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  1. #1
    Forum-Mitglied (nicht vorgestellt)

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 200

    Rebound - wie wo was?

    Ich hätte paar Fragen zum Thema Rebound, am besten nur mit Antworten von Leuten, die sich wirklich auskennen - wissenschaftliche Details und "Fachchinesisch" sind nicht unerwünscht.

    1. Bei nem Rebound werden die Ursprungssymptome stärker, das müsste doch dann heißen, dass man bei der nächsten Medikamentendosis stärker dosieren muss - falls nein, warum nicht?

    Das ist doch so: man fängt mit sagen wir mal Symptomen der Stärke 5 an, dann nimmt man sein Medikament und die Symptome werden auf 0 reduziert,
    nach dem Abklingen des Medikaments kommt der Rebound und sagen wir mal die Symptome steigen auf 10, dann bräuchte man ja auch wieder ne höhrere Dosis des Medikaments???

    2. Wann genau entsteht ein Rebound? Wenn das Medikament ganz aus dem Körper ist? Dann könnte man ja den Rebound vermeiden, wenn man die nächste Medikamenten Dosis noch vor dem Abklingen der vorigen Dosis einnimmt? Oder tritt der Rebound noch während das Medi wirkt ein?

    Ich hoffe jemand kann mir hier logisch diese 2 Fragen beantworten!
    Andere Infos und persönliche Erfahrungen sind aber auch gern gesehen!
    LG

  2. #2
    Wohnt hier

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Alter: 39
    Forum-Beiträge: 1.209

    AW: Rebound - wie wo was?

    Erstmal wird die Ausprägung des Rebounds abhängig sein vom Präparat, dessen Freisetzung im Körper und den Individuellen Eigenschaften des eigenen Stoffwechsels.

    Ich selbst hatte Medikinet Adult und hatte auch ordentliche Rebounds. Diese äußerten sich nicht nur durch eine Verstärkung der ADHS-Symptome, sondern auch durch massive Stimmungseinbrüche mit Despressivität und Aggressivität (Gott sei Dank nur als Gefühl, nicht als Handlung).

    Komischerweise hat bei mir der Rebound bereits 60 Minuten nach Wirkeintritt eingesetzt. Zunächst recht milde, dann in seiner Intensität zunehmend. Ich habe das auf die besondere Retardierung von Medikinet Adult zurückgeführt.

    Die "Sofortwirkung" hat wahrscheinlich 60 Minuten lang für ein bißchen Beruhigung gesorgt. Dann vermute ich vor der eigentlichen Retardwirkung einen Einbruch im Blutserumspiegel => Rebound. Die "Retardwirkung" erreicht bei Medikinet Adult nicht mehr den Blutserumspiegel, wie während der "Sofortwirkung", also blieb mir noch genug Rebound übrig, damit es mir trotzdem schlecht ging. Das schlimmste aber war, dass ich das Gefühl hatte, das Sinken des Blutserumspiegels förmlich zu spüren, indem der Rebound peu a peu an Intensität zunahm. Retardierung sei dank, hat sich also der Rebound ewig angefühlt.

    Ich hab in nem anderen Threat dieses Bild mit den Wirkkurven verschiedener Retardpräparate gefunden, was meinen Verdacht letztendlich untermauert hat. Ich hoffe ich hab nichts falsch gemacht, wenn ich das Bild in diesen Threat rüberkopier. Ist aber ganz anschaulich.



    http://adhs-chaoten.net/content/Plas...MPH_retard.png

    1. Bei nem Rebound werden die Ursprungssymptome stärker, das müsste doch dann heißen, dass man bei der nächsten Medikamentendosis stärker dosieren muss - falls nein, warum nicht?

    Das ist doch so: man fängt mit sagen wir mal Symptomen der Stärke 5 an, dann nimmt man sein Medikament und die Symptome werden auf 0 reduziert,
    nach dem Abklingen des Medikaments kommt der Rebound und sagen wir mal die Symptome steigen auf 10, dann bräuchte man ja auch wieder ne höhrere Dosis des Medikaments???
    Ich kenn mich da echt nicht aus.

    Aber ich denke, dass es reicht wenn der Blutserumspiegel des Medikaments wieder auf ein wirksames Niveau gebracht wird. Dazu reicht wahrscheinlich die gewohnte Dosis. Vielleicht sogar auch eine geringere, da sich ja von der ersten Dosis noch ein Teil des Wirkstoffs im Blutserum befindet. Ist aber eine selbstgebastelte Laienerklärung ohne jeden wissenschaftlichen Background.

    Inwiefern der Rebound mit der Tachyphylaxie bei Stimulanzieneinnahme zusammenhängen könnte, weiss ich nicht. Ich könnte mir aber vorstellen, dass es zusammenhängt, da sich der Rebound ja relativ schnell wieder legt. Bei mir war er in der Regel am nächsten tag futsch.

    Von Wikipedia geklaut:

    (Als Tachyphylaxie (griech. tachys = schnell) bezeichnet man einen Mechanismus der schnellen Toleranzentwicklung, welcher durch kurz aufeinander folgende Gaben eines Medikamentes zur Entleerung intrazellulärer Speicher führt. Substanzen wie Amphetamin, Methamphetamin und Methylphenidat führen schnell zur Tachyphylaxie. Amphetamine verhindern die Wiederaufnahme vonNeurotransmittern in die Präsynapse der Neurone, bewirken damit einen Überschuss der Transmitter wie Noradrenalin und Dopamin im synaptischen Spalt und damit ihre antriebssteigernde Wirkung. Durch die fehlende Wiederaufnahme kommt es jedoch zu einem bleibenden Mangel der Neurotransmitter in der präsynaptischen Zelle, sodass auf Dauer weniger Noradrenalin und Dopamin zur Ausschüttung bereitstehen. Somit sinkt im Laufe der Zeit die Konzentration dieser Stoffe auch im synaptischen Spalt, es kommt zur Abschwächung oder Aufhebung der eigentlichen Medikamentenwirkung. Dies nennt man Tachyphylaxie. Nach Abklingen der Medikamentenwirkung (meistens einige Stunden) füllen sich die Speichervesikel der Präsynapse wieder, dieSignaltransduktion normalisiert sich. Amphetamin, Methamphetamin und Methylphenidat nennt man auch indirekte Sympathomimetika, da sie nicht direkt an Adrenozeptoren wirken und, wie in diesem Fall, die Wiederaufnahme (u.a. von Noradrenalin) hemmen oder die Freisetzung fördern.)

    Ich will nochmal betonen, dass ich das alles nur Erfahrungen und Vermutungen sind. Ich tappe selber im Dunkel und versuch mir das alles nur irgendwie zu erklären. Sollten meine Gedanken völlig Banane sein, dann korrigiert mich bitte!

  3. #3
    Forum-Mitglied (nicht vorgestellt)

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Alter: 25
    Forum-Beiträge: 118

    AW: Rebound - wie wo was?

    Ich denke dass du vom Rebound eine falsche Vorstellung hast. Es ist nicht so, dass die Ursprungssymptome stärker werden. Es ist so, dass alle ursprünglichen Symptome zurückkehren, wenn die Wirkung aufhört. Teilweise empfindet man das dann als stärker, weil du dich so sehr an den Zustand gewähnt hast, als die Symptome weg waren
    Daher erübrigt sich Frage 1, es ist gar nicht notwendig stärker zu dosieren weil objektiv die Symptome gleich sind.
    Das erklärt auch zum grössten Teil Frage 2, der Effekt tritt dann ein, wenn die Wirkung aufhört. Dies muss nicht dann sein wenn der komplette Wirkstoff umgesetzt wurde, eher noch ist es so dass die Wirkung aufhört sobald ein bestimmter Spiegel unterschritten wird. Du kannst daher vor allem dem Rebound-Effekt entgegenwirken indem du einen konstanten Wirkstoffspiegel sicherstellst. Das was du sagst ist demnach auch richtig, am besten ist (bei unretardiertem MPH) du nimmst die nächste Dosis noch bevor die Wirkung abklingt, da du sonst zwischen den Dosen immer wieder Rebound-Effekte haben wirst.
    Wenn du nicht auf ein gutes retardiertes Präparat wie Concerta umstellen kannst, könntest du dir aufschreiben wann du die Wirkung spürst, und wann sie aufhört, wann du die nächste Dosis genommen hast. Dadurch kannst du dir dann ausrechnen wie lange du zwischen den Dosen keine Wirkung hattest und kannst entsprechend die nächste Dosis so viel vorher nehmen.

  4. #4
    Wohnt hier

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Alter: 39
    Forum-Beiträge: 1.209

    AW: Rebound - wie wo was?

    Teilweise empfindet man das dann als stärker, weil du dich so sehr an den Zustand gewähnt hast, als die Symptome weg waren
    Klingt logisch.

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