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  1. #1
    Neues Forum-Mitglied

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 303

    Doch mehr MPH benötigt als gedacht!?!

    Hi zusammen,

    da ich mich momentan im Krankenhaus befinde um meinen Blutzucker neu einstellen zu lassen, hatte ich die letzten Tage Zeit mich mal wieder ein wenig intensiver zu Beobachten.

    Bisher dachte ich meine Dosis Medikinet Adult mit 20-20-0 wäre ideal für mich und jegliche erhöhung würde lediglich zu mehr Nebenwirkungen führen und noch vorhandene Symptome wären auch mit einer Dosiserhöhung nicht zu korrigieren.

    Ich nehme ja jetzt seit Anfang Mai das Medikinet Adult und seit Juni in der jetzigen Dosierung. Seit dem hat sich einiges getan in meinem Leben, vieles wurde mir bewusst jedoch bleibt das meiste nach wie vor auf der Strecke...
    Die größte Veränderung hat bei mir das MPH im Bezug auf meine Impulsivität und meine Frustrationsschwelle gehabt. Bin seit der Einnahme nicht mehr so leicht aus der Fassung zu bringen und wenn ich doch mal die Beherrschung verliere gelingt es mir wesentlich schneller wieder mich ein zu kriegen. Auch ist meine Depression durch das Venlafaxin und der Erkenntniss warum mein Leben bisher so abgelaufen ist, weitestgehend verschwunden.
    (Ich nehme zur Zeit noch 37,5 mg Venlafaxin damit das auch so bleibt)
    Meine Konzentration ist relativ besser geworden nur kann ich sie nach wie vor nicht fokussieren...

    Nun komme ich aber zu dem was bisher durch meine Medikamention immer noch nicht besser geworden ist. Wobei zu erst muss ich da sagen, dass mir durch das MPH es überhaupt erst möglich geworden ist, etwaige Defizite als solche zu erkennen.
    Wie oben erwähnt ist meine Konzentration subjektiv besser geworden (meine Arbeitskollegen meinen sie können keine Veränderung an mir feststellen -.-)
    Ich habe einfach nach wie vor das Problem auf meiner Arbeit, dass meine Gedanken sehr sprunghaft von Aufgabe zu Aufgabe wandern.
    Beispiel:
    Ich soll in der Werkstatt (so heist bei uns der Raum wo wir unsere Computer teile einlagern und PCs einrichten) einen PC aufsetzten der am Abend an einem Arbeitsplatz aufgesetzt werden soll. Während ich Windows installiere und gedankenverloren den Installationsbalken anstarre, kommt es mir in den Sinn, dass ich ja noch die Tonerbestandsliste in der Zeit machen könnte (eigentlich ja gut, weil Installationsbalken anstarren undproduktiv ist).
    Dies mache ich dann auch. Nach der Tonerliste sehe ich dann, dass die Palette mit leeren Kartons abgeholt werden sollte. Also rufe ich das Lager an und veranlass die Abholung der Palette. Danach gehe ich dann an meinen Computer und check meine E-Mails, sehe ein Ticket im Ticket-System und gehe in die entsprechende Abteilung, um das Problem zu lösen.
    Auf dem rückweg treffe ich meinen Ausbilder der mich dann frägt ob ich mit dem PC einrichten schon fertig bin...
    Ich denk mir welcher PC?!?.... Dann fällts mir ein....
    Das war jetzt nur ein Beispiel von vielen

    Mein Ausbilder sagt mir zwar immer dass ich motivationsmäßig wie ausgewechselt erscheine nach dem halben Jahr auszeit aber halt immer noch ziemlich verplant meine aufgaben ab arbeite.
    Ich denke mir jetzt halt, alles schön und gut und kann eigentlich so weiterlaufen weil alles in allem ist mein Ausbilder zufrieden....
    ABER
    Objektiv betrachtet hat sich meine Leistung verbessert weil ich keine Depression mehr habe und nicht weil irgendetwas im Bezug auf ADHS besser geworden ist.
    Da das Ende meiner Depression und der beginn der Medikamention mit MPH zeitnah stattfanden, dachte ich bisher, dass die Motivation etc. auf das Medikinet zurück zu führen sind und nicht aufgrunde der Tatsache, dass ich nicht mehr depresiv bin.

    Wie ich nunmal so bin, habe ich heute einen Eigenversuch gestartet...
    (ich weis das soll man nicht aber ich denke ein Krankenhaus ist ein geeigneter Ort)
    Ich habe heute also zum Mittagessen 40 mg Medikinet Adult anstatt 20 mg genommen.

    Nun zwei Stunden später merke ich einen deutlichen Unterschied zu den 20 mg (war ja auch zu erwarten) Allerdings bin ich von der Wirkungsweise mehr als überrascht. Eigentlich hatte ich von solch einer Dosis masive Nebenwirkungen, wie Herzklopfen, Nervosität, zittrigkeit, etc. erwartet, die aber bisher komplett ausbleiben. Auch meine Vitalwerte sind absolut normal wie ich gerade eben beim Blutruck messen festellen durfte (Blutdruck 122/74 Puls 72)
    Nun bin ich ein wenig verwirrt. Eigentlich hatte ich erwartet, dass so hohe Dosen Medikinet Adult nur Nebenwirkungen hervorrufen und keine Besserung der symptome mit sich bringen.
    Aber irgendwie merke ich nun gerade zum ersten Mal diese oft gelesene Ruhe und Entspannung im Kopf. Ich konnte endlich mal wieder so einen langen text schreiben und war währenddessen nur 2 Mal auf Facebook.
    Nun so wie es aussieht werde ich nochmal mit meinem Arzt sprechen müssen.
    Nur irgendwie ist mir das ein wenig unangenehm, da ich ihm die letzten Monate immer gesagt hatte, das mit der aktuellen Dosierung alles in Ordnung sei...
    Ich dachte halt auch bisher die Dosierung wäre in Ordnung weil sich ja soviel zum positiven gewendet hat im letzten halben Jahr.
    Etwas gutes hat das ganze. Mir ist in den letzten Tagen aufgefallen, dass meine Depression mich mehr behindert hat als mein ADHS. Ich denke nun bin ich auch erst wirklich bereit mich mit meiner ADHS-Störung intensiver auseinander zu setzen.
    So jetzt habe ich mal wieder einen Endlos Text von mir gegeben aber musste grad irgendwie mal wieder sein...

    LG Chokmah


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  2. #2
    N o r d f r a u

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Alter: 62
    Forum-Beiträge: 8.213

    AW: Doch mehr MPH benötigt als gedacht!?!

    Hallo Chokmah,

    ich freue mich, dass es dir - relativ gut geht.

    Warum sollte es dir unangenehm sein, mit deinem Arzt über die Dosierung zu sprechen?

    Obwohl ich mir es eigentlich verboten habe, über Dosierungen zu schreiben, aber man
    könnte auch 30 mg ausprobieren.

    Die Story, wie du bei der Arbeit abgelenkt bis, könnte ich auch erzählen, mit anderen Details.

    Ich wünsch dir alles Gute!
    Wenn du Fragen hast in Bezug auf deine jetzt beginnende Auseinandersetzung mit deiner ADHS-Störung,
    du weißt ja, wo man sie stellen kann.

    Liebe Grüße
    Gretchen

  3. #3
    Neues Forum-Mitglied

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 303

    AW: Doch mehr MPH benötigt als gedacht!?!

    Hi Gretchen,

    ja 30mg werde ich auf jeden Fall als nächsten Schritt ausprobieren. Mir ist eh ein wenig unwohl bei dem Gedanken in so einen hohen Bereich dosieren zu müssen, um eine signifikante Minderung der ADHS-Symptome zu erreichen...
    Fragen habe ich zur Zeit gefühlt unendlich aber irgendwie kann ich sie nicht recht aus formulieren.
    Klingt vielleicht ein wenig seltsam, ist aber gerade wirklich so. Ich habe zur Zeit im Bezug zu ADHS ein riesiges Fragezeichen in meinem Kopf, weis aber nicht wirklich welche Fragen sich dahinter verbergen ˆˆ
    Ich wäre sooo gern schon soviel weiter, doch weis ich weder wohin noch was ich dafür machen muss....
    Ich werde wohl auf kurz oder lang doch nochmal alle Therapeuten anrufen müssen, um mich auf so ne 12 Monate Warteliste setzen zu lassen >.<

    LG Chokmah

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  4. #4
    Chaoten-Weib

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Alter: 53
    Forum-Beiträge: 2.544

    AW: Doch mehr MPH benötigt als gedacht!?!

    Hi Chokmah,

    du sprichst mir so aus der Seele mit deinem Beitrag. Im Prinzip ist es bei mir genauso, nur dass ich kein Venla nehme, sondern Elontril 300.

    Ich bin auch nach wie vor verplant, verpeilt, chaotisch.....nicht mehr ganz so wie vorher noch vor 10 Monaten, aber dass ich Ruhe im Kopf habe, ist nicht. Das bewundere ich immer hier, wenn ich lese, dass eine absolute Ruhe vorhanden ist durch MPH, man total fokussiert ist auf seine Arbeit und und und.

    Hier sind bei mir lediglich Verbesserungen fest zu stellen, für die ich auch schon dankbar bin.....und wie dankbar.

    Mein Hauptproblem waren - und sind es heute auch noch, aber deutlich weniger - meine emotionale Instabilität. Ich deute dann Blicke, Gesten, Worte etc alles gegen mich. Aber NUR von meinem Mann. Nur hier bin ich verletzbar. Und das schon mit einer völlig von mir überbewertenden Situation wie z. B. der fehlende Gute-Nacht-Kuss.
    Die Eifersucht wird dann so gross und schmerzlich, dass ich es kaum aushalte. Wenn ich noch unter MPH stehe, dann kommen solche Gedanken auch mal kurz auf, aber wirklich nur ganz kurz. Ich krieg mich dann ganz schnell wieder ein. Aber ohne MPH??? Oh Gott....ich schreie, ich weine, ich bin theatralisch etc.....ganz schlimm.

    Ich nehme etwa 60 mg unretadiertes MPH am Tag....in zeitlichen Abständen ein. Ich bin in der Regel 12 Stunden abgedeckt. Anders gehts bei mir nicht....aufgrund der o.g. Gründe. Das Elontril fängt auch den Rebound etwas ab, aber nicht meine Emotionen....oder zumindest nur einen kleinen Teil.

    Die Geschichte auf deiner Arbeit hätte auch von mir sein können....mal mehr, mal weniger. Ich weiss auch ehrlich nicht, ob das mit unserer langjährigen Diabetes-Erkrankung zu tun hat, dass wir Diabetiker noch mal anders auf MPH reagieren....ich weiss es nicht.

    Ich habe jedenfalls immer das Gefühl, dass wir "Älteren", die erst spät mit ihrer ADHS diagnostiziert werden - ab 40 und mehr - deutlich mehr Probleme im Leben haben, die mit MPH gar nicht so zu regeln sind wie z. B. bei jungen Menschen. Klar haben sich bei uns evtl. mehr Komorbiditäten angesammelt, ist ja logisch, nur irgendwie fällt mir das immer wieder auf.

    Okay....wollte nur meinen Senf dazu geben

    Alles Gute für dich....auch für die neue BZ-Einstellung

    lg Heike

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