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Diskutiere im Thema Unberechenbare Medikamentenwirkung - Werde nicht schlau, zurück zu unretadiert? im Forum ADHS Erwachsene Medikamente
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Fragen, Antworten und Hilfe rund um ADS / ADHS - Medikamente, wie Ritalin, Concerta, Medikinet, Equasym und Strattera, sowie Medikamente bei Komorbiditäten, wie Antidepressiva, Neuroleptika, Benzodiazepine, andere Psychopharmaka und sonstige Medikamente
  1. #1
    Neues Forum-Mitglied

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 139

    Ausrufezeichen Unberechenbare Medikamentenwirkung - Werde nicht schlau, zurück zu unretadiert?

    Hallo zusammen!

    In den ersten 4 Wochen nach meiner Diagnose nahm ich unretadiertes Ritalin - 2x15mg - dies hat bis auf das dauernde Tablettenspalten und dem unangenehmen, aber nicht beeinträchtigenden Rebound sehr gut geklappt. Hier spielte allerdings auch eine grosse Anfangseuphorie mit - hey es gibt was - was dir hilft!

    Dann wurde ich auf Focalin umgestellt - 1 mal 20mg Dexmethylphenidat - das klappte wiederrum 4 Wochen recht gut. Dann kamen die alten Probleme, vorallem am Nachmittag und Abend zurück - da wurde ich auf 1 mal 20mg dmph und einmal 15 mittags umgestellt - hat aber keine besserun gebracht und wurde darum nach 8 Wochen auf Concerta umgestellt.

    Das Concerta (1x54) fühlte sich in der ersten Woche der Einnahme, wieder so an wie das unretadierte Ritalin, einfach länger. Im Verlauf dieser Woche verspürte ich aber wieder massive Nebenwirkungen - Müdigkeit, Niedergeschlagenheit, Traurigkeit - Vorallem am Abend. Am Morgen bemerkte ich jedoch oft eine gewisse Nervosität, was ich als seltsam empfinde. Das Concerta wirkt ca 8h.

    Es ist für mich so schwer herauszufühlen, was die Wirkung des Medis ist, und was ich bin. Den anfänglich positiven Wechsel vom Focalin auf das Concerta hat diese Unsicherheit noch verstärkt.

    Ich merke auch, dass ich irgendwie diese Tabletten-Einnahme brauche, als Ritual. Zwar ist es bequem, nur einmal eine Tablette am Tag nehmen zu müssen, ich erwische mich allerdings beim Gedanken, wenn Phasen erhöhter Konzentration und Stillsitzen gefordert sind, dass ich gerne nachdosieren möchte, oder noch eine Tablette nehmen will.

    Zu Beginn habe ich einen oder zwei Tage in der Woche kein MPH genommen, um mir der Wirkung mehr bewusst zu sein, den Unterschied zwischen mir und mir mit MPH zu spüren. Ich weiss im Moment nicht wo mir der Kopf steht. Am liebsten würde ich wieder zurück zum unretadierten MPH, traue mich das aber irgendwie nicht meinem Arzt zu sagen, da ich nicht weiss wie viel da die Erinnerung an die Anfangseuphorie reinspielt und weil nach jedem Wechsel des Medikaments sich wieder eine kleine "Besserungsrevolution" einstellt.

    Habt Ihr ähnliche Erfahrungen gemacht? Kann es sein dass retard-Produkte einfach nichts für mich sind? Oder habe ich mich einfach schon zu sehr daran gewöhnt?

    Liebe Grüsse und danke

  2. #2
    Neues Forum-Mitglied

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 139

    AW: Unberechenbare Medikamentenwirkung - Werde nicht schlau, zurück zu unretadie

    Hat niemand ähnliche Erfahrungen gemacht? Lg

  3. #3
    Simönchen

    Gast

    AW: Unberechenbare Medikamentenwirkung - Werde nicht schlau, zurück zu unretadie

    Kaot schreibt:
    Hat niemand ähnliche Erfahrungen gemacht? Lg
    Hallo Kaot,

    hm, das mit den ähnlichen Erfahrungen bezüglich Medis ist immer eine schwierige Geschichte, da jeder Körper individuell anders auf die Wirkstoffe reagiert. Nimm 10 Menschen, die genauso alt sind wie du, dieselbe Körpergröße und Gewicht haben, dieselbe Vorgeschichte und dieselben Probleme und gib jedem von ihnen dieselbe Medikation - was dabei rauskommen wird, sind 10 verschiedene Therapieverläufe.

    Ich denke, dass du diese Dinge dringend mit deinem behandelnden Arzt abklären solltest und schildere deine Bedenken auch ruhig so, wie du es hier im Forum getan hast - er ist Spezialist und kann aufgrund deiner Aussagen Dinge herausfiltern, die nützlich für dich und deine weitere Behandlung sein können. Bist du übrigens zusätzlich auch in Psychotherapie, also Verhaltenstherapie oder dergleichen? Sowas kann unglaublich gut sein, um mit deinem jetzigen "Zustand unter Medikamenten" (der ja vollkommen neu und natürlich auch verwirrend für dich ist) ins Reine zu kommen. Mit den Medis nimmst du dich ja ganz anders wahr und der "alte Kaot" rückt dabei etwas in den Hintergrund - du musst dich also ganz neu auf dich und alles was um dich herum passiert einstellen. Manchmal ist das für den Patienten einfach viel zu viel, eine absolute Reizüberflutung sogar, selbst wenn die Medikation dir auch in gewissen Lebensbereichen zu helfen scheint.

    Um diese Dinge zu ordnen und auch um die richtige Medi-Einstellung für dich zu finden, würde ich dir zu einem sehr offenen Gespräch mit deinem Arzt raten, und, wenn möglich, zu einer psychotherapeutischen Begleitung - musst halt mal sehen, welche Form der Therapie du für dich als am geeignetsten empfindest.

    Manchmal dauert es leider länger, alles so zu ordnen und einzustellen, dass man gut damit klarkommt und du auch wirklich positiven Nutzen aus diesem ganzen Konglomerat an Neuem ziehen kannst; sei zuversichtlich und nimm die Hilfe in Anspruch, die du brauchst. Hab keine Angst, ehrlich mit deinem Arzt zu sprechen, denn aus meiner eigenen Erfahrung weiß ich, dass es die Docs unglaublich schätzen, wenn nicht "um den heißen Brei" herumgeredet wird - schon alleine deshalb, weil sie dir dann viel spezieller helfen und auf dich eingehen können.

    Alles Liebe und viel Kraft wünscht

    Simönchen

  4. #4
    pero

    Gast

    AW: Unberechenbare Medikamentenwirkung - Werde nicht schlau, zurück zu unretadie

    Hallo Kaot,
    sprich mit Deinem Arzt, der wird Dich nicht verurteilen wenn Du ihn darauf ansprichst.

    Ich denke das man sich aber auch an die Medikamente gewöhnen muss, das es manchmal Sinn macht nicht zu schnell wieder zu wechseln.
    Mir geht es auch so das ich nicht sicher bin was nun die "echte" Wirkung der Medi's ist und was durch meine Erwartungshaltung beeinflusst wird.
    Ich habe aber auch die Erfahrung gemacht, dass andere einen anders wahrnehmen, vielleicht könnte es hilfreich sein einen Vertrauten zu fragen welchen Eindruck du auf ihn machst.
    Ich habe so erfahren das ich deutlich ruhiger/entspannter wahrgenommen wurde als ich es selbst eingeschätzt habe, das die Medi-Wirkung also höher war als ich sie gefühlt habe.

    LG
    pero

  5. #5


    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene(r)
    Alter: 43
    Forum-Beiträge: 20.809
    Blog-Einträge: 40

    AW: Unberechenbare Medikamentenwirkung - Werde nicht schlau, zurück zu unretadie

    Hallo.

    Kaot schreibt:
    Im Verlauf dieser Woche verspürte ich aber wieder massive Nebenwirkungen - [ ... ] Niedergeschlagenheit, Traurigkeit - Vorallem am Abend.
    Was bei Concerta - bei Erwachsenen angewendet - ja bekanntermaßen häufig auftritt.

    Andererseits ist das auch ein gängiger Verlauf, wenn man als Erwachsener das erste Mal mit MPH medikamentiert wird (egal, mit welchem), da einem eben so einiges klarer wird, was im eigenen Lebenslauf oder der momentanen Situation nicht unbedingt so schön und erfreulich ist.

    --> Therapie!

    Mit Gewöhnungseffekten hat das nichts zu tun.





    LG,
    Alex

  6. #6
    Ist hier zuhause

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 3.179

    AW: Unberechenbare Medikamentenwirkung - Werde nicht schlau, zurück zu unretadie

    Ich bin auch verunsichert mit dem Focalin und der Anpasserei. Am Anfang dachte ich, wow, das ist es.

    Aber immer mehr spüre ich am Morgen einen Euphorie- oder Energieschub, und ab ungefähr dem Mittag ist der Kopf und die Batterie wie leer. Irgendwie bin ich dann nur noch trübselig und dumpf und hab keine Lust auf gar nichts für den Rest des Tages.

    Eine richtige VT hab ich nicht, jetzt gerade ca. 8 Wochen Pause bei der Ärztin trotz Anfangsphase. Letztes Mal hat die sie nach 20 Min. die Sitzung beendet. Die Dosis müsse ich halt selber ausprobieren...

    Bin mit 20 bis 25 mg am Pröbeln. Trau mich nicht zu erhöhen wegen öfterem Herzschlagen "bis zum Hals".

    Fühl mich ziemlich ratlos.

  7. #7
    Neues Forum-Mitglied

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Alter: 32
    Forum-Beiträge: 205

    AW: Unberechenbare Medikamentenwirkung - Werde nicht schlau, zurück zu unretadie

    Ich habe auch immer das gefühl dass bei mir anfangs was wirkt und dann nicht mehr. Bin auch noch am ausprobieren. Zu deinem Thema mit Retardpräparaten fällt mir nur ein, dass es durachuas sein kann, dass die anders wirken können je nach Stoff freisetzung. es gibt auch noch so etwas wie Ritalin LA , das dem unretardierten Ritalin ähnlicher ist als das Concerta im Wirkprofil.

  8. #8
    Neues Forum-Mitglied

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 139

    AW: Unberechenbare Medikamentenwirkung - Werde nicht schlau, zurück zu unretadie

    Carla schreibt:
    Ich bin auch verunsichert mit dem Focalin und der Anpasserei. Am Anfang dachte ich, wow, das ist es.

    Aber immer mehr spüre ich am Morgen einen Euphorie- oder Energieschub, und ab ungefähr dem Mittag ist der Kopf und die Batterie wie leer. Irgendwie bin ich dann nur noch trübselig und dumpf und hab keine Lust auf gar nichts für den Rest des Tages.

    Eine richtige VT hab ich nicht, jetzt gerade ca. 8 Wochen Pause bei der Ärztin trotz Anfangsphase. Letztes Mal hat die sie nach 20 Min. die Sitzung beendet. Die Dosis müsse ich halt selber ausprobieren...

    Bin mit 20 bis 25 mg am Pröbeln. Trau mich nicht zu erhöhen wegen öfterem Herzschlagen "bis zum Hals".

    Fühl mich ziemlich ratlos.

    Genau diesen Effekt hatte ich bei Focalin auch! Kurzzeitige Euphorie, grosser Antrieb 1-3 Stunden lang, dann ein down. Hab dann die Dosis erhöt auf 1x20 mg morgens und 1 x 15 nachmittags, hatte dann dasselbe einfach 2 mal. 2 mal Euphorie, dann den rest vom tag rebound, niedrigere Dosierungen hatten gar keinen Effekt.

    - - - Aktualisiert - - -

    Zu Concerta noch: Die Nebenwirkungen haben sich entscheidend zum positiven entwickelt... das leben hat halt neben den Medis doch noch einen rechten Einfluss. Habe letzte Woche zwei Stellenangebote bekommen, plötzlich war die Traurigkeit am Abend weg (die Hyperaktivität und Antriebslosigkeit im Rebound blieb)

    Morgen habe ich einen Termin beim Arzt. Ich werde wohl bei Concerta 54mg bleiben und mit 10mg Ritalin ergänzen.

    Übrigens, was mir persönlich extrem viel bringt ist mindestens ein Tag in der Woche ganz ohne MPH. Das hilft mir enorm der Wirkung des Medis wieder bewusst zu werden. Ich brauch diesen Chaos-Tag irgendwie.

  9. #9
    Forum-Mitglied (nicht vorgestellt)

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose seit Kindheit
    Alter: 27
    Forum-Beiträge: 27

    AW: Unberechenbare Medikamentenwirkung - Werde nicht schlau, zurück zu unretadie

    Alex schreibt:
    Hallo.



    Was bei Concerta - bei Erwachsenen angewendet - ja bekanntermaßen häufig auftritt.

    Andererseits ist das auch ein gängiger Verlauf, wenn man als Erwachsener das erste Mal mit MPH medikamentiert wird (egal, mit welchem), da einem eben so einiges klarer wird, was im eigenen Lebenslauf oder der momentanen Situation nicht unbedingt so schön und erfreulich ist.

    --> Therapie!

    Mit Gewöhnungseffekten hat das nichts zu tun.





    LG,
    Alex

    Das habe ich hier schon öfter gelesen . Aber dann wüsste es doch der betreffende Mensch oder würde es zumindest jetzt , wo du es sagst realisieren .

  10. #10
    Forum-Mitglied (nicht vorgestellt)

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 73

    AW: Unberechenbare Medikamentenwirkung - Werde nicht schlau, zurück zu unretadie

    Bei mir entwickelt sich alles zu einer RollerCoaster Tour sobald ich nicht ausreichend esse, was durchaus passieren kann da mir MPH den Appetit raubt.

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