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Diskutiere im Thema Wirkung von MPH unzureichend -- Was nun? Meine Geschichte. im Forum ADHS Erwachsene Medikamente
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  1. #1
    Forum-Mitglied (nicht vorgestellt)

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose seit Kindheit
    Forum-Beiträge: 8

    Wirkung von MPH unzureichend -- Was nun? Meine Geschichte.

    Guten Abend zusammen,

    seit einigen Monaten nehme ich wieder regelmäßig MPH - 3x 10mg. Retardiert, in der üblichen Adult-Variante.

    Da ich mich in der Vergangenheit nur wenig unter Kontrolle hatte was die Dosierung betrifft, habe ich die Medikation damals eigenständig abgebrochen. Das ist nun schon über 8 Jahre her. Ganze Nächte hatte ich durchgemacht und wie ein Irrer an 1000 Dingen gearbeitet... Das konnte nicht gut gehen, zumal ich die Jahre zuvor einiges eingeschmissen hatte (Speed, XTC, Gras - nur kein Alkohol) und ich immer noch nicht ganz von dem Zeug weg war.
    Ich denke, das waren klägliche versuche der Selbsttherapie. Kläglich deshalb, weil es mir zwar subjektiv besser ging (meine Freunde sagten immer, dass ich von Drogen "normal" werde), aber schlussendlich doch in einer Tragödie endete -- Schwere Angstneurose, Depressionen, Schule abgebrochen, Freundin hat sich getrennt, Mutter schmiss mich aus der Bude... So stand ich da, mit nichts außer einer spärlichen Einrichtung in meiner 1. eigenen Wohnung, immer noch geplagt von Angstattacken und völlig ohne Perspektive.

    In den Jahren danach hat sich leider nicht viel geändert. Auch heute bekomme ich einfach nichts auf die Kette. Seit Monaten nervt mich mein Vermieter z.B., ich solle doch bitte den Rasen mähen. Meine Frau ist entnervt, weil ich mich den ganzen Tag mit irgendwelchen (sinnlosen) Dingen beschäftige.... Zurecht: Was soll ein kleiner Haushalt mit einem Domaincontroller (das ist ein Verwaltungsserver, wie man ihn in großen Firmen findet)? Wozu schreibt man Bewerbungen, wenn man den Termin doch wieder verschläft; oder nicht hingeht, weil die Laune (mal wieder) auf dem Nullpunkt ist. Meine Motivation ist völlig instabil. Den einen Abend habe ich das Gefühl, ich könne alles erreichen... Und am nächsten Morgen ist schon wieder alles vorbei.

    Nun habe ich vor einiger Zeit den Entschluss gefasst, doch wieder MPH zu nehmen. Ich wollte das eigentlich nicht, da ich mich von Tabletten nicht (psychisch) abhängig machen möchte. Aber es muss endlich etwas passieren -- Ich trage Verantwortung für meine Familie.

    Das Angehen der Therapie jedenfalls war ein riesen Akt... Ich bin nach Ulm, dort gibt es eine Abteilung der Uniklinik, die sich auf ADS im Erwachsenenalter spezialisiert hat. Monatelang musste ich auf Termine warten, Tests machen, die ich quasi schon auswendig kannte. Mittlerweile bin ich regelmäßig dort, und es hilft auch. Ein wenig. Begleitend bekomme ich die besagte Dosierung MPH verschrieben.

    Leider verspüre ich kaum noch etwas von der Wirkung. Zu Beginn war die Freude groß -- In den ersten Tagen vernahm ich eine recht deutliche Wirkung, die mich sehr ermutigte weiter zu machen, und mir den Glauben gab, dass es nun endlich bergauf gehen könnte - nach etlichen Jahren der Hilflosigkeit. Dem ist leider nicht mehr so! Ich denke, das war hauptsächlich ein psychologischer Nebeneffekt/Plazebo.

    Nach jetzt einigen Monaten ist die Wirkung nur noch extrem Subtil, meine Motivation ist auf dem selben Stand vor der Behandlung, ich springe von einer bescheuerten Tätigkeit zur nächsten. Doof wie ich bin, habe ich dann eigenmächtig (langsam) die Dosis angehoben. Erst 40mg, dann 50, dann 60; Über einen Zeitraum von ca. 2 Wochen. Ich bin mir natürlich im Klaren darüber, dass so etwas möglichst vermieden werden sollte (und rate auch jeden davon ab!!). Ich wusste mir jedoch nicht anders zu helfen... Der behandelnde Arzt hatte die Dosis nur auf mein Verlangen hin von 20mg (2x 10, nach 7 Stunden die 2.) auf "offizielle" 30mg (3x 10) angehoben; und auch nur, weil die Wirkdauer recht knapp ausfiel. Generell spricht er immer von "Luft nach oben", die ihm ja sehr lieb sei. Doch was nützt mir die "Luft nach oben", wenn sonst auch nichts als heiße Luft dabei heraus kommt. Doch auch dieses mehr an MPH bringt keine wirklich spürbare Verbesserung. Im Gegenteil -- Die Nebenwirkungen kommen da richtig "schön" zur Geltung (kein Appetit, manchmal merkwürdige Aussprache, Muskelzucken, Schlaflosigkeit, usw...).

    Auch habe ich das Gefühl, dass diese retardierte Form völlig unberechenbar wirkt. Teilweise hält die Wirkung bis zu 6 1/2 Stunden (maximal), dann wieder nur 2-3. Kurz nach der Einnahme ist die Wirkung meist recht stark, dann fällt sie hier und da - scheinbar völlig willkürlich - wieder ab und es geht mir schlechter als vor der Einnahme (Stichwort Rebound). Im Idealfall hält sie ca. 5 Stunden, nach 2-3 Stunden gibt es jedoch immer einen "Knick" nach unten, wie eine Badewannenkurve. Es ist wirklich fürchterlich! Zumal eines meiner Hauptprobleme diese völlige Antriebslosigkeit ist... Ich kann mich einfach nicht auf meine Verfassung einstellen. Im einen Moment top, im anderen flop.... Super! Das hatte ich damals bei der unretardierten Form definitiv nicht...

    Ich habe mich jetzt natürlich mal nach Alternativen umgesehen, um den Arzt darauf anzusprechen. Doch was gibt es da? Nicht viel... Das einzige, was mir Sinn zu machen scheint, ist Attentin und seine Verwandten. Ob ich das überhaupt verschrieben bekomme - das ist die andere Frage. Meine Drogenvergangenheit ist dort bekannt... Vielleicht hätte ich doch lieber etwas weniger erzählen sollen...

    Was sagt ihr dazu? Macht MPH weiterhin Sinn? Würdet ihr mir raten, einen weiteren Arzt aufzusuchen? Ich brauche dringend (!) Hilfe, denn wenn es so weiter geht, verliere ich im schlimmsten Fall auch noch meine Familie...

    Gruß

    PS: Drogensucht gibt es übrigens keine mehr.... Seit ich MPH nehme, trinke ich nicht mal mehr gelegentlich Bier, Wein, etc...

  2. #2
    Ist hier zuhause

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 2.410

    AW: Wirkung von MPH unzureichend -- Was nun? Meine Geschichte.

    Die Dosierung bei MPH ist sehr individuell: einige sind bei 5mg uberdosiert, andere brauchen 60 mg unretardiertes MPH täglich. Medikimet aduld wirkt nur gleichmäßig, wenn man es beim Essen nimmt.
    Ich persönlich finde deine Dosis sehr niedrig. Aber andere haben da andere Erfahrungen gemacht.
    MPH bewirkt keine Wunder. Fur Wunder sind andere Instanzen zuständig.
    In der Regel bemmerkt man selbst aufgrund der Wahrnehmungsstorung als letzte was von der Wirkung. Daruam:Geduld,Geduld, ! Und regelmäßig mit dem doc Veränderungen besprechen, nur so kann man die individuell optimale Dosis zu finden.M

  3. #3
    Neues Forum-Mitglied

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 82

    AW: Wirkung von MPH unzureichend -- Was nun? Meine Geschichte.

    Klingt auf jeden Fall so, als wäre da nicht wirklich der Seelenfrieden vorhanden im Leben.Kann da wirklich mitfühlen!


    Wenn ich aber ehrlich bin: ich hab keine Antwort. ich weiss es nicht.
    Zwar hält mich meine ganze Medikation einigermassen stabil (und sollte dies einbrechen, bin am Arsch!), doch um ein wirklich lebendiges und sinnvolles Leben zu führen, reicht es noch nicht ganz...


    Hoffe du kannst eine Lösung finden :/

  4. #4
    Forum-Mitglied (nicht vorgestellt)

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose seit Kindheit
    Forum-Beiträge: 8

    AW: Wirkung von MPH unzureichend -- Was nun? Meine Geschichte.

    Danke, headphone. Irgendwie geht's immer weiter... Ich bin zwar grundsätzlich Skeptiker und Pessimist, dennoch verliere ich nie den Willen weiter zu machen! Das Leben ist kein Ponyhof -- Wobei es mir da auch nicht besser ging, weil ich ne Pferdehaarallergie hab'.


    @Trine

    Ich erwarte natürlich kein Wunder. Dennoch sollten das Medikament einen therapeutischen Nutzen mit sich bringen, der momentan einfach nicht gegeben ist, wenn du mich fragst.

    Konzentrationsfähigkeit und Antrieb verbessern sich nur minimal; bei höheren Dosen überdecken die - wirklich unangenehmen - Nebenwirkungen die positiven Effekte. Nun könnte man argumentieren, dass selbst kleine Verbesserungen erfreulich sind... Ich sehe das jedoch ein wenig anders. Wenn mein Auto im graben liegt, dann freue ich mich ja auch nicht darüber, wenn ich es zur hälfte herausziehen kann: Das Auto liegt immer noch im Graben.

    Geduld habe ich selbstverständlich. Was mich jedoch quält, ist diese ewige Schwarzmalerei, die ich auch nicht so schnell wieder loswerde ohne Erfolgserlebnisse. Nach 25 Jahren, in denen ich wirklich nichts erreicht habe, ist die (Rest-)Hoffnung doch eher gering. Dazu kommt dann noch mein behandelnder Arzt, ein junger Kerl, echt nett, der dann aber doch etwas planlos ist. Z.B. hat er mich - trotz expliziter Nachfrage - nicht darüber aufgeklärt, dass der retardierte Teil des Präparates wirkungslos bleibt, wenn der ph-Wert im Magen nicht stimmt -- also nichts gegessen wurde. Und ich frühstücke grundsätzlich nicht, weil mir davon übel wird. Ich komme frühestens 2 Stunden nach dem Aufstehen dazu -- Super! Von einer Klinik, die sich auf ADHS spezialisiert hat, hätte ich etwas mehr erwartet.


    Meine Befürchtung geht nun in die Richtung, dass ich womöglich auf das MPH (in jedem Fall retardiertes) nicht vernünftig anspreche. Wäre ja keine Seltenheit. Was dann? Ich sehe jetzt schon wieder kommen, dass ich in einem Jahr immer noch nicht viel weiter bin als heute. Ich gebe zwar nicht schnell auf, aber irgendwann geht auch mir mal die Puste aus... Und wenn nicht mir, dann womöglich meiner Frau. Ich wär ihr nicht einmal böse -- Ich kann's verstehen.

    Aus diesem Grund habe ich mich auch an euch gewendet; in der Hoffnung, dass jemand schon etwas ähnliches erlebt hat und ich mir womöglich sinnlose Zwischenversuche sparen kann. Zumindest könnte man dann eine ungefähre Richtung vordefinieren, eine Art Leitfaden.

    Gruß
    Geändert von chinglish ( 7.11.2013 um 23:02 Uhr)

  5. #5
    pero

    Gast

    AW: Wirkung von MPH unzureichend -- Was nun? Meine Geschichte.

    Ich hatte/habe mit dem medikinet adult auch sehr unterschiedliche Wirkzeiten und auch Probleme mit fiesem Rebound.
    Bei mir ist das mit Ritalin LA besser. Aber auch bei mir steigen mit den Dosierungen auch die negativen Effekte.

    Und dann habe ich durchaus gute Erfahrungen mit Elontril gemacht. Allerdings auch mit Nebenwirkungen. Beim ersten Mal habe ich leider abgebrochen, versuche es gerade ein 2. mal.
    Das hat bei mir zwar die Konzentration nicht so verbessert, mich aber deutlich aktiver gemacht. Ist allerdings ein Spiegelmedikament, braucht also 2-3 Wochen bis zur vollen Wirkung.

    LG
    pero

  6. #6
    Chaoten-Weib

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Alter: 53
    Forum-Beiträge: 2.544

    AW: Wirkung von MPH unzureichend -- Was nun? Meine Geschichte.

    Hallo chinglish,

    deine Geschichte hat mich sehr berührt. Ich kann dich so sehr verstehen. Du schreibst sehr offen, auch über deine Drogenvergangenheit. Das gefällt mir.

    Ich habe mit 46 das erste mal in meinem Leben Speed genommen - und wurde ruhiger. Vorher mal diverse Abnehmpillen wie Ephedrin, die mir auch immer gut taten.....hab zwar nie abgenommen damit, aber das war mir dann auch egal....hauptsache mein Gemütszustand hatte sich gebessert.

    Dann wurde ich mit 48 diagnostiziert, weil ich wie ne Verrückte von Arzt zu Arzt gerannt bin und versucht habe, denen allen klar zu machen, dass mit mir etwas nicht stimmen kann, wenn ich auf Amphetamin mit Ruhe reagiere. Auch hier habe ich mich sehr oft verflucht, warum ich immer so ehrlich war.......bzw. ich bin es immer noch und werde es immer bleiben....ich kann und will nicht grossartig lügen. Falle eh immer auf mit so was, weil ich mir dann nicht merken kann, was ich dem jenigen überhaupt gesagt habe hehe

    Okay ich schweife mal wieder ab.....

    Trine hatte es schon erwähnt: Auch ich finde deine Dosierung 3 x 10 mg Medikinet adult sehr niedrig.
    Allerdings, auch wie Trine sagte, ist das bei jedem anders.

    Was mir aufgefallen ist, dass deine 2.Dosis nach 7 Stunden genommen werden soll??? Das erscheint mir viel zu lange. Da ist es für mich ziemlich klar, dass du ein Auf- und Ab in deiner Stimmungslage hast und dass dir die Wirkung unberechenbar vor kommt.

    Von der Klinik, die dir das so gesagt hat, rede ich jetzt erst mal nicht.

    Ich würde an deiner Stelle unbedingt versuchen, ein unretadiertes MPH zu bekommen (welches leider selbst bezahlt werden muss von dir). Auch, weil du morgens nichts essen kannst.
    Hast du vielleicht öfter Magen-Darm-Probleme? Ich z. B. habe eine chron. Gastritis A und da ist der pH-Wert des Magens ohnehin viel zu hoch. Bei mir konnte das Medikinet adult auch nicht so wirken, wie es sollte. Ich hatte die gleichen Schwankungen wie du.

    Ich nehme nun seit 6 Monaten Methylpheni TAD (kostet mich 70 Euro im Monat; die es mir aber echt wert sind). Und eine Wirkung ist da.

    Ich habe - und muss gestehen, dass ich es heute auch noch ab und an tue - oftmals einen Vergleich mit der Wirkweise des Amphetamins gemacht. Da ist ein himmelgrosser Unterschied.....und was für einer. Ich war regelrecht mit der Wirkweise des MPH total irritiert, weil mir jeder Psychiater sagte, dass Medikinet das gleiche wäre wie das Strassenspeed. Ich war sehr enttäuscht, als ich merkte, dass das nicht so ist.

    Das unretadierte MPH bemerke ich in seiner Wirkung so etwa 30 min später. Meine "Birne" wird klarer und konzentrierter. Ich nehme dann etwa 4 Stunden später meine nächste Dosis. Habe ich - so wie gestern - einen anstrengenden Tag - dann nehme ich manchmal nach 3 Stunden meine nächste Dosis.

    Das ist das Schöne am unretadierten MPH. Man kann es individuell dosieren. Allerdings auch hier sei wieder angemerkt, dass es eher subtil wirkt und man sich sehr an den Effekt "gewöhnt", weil es halt NICHT wie Speed wirkt. Viele glauben dann, dass das MPH keine Wirkung mehr zeigt. Ich sage dann meistens, dass man das MPH einfach mal weg lassen soll.....dann merkt man den Unterschied sehr wohl!!!

    Ich nehme mein MPH - etwa 50-60 mg/Tag - an 7 Tagen der Woche. Bin auch an die 12 Stunden abgedeckt. Meine emotionale Instabilität ist anders nicht zu bremsen. Ohne MPH heule ich schon los, wenn ich ne tote Maus am Waldrand liegen sehe und das war jetzt ein harmloses Beispiel. Andere erwähne ich jetzt besser nicht

    Bleib am Ball lieber chinglish.....ich denke, du bist auf dem richtigen Weg. Besprich das mit deinem Arzt wegen dem unretadierten MPH. Den Versuch würde ich als erstes wagen. Wenn das auch nicht hilft, dann gibt es immer noch Attentin oder Elvanse. Nur hier liegst du kostenmässig deutlich höher als mit dem Methylpheni TAD.

    Viel viel Glück und bleib so, wie du bist

    lg Heike

    PS: Ich bin auch ein Hypo ADS-ler und der Antrieb fehlt mir auch mit dem MPH. Ich muss mir Dinge/Arbeiten suchen, die mir absoluten Spass machen, zumindest ein bisschen....sonst ist da NIX zu machen. Das war mit dem Amphetamin auch anders. Ich überlege auch sehr stark, meinen Arzt nach DL-Saft zu fragen.

  7. #7
    Forum-Mitglied (nicht vorgestellt)

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 138

    AW: Wirkung von MPH unzureichend -- Was nun? Meine Geschichte.

    Hi chinglish,

    so wie Heike hat mich deine Geschichte ziemlich berührt.
    Und ich habe mich wiedererkannt. Nur Drogenerfahrungen
    habe ich null. Medikinet adult war für mich komplett unbrauchbar
    in der Wirkung, hat mich nur nervöser gemacht. Obwohl ich
    immer gut frühstücke. Attentin hatte bei mir auf Dauer Schlaf-
    probleme verursacht. Ich nehme jetzt auch MPH von TAD.
    Das wirkt ganz anders. Ohne bekomme ich gar nichts auf die
    Reihe. Ich glaube die Ärzte haben bestimmte Vorgaben von der
    "Ärztlichen Kommission" der Kassen.
    Aber da du ohne die richtige Medikation ja anscheinend kein
    richtiges Leben führen kannst, würde ich mich privatärztlich bei
    einem ganz neuen Psychiater behandeln lassen. Klar das kostet.
    Ich bin mir sicher irgendwo gibt es in deiner Region einen Arzt der
    dir trotz deiner Drogenvergangenheit entweder unretardierdes
    MPH oder AMP verschreibt. Genügend andere haben das auch geschafft !!!!!
    Schliesslich hattest du ja die Drogen damals nicht zum Spass genommen,
    sondern weil du krank bist und dir halt Medikamente besorgen musstest.
    So einfach ist das erklärt.
    Wichtig ist glaube ich hartnäckig zu bleiben, also den Ärzten genüber
    immer leidenschaftlich zu beteuern das du die anderen Medis niemals
    missbrauchen wirst und einfach nur med. Hilfe willst. Mehr nicht.
    Wenn dir das Geld dafür fehlt musst du halt den Domainserver
    usw verkaufen. Und dann hartnäckig und verbissen für dein Recht auf
    diese Medikamente kämpfen.
    Geändert von Berliner ( 8.11.2013 um 10:20 Uhr)

  8. #8
    Forum-Mitglied (nicht vorgestellt)

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose seit Kindheit
    Forum-Beiträge: 8

    AW: Wirkung von MPH unzureichend -- Was nun? Meine Geschichte.

    Herzlichen Dank für eure Anteilnahme -- Ich bin es gar nicht mehr gewohnt, dass überhaupt noch jemand Verständnis oder Mitgefühl zeigt. In meiner Familie oder Freundeskreis... da ist die Lust dazu mittlerweile auch verflogen, da ich immer so viel rede und plane und Dinge ändern möchte, aber schlussendlich nichts bei rum kommt. >.<

    Mal vorab: Ich möchte es eigentlich unbedingt vermeiden Präparate einzunehmen, die dem Speed noch ähnlicher sind als MPH. Durch Speed entstand damals meine Angstneurose; das war mitunter eine der schlimmsten Zeiten in meinem Leben. Aufgrund der Assoziation der Wirkung mit eben diesem fürchterlichen Erlebnis kommt dann dieses ekelhaft Gefühl von damals wieder hoch -- Nicht grad toll.. Zumindest wird das zu Beginn so sein.

    Übrigens... Dass MPH völlig anders wirkt als Speed, das wusste ich vorher. Ich habe mich intensiv mit der Pharmakologie von derartigen Präparaten beschäftigt; schon vor der ersten Verschreibung im Alter von 16 Jahren. Das habe ich bislang IMMER gemacht, auch bei Drogen -- Ohne die Risiken und Wirkweise zu kennen, habe ich nix eingeschmissen.

    Was mir aufgefallen ist, dass deine 2.Dosis nach 7 Stunden genommen werden soll??? Das erscheint mir viel zu lange. Da ist es für mich ziemlich klar, dass du ein Auf- und Ab in deiner Stimmungslage hast und dass dir die Wirkung unberechenbar vor kommt.
    Nun, du schreibst ja selbst, dass du unretardiertes MPH nach 3-4 Stunden neu einnehmen musst, um eine entsprechende Wirkung aufrecht zu erhalten. Bei der retardierten Form handelt es sich ja quasi um eine (halbe) Doppeldosis, von welcher der 2. Teil nach eben 3-4 Stunden "aktiviert" wird (/werden soll). So eine Retardkapsel besteht aus verschiedenfarbigen Kügelchen, von denen der hellblaue (oder war es der weiße?) Teil die retardierte Form darstellt. Deshalb entsprechen 10 mg der Retardvariante auch 5 mg unretardiertem MPH. Im Prinzip nehme ich also 6x 5 mg ein.

    Übrigens ist es alles andere als "best practice", die Retardvariante mehr als 2x täglich einzunehmen. So jedenfalls die Profimeinung. Im Normalfall sollte eine 2-fache Einnahme 12-14 Stunden anhalten! Komischerweise scheint da aber etwas nicht ganz zu funktionieren: Eine Erklärung ist, dass der 2. Teil meist viel weniger intensiv wahrgenommen wird, da der unretardierte Part zunächst mal schleichender beginnt und es vor dem "Zünden" der 2. Phase ein kleines "Loch" geben kann. Dazu kommt, dass die Wirksamkeit des Retardteiles vom Essverhalten abhängt. Das ist natürlich gerade bei einem Medikament, welches den Appetit hemmt, eher ungünstig.

    Der Grund, wieso viele Patienten mit dem Adult nicht klar kommen, scheint wohl hauptsächlich in der falschen Einnahmeverordnung zu liegen (so auch bei mir). Durch die sehr lange Wirkdauer, welche gegen Ende kaum noch wahrgenommen wird (s.o.), reicht die Wirkung bei später (als 3-maliger Einnahme) bis in die Nacht hinein. Dadurch wird angeblich der Schlaf erheblich gestört, und die Leistung am nächsten Tag sinkt spürbar. Dieses Ungleichgewicht hat scheinbar erhebliche folgen: Der Patient assoziiert dieses Sinken der eigene Leistung mit unzureichender Zufuhr von MPH und muss hochdosieren, um eine (subjektiv) gleichbleibende Wirkung zu erhalten -- Ein Trugschluss, der dieses Teufelskreis noch weiter antreibt. Das sagt zumindest Dr. Martin Winkler, spezialist für ADS im Erwachsenenalter. Der Herr betreibt übrigens einen sehr interessanten Blog, der wirklich lesenswert ist. Auch bei mir konnte ich ähnliches beobachten. Umso größer die Müdigkeit/Trägheit, umso mehr MPH brauche ich, um die selbe Leistung zu erbringen.

    Generell halte ich die Adult-Präparate für sehr heimtückisch und nur wenig berechenbar. Durch die unterschiedliche Wirkung der 2 Phasen ist es (für mich jedenfalls) sehr schwer richtig zu dosieren. Daher möchte ich diesen Kram nur wirklich ungern weiterhin einnehmen.

    Ich bleibe jedenfalls am Ball! Eure Beiträge ermutigen mich sehr. Nochmals vielen Dank! Und bitte nicht böse sein, wenn ich grad nicht auf alles einzeln eingehe. Ich hab heute ziemlich viel um die Ohren; und nun muss ich mich noch um einen Termin kümmern, da mein Tablettenvorrat am Ende ist und die Aphotheke ab 13 Uhr nichts mehr bestellen kann vor dem WE! *heul*

    Tim

    EDIT: PS: Ich habe eigentlich keine Probleme mit Magen/Darm-Geschichten. Aber wenn ich morgens esse, dann bin ich total träge. Übelkeit ist vielleicht etwas überspitzt formuliert gewesen.. Es ist eher ein Unwohlsein.
    Geändert von chinglish ( 8.11.2013 um 11:39 Uhr)

  9. #9
    Ist hier zuhause

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 2.410

    AW: Wirkung von MPH unzureichend -- Was nun? Meine Geschichte.

    Also, Medikinet adult(MA) flutet langsam an, nach ca. 3 Stunden geht die Wirkung wieder runter und dann geht sie wieder hoch, so dass man insgesamt auf ca. 6-7 Stunden kommt. Dabei entsprechen 10mg MA 2 5mg Dosen unretardiertem MPH. Dies hat mein Doc leider auch nicht berücksichtigt, bei dem Behandlungsversuch mit MA. ABer auch in der korrekten Dosierungshöhe komme ich persönlich mit MA nicht klar, weil ich mittags einen heftigen Rebound habe, der durch einmal Gaben unretardiertes MPH abgefangen werden müsste und ich zum anderen auf die Hilfsstoffe mit Quaddeln und Juckreiz reagiere.

    So bleibt für mich nur das unretardierte. Auch als Kassenpatient kann man unretardiertes MPH auf Privatrezept erhalten. Ich persönlich finde das unretardierte auch einfacher zum Finden der optimalen Dosis.

    Mein Doc hat damals gesagt, dass Hypo schwieriger medikamentös zu behandeln ist als hyper. Man muss da mehr ausprobieren, bis man die passenden Medikamente in der passenden Dosierung findet. Ich benötige zum Beispiel zusätzlich zum Dopamin auch eine Beeinflussung des Noradrenalinspiegels. Das geschieht bei mir mit Venlafaxin/Trevilor. Andere haben da mit Elontril super Erfahrungen gemacht, weil es eben ein Spiegelmedikament ist und nicht solchen Schwankungen unterliegt wie MPH. Da wird MPH zusätzlich zum Elontril genommen. Wieder andere kommen mit Attentin und Elontril gut klar.

    Ärztliche Erfahrungswerte bezgl. Elvanse gibt es zum Beispiel noch gar nicht wirklich, so dass ich manchmal den Eindruck habe, dass Elvanse auch nicht auf Privatrezept angeboten wird, weil man lieber erstmal die Medikamente ausprobiert, deren Wirkung man einigermaßen einschätzen kann.

    Zu den Nebenwirkungen: die gehen in der Regel nach ein paar Wochen wieder weg, der Körper muss sich erst daran gewöhnen. Das sollte jetzt kein Grund sein, die Dosis nicht weiter anzupassen, um zu schauen, ob man irgendwann die passende findet. Mein Doc sagt, durchschnittlich dauert es drei Monate, bis die passende Dosis da ist.

    MPH steigert nicht den Antrieb, sondern nur die Aufmerksamkeit. Die Steigerung des Antriebs wird durch die Anhebung des Noradrenalinspiegels erreicht.
    Ich persönlich merke bei 10mg MA bzw 5 mg unretardiertes MPH absolut gar keine Wirkung, außer das ich nachts erholsam schlafe, wenn ich tagsüber nicht gearbeitet habe. Mir ist immer schleierhaft, wie man da eine Wirkung feststellen kann, aber es gibt auch Leute, die mit 5 mg überdosiert sind. Ich selbst habe erstmals eine Wirkung bei 15mg MPH feststellen können.

    Gerade bei einer Angstproblematik sollte eigentlich auch mal besprochen werden, ob man da nicht zusätzlich ein AD was auf Ängste und Antrieb wirkt, nehmen sollte. Dann nur MPH auszuprobieren, finde ich persönlich etwas merkwürdig. Aber ich bin kein Arzt.

    Ich frage mich immer, ob es tatsächlich Leute gibt, die neben MPH nichts anderes nehmen und damit gut klar kommen. Ich kenne niemanden, der nur MPH nimmt. Die meisten haben eine Kombi aus AD und MPH. Bei Attentin scheint es Leute zu geben, die kein AD zusätzlich bekommen, aber das weiss ich nicht so genau, denjenigen habe ich schon länger nicht gesprochen.

    Also, frag deinen Doc nochmal, wie das mit dem Antrieb und der Aufmerksamkeit ist und wie das mit den Nebenwirkungen ist, ab wann du damit rechnen kannst, dass die wieder verschwinden. (In dem Zusammenhang habe ich erstmals vom Doc gehört: "Die Nebenwirkungen sind passagär!" Diesen Ausdruck kannte ich bis dahin noch gar nicht.) Denn eigentlich kann man die optimale Dosis nur gemeinsam mit dem Arzt finden. Es gibt da keine Standards, die bei jedem funktionieren, es ist wirklich absolut individuell, die passende Dosis zu finden.

    LG Trine

  10. #10
    Muh!

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Alter: 54
    Forum-Beiträge: 6.856

    AW: Wirkung von MPH unzureichend -- Was nun? Meine Geschichte.

    Aktuell nehme ich unret. Methypheni DAT. Die Dosis, die ich nehme, entspricht der Häfte dessen, was ich an ret. Medikinet genommen habe, in der Tagessumme.

    Medikinet war insofern treu, als dass ich morgens meine erste Dosis, genommen habe, mittags meine Zweite und um mehr brauchte ich mich nicht zu kümmern, außer, dass ich sie nicht auf nüchternem Magen einnahm.

    Zur Zeit bin ich im Gespräch mit meinem Dackel, meinem ADHS also. Der will nämlich immer wieder abhauen und mich an der Leine mitziehen (ich will damit sagen, dass ich im Stress bin). Wirkt das MPH, bin ich zufrieden. Lässt die Wirkung nach, kommen die Zweifel an dem, was ich mache, und somit die Angst zu versagen. Ich spürte bei Medikinet also auch die Kanalratten. Die Rebounds konnte ich managen, indem ich entweder die zweite Dosis einnahm oder ins Bett ging.

    Mit den Unretardierten ist das problematischer. Da muss ich aufpassen, weil die Wirkung sehr schnell nachlässt. ich komme also sehr schnell in einen Rebound. Gem. Angaben des Arztes soll ich dann die zweite Dosis nehmen, was aber bedeutet, dass ich wiederum 4 Stunden später in den Rebound komme. Eine dritte Dosis ist nicht vorgesehen. Somit lasse ich die 2. Dosis aus und warte, bis ich die 3. einnehmen kann, sprich, ich nehme morgens sie erste Dosis und am späten Nachmittag die nächste. Dann kann ich zwar physiologisch schlecht einschlafen, aber ohne kann ich zur Zeit wegen der Bettpanik noch schlechter einschlafen.

    Ändern kann ich das nur, indem ich schnell zum gesteckten Ziel komme, denn die Rebound, Panik, Zweifel etc. haben eine Ursache, die es zu beseitigen gilt.

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