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  1. #1
    Forum-Mitglied (nicht vorgestellt)

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose seit Kindheit
    Forum-Beiträge: 18

    neue Medikamente - Attentin / Focalin / Vyvanse

    scheinbar gibt es neue Medikamente, die eine Alternative zu den Wirkstoffen Methylphenidat (Medikinet adult) bzw. Atomoxetin (Strattera) darstellen.



    Focalin XR®, Kapseln 5mg, 10mg, 15mg und 20mg (dexmethylphenidatum)

    Name Arzneimittel: Focalin XR®, Kapseln
    Name des Wirkstoffs / der Wirkstoffe: Dexmethylphenidatum
    Dosisstärke und galenische Form: 5mg, 10mg, 15mg, 20mg / Kapseln
    Anwendungsgebiet / Indikation: Zentral wirksames Sympathomimetikum / Focalin XR dient zur Behandlung von Aufmerksamkeitsdefizit-/ Hyperaktivitätsstörungen (ADHS) bei Kindern ab sechs Jahren, Jugendlichen und Erwachsenen.
    ADHS wurde zuvor als Konzentrationsschwäche (attention deficit disorder) oder auch als minimale Hirndysfunktion (minimal brain dysfunction) bezeichnet. Weitere Begriffe für die Bezeichnung dieser Verhaltensstörung sind: hyperkinetische Störung, minimale Hirnstörung, minimale zerebrale Dysfunktion, geringfügige zerebrale Dysfunktion und psychoorganisches Syndrom bei Kindern. Focalin XR ist indiziert als Teil eines umfassenden Therapieprogramms, zu dem typischerweise auch psychologische, erzieherische und soziale Behandlungsmassnahmen gehören, mit dem Ziel, auffälliges Verhalten von Kindern und Erwachsenen mit folgenden Charakteristika zu stabilisieren: mässige bis starke Ablenkbarkeit, rasch nachlassende Aufmerksamkeit, Hyperaktivität, emotionale Labilität und Impulsivität. Die Diagnose hat anhand der DSM-IV-Kriterien oder der ICD-10-Richtlinien zu erfolgen. Nicht-lokalisierbare (leichte) neurologische Anzeichen, Lernschwierigkeiten und ein abnormes EEG können - müssen aber nicht - vorhanden sein, und in einzelnen Fällen kann eine Funktionsstörung des Zentralnervensystems nachgewiesen werden.
    ATC Code: N06BA04
    IT-Nummer / Bezeichnung: 01.10.2. / starke Stimulantien
    Zulassungsnummer/n: 59245
    Zulassungsdatum: 11.12.2009
    Für vollständige Informationen zum Präparat ist die Fachinformation zu konsultieren

    swissmedic - Schweizerisches Heilmittelinstitut - Focalin XR®, Kapseln 5mg, 10mg, 15mg und 20mg (dexmethylphenidatum)


    Amphetamine bei ADHS: Neues Medikament mit langer Erfahrung



    In der medikamentösen Behandlung des Hyperkinetischen Syndroms (ADHS) tut sich was. Bisher war es in Deutschland relativ unüblich, eine medikamentöse Behandlung mit Amphetaminen einzusetzen. Hierzu war kein “Fertigpräparat” eines Pharmaherstellers zu erhalten, vielmehr musste man eine Rezeptur von DL-Amphetaminsulfatsaft 0.2 %ig vom Apotheker anfertigen lassen.

    In den USA und Canada sind Amphetamine gegenüber Methylphenidat weiter verbreitet. Hier sind speziell “Mixsalze” von Amphetamin als Adderall® ziemlich bekannt geworden. Relativ neu ist dann das Lisdexamfetamine (Vyvanse). Vorteil dieses Medikamentes, das nur das “rechtsdrehende” Enantiomer Dexamfetamine aufweist, ist die lange Wirkdauer über 12-16 Stunden. Daneben soll das Missbrauchsrisiko für Nicht-ADHSler durch einen pharmakologischen Trick geringer sein. An das wirksame Molekül wird eine Aminosäure gekettet, die sich erst im Magen vom Wirkstoff trennt. Damit eignet sich das Medikament nicht für den Missbrauch durch die Nase oder Spritzen.


    Nun ist mit Attentin® offenbar zum 1.12.2011 erstmals ein Amphetamin (Dexamphetamin) in Deutschland zugelassen worden, das von der Firma Medice vertrieben wird. So wie ich es verstehe, mit der Einschränkung, dass zunächst (neben der obligatorischen nicht-medikamentösen Behandlung) Therapieversuche mit Methylphenidat UND auch Atomoxetin (Strattera) keine gute Wirkung hatten.

    Das ist nicht so ganz in Übereinstimmung mit internationalen Empfehlungen. Dort wird Methylphenidat und Amphetamine eben gleichberechtigt als “First line”, als Mittel der ersten Wahl gesehen, dann erst mit kleinem Abstand Atomoxetin.

    Wenn Methylphenidat nicht wirkt (die Diagnose aber stimmig ist und eigentlich auch ein pharmakologisches Ansprechen zu erwarten wäre), sollte man nach den amerikanischen Sichtweisen erstmal auf Amphetamine umstellen. Also: Falls man mit Amphetaminen wie Adderall oder Vyvanse begonnen hat und keinen guten Therapieeffekt hatte, sollte auf Methylphenidat umgestellt werden.


    Ich habe relativ häufig Amphetaminsaft eingesetzt. Gerade bei Frauen mit ADHS wirkt es etwas “weicher”, der bei MPH auftretende “on-off-Effekt” ist nicht so stark. Damit meint man, dass bei MPH bei einigen Patienten doch ein relativ plötzlicher Beginn und ein starkes akutes Nachlassen der Wirkung mit dem sogenannen Rebound-Effekt Probleme machen kann.

    Zudem kann Amphetamin bei einigen Patienten besser im Bereich der Gefühlsstabilisierung wirken. Hier ist aber Vorsicht angesagt: Man sollte / darf Amphetamin eben nicht als “Euphorisierer” einsetzen und solange hochdosieren, bis nun eine “rosarote” Stimmung angegeben wird. Einige Klienten im Erwachsenenalter setzen irgendwie darauf, dass es ihnen mit dem Medikament “gut” gehen sollte. Dabei soll man sich nur “echter” fühlen. Und echter heisst bei ADHS eben, dass man die Probleme noch deutlicher wahrnimmt, um sie dann angehen zu können. Nicht aber, dass sie betäubt oder übertüncht werden.

    Nicht einsetzen sollte man daher Amphetamine bei zurückliegenden Drogenerfahrungen.

    Was ja eigentlich klar sein sollte. Aber immer wieder begegnen uns dann auch ADHSler, die Müdigkeit mit ADHS-Symptomen verwechseln. Und dann quasi Amphetamin aus der Illegalität ausprobierten, um “wach” zu werden. Also als “Upper” missbraucht haben. Hier muss der verordnende Arzt gehörig aufpassen. Klar, dass Attentin wird nicht für Erwachsene zugelassen bzw. von der Kasse bei Erwachsenen erstattet werden.
    Amphetamine bei ADHS: Neues Medikament mit langer Erfahrung | ADHS-Spektrum: Neues und Altes aus der ADHS-Welt



    Aha.. Offenbar gibt es in Deutschland Missbrauchsängste (Junkie-Szene), deshalb scheint Methylphenidat und Strattera bevorzugt zu werden...

    Gibt es trotzdem Erwachsene aus Deutschland, die Erfahrungen mit den genannten Medikamenten haben?

  2. #2
    Neues Forum-Mitglied

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 295

    AW: neue Medikamente - Attentin / Focalin / Vyvanse

    Ich nehme Attentin seit gut einem Jahr (10mg über 2 Dosen).
    Ja, man gerät leicht in den Verdacht des Missbrauchs und wird gern mal in die Junkie-Ecke geschoben aber das ist mir vollkommen egal. Ich weiß dass ich es als medikamentöse Therapie einsetze und bestimmungsgemäß, was die anderen darüber denken ist mir schnuppe
    Attentin ist bis jetzt am besten verträglich für mich (zuvor Ritalin, Medikinet und Equasym).
    Wenn du in meinem Profil nach von mir erstellten Themen suchst, findest du eins darüber dass meine Kasse die Kosten nach Beantragung übernommen hat (das hattest du in nem anderen Thread mal erfragt).

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