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Diskutiere im Thema MPH - warum muss Dosis erhöht werden, wie merkt man, wann Erhöhung nötig ist? im Forum ADHS Erwachsene Medikamente
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  1. #1
    Ist öfter hier

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 150

    MPH - warum muss Dosis erhöht werden, wie merkt man, wann Erhöhung nötig ist?

    Hallo,

    meine Fragen wundern vielleicht einige, weil man das wissen sollte, aber mir ist es bisher nicht ganz klar. Ich nehme Medikinet adult 5 mg 2x täglich seit fünf Tagen und spüre schon eine gute Wirkung in verschiedenen Bereichen. Ich soll die Dosis nach einer Woche auf zweimal 10 mg erhöhen.

    Meine Frage ist: warum muss man überhaupt erhöhen, gewöhnt sich der Körper so schnell daran und man braucht dann mehr?

    Und woran habt Ihr gemerkt, dass Euro Dosis ruhig noch höher sein dürfte? Also, wenn Ihr eigentlich schon positive Veränderungen gemerkt habt, was "fehlte" quasi noch?

    Grüße, Lefty

  2. #2
    Fühlt sich hier wohl

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 613

    AW: MPH - warum muss Dosis erhöht werden, wie merkt man, wann Erhöhung nötig ist

    Hallo Lefty
    kann jetzt nur von meiner Eingewöhnung sprechen...

    habe mit unretardiert angefangen, was ich persönlich auch gut fand.
    wir haben mit 5 mg angefangen, dann auf 7,5, dann auf 10...

    ich habe mit 5 auch schon gute Wirkung gespürt, aber mit 7,5 war es noch mal ein Tickchen besser....mit 10 war ein wenig too much....

    Du wirst es spüren, wann welche Menge " Dich rund macht".....also nicht kaputt, sondern gut " rundum glücklich)
    vielleicht reicht Dir auch 5 mg, das wirst Du dann merken, vielleicht wirst Du auch eine höhere Dosis brauchen.....

    das probieren dauert ne ganze Weile, weil es auch tagesformabhängig ist...( bei und Frauen z.B. auch die Hormone)

    LG

  3. #3
    Ist öfter hier

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    Forum-Beiträge: 150

    AW: MPH - warum muss Dosis erhöht werden, wie merkt man, wann Erhöhung nötig ist

    Hallo Katichaos,

    danke für die Antwort, die hilft mir auf jeden Fall schon mal weiter! Am liebsten würde ich in die Zukunft gucken können, aber hier ist wohl wie so oft Geduld gefragt. Deine Erfahrungen sind aber wie ein möglicher Blick in die Zukunft

    Gruß, Lefty

  4. #4
    Muh!

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Alter: 54
    Forum-Beiträge: 6.859

    AW: MPH - warum muss Dosis erhöht werden, wie merkt man, wann Erhöhung nötig ist

    Lefty schreibt:
    Meine Frage ist: warum muss man überhaupt erhöhen, gewöhnt sich der Körper so schnell daran und man braucht dann mehr?
    Dein Körper gewöhnt sich an das MPH. So wird das MPH über die Leber abgebaut. Die Leber reagiert mit erhöhter Enzym-Produktion (Cytochrom P450). Je mehr MPH Du nun einnimmst, um so mehr Cytochrom P450 wird produziert. Irgendwann wird ein Gleichgewicht entstehen, zwischen Cytochrom P450-Produktion und MPH-Einnahme. Wenn dieser Zeitpunkt erreicht ist, wirkt das MPH auch wieder etwas länger.

    Hinzu kommt auch ein psychologisches Phänomen. Durch das MPH kompensierst Du ein Defizit, das durch das Dopamin-Noradrenalin-Chaos in Deinem Kopf verursacht wurde. Du warst Zeit Deines Lebens wegen Deines ADS genervt und unglücklich. Plötzlich, mit Einnahme der ersten Medikininet-Tablette sind diese Defizite mit einem Mal weg, aber leider nur für 5 Stunden. nach 5 Stunden bist Du wieder die Alte. Die Defizite sind wieder da und Du hasst das alles. Man nennt das Rebount. Du bist also geneigt, eine weitere Tablette einzunehmen. Plötzlich bist Du wieder glücklich. Leider gewöhnt sich der Körper an das MPH, auch psychisch. Die positiven Eigenschaften der Medikation, also das Eliminieren der ADS-Symptome, werden als normal angesehen. Das ist so, als ob Du Migräne hättest. Lange zeit können die Kopfschmerzen Dein Leben beeinflussen. irgendwann nimmst Du eine Tablette dagegen ein. Du bist glücklich, keine Migräne mehr zu haben. Aber bald hast Du Dich an den Zustand ohne Kopfschmerzen zu leben, gewöhnt und das Glücksgefühl bleibt aus. Nun kann es sein, dass Du den Fehler machst, den Viele machen, nämlich dass Du das MPH als Rauschmittel benutzt und immer mehr und mehr einnehmen möchtest, um dieses Glücksgefühl noch einmal zu erleben. Das kann dann zu einer Überdosierung führen, die sehr schlimme Folgen haben kann.

    Die optimale Dosierung wirst Du an der Reaktion deiner Umwelt erkennen. Ich habe das daran erkannt, dass ich plötzlich ein Vorstellungsgespräch hatte, noch dazu für eine Stelle, die nun gem. Ausschreibung ganz und gar nicht zu meinem Lebenslauf passte. Mein Leben hat sich geändert, was ich selbst gar nicht erkannt hatte, weil für mich alles normal verlief. Das wird auch bei Dir der fall sein. Deine Sozialkontakte werden Dir bestätigen, dass Du ein ganz anderer Typ geworden bist. Wenn das der Fall ist, hast Du die optimale Dosierung erreicht.

  5. #5
    Ist öfter hier

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    Forum-Beiträge: 150

    AW: MPH - warum muss Dosis erhöht werden, wie merkt man, wann Erhöhung nötig ist

    Steintor, auch Dir ein großes Danke für diese erhellenden Ausführen, besonders auch für den Hinweis auf die Gefahr, es wie ein Rauschmittel zu benutzen.

    Diese Gefahr sehe ich tatsächlich auch, denn ich merke, dass es mich sehr froh macht, dass das Medikament eine so gute Wirkung zeigt, besonders, was meine Gefühlslage angeht, die seit langem nicht mehrere Tage am Stück so stabil war. Ich kann mir vorstellen, dass ich irgendwann, wenn der jetzige Zustand normal geworden ist, eben dieses Glücksgefühl vermissen werde. Da fehlt dann wieder die Veränderung, das "Es-bewegt-sich-was".

    Bleibt zu hoffen, dass durch die allgemeine Besserung durch die Einnahme sich genug im Außen bewegt, so wie bei Dir mit dem Vorstellungsgespräch :-)

  6. #6
    Chaoten-Weib

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    Alter: 53
    Forum-Beiträge: 2.544

    AW: MPH - warum muss Dosis erhöht werden, wie merkt man, wann Erhöhung nötig ist

    Hi Lefty,

    ich kann dich auch sehr gut verstehen.....ich hatte die gleiche Angst.

    Ich persönlich kann dich aber beruhigen. Erstens ist eine Überdosierung absolut kein "Rauschmittel" bzw. bedeutet ein "High-sein". Es wird immer wieder davon berichtet, dass es hierfür nicht missbraucht werden kann und das ist auch gut so. Die Überdosierung ist so unangenehm, dass du ganz genau darauf achten wirst, dass du deine Dosis auch einbehälst.

    Natürlich hat Steinstor Recht damit, wenn er sagt, dass man sich daran "gewöhnt", psychisch und auch physisch. Aber sei mal ehrlich: Haben wir ADHS-ler nicht auch ein Recht darauf, dass unser Gehirnstoffwechsel einwandfrei funktioniert? So wie das "normalerweise" ist?

    ADHS ist eine Stoffwechselstörung der Botenstoffe im menschlichen Gehirn und je nach "Leidensdruck" kann man diese mit Medikamenten beheben bzw. es sich etwas leichter damit machen. Natürlich ist MPH etc kein Wundermittel.

    Dein Glücksgefühl, das du beschreibst, ist für mich völlig normal.....deinem Gehirn geht es nun besser und das äusserst sich darin, dass es dir auch damit besser geht. Also ist man ganz automatisch entspannter und irgendwie glücklicher. Versuche es einfach so zu sehen, dass du nun annähernd so "tickst" wie "gesunde" Menschen und dann wird dir ganz schnell klar, dass Dopamin/Noradrenalin von jedem Menschen bzw. Gehirn gebraucht wird.....der eine hat es auf ganz natürliche Art und Weise, da im Gehirn vorhanden und wir ADHS-ler helfen ein bissi nach, um diesen Zustand zu erreichen.

    Daran ist nichts Verwerfliches etc.
    Es ist toll, dass es MPH etc gibt für uns.

    lg Heike

  7. #7
    Ist öfter hier

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    Forum-Beiträge: 150

    AW: MPH - warum muss Dosis erhöht werden, wie merkt man, wann Erhöhung nötig ist

    Hallo Heike,

    danke Dir für die Antwort, die Frage, ob wir nicht auch ein Recht auf normalen Gehirnstoffwechsel haben, hat mich berührt. Vor Missbrauch habe ich bei mir selbst keine Angst, aber ich kann mir schon vorstellen, dass man sich, wenn man sich an den "normalen Zustand" nach einer Weile gewöhnt hat, fragt: und jetzt?

    Ich erhoffe mir durch das Medikament, dass sich mein Leben in einigen Dingen ändert, dass ich wieder Mut fasse für neue Dinge, weil ich hoffe, jetzt nicht immer wieder so schnell aufzugeben, wegzulaufen und so weiter. Ich darf dann nicht vergessen, dass das Medikament mich vielleicht ein bisschen verändert, dass ich selbst aber mein Leben verändern muss.

    Durch die schnelle Wirkung (für mich sehr überraschend!) sind die Erwartungen halt auch sehr hoch.

    Grüße, Lefty

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