonntag bin ich sogar 2x richtig schön lang mit beiden Hunden
    Gassi gegangen was ich schon lange nicht mehr konnte.

    Seit Montag habe ich komischerweise nur noch Tiefpunkte und kann mir das gar nicht erklären. Ärzte und Therapeuten gibt es noch nicht.

    Ich hab mich dann einfach getraut und hier angemeldet und ich finde es wirklich

    Du siehst dass Du nicht allein mit Deinen Sorgen bist auch wenn es für Dich den Anschein hat. Vllt nicht in Deinem Umfeld aber dafür bist Du ja jetzt hier

    Ich denke der Austausch mit Gleichgesinnten kann einiges an Last nehmen.

    Ich habe auch mitbekommen dass nicht alle gleich auf die Medikamente reagieren und man doch die Medikation/Kombination für sich selbst finden muss.

    Zudem gibt es auch noch eine Welt ohne Nonsens und blabla und Du wirst es nicht glauben: Es gibt tatsächlich auch noch Menschen ohne Hamsterei

    Shit, ich glaub ich hab mich wieder verzettelt bei der ganzen Schreiberei.

    Hoffe dass es Dir wenigstens ein wenig hilft und drück Dir ganz ganz doll die Daumen

    So jetzt muss ich aber sonst hör ich nicht mehr auf.

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