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Diskutiere im Thema MPH und der Wille und sich zu etwas zwingen im Forum ADHS Erwachsene Medikamente
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  1. #1
    Wohnt hier

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-BeitrÀge: 1.439

    MPH und der Wille und sich zu etwas zwingen

    Hallo liebe Leute,

    wie ist denn das bei Euch?
    Ich hab den Eindruck, dass ich unter MPH erst recht nur das mache, wozu ich auch Lust habe und das mich ĂŒberwinden und zwingen noch schwerer fĂ€llt. Bei einigen Dingen fĂ€llt es mir unter MPH also leichter sie zu tun (betrifft die AusfĂŒhrung an sich), setzt aber voraus, dass ich sie auch tun will. Und die Dinge, die ich mich halt selbst zwingen muss um sie zu machen, klappt unter MPH irgendwie noch schlechter als vorher.
    Keine Ahnung. Vielleicht hab ich mich so daran gewöhnt, viele Dinge unter selbst erzeugtem Zwang und Druck zu machen. Mit MPH bin ich schön ruhig und entspannt...

    Jedenfalls merke ich, dass ich die Dinge, zu denen ich mich immer zwingen musste, unter MPH trotz der positiven Effekte dann noch schwerer fallen bzw. gar nicht mache. Ist mir in dem Moment auch irgendwie egal. Da baut sich dieser Druck nicht auf.

    Kann natĂŒrlich auch daran liegen, dass ich gerade schon wieder so erschöpft bin, dass ich auch eigentlich wirklich zu nicht vielem Lust habe. Und diese Erschöpfung und MĂŒdigkeit unter MPH mehr spĂŒre als ohne...

    Somit ist das MPH bei einigen Dingen aber kontraproduktiv, obwohl es an sich gut wirkt.

    Kennt das jemand?

    lg
    mel
    GeÀndert von mel. (18.06.2013 um 10:02 Uhr)

  2. #2
    pero

    Gast

    AW: MPH und der Wille und sich zu etwas zwingen

    Oh ja, das kenne ich.

    Ich merke deutlich das ohne MPH einige Dinge wesentlich anstrengender sind, es mir also hilft. Ich merke aber auch das dennoch nicht alles leichter fÀllt, das einige Dinge eher schwerer fallen.
    Und dazu kommt das ich recht deutlich merke das die positive Wirkung nicht berechenbar ist. Manchmal ist es um 9:00 gut, manchmal erst um 13:00. Und ein Rebound kommt manchmal um 12:00 und manchmal um 16:00. Und wenn die Wirkung nachlÀsst bin ich besonders empfindlich.

    Stabil ist anders.

  3. #3
    Wohnt hier

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-BeitrÀge: 1.439

    AW: MPH und der Wille und sich zu etwas zwingen

    ja, genau. stabilitĂ€t fehlt mir auch. das wirkt irgendwie stĂ€ndig anders. stabilitĂ€t habe ich bei manchen positiven wirkungen, die sich wiederum fĂŒr manche dinge gleichzeitig als kontraproduktiv zeigen.
    manchmal hab ich auch den eindruck, dass es meine stimmung drĂŒckt.
    an anderen tagen hab ich das gefĂŒhl nicht, eher nur, dass die eben nicht so krass pendelt.
    manchmal hab ich den eindruck, als wenn es das was eh da ist, nur verstÀrkt.

    und das ist doch blöd: dinge, die mir bzgl. der reinen ausfĂŒhrung mit mph besser gelingen, ich aber mit mph dann erst recht nicht mache, weil ich mich dazu zwingen muss und dieses mich zwingen noch schlechter gelingt.

    und bevor ich es nehme, kann ich ja nicht wissen, wie es sein wird. aber oft genug war ich dann jetzt schon froh, wenn die wirkung wieder nachgelassen hat, damit ich noch ein bisschen was von dem "mĂŒssen" erledige.

    z.b. wenn ich lernen muss, nehme ich es jetzt fast gar nicht mehr. wenn ich in die uni gehe, ist es ein segen. reizfilter und so. aber hier zu hause lasse ich es zum lernen jetzt weg (in absprache mit meinem arzt), weil ich trotz besserer konzentration am ende noch ineffektiver bin. das ist doch so alles nicht sinn der sache. ich nehme gerade je nachdem was zu tun ansteht, variable dosen oder gar nichts. ich bin zwar froh, dass mein arzt mir diese freiheit gibt, andererseits . ja, hab ich gerade bei manchen dingen halt die wahl sie unter grĂ¶ĂŸten anstrengungen wie frĂŒher wuppen zu mĂŒssen oder gefahr zu laufen, da am ende noch weniger von geschafft zu haben. je nachdem, welche effekte nun an dem tag vom mph erzeugt werden.

    die wirkdauer hingegen ist recht stabil. vier stunden nach einnahme fange ich an, wieder die zÀhne aufeinanderzupressen und wieder ein bisschen zappeliger zu werden. das hÀlt sich so bis nach knapp sechs stunden der rebound einsetzt bzw. eben einfach keine wirkung mehr da ist (je nach dosis und keine ahnung welche faktoren nun darauf noch wieder einfluss nehmen)

    lg
    mel

  4. #4
    Forum-Mitglied (nicht vorgestellt)

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-BeitrÀge: 159

    AW: MPH und der Wille und sich zu etwas zwingen

    Hi Mel!

    Ich kenne das nur zu gut was Du beschreibst. Allerdings sehe ich es ausschließlich positiv.

    Ich habe mein ganzes Leben "funktionieren" mĂŒssen (was sicherlich nicht nur an meinem ADS sondern auch an einer entsprechenden "Erziehung" lag) und "Leistung" war das einzige was zĂ€hlte.

    Nach der Diagnose und mit der Einnahme des MPH hat sich das geĂ€ndert. Ich habe tatsĂ€chlich viele Dinge ĂŒber Bord geworfen, die ich frĂŒher selbstverstĂ€ndlich wenn auch mit zusammen gebissenen ZĂ€hnen gemacht habe.

    Ich habe das fĂŒr mich (!) in etwa so erklĂ€rt: Das MPH macht mich "freier" - in vielerlei Hinsicht. Zum Beispiel darin, was ich machen kann. Und daher auch in Dingen, die ich meinte machen zu mĂŒssen. Die ganze Behandlung (ich schließe da die begleitende Verhaltenstherapie ausdrĂŒcklich mit ein) sorgt bei mir dafĂŒr, dass ich mein Leben neu bewerte und teilweise auch lerne.

    Und ganz im ernst: Ich bin so froh, dass viele Sachen hinten runter fallen. DafĂŒr kommen andere Dinge dazu, die ich frĂŒher nicht machen konnte. Und wenn es nur das entspannte Sitzen in einem voll besetzten Cafe ist (als ein Beispiel von vielen).


    Das gilt allerdings nicht fĂŒr Dinge des tĂ€glichen Lebens: Putzen und AufrĂ€umen zum Beispiel. Die mache ich genauso ungern wie vor meiner Diagnose und Behandlung. Aber ich MUSS sie halt machen - und deswegen mache ich sie. Aber ich KANN sie machen - das ist der Unterscheid zu frĂŒher. Meine Wohnung wird nie aussehen wie ein IKEA-Katalog. Allerdings sieht sie auch nicht mehr so aus, als wĂ€re eine Horde Ziegen marodierend durch die RĂ€ume gezogen... ;-)

    Ich bin sehr froh, dass das MPH mir die Möglichkeit gab und gibt neu zu bewerten, was ich eigentlich machen möchte und was nicht. Und ich kann mich gut erinnern: "Angefangen" hat es so wie Du beschreibst: Wieso zum Teufel fallen mir manche Dinge so unendlich viel schwerer als frĂŒher. Und ich habe fĂŒr mich entschieden: Weil ich sie eigentlich nicht machen will. Also lasse ich es bleiben.

    Ob man das verallgemeinern kann weiß ich nicht. FĂŒr mich fĂŒhlt es sich "gut und richtig" so an.

    Liebe GrĂŒĂŸe

    Grey

  5. #5
    Wohnt hier

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    Forum-BeitrÀge: 1.439

    AW: MPH und der Wille und sich zu etwas zwingen

    danke grey. so in der art ist es auch, wie ich das empfinde. den eindruck, dass ich unter mph viel besser und schneller merke, was ich will und was nicht, hab ich recht schnell nach behandlungsbeginn gehabt. was positiv ist in bezug auf z.b. eigene bedĂŒrfnisse im kontakt mit anderen. da merke ich viel eher, wenn ich etwas eigentlich gar nicht möchte und frĂŒher eben trotzdem immer einfach gemacht hab. und kann es dann entsprechend sein lassen.

    drum hab ich auch den eindruck, dass die dinge, die mir unter mph noch schwerer fallen halt solche sind, die ich eigentlich auch nicht will.
    aber das leben besteht nun einmal nicht nur aus wozu ich gerade lust habe. aufrĂ€umen muss man nun mal und lernen muss ich fĂŒr die uni eben auch die fĂ€cher, die mich gerade nicht sonderlich interessieren. und da ist es so, dass mir das zwar einerseits leichter fĂ€llt (konzentration, strukturiertheit beim aufrĂ€umen), andererseits dann aber erst recht nicht auf die ketten kriege, weil es noch schlechter gelingt, mich dazu zu zwingen.

    da helfen auch alle strukturplĂ€ne nichts, ich mach das dann einfach nicht. oder bin so entspannt bei dem, was ich da gerade mache, dass ich den rest vergesse.oder sich zumindest fĂŒr den moment eine gewisse gleichgĂŒltigkeit einstellt....
    GeÀndert von mel. (18.06.2013 um 11:00 Uhr)

  6. #6
    Forum-Mitglied (nicht vorgestellt)

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    Forum-BeitrÀge: 159

    AW: MPH und der Wille und sich zu etwas zwingen

    Ich habe den Vorteil, dass ich mein Studium schon lange hinter mir und vor meiner ADS-Diagnose abgeschlossen habe. Ich möchte nicht wissen, was passiert wĂ€re, wenn ich wĂ€hrend des Studiums die Diagnose bekommen hĂ€tte. Wahrscheinlich hĂ€tte ich das Studium (zumindest vorĂŒbergehend) geschmissen.

    Du schreibst, dass Du nur einige FĂ€cher uninteressant findest. Das sollte Dir Mut geben, dass Du jetzt das richtige studierst und nicht (so wie ich damals) etwas, was ich halt studieren "muss".


    Auch wenn es eine Ferndiagnose ist: Hast Du schon mal ĂŒberlegt, dass nicht das MPH allein der Grund sein könnte sondern das MPH in Verbindung mit der Erschöpfung und MĂŒdigkeit, von der Du schreibst?!?

    Aus eigener Erfahrung kann ich nÀmlich folgendes bestÀtigen:

    mel. schreibt:
    (...)
    Kann natĂŒrlich auch daran liegen, dass ich gerade schon wieder so erschöpft bin, dass ich auch eigentlich wirklich zu nicht vielem Lust habe. Und diese Erschöpfung und MĂŒdigkeit unter MPH mehr spĂŒre als ohne...
    (...)
    Ich bin nĂ€mlich in eine ganz ĂŒble Falle gelaufen letztes Jahr: OBWOHL ich meine MĂŒdigkeit und Erschöpfung viel stĂ€rker gespĂŒrt habe habe ich erst recht weiter gemacht! Mit MPH fĂŒhlte ich mich "unbesiegbar" (mal ĂŒbertrieben formuliert). Und ich wurde von meinem Arzt GottseiDank rechtzeitig aus dem (beruflichen) Verkehr gezogen, bevor ich die letzten Energiespeicher endgĂŒltig verbraucht hatte.

    Danach ging es dann wieder. Wenn die Kraft und Energie wieder da ist, ist das GefĂŒhl, dich "Überwinden" zu mĂŒssen zwar noch da - aber bei weitem nicht so groß wie vorher.

    Auch hier gilt: Das ist bei mir so. Kann bei jedem anders sein.


    Edit:
    Meinst Du, dass "StrukturplÀne" bei uns freigeistigen ADSler das richtige Mittel sind...??? ;-)
    Ich kenne zwar ein paar, die das schon fast zwanghaft machen - aber die sind sicherlich die Ausnahme!
    GeÀndert von Grey (18.06.2013 um 11:14 Uhr) Grund: siehe Edit

  7. #7
    Wohnt hier

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-BeitrÀge: 1.439

    AW: MPH und der Wille und sich zu etwas zwingen

    joa, das stuidum mach ich schon freiwillig. hab schon einen beruf und mich nach einigen jahren darin entschlossen, den aufzugeben (obwohl ich ihn mochte) und dieses studium zu machen. das studium an sich will ich also schon, nur das darin eben auch viel "mĂŒssen" enthalten ist, macht schwierigkeiten. also auch bei interessanten fĂ€chern muss ich mich aufraffen, weil klausurlernen mehr auswendig lernen ist und das mach ich wieder nicht gern. kannst dir denken, wie das lernen ablĂ€uft, wenn das fach auch noch langweilig ist.
    ĂŒberhaupt machen mir diese ĂŒberzogenen leistungsanforderungen und der damit verbundene druck zu schaffen.
    aber das ist ja auch wieder so ein typischer punkt. auf den letzten meter mach ich dann was und erziele damit vergleichsweise gute leistungen. wĂŒrde ich mal zwei tage eher anfangen, hĂ€tte ich vermutlich auch die geforderten noten. es bleibt aber dabei, dass ich die dinge erst auf den letzten drĂŒcker erledige bzw. lerne. worĂŒber ich mich im nachhinein dann wieder Ă€rgere... das macht die stimmung auch nicht gerade besser.
    und gerade dieses aufschiebeverhalten ist unter mph noch schlimmer geworden. deshalb lasse ich es jetzt zum lernen ja weg.

    Auch wenn es eine Ferndiagnose ist: Hast Du schon mal ĂŒberlegt, dass nicht das MPH allein der Grund sein könnte sondern das MPH in Verbindung mit der Erschöpfung und MĂŒdigkeit, von der Du schreibst?!?
    ja, hab ich. das merke ich ja, dass ich gerade auch wieder zu manchen schönen dingen keine lust habe, weil ich k.o. bin. und weil eben noch so vieles ist, was getan werden muss. was ich dann wieder erst recht nicht mache...
    und wie mĂŒde ich bin, wird unter mph eben nicht von dem, was im kopf so abgeht und zappeligkeit ĂŒbertĂŒncht.
    aber wenn ich unter mph die dinge stÀndig erst recht nicht erledige, wird das ja nur noch schlimmer.

    unbesiegbar fĂŒhle ich mich nicht. ganz im gegenteil. in die von dir genannte falle bin ich aber letztes jahr gelaufen. noch vor mph. da war der akku dann allerdings wirklich komplett leer. das war dann mit ein grund, warum ich mich entschied mph zu probieren. in dem gedanken, dass die dinge dann weniger anstrengend werden/ weniger energie verpufft. also z.b. das lernen besser geht und dann mehr zeit zur verfĂŒgung steht, dinge zu machen, die den akku wieder fĂŒllen. und dass vielleicht dinge dann leichter fallen und somit das mich stĂ€ndig zwingen mĂŒssen wegfĂ€llt, weil die dinge leichter fallen zu machen. und so dieses stĂ€ndige gefĂŒhl von in der zwangsjacke stecken endlich mal aufhört.

    und das merke ich ja auch, dass wenn ich mich etwas ausgeruht hab, ich dann wieder mehr lust habe und manches wieder leichter fĂ€llt. und dann auch die dinge, zu denen ich mich so oder so zwingen muss, eher mache. also das gefĂŒhl von zwang zwar da ist, aber als weniger belastend empfunden wird. aber das hĂ€lt nur noch ein paar tage. frĂŒher war das wenigstens wochenweises pendeln.

    also mir ist schon klar, dass ich mal die akkus vernĂŒnftig fĂŒllen muss. dazu muss ich das semester und die klausuren aber noch irgendwie rum bekommen.


    aber genau in dem streben, durch effektives arbeiten mehr freirĂ€ume fĂŒr was schönes zu haben oder mich auszuruhen, empfinde ich das mph momentan als kontraproduktiv. weil ich dann erst recht nicht das mache, was muss, die zeit vertrödel und am ende weder das eine noch das andere gemacht hab...bzw. das was muss dann irgendwann ja schon erledige und dann wieder keine zeit fĂŒr die anderen sachen hab.
    andererseits ist mit mph das stressempfinden geringer und stress ist ja auch ein energiefresser.
    und der aufenthalt in der uni an sich ist weniger anstrengend.
    also ja, diese extreme unlust ist folge der erschöpfung.

    mich irritiert nur, dass es mir ohne mph leichter fĂ€llt, darĂŒber hinwegzugehen. wĂ€hrend andere hier immer schreiben, wie einfach auf einmal alles ist, sie viel wacher sind usw. und gerade fĂŒr unliebsame dinge besser fokussieren und sich ĂŒberwinden können.

    lg
    mel

    edit:
    Meinst Du, dass "StrukturplÀne" bei uns freigeistigen ADSler das richtige Mittel sind...??? ;-)
    Ich kenne zwar ein paar, die das schon fast zwanghaft machen - aber die sind sicherlich die Ausnahme!
    naja, so heißt es doch immer. plĂ€ne erstellen und dann das machen, was auf dem plan steht. und so. plĂ€ne mach ich, halte sie dann aber nicht ein.
    und eben: fĂŒr mich ist das nix. da komm ich mir wieder wie in einer zwangsjacke vor. da bin ich auch zu freigeistig. andererseits stehe ich mir mit meinem freigeist gerade auch selbst im weg. das ist doch sch***
    GeÀndert von mel. (18.06.2013 um 12:13 Uhr)

  8. #8
    Neues Forum-Mitglied

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    Alter: 39
    Forum-BeitrÀge: 266

    AW: MPH und der Wille und sich zu etwas zwingen

    Hallo zusammen!

    Eigentlich brauche ich nicht mehr viel zu schreiben, weil alle BeitrÀge mir aus der Seele sprechen. Vor allem der Beitrag von Grey (# 4) hat mich in so eine Art kleine Schockstarre versetzt, weil mir das so gar nicht bewusst war.

    Kleines Beispiel: Ich habe einen Nebenjob, bei dem ich sozial benachteiligte Kinder und Jugendliche bis 18 Jahre "betreue". D.h. ich fungiere als BrĂŒcke zwischen den Kindern/Familien und den Anlaufstellen fĂŒr die jeweiligen Anliegen der Betreuten. DafĂŒr haben wir "Betreuer" unzĂ€hlige Seminare, Workshops und Fortbildungen absolviert. Zu meinen Aufgaben gehören auch selbstĂ€ndige kleinere Beratungen oder Begleitung der BehördengĂ€nge etc. und nichtzuletzt Freizeitveranstaltungen mit den Kids.Dieses Förderprogramm wird vom Bund finanziert und lĂ€uft ĂŒber mehrere Jahre.

    Der Job ist teilweise sehr frustrierend (aber ich glaube das gehört dazu wenn man im sozialen Bereich tĂ€tig ist) und zeit- und kraftaufwendig, weil man - oder besser gesagt ich - auf Abruf bereit steht. Das bedeutet, sobald es irgendwo "brennt" - ob bei den Betreuten oder bei der Verwaltung - ich stehe immer zur VerfĂŒgung. Unter den Betreuern bin ich mit meinen 34 Jahren noch relativ jung, meine Mitarbeiter bestehen leider in der Großzahl aus Betonköpfen, womit ich ĂŒberhaupt nicht zurechtkomme. Jedenfalls habe ich den Job bislang insofern gerne gemacht, als dass ich wusste, dass ich die Familien unterstĂŒtzen konnte und dies in positiven Feedbacks bestĂ€tigt wurde. Nichtsdestotrotz ist mir der Job sehr schwer gefallen, weil die ArbeitsatmosphĂ€re von den Mitarbeitern her wirklich die unterste Stufe ist. Jedenfalls konnte ich mich bis jetzt immer wieder aufraffen, weil ich in Bezug auf die Kids immer ein schlechtes Gewissen hatte. Mit den meisten habe ich nĂ€mlich ein gutes VertrauensverhĂ€ltnis aufbauen können.

    Jedenfalls fĂŒhrte das Ganze dazu -obwohl es 'nur' ein Nebenjob war -, dass ich mich total verausgabt Ășnd auch mein Studium vernachlĂ€ssigt habe. Nun nehme ich seit gut 6/7 Wochen MPH und ich frage mich ernsthaft, was fĂŒr komische PrioritĂ€ten ich gesetzt habe? Das was ich studiere, wollte ich schon immer machen und wenn das so ist, warum waren mir andere Sachen vermeintlich wichtiger? Wie ist es möglich, dass man die eigene Person so vernachlĂ€ssigt? So wie es aussieht, werde ich den Job kĂŒndigen. Ich kann nicht mehr. Die Welt kann ich eh nicht retten und schon gar nicht, wenn ich mich streckenweise selbst verloren habe.

    Lange Rede jurzer Sinn: Ja, auch mir geht es so Ă€hnlich, wenn ihr sagt, dass ihr euch fĂŒr die Sachen, die ihr frĂŒher ungern gemacht habt, mit MPH doppelt so viel antrengen mĂŒsst oder die zu erledigende Aufgabe gar ganz ausfallen lĂ€sst.

    Der Satz von Grey trifft den Nagel auf den Kopf:
    Ich habe das fĂŒr mich (!) in etwa so erklĂ€rt: Das MPH macht mich "freier" - in vielerlei Hinsicht. Zum Beispiel darin, was ich machen kann. Und daher auch in Dingen, die ich meinte machen zu mĂŒssen.
    Liebe GrĂŒĂŸe
    Absentia

  9. #9
    Neues Forum-Mitglied

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    Alter: 39
    Forum-BeitrÀge: 266

    AW: MPH und der Wille und sich zu etwas zwingen

    Noch ein kleiner Nachtrag, Mel:

    mich irritiert nur, dass es mir ohne mph leichter fĂ€llt, darĂŒber hinwegzugehen.
    Genauso empfinde ich das auch, nur weil mir langsam bewusst wird, dass ich meine PrioritĂ€ten falsch gesetzt habe, heißt das fĂŒr mich nicht, dass ich mich total gut auf mein Studium und lernen konzentrieren kann. Im Gegenteil, mir fĂ€llt es schwerer als frĂŒher, mich an den scheiß Schreibtisch zu setzen und ich kann es mir nicht erklĂ€ren

  10. #10
    Wohnt hier

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    Forum-BeitrÀge: 1.439

    AW: MPH und der Wille und sich zu etwas zwingen

    eben genau das ist gerade das hauptproblem. einerseits gebe ich dem studium prioritĂ€t und mache dafĂŒr ganz viele andere sachen nicht mehr. andererseits bekomme ich die dinge dann aber doch nicht so gebacken, wie ich es mir vornehme.
    die drei tage, die ich hier schon wieder rumsitze und doch nciht richtig lerne, hĂ€tte ich dann auch in der sonne draußen im grĂŒnen verbringen können. dann wĂ€re ich wenigstens ausgeruht.

    meine erklĂ€rung ist halt, dass ich das studium zwar will, aber das was ich hier gerade lernen muss fĂŒhrt zu ist so langweilig und unsinnig. also hab ich da natĂŒrlich keine lust zu.
    aber eben das ist, wo andere berichten, dass ihnen das viel leichter fÀllt sowas dennoch zu machen mit mph. bei mir das gegenteil.
    auch an tagen, wo ich mich erstmal gut fĂŒhle. das kippt dann ganz schnell um.

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