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Diskutiere im Thema Hat schon jemand Tianeptin ausprobiert? im Forum ADHS Erwachsene Medikamente
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  1. #21
    Forum-Mitglied (nicht vorgestellt)

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Alter: 45
    Forum-Beiträge: 340

    AW: Hat schon jemand Tianeptin ausprobiert?

    Klar darfst Du fragen.

    Ich nehme noch Elontril und Medikinet adult.

  2. #22
    Neues Forum-Mitglied

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Alter: 28
    Forum-Beiträge: 181

    AW: Hat schon jemand Tianeptin ausprobiert?

    Das klingt doch gut! Es freut mich zu hören, dass doch noch jemand ganz zufrieden ist =)

  3. #23
    Ist hier zuhause

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Alter: 43
    Forum-Beiträge: 2.633

    AW: Hat schon jemand Tianeptin ausprobiert?

    Andicool schreibt:
    Eiselein, wie hat es sich bei Dir entwickelt?
    Mehr schlecht als recht.
    Sorry, Leit, i hab jetzt aufgeben mit dem Tianeurax. Ausser NW hat es nichts produziert.

    Ich habe aber tapfer die ganze Packung (50 St.) vollends genommen. Die letzten Tage auch noch einen Versuch gemacht mit Erhöhung von 3 x 12, 5 auf 3 x 25 mg. Aber auch hier haben sich nur die NW erhöht.

    In meinen Augen ein saublödes Medi. Den ganzen Tag Gefühl großer Müdigkeit und Schlappheit.

    Zu spät am Abend genommen, aber dann plötzlich Schlaflosigkeit.

    Was mich am meisten gestört hat, war die ständige leichte Übelkeit, die zwar leicht war, dafür aber auch nie wegging.

    Vorteil Gewichtsverlust 3 Kilo. Mir war einfach zu übel, um viel zu essen.

    Nach dem Absetzten: Starke Zunahme der Depression. Lässt sich wahrscheinlich durch langsames Ausschleichen verhindern.

    Jetzt wieder auf 20 mg Cipralex. Wirkung leicht gegen Angststörung, leicht müde machend. Etwas dement in der Birne => Cipralex konterkarriert die konzentrationsfördernde Wirkung der Stimulanzien.

    Für mich grade nich relevant. Aber für Leute mit Partnerschaft: starke Libidoeinschränkung, starke Orgasmusschwierigkeiten.

    Was würde passieren, wenn Du Cipralex weglassen würdest?

    1. leichte Zunahme der Angststörung

    2. leichte bis mittlere Zunahme der Depression

    3. Zunahme Impulsivität => impulsiver Alkoholkonsum

    4. Zunahme Impulsivität => unkontrollierte Gewichtszunahme

    zu 3 + 4: insgesamt ohne Cipralex mehr Sauf- und Fressflash'

    Fazit: Cipralex nicht viel, aber doch etwas besser als nichts.

  4. #24
    Ist hier zuhause

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Alter: 43
    Forum-Beiträge: 2.633

    AW: Hat schon jemand Tianeptin ausprobiert?

    PS:
    Eine Hauptnw von Tianeptin war Verpeiltheit. Meine Lieblingsanekdote dazu:

    Ich zünde mir eine Zigarette an, rauche sie halb, lege sie in den Aschenbecher. Plötzlich denke ich mir, Du könntest eigentlich mal wieder eine rauchen. Ich zünde mir eine Zigarette an. Als ich Abaschen will, stelle ich fest, dass die andere Kippe noch halb geraucht im Aschenbecher liegt.

  5. #25
    Forum-Mitglied (nicht vorgestellt)

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Alter: 45
    Forum-Beiträge: 340

    AW: Hat schon jemand Tianeptin ausprobiert?

    Ja ok, vielleicht ist ein bisschen Wirkung vom Cipralex besser als nix.


    Trotzdem hört es sich nicht gut an. Dieses Orgasmusding hatte ich bei Fluoxetin auch u. ob Partnerschaft oder nicht, auf Dauer ist das nicht akzeptabel, finde ich. Ich hab außerdem auch noch ziemlich zugenommen.

    Bin kein Freund von SSRI seitdem, obwohl ich es auch Jahre genommen hab.

    Hattest Du eigentlich mal Trazodon probiert?

  6. #26
    Neues Forum-Mitglied

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: Interessiert/Eigenverdacht auf ADHS / ADS
    Forum-Beiträge: 330

    AW: Hat schon jemand Tianeptin ausprobiert?

    das komische ist, dss ich von Fluoxetin eher abnehme. Hab weniger Hunger, ist für mich eine pos. NW. @Eiselein hast du es schon mal mit einem FIASMA probiert wegen den Depries? Clomipramin hat bei mir im Nachhinein betrachtet gut gewirkt, aber eher sediert als angetrieben... Mirtazapin und Venlafaxin in Kombi hat mich gefi..., das war mein Verhängnis

  7. #27
    Ist öfter hier

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose seit Kindheit
    Forum-Beiträge: 157

    AW: Hat schon jemand Tianeptin ausprobiert?

    Hat schon jemand Tianeptin ausprobiert?
    Ja! Ich kenne alles: Wirkmechanismen, Geschichte, Wirkung, Zugehörigkeit in den 4 Schnittmengen der Drogen (Antipsychotika, Halluzinogene, Stimulanzien, Depressanten), Aussehen, Struktur, Rekreationales Potenzial, Abhängigkeitspotenzial, ...

    Ich hatte es damals noch unter dem Namen Stablon® gehabt. Es hatte eine gute Wirkung. Ich wusste für die Betreuer auf der Station plötzlich "zu viel" und "hinterfrage zu viel" , sodass man mich möglichst schnell raus haben wollte in 2 Wochen (nachdem sie mich in den 5 Aufenthalten vorher unnötig immer Monate lang festhielten -.-). Außerdem konnte ich so das Gelaber meiner Autismus-Therapeutin aushalten.
    Irgendwie bin ich dennoch nicht weiter gekommen. Ob es an den Umständen liegt oder an beidem kann ich nicht beurteilen.

    Sayuri schreibt:
    Durch die den SSRI quasi entgegengesetzte Wirkweise könnte es doch für ADHS'ler interessant sein, oder?
    Wieso?
    Das einzige was einem ADHSler interessieren würde, wäre die stimulierende Wirkung. Es wirkt jedoch auch als Anxiolytikum (mache sagen, das Molekül macht das durch Zauberei...) und ist besonders unter abstinenten Alkoholikern mit nachfolgender Depressionen beliebt.
    Wenn man also ein ehemalig-alkoholkranker ADHSler mit Angststörungen und nachfolgender Depressionen ist. - Dann wäre es für einen sehr interessant. ^^


    Jedenfalls habe ich schon von vielen hier gelesen, dass SSRI eher kontraproduktiv auf die depressive Symptomatik wirken oder die Wirkung der Stimulanzien abschwächen.
    SSRIs zusammen wäre möglich, jedoch eher kontraproduktiv - jedenfalls auf die Neurogenese, was immer auch das für einen relevant sein soll...
    Ob es die Wirkung von Stimulanzien abschwächt wurde nie erforscht. Ich hatte mit Tianeptin+Amphetamin eine Wirkungssteigerung erlebt und manche sagen es könnte zusammen die Wirkungen+Nebenwirkungen potenzieren (auf Grund der dopaminergen Effekte von beiden!)

    Andererseits denke ich mir im Alltag aber auch immer wieder, dass eine antidepressive Madikation bei mir eigentlich schon sinnvoll wäre...
    Versuche lieber vielleicht als erstes Bupropion! Das hat man mir auch gesagt - leider musste ich meinen Dickkopf durchsetzen! -.-

    PS:
    Die "Geschichte" von Tianeptin finde ich besonders interessant. Wie war wohl so:

    US-BigPharma:
    "Hey Leute! Wir haben was neues herausgefunden: Depressionen entstehen durch einen Mangel an Serotonin. Dagegen haben wir Serotonin-Wiederaufnahme-Hemmer entwickelt, damit das Serotonin nicht mehr in die Nervenzellen gelangt und das ganze Zeug nun überall im Gehirn ist.
    Servier: "Was für ein Schwachsinn! Hier ich habe Amineptin und das wirkt nur auf's Dopamin Außerdem... *im Chemieraum basteln* ...hier Tianeptin. Das ist ein Serotonin-Wiederaufnahme-Verstärker, sodass die ganzen veralteten Neurotransmitter weg sind. Genau das Gegenteil! Vive la Résistance! - Na was wollt ihr jetzt tun???"
    US-BigPharma
    :"Ganz einfach! Wir erzählen jeden Arzt und jedem Patienten so oft von dieser Theorie, dass sie es glauben werden und deine Medikamente verbieten wir oder bekommen keine Zulassung. xD ...mit der Begründung...hmm...von Leberschäden oder so, das können sich die Leute nicht zusätzlich zu Alkohol leisten - trinken ja kein Wein...^^"
    Servier: "Nun gut! Keine Zulassungsanträge mehr für die ganze Welt! *Allons enfants de la Patrie...*"

    [30 Jahre später]


    neuraxpharm: "(...) ...Naja..., Ich habe da mal früher von etwas gelesen..."
    Geändert von Aleã (19.07.2013 um 17:59 Uhr)

  8. #28
    Neues Forum-Mitglied

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Alter: 28
    Forum-Beiträge: 181

    AW: Hat schon jemand Tianeptin ausprobiert?

    Hey ihr Lieben,

    zu einigen aufkommenden Themen/Fragen kann ich glaube ich noch ein bisschen was nützliches beitragen:

    Zuerst mal Fluoxetin: Ich habe es auch mal genommen, ca. 10 Monate lang. Es hat bei mir als einziges SSRI eine recht positive Wirkung gehabt, die allerdings erst spät einsetzte wegen der langen Halbwertszeit. Dann jedoch gab es einen schönen Schub mit Zufriedenheit und Leistungsfähigkeit. Ich war damals in einem wichtigen Praktikum und daher ganz angetan davon. Dass man abnimmt ist allerdings nicht seltsam, Fluoxetin ist eines der wenigen SSRI, die gut dafür bekannt sind, eher eine Gewichtsabnahme zu bewirken. Es wird auch gern bei Bulimikern verschrieben, da es zumindest anfangs das Verlangen nach Essattacken mildern und den Appetit normalisieren soll und vermutlich hat es zusätzlich noch weitere Wirkungen auf den Stoffwechsel. Was außerdem interessant sein könnte ist die Tatsache, dass es nach einer Weile und im oberen Dosisbereich auch leicht dopaminerg wirken kann. Negativ ist tatsächlich die Orgasmusstörung... für mich war das damals überhaupt kein Thema, ich hatte haufenweise andere Probleme - aber ich kann mir gut vorstellen dass es für viele störend ist. Außerdem verlor sich bei mir die Wirkung nach einigen Monaten wieder und die häufige Behauptung, dass aufgrund der langen Halbwertszeit Absetzerscheinungen weitestgehend ausbleiben sollen kann ich auch nicht bestätigen. Es dauert zwar länger bis sie einsetzen, aber sie sind definitiv da und bis alles von dem Zeug aus dem Körper raus ist dauert es eben auch entsprechend länger als bei anderen AD's...

    Cipralex war nichts für mich, Venlafaxin noch weniger und vom Mirtazapin will ich gar nicht sprechen.

    Trazodon allerdings hat ein paar gute Seiten... Ich hab es da und benutze es sporadisch als schlafanstoßendes Mittel. Dafür finde ich es auch wirklich gut geeignet. Es blockiert einen speziellen Serotoninrezeptor, der zB für Orgasmusschwierigkeiten und Angstzustände bei anderen SSRIs verantwortlich sein soll, und dazu adrenerg Rezeptoren, so dass es ziemlich beruhigend wirkt und bei Männern die Potenz sogar eher steigern soll. Der zusätzlich angegebene Effekt der Serotonin-Wiederaufnahme-Hemmung an allen verbliebenen wünschenswerten Rezeptoren ist aber nur sehr schwach ausgeprägt und deshalb hat man auch eher indirekt antidepressive Effekte durch Angstlösung zu erwarten. Außerdem ist bei einem Abbauprodukt die Wahrscheinlichkeit bei Migränikern (dazu gehör ich leider...) sehr groß, einen Anfall auszulösen, deshalb benutze ich es wirklich nur sporadisch. Aufpassen muss man auch mit dem stak blutdrucksenkenden Effekt, wenn man da nachts mal aufstehen muss kann's ne böse Überraschung geben... lieber langsam machen ^^.

    Zum Tianeptin nochmal: Das hat bei mir erstmal keinerlei negative Wirkung aufs Sexualleben . Verpeilt bin ich nicht mehr als sonst, Appetit ist normal, vielleicht sogar ein bisschen geringer als sonst, aber nicht störend. Hauptwirkung ist eine Angstreduktion ohne sedierende Effekte und mehr innere Ruhe.

    Zu Alea: Die Vermutung mit der positiven Wirkungs aufs ADHS habe ich nur abgeleitet aus meinen eigenen Erfahrungen und zahlreichen passenden Berichten hier im Forum, die sich auf die eher kontraproduktive Wirkung von SSRI auf komorbide Depressionen bezogen. Wenn wir also auch hier tendenziell paradox reagieren, habe ich mir gedacht, könnte man speziell bei ADHSlern doch mal umgekehrt versuchen. Die dopaminerge Komponente kommt noch hinzu, sowie eine leichte Reduktion der Glutamatwirkung und Senkung des Cortisolspiegels mit potenzieller Regeneration des Stresssystems... das klang für mich vielversprechend, nicht nur für Alkoholiker .

    Bupropion habe ich bekommen, bevor die ADS-Diagnose sicher stand. War gut, genial zu Beginn, nach wenigen Wochen aber nicht mehr so hilfreich und da man die Dosis kaum steigern kann dann eben nicht mehr effektiv. Seltsamerweise hat es in Kombi mit MPH dessen Effekt auch nicht gerade verstärkt, ich würde fast sagen dass eher das Gegenteil der Fall war. Also keine Alternative für mich, was allerdings auch ok ist, da ich ja mit Tianeptin gut zurechtkomme. Nerven tut nur die mehrmalige Einnahme, aber da ich auch unretardiertes MPH nehme, ist mehrmals am Tag an Pillen zu denken schon drin. Und die - für dreimal tägliche Einnahme - zu kleine Packungsgröße... da muss man doch relativ oft ein neues Rezept holen... aber die positive Wirkung ist es schon wert!

    Liebe Grüße,

    Marie =)

  9. #29
    Ist öfter hier

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose seit Kindheit
    Forum-Beiträge: 157

    AW: Hat schon jemand Tianeptin ausprobiert?

    *gg* da hat aber jemand viel Erfahrung mit ADs.
    Bupropion sogar vorher gehabt.
    Trotz meiner Arzneidrogenkarriere von über 20 Medikamenten - die Anzahl der Nicht-Neuroleptika gegenüber den NLs wurde erst kürzlich getoppt -, habe ich Erfahrungen mit nur 3 oder 4 ADs gehabt. (Bupropion ist noch in der "Abwicklung")
    In der KJP gab es halt nur Fluoxetin. Wer für die Lehrer in der Heimatschule oder für die Eltern nicht genügend ruhig-gestellt wurde, glaube ich sogar höchstens noch Citalopram. Wir haben die ADs hauptsächlich dafür "gebraucht" um die Depressionen und "Negativ-Symptomatik" der Neuroleptika zu lindern, da wir sonst immer nur an Suizidversuche und Tod denken mussten und auch wir wichtigere Dinge zu tun haben! - Unter NLs kann man sie sowieso nicht aussprechen.

    Andere ADs wurden halt nicht benötigt, zumal die Betreuer mit Aripiprazol bereits in die "Falle" getappt sind, es würde sedieren. Dieses "Risiko" kann doch keiner mehr eingehen! oO
    Und es liegt garantiert nicht an der fehlenden Zulassung an Kindern (Fluoxetin hat eine) - die NLs hatten sie doch auch nicht. ^^

    [Die gerade genannte Theorie von mir ist übrigens sicherlich keine völlige Gedankenspinnerei. Als ich das Tianeptin bekam hatte der (neue - "wie zur Hölle wurde der Stationsleiter?" oO) Stationsleiter mir am letzten Tag noch gesagt: "R. ich finde es nicht gut, dass du dieses Medikament nimmst!" und sie haben mir die Packungen mit den Worten "die wollen wir hier nicht mehr sehen" gegeben.
    Es wurde auch der letzte Aufenthalt in der KJP. Es ist sehr wahrscheinlich, dass man mich tatsächlich in diesen "Klappsen-Kram" einfach mit reingeschoben hat und deswegen keine ADs bekam. MPH stellte mich auch ruhig, deshalb war das legitim.]
    Sayuri schreibt:
    Hey ihr Lieben,.
    zu einigen aufkommenden Themen/Fragen kann ich glaube ich noch ein bisschen was nützliches beitragen:
    Zuerst mal Fluoxetin: Ich habe es auch mal genommen, ca. 10 Monate lang. Es hat bei mir als einziges SSRI eine recht positive Wirkung gehabt, die allerdings erst spät einsetzte wegen der langen Halbwertszeit.
    Ist die lange HWZ nicht eher dafür verantwortlich, dass man immer einen Spiegel im Blut hat, selbst wenn man sie mit über 24h Abstand genommen hat?
    Fluoxetin ist eines der wenigen SSRI, die gut dafür bekannt sind, eher eine Gewichtsabnahme zu bewirken.
    Also eigentlich waren sie in meiner Klinik - abgesehen von den NLs - das unbeliebteste Medikament unter den Anorexia Nervosa-Patienten.
    Eine Gewichtsabnahme habe ich gerade hier aus diesem merküwurdigem Forum gelesen. Die Wirkung wäre aber dann indirekt. Weniger Depressionen = weniger Schlechte Laune-Pralinen.
    Es wird auch gern bei Bulimikern verschrieben, da es zumindest anfangs das Verlangen nach Essattacken mildern und den Appetit normalisieren soll und vermutlich hat es zusätzlich noch weitere Wirkungen auf den Stoffwechsel.
    Das war immer so eine "lustige Sache" dort, dass viele Anorexia Nervosa-Patienten plötzlich zu Bulimikern wurden, da dieser "Zwang etwas zu essen" sie völlig überfordert hat. ^^
    Dass der Appetit normalisiert wird ist wohl auch eher die Folge einer erfolgreichen Therapie - mit der wir jedoch "glücklicherweise" nichts zu tun haben mussten.
    Wirkungen auf den Stoffwechsel kenne ich nur Serotonin.
    Was außerdem interessant sein könnte ist die Tatsache, dass es nach einer Weile und im oberen Dosisbereich auch leicht dopaminerg wirken kann.
    Deswegen hat man bei mir Fluoxetin 3 mal versucht (wie gesagt, hatten wir keine anderen ADs) - der letzte Versuch war hochdosiertes Fluctin® mit ebenfalls hohem MPH. Da ich zudem das 3te oder 4te Mal dort war, mussten wir außnahmsweise das Einschleichen weglassen.
    Mein Zimmerkollege hatte nur Fluoxetin gehabt , jedoch hatten wir beide gleich viel Xerostomie. Vielleicht ist auch nur dieses dopaminerge das einzig "Antidepressive" daran. Amphetamin gab es früher auch gegen Depressionen, und die waren auch - nach vielen Psychiatrie-Laien - "angeblich" damals kein Problem gewesen.
    Negativ ist tatsächlich die Orgasmusstörung... für mich war das damals überhaupt kein Thema, ich hatte haufenweise andere Probleme - aber ich kann mir gut vorstellen dass es für viele störend ist.
    Bei denen frage ich mich ehrlich gesagt, ob sie überhaupt Depressionen haben. Die gingen immer so schnell verdächtig wieder raus.
    Depressionen an sich machen doch auch schon Sexualstörungen?
    Außerdem verlor sich bei mir die Wirkung nach einigen Monaten wieder und die häufige Behauptung, dass aufgrund der langen Halbwertszeit Absetzerscheinungen weitestgehend ausbleiben sollen kann ich auch nicht bestätigen.
    Beides haben ja eigentlich abgeblich alle ADs. - Jedenfalls lang genug (außer Atomoxetin, was ein weiterer Grund war es ins "Abwasser" zu tun.)
    Und das sich die Wirkung verliert ist auch ganz normal. Ändern sich die Umstände, ändert sich das Medikament und könnte sogar anders wirken. Das ist halt eben so bei einer "Abhängigkeit".
    Cipralex war nichts für mich, Venlafaxin noch weniger und vom Mirtazapin will ich gar nicht sprechen.
    Mirtazapin habe ich ganz vergessen. oO Nunja, bis auf die antihistaminerge Wirkung, die jedoch nach einiger Zeit tolleriert wird, eigentlich ein dopamin-noradrenerges Medikament.
    Es macht aber auch so ruhig, und dass bin ich ja schon viel zu viel und daher ist es nix für mich trotz Schlafprobleme.
    Ich glaube, dass hatte ich sogar mal in der KJP bekommen. - wäre aber auch nicht verwundernd...
    Als Appetitstimulanz ist es sehr stark - wenn natürlich nicht so stark wie eine Pflanze und das Topmodell Zyprexa®!
    Trazodon allerdings hat ein paar gute Seiten... Ich hab es da und benutze es sporadisch als schlafanstoßendes Mittel.
    Also "missbrauchst" du es hin und wieder als Schlafmittel?"
    Das kenne ich eher von Mirtazapin, was ich auch so mal benutzt habe. Amphetaminkonsumenten scheinen sie auch zum Comedown zu benutzen, wenn Benzos für sie "zu doof" machen.

    Als schlafanstoßend fand ich eher Agomelatin. Das wäre aber halt direkter echter Schlaf auf Grund der Melatonin nachmachenden Wirkung.
    Natürlich muss der Körper auch schlafbereit sein. D.h. wenn es einen Grund gibt, dass man lieber wach bleiben sollte, die fast alle ja bekanntlich unterdrücken - bleibt man wach!
    Agomelatin wäre also das "weichste" Schlafmittel , dass ich kenne. Erstaunlich, dass ich nicht "härteres" bevorzuge - bei meinen Problemen. Benzos verlieren bei mir auch sehr schnell ihre WIrkung und Tianeptin müsste bei meinem ADHS wegen er stimulierenden Wirkung erst recht müde machen.
    Oder aber es ist halt so, dass bei ADHS Stimulanzien einen müde, Depressanten einen wach machen.
    Das müsste heißen, die stimulierende Wirkung von TIA bewirkt bei AD(H)S die Sedierung, wärend die sedierende Wirkung für die Stimulierung verantwortlich ist. Ach du heiliger.....

    Zum Tianeptin nochmal: Das hat bei mir erstmal keinerlei negative Wirkung aufs Sexualleben .
    Was aller höchstens noch BUP hinkreigt, right? Vielleicht ist dass ja auch einer der Gründe, warum TIA in den USA "verboten" ist. ^^ Wir Deutschen sehen es halt etwas lockerer und haben deshalb neben Frankreich als einziges Land Tianeptin.
    Verpeilt bin ich nicht mehr als sonst, Appetit ist normal, vielleicht sogar ein bisschen geringer als sonst, aber nicht störend
    dito!.
    Hauptwirkung ist eine Angstreduktion ohne sedierende Effekte und mehr innere Ruhe.
    Und da fragte man und ich mich in wiefern das für mich relevant sein soll. Ich habe aber dennoch ein paar Ängste gehabt, Leute anzusprechen oder ihnen die Wahrheit zu zeigen um mich durchzusetzen - und natürlich weniger Angst davor die Wahrheit weglassen zu können. Wie es stimulierend und gleichzeitig sedierend wirkt - nicht aber so wie "Valium® und Speed®", weil es nur eine einzigste Substanz ist -, finde ich erstaunlich.Gerade KavaKava kommt in diese Richtung.

    Und innere Ruhe...was bitte ist bei mir bitte innen drin ruhig?...Das ganze muss ja innen bleiben, damit ich außerhalb scheinbar immer ruhig bin. Innere Ruhe hatte ich mal für einen kurzen Moment.... .,.... das darf ich hier nicht schreiben!
    Zu Alea: Die Vermutung mit der positiven Wirkungs aufs ADHS habe ich nur abgeleitet aus meinen eigenen Erfahrungen und zahlreichen passenden Berichten hier im Forum, die sich auf die eher kontraproduktive Wirkung von SSRI auf komorbide Depressionen bezogen.
    "Jeder" hat Probleme mit SSRIs. Wie gesagt Ami-Medikament halt...
    Wenn wir also auch hier tendenziell paradox reagieren, habe ich mir gedacht, könnte man speziell bei ADHSlern doch mal umgekehrt versuchen.
    Wie gesagt vermutlich, die sedierende Wirkung von TIA wirkt stimulierend, während das andere umgekehrt ist.
    Müsste das nicht etwa heißen, dass TIA bei ADHS genau so wirkt wie bei "Normalos"? o_O Ich dachte der Name eines solchen Medikamentes ist im Heiligen Gral oder so versteckt...
    Die dopaminerge Komponente kommt noch hinzu, sowie eine leichte Reduktion der Glutamatwirkung
    Dopamin ist indirekt. (evtl. durch die Wirkung auf das Adenosin)
    Glutamat kann direkt sein -> siehe AMPAkine Rezeptor-Wirkung!
    dopamin bedeutet nicht gleich irgendetwas...
    und Senkung des Cortisolspiegelsmit potenzieller Regeneration des Stresssystems...
    Das passiert immer wenn echter Stress sich minimiert. Und die Regeneration gibt es eigentlich bei allen ADs.
    Tianeptin ist da halt nur eine Ausnahme, weil die fehlenden Nebenwirkungen nicht mehr von unserem Stress ablenken können. ^^
    das klang für mich vielversprechend, nicht nur für Alkoholiker .
    Nunja... Für Opiatabhängige scheint es auch ein bisschen vielversprechend zu sein... Und für Asthmatiker auch... und bei Schmerzen auch ein wenig... WTF IST DAS FÜR EINE SUBSTANZ???? CANNABIS??? !!!!!!
    Bupropion habe ich bekommen, bevor die ADS-Diagnose sicher stand. War gut, genial zu Beginn, nach wenigen Wochen aber nicht mehr so hilfreich und da man die Dosis kaum steigern kann dann eben nicht mehr effektiv.
    Die kann man theoretisch schon steigern, "aber wer weiß ob ein 9mal durch ein EEG durchgeschekter Junge wie ich, der täglich bunte Videospiele spielt, ein paar Folgen Pokemon schaut (lol!) und schon auf sehr hohe Dosen Stimulanzien verschrieben wurde" nicht doch ein epileptisches Potenzial hat...
    Die Frage ist nur wie man sie als Retard-Tablette hantiert und was überhaupt die Wirkung dann wäre...
    Seltsamerweise hat es in Kombi mit MPH dessen Effekt auch nicht gerade verstärkt, ich würde fast sagen dass eher das Gegenteil der Fall war.
    Bupropion ist u.A. auch ein Monoamin-Releaser. Diese Wirkung könnte dann ganz verschwunden sein. Dafür wäre aber die Wiederaufnahme-Hemmung verbessert und MPH ist auch ein sehr schwacher Monoamin-Releaser...
    Vielleicht hat es dich müder gemacht. ^^
    Also keine Alternative für mich, was allerdings auch ok ist, da ich ja mit Tianeptin gut zurechtkomme. Nerven tut nur die mehrmalige Einnahme, aber da ich auch unretardiertes MPH nehme, ist mehrmals am Tag an Pillen zu denken schon drin. Und die - für dreimal tägliche Einnahme - zu kleine Packungsgröße... da muss man doch relativ oft ein neues Rezept holen... aber die positive Wirkung ist es schon wert!
    Und ich frage mich seit Jahren und wäre ich damals geboren sogar seit Jahrzehnten: "Warum zur Hölle tun sie das nicht in eine Retard-Tbl. und gut ist's!?" Muss es etwa... ,.... das darf ich hier nicht schreiben!

    Die größte und nervigste Nebenwirkung ist tatsächlich, die 3malige Einnahme - wegen der kurzen Halbwertszeit und den dadurch unsichtbaren Rebound und Entzug.
    Dafür kann man aber die Wirkung flexibel nutzen, auch wenn sie sehr kurz ist. Die Frage ist natürlich wofür man dieses bei einem AD, was nur für Wochen ununterbrochen wirken muss, bringt? *ugly*

    PS: ah... Aripiprazol! ^^ Das Einzige, dass den Namen "Atypisches Antipsychotikum" tatsächlich hoch und heilig verdient!
    Geändert von Aleã (22.07.2013 um 07:44 Uhr) Grund: kleiner gemacht

  10. #30
    Neues Forum-Mitglied

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 89

    AW: Hat schon jemand Tianeptin ausprobiert?

    Nach euren Berichten bin ich richtig erschrocken.

    Für mich war Stablon (Tianeptin) quasi meine Rettung. Ich nehme seit 2 1/2 Jahren Stablon (mit Pausen, wenn ich das Gefühl habe, es gar nicht mehr zu brauchen). Dzt. nehme ich es gerade wieder und habe absolut keine Nebenwirkungen.

    Stablon macht mich gelassener, stressresistenter ohne eine sedierende Wirkung zu haben. Ich kombiniere es mit Ritalin und fühle mich mit der Kombi sehr gut.

    Ich bin eher ein extrovertierter aber dennoch ängstlicher Typ (auch wenn es nach außen nicht den Eindruck macht ) , der immer wieder mit stressbedingten depressiven Phasen zu kämpfen hatte.

    lg pocoloco

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