Zeige Ergebnis 1 bis 6 von 6

Diskutiere im Thema Medikamenteneinnahme und Gewissen im Forum ADHS Erwachsene Medikamente
bei ADHS bei Erwachsenen Forum
Fragen, Antworten und Hilfe rund um ADS / ADHS - Medikamente, wie Ritalin, Concerta, Medikinet, Equasym und Strattera, sowie Medikamente bei Komorbiditäten, wie Antidepressiva, Neuroleptika, Benzodiazepine, andere Psychopharmaka und sonstige Medikamente
  1. #1
    Forum-Mitglied (nicht vorgestellt)

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 3

    Medikamenteneinnahme und Gewissen

    Hallo miteinander,

    kurz zu meiner Person: Ich bin 23 Jahre alt, Student und nehme seit nun knapp einem halben Jahr Medikinet Adult. Der Grund: Im Studium wurden mir zum aller ersten Mal wirklich deutlich, dass ich, obwohl ich eigentlich wollte, ich einfach nicht lernen konnte. Ich konnte kaum einen Satz lesen, geschweige denn merken und war/bin extrem ablenkbar. Ich begann darüber nachzudenken, wie es zu meiner Schulzeit war, was ich zuvor eigentlich als Faulheit abgestempelt hatte, fand ich nun auch nicht mehr normal, da ich dem Lehrer nicht mal einem Satz folgen konnte. Ich hatte immer eine Art Nebel im Kopf.

    Die ersten Wochen mit Medikinet waren der absolute Wahnsinn. Der Nebel löste sich und ich begann meine Tun, dass erste mal wirklich zu verstehen; warum die Dinge so sind, wie sie sind - zumindest was mich angeht! Ich habe mich nach 2 Wochen auf 3x10mg einstellen lassen.

    Mein Interesse in vielen Bereichen wurde immer größer, ich begann endlich wieder mehr Dinge zu tun als zu planen. Ängste vergingen und ich fühlte mich wieder freier und selbstbestimmter.

    Nun bin ich an einem Punkt angelangt, an dem meine Gedanken soweit gehen, dass ich mir über Dinge Gedanken mache, worüber ich mir vorher keine Gedanken gemacht hätte. Ich denke mehr über meine Zukunft nach usw., was sich auch alles ganz toll anhören mag und vielleicht auch sein könnte. Jedoch hab ich das Gefühl, dass sich nun eine Unruhe breit macht, dadurch, mehr wahrzunehmen, was vorher noch ungewiss und entspannter war. Diese Gefühl hat sich auch auf meine Empfindung bezüglich des Medikaments übertragen. Ich fing an, mich damit unwohl zu fühlen, depersonalisiert, getrieben und auch die Rebounds intensiv (eher unschön) wahrzunehmen. Dazu muss ich sagen, dass ich auch schon immer eine extrem hohe Selbstwahrnehmung hatte.

    Mittlerweile nehme ich 10mg. Ich will eigentlich gar kein Medikinet mehr nehmen, aber habe das Gefühl, dass es mir auch sehr viel gegeben hat und ich noch nicht an den Punkt angekommen bin, zu sagen, dass ich diese neue gewonnen Erkenntnisse auch ohne dessen Unterstützung in angewandtem Verhalten festigen könnte.

    Daraus resultierte zuerst die Frage an mich selbst, ob ich Medikinet mit meinem Gewissen vereinbaren kann.

    Die Rebounds gaben mir Anlass, darüber nachzudenken, wie es eigentlich auf meinen Organismus wirkt. Dieses An- und Ausschalten gibt mir das Gefühl, dass es unnatürlich ist und ich habe mich mehr und mehr mit der Frage auseinander gesetzt, was hinter AD(H)S steckt. Ich stelle mir selbst immer mehr die Frage, ob es gesund sein kann (bzw. man mit gutem Gewissen/Gefühl) so ein Medikament, welches ja psychostimulant ist, zu nehmen, ohne dabei zu denken, dass man eigentlich seine eigene Inkompetenz damit kompensiert, was ja eigentlich recht einfach und gemütlich ist, da hinter den Beschwerden vielleicht doch einfach nur Faulheit/Routine/Ungeduld/Erfahrungen/schlecht angelernte Verhaltensweisen/selbsterfüllende Prophezeiungen hinterstehen könnten

    Das ist kein Angriff gegen irgendeinen Menschen, der unter derartigen Diagnosen leidet!

    Ich habe mich nun 6 Monate kritisch mit dem Thema auseinander gesetzt und viel darüber gelsen. Es gibt Studien, dass von sieben Psychiatern nur 2 dieselbe Diagnose aufstellen. Ich glaube, dass mit der Diagnose sehr leichtfertig mit umgegangen werden könnte und bin bei mir selber auch nicht sicher, weshalb ich diese Fragen nun euch stellen möchte:

    - Seht ihr MPH als Langzeitmedikament?
    - Macht ihr begleitende Verhaltenstherapie? Wenn ja, konntet ihr dadurch den Bedarf an MPH senken?
    - Ist hier jemand, der den Dopaminmangel oder Veränderung im Gehirn (das soll ja in der neueren Medizin möglich sein) nachweisen konnte?
    => Ich habe mich gefragt, wenn doch ein Dopaminmangel dafür Auslöser sein soll, dass man die ganzen Probleme mit AD(H)S hat und ein normaler Dopaminhaushalt dafür sorgt, dass man sein Leben normal (mit normaler Wahrnehmung/Schaffenskraft) leben kann, wie kann man dann von AD(H)S sprechen, wenn man eigentlich immer noch alle Dinge hinbekommt, die einem eigentlich Spaß machen, die also nciht mit großem Aufwand oder Stress verbunden sind. Das mag nicht auf jeden zutreffen, aber ich habe es schon von vielen gelesen oder weiß es von mir selber, dass ich eigentlich Sachen schaffen kann, nur Probleme mit Leistung, also all dem, was mit Stress verbunden ist, habe. Ist es dann nicht viel mehr eine reine Motivations-/Lernsache und Medikinet fahrlässig indiziert?

    Würde mich über Antworten freuen :-) Hoffe es ist überschaubar

    Gruß

  2. #2
    Wohnt hier

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsener
    Forum-Beiträge: 1.650

    AW: Medikamenteneinnahme und Gewissen

    Hallo Donat,

    als ich in deinem Alter war hatte ich die Diagnose noch nicht und konnte die Probleme einigermaßen kompensieren. Damals erahnte ich dass ich ADHS haben könnte aber ich hätte niemals ein Medikament eingenommen aus ähnlichen Gründen wie du deine Zweifel beschreibst.

    Jetzt, ca. 20 Jahre später sehe ich das anders, weil:
    - ich habe eine gesicherte Diagnose (Psychiater irren zwar öfter, aber die Kriterien einer vernünftigen Diagnosestellung kannst du hier im Forum nachlesen,hat Alex beschrieben)
    - ich habe viele Therapien u. auch Coaching durch- bzgl. ADHS hat mir am ehesten die systemische therapie geholfen, weil sie sich auf meine Ressourcen u. Möglichkeiten konzentriert hat, wg. der guten Beziehung zur Therapeutin und weil ich sie sehr pragmatisch fand. VT war mir zu oberflächlich u.der Therapeut war nix. TP hat mir für mein praktisches Leben kaum geholfen, eher für mein Verständnis der verkorksten Vergangenheit, was auch nicht verkehrt war. Zu Entspannungsverfahren, Yoga o.ä. habe ich keinen Zugang und bin zu ungeduldig. Trotz Therapien habe ich weiter viele Probleme
    -Diese bekomme ich nur mit MPH in den Griff, eben das dranbleiben, ruhig bleiben, abwarten können-diverse soziale Kompetenzen. Motivation habe ich schon, aber an der Umsetzung hapert es schon. Und ich bin sehr hyperaktiv dazu. Ohne MPH habe ich im Job soviel Ärger, dass das meine Gesundheit kaputt macht. Also nehme ich lieber evtl. Nebenwirkungen in Kauf und nehme MPH als Langzeitmedikament ein, ohne schlechtes Gewissen. An Wochenenden verzichte ich drauf.

    Du kannst ja mit deinem Psychiater besprechen eine Zeitlang ohne Medikament zu leben und dann einfach beobachten wie du klarkommst, am besten mit begleitendem Coaching o.Therapie.

    Wg. Nachweis Dopaminmangel kenne ich mich nicht aus.
    VG

  3. #3
    Ist hier zuhause

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 2.410

    AW: Medikamenteneinnahme und Gewissen

    Langzeitmedikament: ja, denn es gibt bisher keine Hinweise darauf, dass bei Erwachsenen der Hirnstoffwechsel durch eine Trainingsmethode ausgeglichen werden kann. Man kann zwar mit Achtsamkeitsübungen etwas Konzentrationszunahme bewirken, es bleibt aber anstrengender als bei nicht ADHSlern.

    VT habe ich angefangen. Ich habe zwar mittlerweile eine um 5mg geringere optimale Dosis als 2011, aber das führe ich nicht auf den jetzigen Beginn der VT zurück, sondern darauf, dass ich nicht mehr permant überfordert bin und meine eigenen Grenzen dank Medikation besser wahrnehmen kann. ich bin durchh die Medikation deutlich weniger gestresst, kann nachts deutlich besser schlafen, bin ausgeschlafen und dann scheint mein Gehirn auch trotz ADHS besser zu funktionieren.

    Zum Rest später, ich muss jetzt arbeiten!

  4. #4
    Chaoten-Weib

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Alter: 53
    Forum-Beiträge: 2.544

    AW: Medikamenteneinnahme und Gewissen

    Hi Donat,

    andere Frage: Wie nimmt dich denn deine Umwelt wahr wie z. B. Freunde und Familie? Merken die einen Unterschied? Wissen die von dem Medikament?

    lg Heike

    PS: Ja Langzeitmedikament auf Lebenszeit!!

  5. #5
    Fühlt sich hier wohl

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 351

    AW: Medikamenteneinnahme und Gewissen

    donat schreibt:

    Die Rebounds gaben mir Anlass, darüber nachzudenken, wie es eigentlich auf meinen Organismus wirkt. Dieses An- und Ausschalten gibt mir das Gefühl, dass es unnatürlich ist und ich habe mich mehr und mehr mit der Frage auseinander gesetzt, was hinter AD(H)S steckt. Ich stelle mir selbst immer mehr die Frage, ob es gesund sein kann (bzw. man mit gutem Gewissen/Gefühl) so ein Medikament, welches ja psychostimulant ist, zu nehmen, ohne dabei zu denken, dass man eigentlich seine eigene Inkompetenz damit kompensiert, was ja eigentlich recht einfach und gemütlich ist, da hinter den Beschwerden vielleicht doch einfach nur Faulheit/Routine/Ungeduld/Erfahrungen/schlecht angelernte Verhaltensweisen/selbsterfüllende Prophezeiungen hinterstehen könnten

    Das ist kein Angriff gegen irgendeinen Menschen, der unter derartigen Diagnosen leidet!

    Ich habe mich nun 6 Monate kritisch mit dem Thema auseinander gesetzt und viel darüber gelsen. Es gibt Studien, dass von sieben Psychiatern nur 2 dieselbe Diagnose aufstellen. Ich glaube, dass mit der Diagnose sehr leichtfertig mit umgegangen werden könnte und bin bei mir selber auch nicht sicher, weshalb ich diese Fragen nun euch stellen möchte:

    - Seht ihr MPH als Langzeitmedikament?
    - Macht ihr begleitende Verhaltenstherapie? Wenn ja, konntet ihr dadurch den Bedarf an MPH senken?
    Was ist Inkompetenz?

    Sind z. B meine Augen nicht kompetent die Gegenstände oder Buchstaben zu erkennen? Muss ich mit der Brille diese Inkompetenz kompensieren?
    Nein, muss ich nicht aber ich trage sein meiner Kindheit die Brille. Wenn ich die abnehme, bin ich halbblind.

    Ich sehe Stimulanzien als Langzeitmedikamente. Das muss aber nicht zwangsläufig Medikinet adult sein.

    IIch habe vor 10 Jahren VT gemacht. Damals hat sie mir nicht viel geholfen, da ich nicht in der Lage war, bei der Sache zu bleiben oder diese richtig wahrzunehmen. Damals habe ich keine ADHS-Medis genommen. Es wurden an mir viele AD wirkungslos ausprobiert.
    Dennoch hat mir diese Therapie nachträglich geholfen, da ich später als ich MPH genommen habe, mich an einige besprochene Themen erinnern und diese auch umsetzen konnte.

    Es stimmt, dass fast jeder Psychiater eigene Diagnisen stellt. Manchmal sind diese völlig widersprüchlich. Ich finde persönlich wichtig, dass man sich mit der Diagnose identifizieren kann, dass diese zu dem Menschen passt, da einige, sogar viele Symptome auch in anderen Störungen vorkommen. Das ist auch der Grund dafür, dass ADHS-Diagnose nicht so einfach zu stellen ist.


    LG
    Surre

  6. #6
    Ist hier zuhause

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose seit Kindheit
    Forum-Beiträge: 4.257

    AW: Medikamenteneinnahme und Gewissen

    Die ersten Wochen mit Medikinet waren der absolute Wahnsinn. Der Nebel löste sich und ich begann meine Tun, dass erste mal wirklich zu verstehen; warum die Dinge so sind, wie sie sind - zumindest was mich angeht! Ich habe mich nach 2 Wochen auf 3x10mg einstellen lassen.
    Das kann ich für mich nicht bestätigen ... die Wirkung war von Anfang an spürbar aber nicht als "Auflösen eins Nebels". Aber das hört man gelegentlich. Aber dass einer erst mit MPH "sein Tun versteht" ... das ist schon merkwürdig. Dann bist du ja ohne MPH komplett orientierungslos ... das wäre wohl schon früher aufgefallen. Also ne. Das hab ich noch nie gehört.

    Nun bin ich an einem Punkt angelangt, an dem meine Gedanken soweit gehen, dass ich mir über Dinge Gedanken mache, worüber ich mir vorher keine Gedanken gemacht hätte. Ich denke mehr über meine Zukunft nach usw., was sich auch alles ganz toll anhören mag und vielleicht auch sein könnte. Jedoch hab ich das Gefühl, dass sich nun eine Unruhe breit macht, dadurch, mehr wahrzunehmen, was vorher noch ungewiss und entspannter war. Diese Gefühl hat sich auch auf meine Empfindung bezüglich des Medikaments übertragen. Ich fing an, mich damit unwohl zu fühlen, depersonalisiert, getrieben und auch die Rebounds intensiv (eher unschön) wahrzunehmen. Dazu muss ich sagen, dass ich auch schon immer eine extrem hohe Selbstwahrnehmung hatte.
    Es ist normal dass Erwachsene die in ADHS-Beahndlubg sind in eine emotionale Achterbahnfahrt geraten. Das hat auch aber nicht nur etwas mit MPH zu tun sondern alleine die Beschäftigung mit ADHS spült oft viele Fragen der Art "was wäre wenn" hoch.

    Die Rebounds gaben mir Anlass, darüber nachzudenken, wie es eigentlich auf meinen Organismus wirkt. Dieses An- und Ausschalten gibt mir das Gefühl, dass es unnatürlich ist
    Wenn du dich unwohl fühlst, wenn das Negative das Positive überwiegt - lass es. Wenn das Gute das Schlechte überwiegt - OK. So einfach ist das. Dass musst alleine du wissen.

    Ich spüre auch dieses An/Aus aber ich empfinde es komischerweise nicht als unnatürlich. Schon als immer noch merkwürdig aber nicht als unnatürlich. Vielleicht weil ich die Reaktion auf ein Medikament immer als natürliche Körperreaktion begreife?

    Ich habe mich nun 6 Monate kritisch mit dem Thema auseinander gesetzt und viel darüber gelsen. Es gibt Studien, dass von sieben Psychiatern nur 2 dieselbe Diagnose aufstellen.
    Die Studien (gleich mehrere) würden mich mal brennend interessieren. Ich war im Laufe der Jahrzehnte bisher bei fünf Fachärzten (Kindheit mitgezählt). Die waren sich alle einig. Also ich kann das schon mal nicht bestätigen.

    - Seht ihr MPH als Langzeitmedikament?
    Was ist Langezeit? Nicht unbedingt über viele Jahre aber schon Minimum einige Monate damit es wirklich greifen kann. Wobei zumindest für mich recht starke positive körperliche Effekte zu spüren sind - also: Generell nicht unbedingt, für mich vermutlich schon. Wobei ich brav immer wieder einen Aussetzversuch mache und es sicherlich absetzten werde wenn nicht mehr unbedingt nötig.

    1. Macht ihr begleitende Verhaltenstherapie? 2. Wenn ja, konntet ihr dadurch den Bedarf an MPH senken?
    1. Ja. 2. Nein, denn die Medikation begann mit der VT.

    - Ist hier jemand, der den Dopaminmangel oder Veränderung im Gehirn (das soll ja in der neueren Medizin möglich sein) nachweisen konnte?
    Das geht nur in Forschungszentren. Leider.

    Ich habe mich gefragt, wenn doch ein Dopaminmangel dafür Auslöser sein soll, dass man die ganzen Probleme mit AD(H)S hat und ein normaler Dopaminhaushalt dafür sorgt, dass man sein Leben normal (mit normaler Wahrnehmung/Schaffenskraft) leben kann, wie kann man dann von AD(H)S sprechen, wenn man eigentlich immer noch alle Dinge hinbekommt, die einem eigentlich Spaß machen, die also nciht mit großem Aufwand oder Stress verbunden sind.


    Das ist jetzt aber simpel. Wenn du ein bisschen verpeilt bis und keine großen Probleme hast außer dich an die Arbeit zu scheuchen musst du nicht zum Arzt, dann hast du kein ADHS sondern bist halt verpeilt. Oder vin mir aus unmotiviert. Das gibt es doch oft. Krankheitswert hat das erst wenn es dich wirklich beeinträchtigt. Etwa wenn durch deine Impulsivität alle Beziehungen zerbrechen oder oder oder. ADHS ist da wie mit Fettleibigkeit. Die gibt es auch von total harmloses Bäuchlein bis lebensbedrohliche Adipositas. Behandeln muss man es ab irgendwo beginn der Fettsucht.

    Das mag nicht auf jeden zutreffen, aber ich habe es schon von vielen gelesen oder weiß es von mir selber, dass ich eigentlich Sachen schaffen kann, nur Probleme mit Leistung, also all dem, was mit Stress verbunden ist, habe. Ist es dann nicht viel mehr eine reine Motivations-/Lernsache und Medikinet fahrlässig indiziert?

    Fahrlässig ... kommt auf den Gesamtzusammenhang an.

    Wegen der Depersonalisation solltest du eh medikamentefreie Wege suchen.

    Generell: Dass solltest du mit deinem Therapeuten besprechen. Wenn du wirklich nur ein Motivationsproblem hast lässt sich sicher ein anderer Weg finden. Das kann Struktur oder Ausgleichssport oder Meditation sein, dass kann aber auch ein Fachwechsel sein. Da gibt es tausend Möglichkeiten.

    ADHSler sind meist extrem Stressintolerant, das äußert sich aber eher nicht direkt in Problemen im Studium sondern anders, etwa in ungewöhnlich starken körperlichen Reaktionen. Ich beispielsweise bekomme durch hinreichenden Stress (echten Stress! Ich rede nicht von ein bisschen Arbeitsbelastung im Büro oder beim Studium sondern wirklich von Stress) massive Hautausschläge, Darmkrämpfe und Durchfälle. Von Kreislauf etc garnicht zu reden. Und zwar ungewöhnlich früh. MPH hilft da. Oder typisch sind auch sehr schnelle Traumatisierung, teils durch Alltagserlebnisse die andere spielend wegstecken, in der Kindheit inkl. der Folgen im Erwachsenenleben. Solche Dinge.
    Geändert von Wildfang (13.12.2013 um 16:34 Uhr)

Ähnliche Themen

  1. Medikamenteneinnahme--> Um wieviel Uhr nehmt ihr sie?? (Medikinet ret adult)
    Von heike76 im Forum ADHS Erwachsene Medikamente
    Antworten: 16
    Letzter Beitrag: 24.08.2012, 18:52
  2. Nicht hin gegangen...schlechtes Gewissen!
    Von Insomnia74 im Forum ADS ADHS Studium Beruf und Ausbildung
    Antworten: 12
    Letzter Beitrag: 29.04.2011, 21:24
  3. wie weit verändert sich der mensch mit medikamenteneinnahme??
    Von feinemilde im Forum Angehörige von Erwachsenen mit ADS/ADHS
    Antworten: 31
    Letzter Beitrag: 20.11.2010, 00:03
  4. Für alle, die Probleme mit regelmäßiger Medikamenteneinnahme haben
    Von nachteule im Forum ADHS Erwachsene Medikamente
    Antworten: 3
    Letzter Beitrag: 4.04.2010, 21:51

Stichworte

Thema: Medikamenteneinnahme und Gewissen im Forum ADHS Erwachsene Medikamente bei ADHS bei Erwachsenen Forum
Fragen, Antworten und Hilfe rund um ADS / ADHS - Medikamente, wie Ritalin, Concerta, Medikinet, Equasym und Strattera, sowie Medikamente bei Komorbiditäten, wie Antidepressiva, Neuroleptika, Benzodiazepine, andere Psychopharmaka und sonstige Medikamente
©2017 ADHS bei Erwachsenen Forum