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Diskutiere im Thema Erfahrungen mit Ritalin / Methylphenidat und 5-HTP? im Forum ADHS Erwachsene Medikamente
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  1. #1
    Forum-Mitglied (nicht vorgestellt)

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: Ärztl. Diagnose erst als Erwachsener
    Forum-Beiträge: 6

    Erfahrungen mit Ritalin / Methylphenidat und 5-HTP?



    Liebe Fachleute und andere Interessierte unter euch!

    Mich bewegt folgendes:

    Seit Januar ist meine Vermutung bestätigt. Ich habe ADHS. Da ich der Ärztin wahrheitsgemäß über meine sehr gelegentlichen Substanzenerfahrungen berichtet habe, hat sie verantwortungsvollerweise die sofortige Medikation mit Ritalin abgelehnt und mich zunächst einmal mit Elontril vertröstet. Mit den Tabletten hatte ich dann ADHS Hoch 2. Die Symptome waren richtig schlimm und ich war für meine Umwelt nicht auszuhalten, bin bei der geringsten Kleinigkeit hochgegangen wie ´ne Bombe. Nach einem halben Jahr ohne sonstigen Substanzen hat sie mir Ritalin verschrieben.

    Es wirkt, aber es wirkt nicht so, wie ich es erhofft habe. Ich bin generell ruhiger und ausgeglichener, reagiere nicht mehr ganz so impulsiv, wenn etwas nicht so läuft, wie ich es erwarte. Schwieriger ist es jedoch, mehrere Dinge gleichzeitig zu tun, als wenn ich ohne R bin. D.h. ich reagiere ungehalten, wenn zwei Personen gleichzeitig etwas von mir wollen. Was ich auch festgestellt habe ist, dass ich ab und zu Begriffe für Wörter vertausche, wenn ich unter Medikation stehe, z.B. "Sonne" sage, wenn ich "Mond" meine....

    Ich kann mich noch besser als sonst hyperfokussieren, die unliebsamen Tätigkeiten werden jedoch noch viel zu oft aufgeschoben. Mal so formuliert: ich kann mich besser konzentrieren auf Dinge, die ich tue, aber es fehlt häufig der Antrieb, die Motivation.

    Meistens war und ist es so, dass ich erst eine große Ladung Stresshormone brauche, bevor ich überhaupt etwas anpacken kann. Ein Beispiel: ich sitze völlig untätig auf meinem Bürostuhl und kann erst dann zu dem wichtigen Termin losfahren, wenn ich es nur noch mit Hetze rechtzeitig schaffen kann.

    Meine Theorie ist, dass das Ritalin bei mir zwar in gewissem Umfang das Frontalgehirn zu mehr Leistung anspornt, das Belohnungszentrum jedoch nicht so aktiviert wird, wie es ein ADHS-ler eigentlich braucht. So räume ich denn nunmehr auf, weil es sein muss (Ratio), aber der Spaß (Emotion) bleibt dabei auf der Strecke. Mit dem Ritalin bin ich auch ernster geworden, trauriger manchmal sogar, bei zu großer Dosis sogar apathisch.
    Viele berichten hier davon, dass sie gleichzeitig, neben dem ADHS unter Depression leiden. Wenn man nun, genetisch bedingt, durch die zu schnelle Wiederaufnahme zu wenig Dopamin zur Verfügung hat, kann es dann nicht auch sein, dass die Wiederaufnahme von Serotonin ebenfalls gestört ist, heißt man hat von beiden Wiederaufnahmedüsen zu viele? Damit wäre (nur) diese Art von Depression keine Folge von ADHS, sondern eine parallele, ebenfalls angeborene Fehlfunktion.


    Wenn dann Dopamin vermehrt, durch die Einnahme von Ritalin, zur Verfügung steht, könnte doch u.U. der Neurotransmitterhaushalt im Ungleichgewicht sein, d.h. dann entsprechend relativ weniger Serotonin vorhanden sein, was die depressiven Symptome noch verstärkt. (Unter Ritalin ist mein Bedürfnis nach Nikotin, Kaffee und Alkohol sogar noch gesteigert, meiner Meinung nach die Suche nach einem Ersatz...)

    Kann die gleichzeitige 5-HTP Einnahme Abhilfe schaffen,wenn man denn nicht noch einen einschlägigen Serotonin-Wiederaufnahmehemmer zu sich nehmen will?

    Was meint ihr dazu???

  2. #2
    Forum-Mitglied (nicht vorgestellt)

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose seit Kindheit
    Forum-Beiträge: 246

    AW: Erfahrungen mit Ritalin und 5-HTP in Kombination?

    Was hat deine Psychaterer/in dazu gesagt?

  3. #3
    Forum-Mitglied (nicht vorgestellt)

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: Ärztl. Diagnose erst als Erwachsener
    Forum-Beiträge: 6

    AW: Erfahrungen mit Ritalin und 5-HTP in Kombination?

    Habe die Psychaterin gewechselt, aber die erste wie auch die jetzige schicken mir kommentarlos die Rezepte und sind an weitergehender Behandlung und Beantwortung meiner zugegebenermaßen spezieller Fragen nicht wirklich interessiert. Beim letzten Besuch habe ich das Thema angesprochen und gemerkt, dass sie gelinde gesagt keine Ahnung hatte. Sie meinte, ggf. kann man Citalopram verschreiben. Das hat mir aber zu viele Nebenwirkungen...... Da das 5-HTP rezeptfrei ist, habe ich gedacht, ich starte einen Eigenversuch.

  4. #4
    Ist interessiert

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Alter: 46
    Forum-Beiträge: 56

    AW: Erfahrungen mit Ritalin und 5-HTP in Kombination?

    Bei AD(H)S`lern ist der Dopaminhaushalt gestört und Serotonin wird, mittels eines Enzyms aus Dopamin zu Noradrenalin katalysiert, dadurch kann es sehr gut sein, daß depressive Verstimmungen aus einem Noradrenalinmangel entstanden sind. Dies würde sich aber eher aus einem Adrenalinüberschuß, der daraus resultieren würde erklären lassen.
    Dies bedarf jedoch unbedingt einer ärztlichen Unterstützung, da eine Selbstmedikation zu ernsthaften und erheblichen Komplikationen mit dem gesammten Organismus
    führen könnten !!!
    Es können auch mehrere Botenstoffe Fehlfunktionen aufweisen... etc. , usw ...und
    Depressionen können sich " verstecken", wenn sie sich vor langer Zeit eingenistet haben werden sie durch gewisse Umstände im Stammhirn wieder aufgerufen bzw aktiviert.

    vieleicht hilft Dir dies ein wenig weiter ?

    Mfg,
    ADEHS

  5. #5
    Ist hier zuhause

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Alter: 43
    Forum-Beiträge: 2.633

    Beitrag AW: Erfahrungen mit Ritalin und 5-HTP in Kombination?

    Ahnlich wie ADHS multifaktoriell bedingt ist, hat auch die Depression bei ADSlern eine komplizierte und komplexe Geschichte.

    Das im Nachhinein auseinaderzuklamüsern ist ein mühseliges Geschäft.

    Vereinfacht gesprochen ist es so, dass die ADHS-Depression zwar endogen sein kann, wenn eine entsprechende erbliche Komponente dazu gleichzeitig vorhanden war, unabhängig davon immer aber auch reaktive Elemente hat, auf die Erfahrungen des ständigen Scheiterns hin, bzw. des sich ständig unter Wert verkaufen müssens, was soweit gehen kann, dass sich nicht mehr mit Sicherheit sagen lässt, was Depression und was schon Folge einer Postraumatischen Belastungsstörung (PTBS) ist.

    Wenn jetzt noch Angst dazukommt, haben wir es mit einem gewaltigen Störungsbild zu tun, an dem man sich mit ärztlicher und therapeutischer Hilfe ein paar Jährchen abrackern kann - und muss.

    Zu einem weiteren Drittel ist Depression im Zusammenhang mit ADHS aber auch Folge eines misslungenen Strukturierungsversuches des Gehirns.

    Dabei gibt es wieder eine physische und eine metaphysische Ebene. Die physische Auswirkung ist einfach die, dass durch die Depression das Gehirn den gesamten Organismus herunterfährt, aus dem Gedankenrasen wird ein Gedankenkreisen, die Hyperaktivität verschwindet fast vollständig hinter einer nervösen Lethargie und die Impulsivität lähmt sich bis zur Handlungsunfähigkeit.

    Der depressive ADHSler kann also - groteskerweise - seiner Umwelt als normaler erscheinen, als ohne Depression, ja, kann sich sogar selbst als gebremster, und damit als normaler erleben.

    Die metaphysische Auswirkung des Strukturierungsversuchs ist das ständige (unbewusste) Abscannen der Umgebung nach potentiellen Bedrohungen. Besonders gut feststellen lässt sich dieses ständige unbewusste Rattern in sozialen Situation, beispielsweise, wenn man einen Raum betritt, in dem schon viele Leute sind, die einem fremd sind. Unglaublich, was den einzelnen Leuten in Millibruchteilen einer Sekunde alles angedichtet wird. Zuguterletzt ist aber in einer chaotischen Umgebung (fremde Wohnung, fremde Leute, vielleicht eine Party), wieder eine gedankliche Ordnung hergestellt, die Welt ist wieder eingeteilt in Gut und Böse (wobei letzteres überwiegt) und das Gehirn rattert weniger, weil es sich dieser Umgebung angepasst hat. Freilich auf eine negative Art und Weise. Depression ist also ein Ordungsprinzip unter negativem Fokus. Dies kann irgendwann soweit gehen, dass der ADSler Lebensumstände, die er als deprimierend erkannt hat, nicht aufgeben KANN, weil sie ihn strukturieren. Unter dem Motto also: "Scheisse ist es, ja, aber hier kenn ich mich aus, komme ich zurecht, mithin bin ich eingermassen strukturiert. Draussen in der Welt dagegen regiert das Chaos, die Un-Struktur."

    Fazit:

    Problem an der Geschichte ist, dass AD, wenn glücklicherweise überhaupt, wirklich nur auf einen kleinen Aspekt der ADHS-Depression verhältnismässig gut ansprechen, nämlich auf ihre endogenen Anteile.

    Was den reaktiven Bereich betrifft, sieht man ohne begleitende Psychotherapie und Strukturierungshilfen von aussen in aller Regel alt aus. Ohne gravierenden Wechsel in den sozialen und beruflichen Strukturen oft noch älter.

    Durch Medikamente im wesentlichen unbeeinflussbar ist das restliche Drittel, aus der die Depression stammen kann und das ist die Art und Weise, wie das ADHS-Gehirn tickt. Sein biologisches Erbe ist es dummerweise, dass es eben ständig tickt, die Umgebung scannt und nach Ordnungsprinizipien durchleuchtet, ein Vorgang, der sich durch Stimulanzien allenfalls abremsen, nicht aber abstellen lässt. Und auch durch 30 Jahre Psychotherapie nicht günstig beeinflussbar ist.

    Das klingt zunächst mal pessimistisch, muss es aber nicht sein. Denn ein sprunghaft tastendes Gehirn ist zu aussergewöhnlichen kreativen Leistungen fähig, wenn es in einer positiven Umgebung ticken kann, wenn es sein Potential also endlich ausschöpfen oder umsetzen kann.

    Mit positiver Umgebung meine ich nicht wie oben die soziale oder berufliche Situation im allg., sondern die Produktionsumgebung selbst: Funktioniert mein Gehirn besser alleine oder im Brainstorm, tags oder nachts, am Schreibtisch oder in Bewegung, in Kälte oder Wärme, in einer chaotischen Umgebung oder in einer aufgeräumten, mit Musik oder in völliger Ruhe, am Arbeitsplatz oder zu Hause, im Sitzen oder im liegen, im stehen, oder im knien, im gehen oder im Rennen, unter fremder Anleitung oder eigener und so weiter und so fort.

    Das hört sich alles ein bisschen lächerlich an. Und das Ausprobieren neuer Produktionsweisen kann auf das soziale Umfeld etwas befremdlich wirken. Letztlich ist es aber der Knackpunkt an der ganzen Geschichte.




    Die Kombination von Stimulanzien und 5 HTP oder L-Tyrosin kann meiner Erfahrung nach nur bei leichteren Depressionen etwas bewirken.

    Bei Einschlafproblemen kann man es mit 5 HTP versuchen, bei Antriebsproblemen mit L-Tyrosin. Letzteres verbietet sich, wenn zusätzlich eine Angtstörung vorhanden ist.

    Gänzlich verbietet sich eine Einahme von 5 HTP und L-Tyrosin ohne ärztliche Aufsicht, dies gilt in besonderem Masse in Kombination mit Stimulanzien.

    Traut man den Erfahrungen von Julia Ross ("The mood cure"), so sprechen ADSler generell schlechter auf 5 HTP und L-Tyrosin an als ADHSler.

    Schaden kann es allerdings nicht, sich mit den Theorien von Frau Ross auseinanderzusetzen und mal einen Blick auf die eigene "Ernährung" zu werfen.

  6. #6
    Forum-Mitglied (nicht vorgestellt)

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen:
    Alter: 50
    Forum-Beiträge: 90

    AW: Erfahrungen mit Ritalin und 5-HTP in Kombination?

    Hallo, also zu 5HTP kann ich nur sagen.gut. Hatte es vor längerer Zeit mal ausprobiert. Will jetzt auch wieder vin meinem Fluecetin weg und fang wieder mit 5HTP an. Nehme allerdings auch keine Stimulanzien mehr sindern nur noch Enzyme, die helfen mir genauso gut wie Ritalin und bezahlen musste ich eh alles selbst.

  7. #7
    Forum-Mitglied (nicht vorgestellt)

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: Ärztl. Diagnose erst als Erwachsener
    Forum-Beiträge: 6

    AW: Erfahrungen mit Ritalin und 5-HTP in Kombination?

    Erst einmal vielen Dank für deine sehr ausführliche Antwort!!!

    Ich denke, dass es Verdachtsgründe gibt, dass bei ich eine Borderline-Störung habe. Vielleicht kann mir ein Psychologe weiterhelfen, meinen Problemen auf die Spur zu kommen. Dank deines Rates werde ich erst mal nicht das 5 HTP ausprobieren....

    LG
    Feenkönigin

  8. #8
    Forum-Mitglied (nicht vorgestellt)

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Alter: 71
    Forum-Beiträge: 51

    AW: Erfahrungen mit Ritalin / Methylphenidat und 5-HTP?

    Bin zufällig heute auf dieses Thema gestoßen.

    Ich habe in der letzten Woche zusätzlich zum MPH (Ritalin 40mg + 20mg) jeden Tag 2 L-Tyrosin Kapseln (je 500mg) genommen.
    Ich spüre deutlich, dass mir diese Kombination sehr gut tut (mehr Ruhe, bessere Stimmung).

    Gibt es bei euch Erfahrungen dazu?
    Würde langfristig das MPH reduzieren wollen.

    LG
    alvaro

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