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Diskutiere im Thema Medikamente richtig einstellen... im Forum ADHS Erwachsene Medikamente
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Fragen, Antworten und Hilfe rund um ADS / ADHS - Medikamente, wie Ritalin, Concerta, Medikinet, Equasym und Strattera, sowie Medikamente bei Komorbiditäten, wie Antidepressiva, Neuroleptika, Benzodiazepine, andere Psychopharmaka und sonstige Medikamente
  1. #1
    JNS


    Neues Forum-Mitglied

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 17

    Medikamente richtig einstellen...

    So,

    in 8 Tagen geht es für mich ans Eingemachte. Nächsten Donnerstag habe ich meinen Termin beim Psychiater um ADS medikamentös behandeln zu lassen.

    Was muss der Arzt respektive ich genau beachten?

    Laut Sprechstundenhilfe hat der Arzt Erfahrung auf dem Gebiet AD(H)S und weiß wie man es macht. Nur liest man hier im Forum das ein oder andere Schauermärchen betreffend der richtigen Einstellung des Medikaments. Um mir so etwas zu ersparen möchte ich gerne wissen, worauf ich achten sollte, z.B. Umgang mit dem Patienten, Aufklärung über etwaige Nebenwirkungen, Kontrollrhythmus und Schrittgröße der Dosierungsanpassung, etc.

    In Eigenregie habe ich schonmal (d.h. ein paar Tage) unretadiertes Ritalin probiert und empfand eine Besserung meiner Situation (Langzeitkonzentration, Ordnung u. Struktur), daher glaube ich, dass MPH für mich das Mittel erster Wahl darstellt oder ist es das in Deutschland für jeden?

    Über ein paar Informationen/Hinweise/Denkanstöße freue ich mich natürlich!
    Geändert von JNS (18.09.2013 um 14:56 Uhr) Grund: Deppenapostroph

  2. #2
    pero

    Gast

    AW: Medikamente richtig einstellen...

    Da jeder Mensch anders auf die Medikamente reagiert, jeder andere Nebenwirkungen zeigt, kann man eigentlich vorher nichts beachten.
    Der Arzt sollte aber vor sicherstellen das es keine andere Ursache (Hormonstörungen) für die Probleme gibt und auch prüfen ob die Leber gut arbeitet.
    Daher wird er eine Blutuntersuchung machen wollen. Das könntest du vielleicht schon vorher bei deinem Hausarzt machen lassen.

    Und sonst würde ich empfehlen eine Art Tagebuch zu führen. Also wann du welches Medikament, in welcher Dosis, genommen hast und wie es dir nach 2, 4, 6 und 8 Stunden geht.

    Unretadiertes MPH ist in D für Erwachsene nicht zugelassen, da gibt's aktuell nur das retadierte Medikinet adult.

    Und dann wünsche ich Dir das Du schnell dein Mittel findest. Ich suche seit April 2013 die richtigen Medikament und Dosierungen, also habe Geduld. (Wobei das für ADHS eigentlich ein Widerspruch ist...)

    LG
    pero

  3. #3


    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Alter: 54
    Forum-Beiträge: 9.020

    AW: Medikamente richtig einstellen...

    Medikinet Retard ist, denke ich, das Mittel der Wahl für den Anfang.
    Hättest Du zusätzlich z.B. eine Depression wäre ein Antidepressivum
    sicher auch eine Option (zu Beginn/im Verlauf....?)

    Wenn der Arzt sich auskennt, dann wird er Dir sicher alles ganz genau
    erklären. Wann, wieviel, wie....

    Man sollte auf jeden Fall immer im Niedrigdosisbereicht starten.
    Bloß nicht mit z.B. sofort 30-30 oder so.

    Dann benötigst Du Geduld.
    Die medikamentöse Einstellung wird wahrscheinlich einige Zeit in Anspruch nehmen.
    Bei mir waren es 3 Monate. Ich bin jetzt tagsüber meist zufrieden, aber gegen Nachmittag
    könnte sich je nach Länge des Arbeitstages noch was verbessern.

    Je nach Befinden wirst Du Dich auch nicht jeden Tag gleich gut fühlen.
    Nebenwirkungen können anfangs auftreten. Ich hatte z.B. Atembeschwerden,
    dachte ich muss es wieder absetzen, aber auch das war irgendwann weg.

    Beobachte Dich genau. Erzähle dem Psych dann davon und so könnt ihr die
    Dosis gemeinsam finden.

  4. #4
    JNS


    Neues Forum-Mitglied

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 17

    AW: Medikamente richtig einstellen...

    Danke für eure informativen Antworten. Ich habe mir noch eine saftige Erkältung eingefangen, welche jetzt zum Glück fast weg ist.

    Mein Hausarzt wird vor meinem Termin noch ein aktuelles Blutbild anfertigen und meine Leberwerte unter die Lupe nehmen.

    Wie sieht es mit dem berüchtigten Glaukom aus? Sollte ich darauf vorher schon getestet werden?

  5. #5
    Chaoten-Weib

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Alter: 53
    Forum-Beiträge: 2.544

    AW: Medikamente richtig einstellen...

    JNS schreibt:

    Wie sieht es mit dem berüchtigten Glaukom aus? Sollte ich darauf vorher schon getestet werden?

    Hast du denn Probleme mit den Augen?

    MPH kann - muss aber nicht - den Augeninnendruck erhöhen. Ebenso Blutdruck und Puls. Und durch erhöhten Blutdruck kann sich natürlich auch der Augeninnendruck erhöhen, klar. Also gut beobachten und ab und zu vielleicht selbst Blutdruck messen zu hause.

    Ich würde mich aber jetzt nicht allzu bekloppt machen. Was ich allerdings nicht tun würde, wäre, mit MPH zu starten, wenn du noch erkältet bist, selbst wenn es nur noch ein bisschen ist.
    Der Erkältung ist das egal, aber dein Empfinden des MPH kann beeinträchtigt werden und dann könnte man - gerade zu Beginn - auf MPH schimpfen, dass es nicht so wirkt, wie es eigentlich wirken soll.

    Gutes Gelingen.

    lg Heike

  6. #6
    JNS


    Neues Forum-Mitglied

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 17

    AW: Medikamente richtig einstellen...

    Augenprobleme habe ich keine, Glaukom gibt es auch in meiner näheren Familie nicht. Ich sehe lediglich ein paar Floater, was wohl meistens abhängig vom Stressaufkommen ist.

    Meine Erkältung ist zwar abgeklungen, aber ich schone mich noch, da ich doch noch etwas schlapp bin. Im Alltag fällt mir das leicht, beim Sport ist das wieder eine andere Sache.

  7. #7
    Ist hier zuhause

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 2.410

    AW: Medikamente richtig einstellen...

    *klugscheissmodus an* Ich les immer wieder, dass unretardiertes MPH in D nicht verschrieben werden darf, weil es keine Zulassung hat. Das ist so nicht ganz richtig. Medikinet adult ist das einzige MPH-Präparat, das eine Kassenzulassung für die Behandlung von ADHS bei Erwachsenen hat. Das bedeutet, dass die gesetzlichen Krankenkassen dafür die Kosten übernehmen müssen und es vom niedergelassenen Arzt auf Kassenrezept verordnet wird, wenn man gesetzlich krankenversichert ist.

    In Krankenhäusern zum Beispiel spielt es keine Rolle, ob das Medikament eine Kassenzulassung hat oder nicht, weil da anders abgerechnet wird. Ist man privat versichert, spielt die Kassenzulassung eines Medikamentes auch keine Rolle.

    Grundsätzlich kann jedes MPH-Präparat verschrieben werden. Die Frage ist nur, wer muss es bezahlen. Verschreibt ein niedergelassener Arzt einem gesetzlich versicherten Patienten etwas anderes als Medikinet adult auf Kassenrezept, besteht die Gefahr, dass er von der Krankenkasse in Regress genommen wird, weil er nicht das kassenzugelassene Medikinet adult verordnet hat. Und darum wird er ausschließlich das Medikinet adult auf Kassenrezept verordnen. Es ist schließlich keinem Arzt zuzumuten, dass er selbst die Kosten für die verordneten Medikamente übernimmt. Darum ist Medikinet adult das Mittel der ersten Wahl in der gesetzlichen Krankenversicherung. *klugscheissmodus aus*

  8. #8
    JNS


    Neues Forum-Mitglied

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 17

    AW: Medikamente richtig einstellen...

    Von dem Termin habe ich scheinbar zu viel erwartet. Obwohl ich der Sprechstundenhilfe explizit sagte, weshalb ich einen Termin möchte, habe ich einen Termin beim "falschen" Arzt erhalten. Das hab ich natürlich erst während des Gesprächs mit dem Psychiater erfahren. Richtig ist, dass ein Arzt der Praxis MPH etc. verschreiben darf, nur eben nicht der, beim dem ich war...

    Es wurde mal wieder eine EEG durchgeführt, um meine Krampfanfälligkeit(?) zu prüfen. Danach wieder ein Gespräch mit dem Psychiater.

    In dem sagte er mir, dass ich einen Termin bei seiner Kollegin bräuchte, da er kein MPH verschreiben dürfte. Diese würde eine Diagnose stellen(?), sie müsse ja vertreten können, mir solche Medikamente zu verschreiben. Ich erinnerte den Psychiater nochmal, dass ich schon eine Diagnose habe und lediglich jemanden bräuchte, der mich bei der medikamentösen Behandlung unterstütze. Daraufhin erklärte er mir, dass es ja "Quatsch" sei mir so ein Medikament zu verschreiben, da ich es als Kind ja auch nicht bekommen habe und ADS damals nicht festgestellt wurde. Er sähe auch wenig Sinn in einer Diagnose im Erwachsenenalter.

    Ich weiß ehrlich gesagt nicht, was ich von dieser Meinung halten soll...

    Den Termin bei seiner Kollegin habe ich im Übrigen erst im Januar.

  9. #9
    pero

    Gast

    AW: Medikamente richtig einstellen...

    Ist also ein Arzt der keine Ahnung hat. Die eigentlich "richtige" Reaktion wäre es die Praxis zu verlassen
    Jemand der sich Psychiater nennt, ist ein Facharzt (für Psychatrie) und darf auch BTM verschreiben.

    Ich würde weiter suchen. Kann natürlich sein das seine Kollegin mehr Ahnung hat, aber darauf würde ich mich nicht verlassen.
    Gibt es bei Dir in der Nähe eine ADHS bei Erwachsenen Gruppe oder eine ADHS-bei-Erwachsenen Sprechstunde in einer Klinik?

    Ich habe (durch Zufall) davon gehört das die Uniklinik in HL so etwas hat und habe den Eindruck das der Arzt dort wirklich Ahnung hat. Auch wenn ich bisher noch nicht das passende Medikament gefunden habe....

    LG
    pero

  10. #10
    Neues Forum-Mitglied

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 60

    AW: Medikamente richtig einstellen...

    Hey,

    das kommt mir sehr bekannt vor. Ist das zufällig eine Praxis in FFM?

    Bzgl. der Praxis, die ich kenne, ist es wohl so, dass die "Kollegin" die gesamte Diagnostik für sich beanspruchen will und überhaupt keine rein medikamentöse Behandlung macht. Eigentlich vernünftig, aber wenn man schon eine Diagnose hat (die auch von einer Fachperson gestellt wurde), ist es eigentlich Quatsch die ganze Diagnostik noch mal zu durchlaufen.. Ich habe den Eindruck, dass es nur Geldmacherei ist. Man findet auch generell immer mehr "kommerzielle" Angebote, z.B. Privatpraxen für Erwachsene mit ADHS.

    Ich würde, wie hier schon erwähnt, weitersuchen. Im Rhein-Main-Gebiet habe ich ziemlich viel abgeklappert und schlussendlich habe ich mich einfach in die Behandlung einer sehr ADHS-kompetenten Ärztin in meiner alten Heimat begeben. Da ich eh oft dort bin, kann ich mir mein Rezept immer gleich abholen (sie schickt es aber auch zu, wenn man es nicht schafft) und auch dort die Untersuchungen durchführen lassen. Manchmal lohnt es sich, ein paar km zu fahren, wenn man dafür eine kompetente Behandlung bekommt...Im Gegensatz meinen Erfahrungen in FFM, hat sie sich eine ganze Stunde für mich Zeit genommen und mich ausführlichst über ADHS, MPH etc. aufgeklärt und anschließend noch alle physischen Parameter untersucht (EKG, Blut etc.).

    Lass dich nicht entmutigen.

    LG,
    geetarist

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