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Diskutiere im Thema Werde ich jemals wieder ohne MPH auskommen können? im Forum ADHS Erwachsene Medikamente
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  1. #1
    Forum-Mitglied (nicht vorgestellt)

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: Ärztliche Verdachtsdiagnose auf ADHS /ADS
    Forum-Beiträge: 157

    Werde ich jemals wieder ohne MPH auskommen können?

    Hallo,

    ich nehme noch nicht lange MPH, aber ich frage mich ob ich jemals wieder ohne auskommen kann?

    Heute (Samstag) wollte ich eigentlich mal einen Tag ganz ohne auskommen, aber irgendwie bin ich nur rumgehangen, war schlapp, müde und unmotiviert irgendwas zu tun.
    Also hab ich doch wieder ne Dosis genommen (auch wenns nur die halbe Dosis von Arbeitstagen war) und plötzlich geht alles besser und man fühlt sich auch einfach besser.

    Jetzt bin ich etwas besorgt. Es ist ja nicht so, dass ich ohne MPH nix hinbekommen kann, aber es ist halt einfach so extrem anstrengend.
    Aber selbst an Wochenenden, an denen ich ja wirklich nix machen muss komme ich ohne MPH nicht in die Gänge!

    Wird sich das den jemals wieder ändern? Gibt es die Möglichkeit, dass man auch irgendwan ohne MPH sein Leben "genießen" kann und nicht von jeder Kleinigkeit erschöpft ist? Oder ist mein Leben nun auf Gedeih und Verderb von dem Konsum von MPH abhängig?

  2. #2
    Wohnt hier

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsener
    Forum-Beiträge: 1.649

    AW: Werde ich jemals wieder ohne MPH auskommen können?

    Hi Sternhagel,

    mit der Frage habe ich mich auch schon oft beschäftigt.

    So wie du es von deinem Samstag-Versuch beschreibst geht es mir auch, wenn ich auf MPH verzichte. Als für mich klar war, dass ich es dauerhaft nehmen werde habe ich überlegt welchen Kompromiss ich eingehen kann, weil ich diesen Gedanken gar nicht toll finde.

    Der Kompromiss sieht so aus:

    An der Dosis kann ich nichts machen, entweder meine volle Dosis oder ich kanns gleich ganz seinlassen weil es sonst keinen Effekt hat.

    Ich lasse es aber seit ca 2 Jahren immer an Wochenenden, Feiertagen, Urlaub und während Krankheit (Infekte o.ä.) ganz weg. So merke ich wie ich dann drauf bin (müder, verpeilt, chaotisch etc.)- aber ich bewerte das nicht negativ, das ist dann halt so und ich akzeptiere das. Ich mute mir allerdings auch möglichst wenig zu, kaum Verpflichtungen, bin geduldiger mit mir, und dadurch wird es nicht viel anstrengender, außer ich hätte das gleiche Pensum und Anforderungen wie an den Arbeitstagen. Außerdem treibe ich an den Tagen ohne MPH viel Sport (ca. 2 h täglich), was für mich eine große Hilfe ist.

    Versuche mich nur mit Menschen zu umgeben die keine Forderungen an mich stellen.
    Ich trinke außerdem viel mehr Kaffee . Das wichtigste ist aber der Sport. Das funktioniert ganz gut und ich bin so ganz zufrieden damit.

  3. #3
    Gibt´s Kaffee ?

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Alter: 45
    Forum-Beiträge: 1.610

    AW: Werde ich jemals wieder ohne MPH auskommen können?

    AD(H)S ist ein neurologische Stoffwechselstörung, die durch das MPH weitgehend reguliert wird.

    Käme ein Diabetiker auf die Idee, sein Insulin abzusetzen?
    Käme jemand mit einer Schilddrüsenfehlfunktion darauf, seine Medikamente abzusetzen?
    Sind diese Leute auch abhängig?

    Nur weil MPH hier als BtM definiert ist, heißt das doch nicht, dass jemand, dessen Stoffwechsel damit ausgeglichen wird, abhängig im Sinne einer Suchtkrankheit ist.

    In gewisser Weise besteht natürlich eine Abhängigkeit, aber die besteht dann bei allen Medikamenten, die dauerhaft genommen werden, wie eben Schilddrüsenhormone, Insulin, Blutverdünner etc....

    LG Tanja

  4. #4
    Forum-Mitglied (nicht vorgestellt)

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: Ärztliche Verdachtsdiagnose auf ADHS /ADS
    Forum-Beiträge: 157

    AW: Werde ich jemals wieder ohne MPH auskommen können?

    Käme ein Diabetiker auf die Idee, sein Insulin abzusetzen?
    Käme jemand mit einer Schilddrüsenfehlfunktion darauf, seine Medikamente abzusetzen?
    Sind diese Leute auch abhängig?
    Ja schon, aber ich dachte, dass es eigentlich schon vorgesehen ist, die Medikation möglichst irgendwann absetzen zu können wenn man das Leben wieder im Griff hat. Die Frage ist halt aber irgendwie ob das realistisch ist!!?

    Ich lasse es aber seit ca 2 Jahren immer an Wochenenden, Feiertagen, Urlaub und während Krankheit (Infekte o.ä.) ganz weg. So merke ich wie ich dann drauf bin (müder, verpeilt, chaotisch etc.)- aber ich bewerte das nicht negativ, das ist dann halt so und ich akzeptiere das.
    Man fühlt sich alt selber nicht so toll wenn man müde und unkonzentriert ist. Und wenn man dann vielleicht vieles gar nicht so genießen kann weil man irgendwie zu unmotiviert ist etwas zu tun, dann ist es vielleicht schon besser einfach die Medikation zu nehmen?

    Ich mute mir allerdings auch möglichst wenig zu, kaum Verpflichtungen, bin geduldiger mit mir,
    Das meinte ich... was ist das den für ein Leben wenn man dann nur noch auf Sparflamme unterwegs ist bzw. sein kann?

    Vielleicht müsste ich auch mal versuchen mehr Sport an solchen Tagen zu machen!

  5. #5
    OMMM-Beauftragte

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Alter: 47
    Forum-Beiträge: 5.742

    AW: Werde ich jemals wieder ohne MPH auskommen können?

    hm, hast du starke Nebenwirkungen durch das Medi?

    Für mich stellt sich die Frage einfach nicht - ich bin furchtbar
    froh, dass ich mich mit Medi weitestgehend so fühle, wie
    ich immer dachte, dass es so sein müsste ...

    mir ist es ziemlich schnuppe, ob ich für diesen "Normalzustand"
    das Medi 1 Monat oder für immer nehmen kann, solange
    ich keine blöden Nebenwirkungen feststellen muss ...

  6. #6
    Forum-Mitglied (nicht vorgestellt)

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: Ärztliche Verdachtsdiagnose auf ADHS /ADS
    Forum-Beiträge: 157

    AW: Werde ich jemals wieder ohne MPH auskommen können?

    Nö, Nebenwirkungen habe ich überhaupt keine von meinem Medikinet Adult.... Ich habe nur Nebenwirkungen wenn ich es NICHT nehme

    Nagut, dann seht ihr das ja relaxed, dass ihr die Medikation halt so lange nehmen wollt wie es euch eben gut damit geht. Sicher, so lange es mit besser ist als ohne, ist das auch sicherlich kein Vorwurf....

    Ich muss mich wohl noch mit dem Gedanken etwas anfreunden, was halt vielleicht noch ne Weile dauert

  7. #7
    N o r d f r a u

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Alter: 62
    Forum-Beiträge: 8.212

    AW: Werde ich jemals wieder ohne MPH auskommen können?

    Hallo Sternhagel,

    einige Ladies haben dir ja schon Bescheid gesagt.

    Mir geht's genau wie dir, die Nebenwirkungen stellen sich ein, wenn ich
    es nicht nehme.

    Übrigens ein bisschen Sport kann nicht schaden, wenn man mal so rumhängt!
    Und es steht dir auch frei, die nicht medikamentösen Wohltaten bei ADHS in
    Anspruch zu nehmen. Ich z. B. bin ein großer Freund von Dr. Hallowells
    50 Tipps (aus "Zwanghaft zerstreut").

    LG Gretchen

  8. #8
    Wohnt hier

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen:
    Alter: 36
    Forum-Beiträge: 1.865

    AW: Werde ich jemals wieder ohne MPH auskommen können?

    Ganz ehrlich? Ich habe von Anfang an gesagt, dass ich die Medis so lange nehmen werde wie ich sie "brauche".

    Aber: ich mache auch nebenher Therapien / Coachings. Diese helfen mir immer besser dabei, mich selbst zu strukturieren und Routinen aufzubauen. Die funktionieren dann auch ohne Medis. Vielleicht nicht sooo schnell und toll wie mit, aber zumindest so das ich zurecht komme.

    Im Urlaub oder auch an Wochenenden lasse ich ganz bewusst mal die Medis weg. Das hilft mir sehr dabei, zu sehen, wo ich noch an mir arbeiten muss / kann.
    Ich nehme mir dann aber auch keine super anspruchsvollen Arbeiten vor. Damit würde ich mich nur selbst überfordern.

    Sei nachsichtiger mit dir selbst. Es ist genau so wie Du schreibst... man kommt auch wunderbar ohne zurecht. Aber es ist anstrengender... und es ist immer deine Entscheidung ob und wie lange Du die Medis nimmst...
    Und eine Chaos-Trude bin ich halt trotzdem, ob mit oder ohne...

  9. #9
    OMMM-Beauftragte

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Alter: 47
    Forum-Beiträge: 5.742

    AW: Werde ich jemals wieder ohne MPH auskommen können?

    loekoe schreibt:
    man kommt auch wunderbar ohne zurecht. Aber es ist anstrengender...
    Einspruch ... "wunderbar zurechtkommen" ist für mich
    schon mal ein Widerspruch zu "aber ... egal-was" ...

    Natürlich falle ich nicht - PLOPP - um, wenn ich das Medikament
    nicht nehme ... aber auch ohne eine Leistung abliefern zu
    müssen, kann ich dankend auf Kopfkirmes und Stimmungschaosmonster
    verzichten ...

    Zwischendurch gegenprüfen zur "Statusanalyse" kann/soll/muss? sein.

    "Zurecht kommen" würde ich auch nicht unbedingt nur auf Nebenwirkungen
    beschränken, sondern absolut das seelische Empfinden auch als
    Kriterium festlegen - man kann frei von physischen Nebenwirkungen
    sein, aber ich denke, wenn man absolut nicht "vom Kopf her" damit
    zurecht kommt, ist eine dauerhafte Einnahme schwierig ...

  10. #10
    Forum-Mitglied (nicht vorgestellt)

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 569

    AW: Werde ich jemals wieder ohne MPH auskommen können?

    Sternhagel schreibt:
    Ich muss mich wohl noch mit dem Gedanken etwas anfreunden, was halt vielleicht noch ne Weile dauert
    Es kann helfen wenn du deine Gedanken ein wenig umbaust. Versuch im Hier und Jetzt zu bleiben. Du hast nun ein Medikament, dass dir hilft und mit dem du ohne Nebenwirkungen klarkommst. Für sich genommen erstmal absolut positiv.

    Du bekommst dadurch die Chance dich aktiver damit zu befassen welche Techniken und Veränderungen in deinem Alltag dir langfristig dabei helfen können, mit deinen Symptomen besser klarzukommen. Diese Techniken können auch helfen wenn du mal kein MPH nimmst, lassen sich aber - meiner Erfahrung nach - erheblich leichter lernen und üben wenn man sich gerade gut konzentrieren und konsequent an etwas Neues halten kann. (Bei mir mit MPH deutlich leichter und besser möglich)

    Wie das für dich langfristig aussehen wird, kann jetzt noch niemand absehen. Dass Erwachsene Adhs haben können, ist ja noch nicht allzu lange bekannt. Da besteht noch viel Forschungspotential und zudem viel Neuland was alternative Behandlungen angeht. Wenn du dir vornimmst, dich nicht allein auf MPH als Behandlung zu stützen, sondern gleichzeitig andere Wege auszuprobieren, stehen die Chancen garnichtmal schlecht dafür, dass du langfristig keine oder weniger Medikamente benötigen wirst.

    Ich finde es ziemlich hilfreich MPH als "Hilfsmittel" zu sehen, dessen Benutzung mir freigestellt ist. Ich kann wählen. Und ich kann jederzeit ausprobieren ob und wann und wieviel ich davon nehmen möchte. Z.B. mal die zweite Tagesdosis weglassen um zu testen ob ich damit auch gut klarkommen würde wenn ich z.B. nachmittags joggen gehe, was lustiges-entspannendes-anregendes unternehme usw.

    Abhängig bin ich vom MPH nicht. Wenn ich es weglasse treten keine Entzugserscheinungen aus, werde nicht - wie etwa bei fehlenden Hormonen - körperlich krank. Deshalb ist MPH für mich - im Gegensatz zu Hormonen oder Insulin bei Diabetes - kein "Muss", nichts worauf ich lebenslang "angewiesen" sein werde oder wozu ich mich zwingen müsste ohne es zu wollen.

    Will ich nicht, dann nehme ich es nicht. Die freie Wahl zu haben und mir das auch immer mal wieder bewusst zu machen, hilft mir sehr dabei jegliche negative Gedanken ablegen zu können. Vielleicht hilft es dir ja auch, dir bewusst zu machen, dass du nicht "musst" sondern darfst wenn du willst und dass du jederzeit nach Alternativen Wegen (auch ohne Medis) suchen darfst und kannst?

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