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Diskutiere im Thema Wie umgehen mit Kritik an medikamentöser Behandlung. im Forum ADHS Erwachsene Medikamente
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Fragen, Antworten und Hilfe rund um ADS / ADHS - Medikamente, wie Ritalin, Concerta, Medikinet, Equasym und Strattera, sowie Medikamente bei Komorbiditäten, wie Antidepressiva, Neuroleptika, Benzodiazepine, andere Psychopharmaka und sonstige Medikamente
  1. #11
    Pepperpence

    Gast

    AW: Wie umgehen mit Kritik an medikamentöser Behandlung.

    Danke erst mal für die vielen, vielen und schnellen Antworten.

    Bin ganz gepättet:

    Also erstmal wollte ich sagen, dass mein Beitrag wohl so wirkt als sei die ADS ständig Thema in der SHG. Direkt angesprochen habe ich das ein Mal, direkt nach der Diagnose und nachdem ich angefangen hatte Medikinet zu nehmen.
    Zum zweiten wollte ich sagen, dass ich kein Messie bin und mich nicht als solchen bezeichnen würde, ich empfände das als Bagatellisierung des Begriffs (Messies haben wirklich nochmal ganz andere Probleme als ich).

    In der Gruppe habe ich es neutral erzählt (also nur die nackten Tatsachen) weil ich das einfach fairer fand - einfach als Erklärung warum vieles für mich plötzlich leichter geht. Ansonsten habe ich das nicht zum Thema gemacht.

    Direkt angesprochen hat das dann auch keiner ich merkte aber dass es für die anderen eben dennoch irgendwie ein Thema war.

    So las eine der Teilnehmerinnen dann besagtes "Die Ritalin Gesellschaft", erzählte davon, drehte sich zu mir und meinte wir seien eben alle einfach reizüberflutet und "man" solle halt weniger Fernsehen schauen bzw. den Fernseher abschaffen (ich besitze gar keinen Fernseher).

    Dazu wurde öfter mal eingeflochten "ICH löse meine Probleme ohne Chemie." und ähnliche Seitenhiebe Zumindest habe ich es als Seitenhieb empfunden (ansonsten nimmt ja niemand "Chemie" sprich Medikamente). Vielleicht bin ich da aber auch einfach überempfindlich.

    Ich mache momentan wirklich große Fortschritte und während die Fortschritte vor der Medikinet Zeit immer voll des Lobes aufgenommen wurden, wird jetzt im Prinzip dazu geschwiegen. So als wäre das auf diesem Weg eben irgendwie Schummelei und nicht so richtig etwas wert.

    Es ist also kein offener Konflikt sondern eher so ein Gefühl meinerseits. Das mit dem Schnauben und zur Seite sehen als ich ADS ansprach war die erste und bisher einzige "aktive" Reaktion zum Thema. (Und das zweite mal dass ich das Thema überhaupt angesprochen habe)

    Ich will niemanden überzeugen oder ADS in der Gruppe thematisieren (bei den anderen haben die Schwierigkeiten andere Ursachen, das ist mir klar) ... ich würde die Gruppe aber ungern verlassen, da ich dort schon viel Hilfe bekommen habe (also praktischer Art, wie zum Beispiel gemeinsam auf dem Flohmarkt verkaufen, oder zusammen aufräumen) und auch anderen schon beim Aufräumen und ähnlichem geholfen habe und ich die Leute eigentlich sehr gerne mag.

    Medikinet hilft mir zwar, aber meine Wohnung räumt es halt leider nicht auf ;-) ... und Gesellschaft ersetzt es mir auch nicht ;-).

    Eigentlich möchte ich nur diesen "unsichtbaren Elefanten" ADS der ständig im Raum steht aus der Welt schaffen und es irgendwie direkt ansprechen ohne mich für meine Entscheidung rechtfertigen zu müssen.

    Denn dass die richtig war, weiß ich.

    (Bei einer ADHS-Gruppe in meiner Stadt stehe ich auf der Warteliste, da ist aber auf absehbare Zeit kein Platz frei ... nur zur Info)

  2. #12
    Wohnt hier

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 1.439

    AW: Wie umgehen mit Kritik an medikamentöser Behandlung.

    Pepperpence schreibt:

    Eigentlich möchte ich nur diesen "unsichtbaren Elefanten" ADS der ständig im Raum steht aus der Welt schaffen und es irgendwie direkt ansprechen ohne mich für meine Entscheidung rechtfertigen zu müssen.
    so etwas lag mir gerade auf den lippen. so wie du gerade schreibst, stellt sich mir die frage, ob du halt auch mit negativen reaktionen rechnest und deshalb sich dieses empfinden in dir abspielt. vielleicht ist es ja gar nicht die mehrheit der gruppe, sondern nur einzelne. wobei diese broschüre mit der ritalin-kritik ja an sich schon einiges an allgemeiner einstellung verrät...

    naja. es ist eine shg, in der du wohl auch gern bleiben magst. wie wäre es, wenn du das mal ganz offen so ansprichst, wie dein empfinden derzeit ist und wie es dir damit geht? zu einer guten gruppe gehört auch regulation von gruppendynamiken bzw. wahrnehmen und besprechen, offenes aussprechen von empfindungen, konflikte besprechen und klären oder umgang damit finden etc. will heißen: in einer guten gruppe (erst recht, wenn sie dort so viel wert auf psychologischen tiefgang legen) sollte das nicht nur möglich sondern generelle praxis sein.

    ansonsten, etwas oberflächlicher und nicht aus meiner eigenen position heraus betrachtet: vielleicht empfindet das manch einer auch als "unfair", dass er so hart arbeiten und sich mit seinen psychischen themen beschäftigen muss, und du nimmst ne pille und plötzlich machst du vergleichsweise riesen sprünge...

    lg
    mel

  3. #13
    Forum-Mitglied (nicht vorgestellt)

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose seit Kindheit
    Forum-Beiträge: 23

    AW: Wie umgehen mit Kritik an medikamentöser Behandlung.

    Hallo Pepper,

    erst mal finde ich es gut mit der Diagnose, nach so einer langen Zeit.

    Das Freunde und Angehörige sich auf einmal so abweisend verhalten kenne ich aus eigener Erfahrung. "Wieso nimmst du Ritalin,.. willst du dich damit Dopen,..
    das ist doch nur für hyperaktive kinder,... der Phamaindustrie würde ich nicht vertrauen, wer weiß wie die dich verändern,... Setz die lieber ab, dass ist nur Blacebo,...
    du hast dich voll verändert bist nicht mehr so lustig drauf wie damals (aber nur weil man die Welt mit anderen Augen sieht, z.B. vor der Medikation mit Unsicherheit) ,...
    die wirken doch eh nicht,.. du Junkie,.."

    Man wird sofort mit anderen Augen gesehen und wenn die einsichtig sind, kann man spüren das die trotzdem abwegig darauf reagieren.
    Solche Sachen und schlimmeres musste ich mir von Freunden und Angehörigen anhören. Schlimm schlimm so etwas, die verstehen bzw. können es nicht von unserem Standpunkt sehen.
    Seit dem ich Medikinet nehme hat sich mein leben um 180° Grad gedreht. Alle ADS Symptome sind (fast) weg. Seit dem sind meine Gedanken geordnet, hätte nie gedacht das so etwas geht^^
    Das die Leute sagen, dass du dich verändert hast stimmt und die meinen zum schlechteren. In Wirklichkeit können die es nur aus ihrem Standpunkt betrachten. Für uns Läuft jetzt alles besser
    und wieso die meisten nicht mehr so komisch-lustig (um seine Unsicherheit zu verbergen) drauf sind ist einfach, die Unsicherheit die verschwindet weil man weiß, was zutun ist.

    Es nervt wenn Leute so etwas sagen. Sollen die doch mal ohne Medis mit ADS leben.
    Ich ziehe demnächst in eine andere Stadt wegen der Schule. Dort werde ich das alles für mich behalten.
    Es ist einfach so. Deswegen kann ich dir aus meiner Erfahrung sagen, dass du das alles für dich behältst. Du weißt das alles jetzt besser ist, wieso dir von anderen die so eine Erfahrung nicht gemacht
    haben dir solche Sachen aufbinden lassen.
    Niemand muss sich dafür rechtfertigen. Alle die so über ADSler denken sind für mich Idioten die alles nur in ihrer Sichtweise sehen wollen.
    #
    Naja, lass dich nicht unterkriegen


    GRuss Johny



  4. #14
    Neues Forum-Mitglied

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Alter: 54
    Forum-Beiträge: 281

    AW: Wie umgehen mit Kritik an medikamentöser Behandlung.

    howdy, eigentlich dachte ich, meine Familie in Richtung meiner Schwester würde es begrüssen, dass ich offen mit meiner Diagnose und der Medikamentierung umgehe.

    Die haben sich jedoch so verhalten, wie Deine Messie SHG. (Einige kennen meine Meschpoke ja bereits aus erzähltem Erlebten)

    Ganz besonders niedlich ist mein kleiner Neffe, der als Schreikind geboren und hin und herflitzte wie ein Flummie, mich letztens so getriggert hat, dass ich die Contenance verlor. Ignorant wie er ist, und als diplomierter Krankenpfleger nach 2 Berufsjahren schon "Alles weiss" gehört er natürlich auch zu denen die ADS für eine Erfindung der Pharma Industrie halten..

    , ich habe die Dummheit begangen ihm zu sagen, dass er wohl auch betroffen sei, und im Augenblick seine Symptome durch sein Suchtverhalten und seinen Lebensstil unterdrücken kann (nur die anderen merken wie er ist ...:Augen verdreh Smiley aber ich habe das missionieren aufgegeben, und lasse wie von den "Ärzten" vorgeschlagen "Die Leute reden" Das kann weh tun, muss es aber nicht, weil körperlich bereiten Worte keinerlei Schmerzen (gut lautes ins Ohr schreien mal ausgenommen )

    Was nicht heisst dass man seine Seele panzern soll, den Fehler habe ich 40 jahre gemacht. Also lebe ich nun nach dem Motto , umgebe Dich nur mit Leuten , die Dir gut tun.

    Gott sei Dank, legt man (also ich) dieses ewige demütige Gehabe ab, Angst vor Konfrontationen habe ich nur noch bedingt, gehe natürlich potentieller Gefahr für Geist und Körper aus dem Weg.

    Wie dem auch sei, ein gutes Argument ist, MPH kann eine Starthilfe in ein Medikamentenfreies Leben sein, wer das nicht kapiert, ist es nicht wert weiter beachtet zu werden.

    gute Nacht
    banjo
    Geändert von banjoman (10.09.2013 um 00:57 Uhr)

  5. #15
    Forum-Mitglied (nicht vorgestellt)

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Alter: 51
    Forum-Beiträge: 14

    AW: Wie umgehen mit Kritik an medikamentöser Behandlung.

    Hallo Pepperpence,

    dieses Problem wird dir sicherlich noch häufiger begegnen,leider. Ich kannte es aus der Zeit als sowohl mein Sohn als auch ich Medikamente

    genommen haben. Da hatte ich gleich doppelt Kritik auszuhalten. Das schöne ist das man gehen kann wohin man will...also auch weg von

    Menschen die ohne seriöse Erfahrung bzw. seriöse Recherche einfach mal was zu sagen haben wollen . Die sehen dann meist ihr eigenes

    Leid gemindert oder gefährdet. Ich denke eine ADS/ADHS Gruppe wäre für dich sinnvoller. Das Leben ist schwer genug als das man es mit

    Menschen /Dingen verbringen sollte die einem nicht guttun oder zumindest nicht wehtun.


    In diesem Sinne

    viel Kraft,Glück und Erfolg

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