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Diskutiere im Thema Warum brauchen Antidepressiva Wochen bis sie wirken? im Forum ADHS Erwachsene Medikamente
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  1. #11
    pero

    Gast

    AW: Warum brauchen Antidepressiva Wochen bis sie wirken?

    Das Serotonin oder was auch immer steht schon in der ersten Zeit genauso zur Verfügung wie nach 4 Wochen. Die Wiederaufnahme wird nicht immer stärker. Dann könnte ich es ja verstehen.
    Das ist nicht so wirklich einfach.

    Serotonin wird von einer Synapse abgegeben, überträgt die Information auf die Empfänger-Synapse und wird danach von abgebenden (!) Synapse wieder aufgenommen und abgebaut. Also der Sender (!) nimmt es wieder auf. SSRI verzögern die Wiederaufnahme nach der Informationsübertragung und dadurch steigt der Spiegel an freiem Serotonin im synaptischen Spalt (dem Bereich zwischen 2 Synapsen).

    Warum das Antidepressiv wirkt ist wissenschaftlich nicht geklärt. Es wurde "nur" festgestellt das der Spiegel an "freiem" Serotonin bei depressiven Menschen signifikant geringer ist als bei Normalen.
    Und es wurde festgestellt das die Verzögerung der Wiederaufnahme ebenfalls stimmungsaufhellend ist.

    Das ist das was ich mir angelesen habe, was so in Depressions-Büchern steht.

  2. #12
    Forum-Mitglied (nicht vorgestellt)

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: Interessiert/Eigenverdacht auf ADHS / ADS
    Forum-Beiträge: 42

    AW: Warum brauchen Antidepressiva Wochen bis sie wirken?

    Die Sache ist auf Wiki sehr gut beschrieben.

    Paradoxerweise wird zu Beginn der Therapie mit SSRI die erwünschte 5-HT-Konzentrationserhöhung durch einen anderen Effekt geschmälert. Der zunächst hohe Serotoninspiegel im synaptischen Spalt überflutet gleichzeitig die Autorezeptoren der Präsynapse, die der Zelle als Feedback-Sensoren dienen. Die Aktivierung der Autorezeptoren (durch Agonisten wie Serotonin) löst in der Zelle das Signal aus, die Serotonin-Produktion zu drosseln. Der sich dadurch ergebende Mangel an Serotonin bleibt in der Summe bestehen, da die Transporter-Hemmung nur nachgeschaltet ist und den Mangel nicht aufheben kann. Auf die andauernde Rezeptor-Reizung reagiert der Körper mit einer Absenkung der Empfindlichkeit (Sensitivität) der Autorezeptoren (somatodendritische 5-HT1A und terminale 5-HT1D).[6] Dieser Prozess kann einige Wochen dauern. Auch die Anzahl/Dichte der 5-HT1-Rezeptoren sinkt.[6]
    Ein ähnlicher Anpassungsprozess, der für den antidepressiven Effekt größere Bedeutung hat, ist die erwünschte zahlenmäßige Verringerung von Serotonin-(5-HT)2A-Rezeptoren im Zentralnervensystem. Die Empfindlichkeit postsynaptischer 5-HT1A und 2-Rezeptoren kann zunehmen.[6] Diese Phänomene dürften für eine antidepressive Wirkung von Bedeutung sein, und sie könnten erklären, warum ein nachhaltig antidepressiver Effekt erst nach Wochen der Pharmakotherapie zur vollen Entfaltung kommt.

  3. #13
    Forum-Mitglied (nicht vorgestellt)

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Alter: 45
    Forum-Beiträge: 340

    AW: Warum brauchen Antidepressiva Wochen bis sie wirken?

    Ja, ok, hatte ich bisher noch nie so gehört. Leuchtet schon ein. Danke!

    - - - Aktualisiert - - -

    Ähm zumindest soweit mein löchriges Fachwissen zum Verständnis ausreicht.

  4. #14
    Kreativchaotin

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Alter: 57
    Forum-Beiträge: 584

    AW: Warum brauchen Antidepressiva Wochen bis sie wirken?

    Mal abgesehen davon, dass bei manchen Leuten die Antidepressiva gar nicht wirken oder sehr untypisch, hier die Wirkungen, wie sie bei meinem SSRI im Beipack stehen und wie ich es auch erlebt habe:

    Ein Teil der Wirkung ist sofort da, die Antriebsverbesserung. Ein anderer Teil dauert ca 2 Wochen, bis er eintritt und zwar die Stimmungsaufhellung. Darum wird ja auch im Beipack davor gewarnt, dass Suizidgefährdete während den ersten Wochen besonders gefährdet sein können, weil sie mehr Antrieb haben als zuvor, aber noch nicht die bessere Stimmung.

    (Auch bei dem Medi Strattera, das bei ADHS gegeben wird, mit dem hier auch schon erwähnten Wirkstoff Atomexitin oder so ähnlich, ist es so, dass der Antrieb gleich verbessert ist, aber die Zappeligkeit bzw. Erschöpfung erst später.)

    Und bei beidem, ADs und Strattera, finde ich auch, dass sich über sie ganzen ersten Monate der Einnahme noch weitere stabilisierende Wirkungen einstellen, wenn die Dosierung passt. Wie das hirnphysiologisch ganz genau funktioniert mit den sofortigen Wirkungen und Nebenwirkungen und den erst späteren Wirkungen oder verschwindenden Nebenwirkungen weiß ich auch nicht.

    Vor allem nicht mit dem Argument, dass sich ein Spiegel aufbaut. Wieso muss man dann ein SSRI ausschleichen und darf es nicht abrupt absetzen und Strattera aber wohl?

    LG! Maggy

  5. #15
    durch und durch

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose seit Kindheit
    Alter: 31
    Forum-Beiträge: 412

    AW: Warum brauchen Antidepressiva Wochen bis sie wirken?

    Beim Absetzen von SSRI/SNRI kommt es bei Präparaten mit (sehr) geringer HWZ zu teils heftigen Absetzsymptomen.
    Venlafaxin ist da wohl einer der Spitzenreiter.

    Fluoxetin hat eine sehr hohe HWZ, es kommt auch beim Absetzen einer mittelhohen Dosierung, nicht/kaum zu Absetzerscheinungen.

    Praktisch, am eigenen Leib erfahren.

    Seit ca. einer Woche bin ich wieder SSRI/SNRI frei :-)
    War ein gutes Jahr auf einer hohen Dosis Venlafaxin, die ich nach langsamen abdosieren bis auf 75mg, auf 20mg Fluoxetin umgestellt habe.

    Nach zweiwöchiger Fluoxetineinnahme, konnte ich ohne Absetzsymptome, auf 0 gehen.
    Eine gute bis sehr gute Möglichkeit, von Venlafaxin wieder "los zu kommen" !

  6. #16
    Forum-Mitglied (nicht vorgestellt)

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Alter: 45
    Forum-Beiträge: 340

    AW: Warum brauchen Antidepressiva Wochen bis sie wirken?

    fekker, bist Du jetzt ganz ohne Medikamente?

  7. #17
    durch und durch

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose seit Kindheit
    Alter: 31
    Forum-Beiträge: 412

    AW: Warum brauchen Antidepressiva Wochen bis sie wirken?

    Ganz ohne Medikamente nicht.

    10mg Bisoprolol
    2x 30mg Medikinet adult

    stehen noch auf der Speißekarte

  8. #18
    Forum-Mitglied (nicht vorgestellt)

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Alter: 45
    Forum-Beiträge: 340

    AW: Warum brauchen Antidepressiva Wochen bis sie wirken?

    Wir kommen da zwar ein bisschen vom Thema ab. Aber interessiert mich doch jetzt ganz schön.

    Ich bin jetzt nämlich auch bei 2x30 Medikinet adult angekommen und habe da ein bisschen Schwierigkeiten mit den Drücken. Da kam dann eben auch das Bisoprolol ins Spiel und ich hatte irgendwie das Gefühl, dass sich das nicht so gut verträgt. Bei 5mg.

    Ich meine, dass ich bei Abklingen der Medikinet-Wirkung sehr viel müder als sonst geworden bin, obwohl mir der Druck nicht nach unten abgerauscht ist.

    Allerdings bin ich auch immer noch mehr oder weniger bei der Dosisfindung (6 Wochen) und dann eben nicht so sicher, ob meine Einschätzung überhaupt stimmt.

    Außerdem ist auch nicht jeder Tag gleich wirkungsmäßig, was das auch nicht erleichtert. Ich habs erstmal abgesetzt in der Hoffnung, dass sich gewöhungunsmäßig vielleicht so alles einpendelt.

  9. #19
    frk


    Forum-Mitglied (nicht vorgestellt)

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Alter: 24
    Forum-Beiträge: 42

    AW: Warum brauchen Antidepressiva Wochen bis sie wirken?

    Dein Stoffwechsel muss sich an die Wiederaufnahme Hemmer gewöhnen, u.a. Muss er die transmitter die nicht mehr aufgenommen und Wiederverwerten kann neu synthetisieren - es dauert etwas bis sich da wieder ein Gleichgewicht eingestellt hat.

  10. #20
    Forum-Mitglied (nicht vorgestellt)

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 128

    AW: Warum brauchen Antidepressiva Wochen bis sie wirken?

    Ich habe in einem anderen Thread gelesen dass es was mit dem Ceramidspiegel zu tun hat. Das Ceramid hemmt die neubildung von Neuronen im Gehirn. Die Serotonin- (Noradrenalin-)Wiederaufnahmehemmung setzt allerdings sofort ein, können aber nicht wirken da nicht genügend Neuronen zur Verfügung stehen. Also es gibt nicht genug “Fläche“ wo gewirkt werden kann. Eine weiter Wirkung der Antidepressiva ist das Enzym, welches das Ceramid bildet, zu hemmen. Es können sich wieder genug neue Neuronen bilden, dies ist allerdings diese Zeit die man warten muss.
    So wie ich das verstanden habe ist das so, je depressiver man ist, umso geringer ist die Anzahl der Neuronen und um so länger muss man warten bis die Antidepressiva auch antidepressiv wirken.

    Daraus ergeben sich natürlich wieder andere Fragen “wenn das so ist, warum ist dass dann aber so?“ aber im großen und ganzen hört sich das für mich sehr logisch an.

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