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Diskutiere im Thema Stehe vor der Entscheidung einer medikamentöse Therapie im Forum ADHS Erwachsene Medikamente
bei ADHS bei Erwachsenen Forum
Fragen, Antworten und Hilfe rund um ADS / ADHS - Medikamente, wie Ritalin, Concerta, Medikinet, Equasym und Strattera, sowie Medikamente bei Komorbiditäten, wie Antidepressiva, Neuroleptika, Benzodiazepine, andere Psychopharmaka und sonstige Medikamente
  1. #11
    Gibt´s Kaffee ?

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Alter: 45
    Forum-Beiträge: 1.610

    AW: Stehe vor der Entscheidung einer medikamentöse Therapie

    MPH bewirkt, dass das körpereigene Dopamin, welches nicht an die entsprechenden Synapsen "andockt", nicht vom Körper wieder aufgenommen wird. Die zugrunde liegende Theorie ist, dass die "Dopaminsynapsen" nicht "korrekt arbeiten". Man geht davon aus, dass der Neurostoffwechsel durch die Medikation "normalisiert" wird.

    Das kann einerseits sehr befreiend sein, es kann aber auch dazu führen, dass die "Baustellen" (die vorhanden sind) plötzlich sichtbarer werden. MPH verändert nicht Deine Persönlichkeit, sondern es hilft Dir, speziell Dich selbst besser wahrzunehmen, deine Emotionen besser kontrollieren zu können...etc...

    Früher haben viele zu mir gesagt, ich müsse an mir arbeiten, aber keiner konnte mir sagen, wie das geht... Erst mit MPH kam ich so nach und nach so weit an mich selbst ran, dass ich wusste, was die damals meinten...

    LG Tanja

  2. #12
    Simönchen

    Gast

    AW: Stehe vor der Entscheidung einer medikamentöse Therapie

    Narya schreibt:
    Ich bezweifle nicht, dass Ritalin oder Concerta eine Hilfe sein kann. Ich möchte einfach für mich Nurzen/Risiko abwägen, handelt sich doch um eine psychowirksame Substanz. Ich weiss von meiner Ärztin, dass es innert 3-4 Stunden wieder aus dem Körper raus ist, dennoch habe ich Mühe damit einfach zu experimentieren.
    Welche Vor und Nachteile könnt ihr zu den Methylphenidat-Präparaten anbringen ? Hab ihr Erfahrungen mit Alternativen ?
    Hallo Narya,

    willkommen im Forum! Ich berichte dir gerne von meinen bisherigen Erfahrungen bzgl. Medikation:

    Ich bin seit Januar diagnostiziert und auch sofort (und gerne!) auf Ritalin (unretardiert) eingestellt worden - und es war eine Offenbarung, so blöd das auch klingen mag!

    Ich konnte Dinge tun, die ich seit Jahren vor mir hergeschoben habe, wie z.B. Ordnung in meine Buchhaltung bringen, Belege sortieren und einordnen, doppelt abgeschlossene Versicherungen (z.B. Unfallversicherung) kündigen usw. Zusätzlich fiel mir absolut positiv auf, dass ich bei Fortbildungen den roten Faden behalten und bei der Sache bleiben konnte, selbst bei langweiligen Vortragenden und/oder Themen - ich konnte konzentriert zuhören und eine Conclusio daraus ziehen. Das wäre mir ohne MPH (Methylphenidat, dem Wirkstoff von Ritalin) definitiv nicht möglich gewesen. Die Kollegen, von denen ich bisher abgeschrieben habe, schrieben plötzlich die Zusammenfassung des Vortrags VON MIR ab! Auch bei Gesprächen mit anderen bemerkte ich, dass ich mich wesentlich besser konzentrieren konnte, nicht schon nach dem 2. Wort abschweifte und darüber nachdachte, was ich womöglich abends kochen würde usw. Alles lief so "geregelt" ab und hatte plötzlich Struktur (JA!), so dass ich sagen kann, dass MPH in der Hinsicht mein Leben bereichert hat.

    Nach einigen Wochen bemerkte ich aber, dass meine Libido seltsamerweise nicht mehr vorhanden war, was auch meine derzeitige Beziehung beeinträchigte. Nach Gesprächen mit meinem Doc stieg ich auf retardiertes (langwirksames) MPH um, Concerta um genau zu sein, und fühlte mich damit eigentlich sehr wohl. Die Peaks blieben aus und auch der Rebound (der sich bei mir in extremer Müdigkeit und starkem Hunger zeigte) blieben aus. Ich wäre mit Concerta sehr zufrieden gewesen und hätte es gerne weitergenommen, wenn nicht meine Libido auch unter diesem Medikament ausgeblieben wäre.

    Nun bin ich seit einer Woche auf Amphetamin eingestellt und ich kann bisher nur Positives berichten. Es verbessert meine Grundstimmung, ich bin kommunikativer und lebendiger als unter MPH und meine Libido (siehe da!) ist zurückgekehrt. Bin zufrieden.

    Ich kann abschließend nur sagen, dass bei einem gewissen Leidensdruck, wie er bei dir sicherlich auch vorhanden ist, es sicherlich ratsam ist, auch medikamentös zu therapieren. Auch wenn diese Medis unter das BTM fallen (was meiner Meinung nach mal GAR nix heißt), ist es auf gar keinen Fall so, dass du "drauf" bist oder ähnliches. Bei uns AD(H)Slern wirken diese Stimulanzien ganz anders als bei Otto-Normal-Verbraucher. Ich kann dir nur dazu raten, es zu versuchen.

    Solltest du nicht zufrieden sein oder weiterhin Bedenken haben, setz' sie wieder ab.

    So einfach ist das

    Lieben Gruß,

    S.

  3. #13
    Forum-Mitglied (nicht vorgestellt)

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose seit Kindheit
    Forum-Beiträge: 66

    AW: Stehe vor der Entscheidung einer medikamentöse Therapie

    es ist selbstverständlich das man sich bei so etwas so seine Gedanken macht, ich kann zu meiner Situation nur sagen ich bin mit Concerta überglücklich. Es wirkt wie mein Arzt mir schon im vorraus gesagt hat Simmungsaufhellend. Ich bin glücklicher, Zufriedener, keine schlechte Laune oder Deppesrive verstimmung (war davor viel schlimmer). Ich fühle mich seit jahren des erste mal wieder so richtig körperlich fit (so als könnte ich Bäume ausreisen).

    Doch anders als du musste ich auch 2-3 Jahre dafür kämpfen das ichs überhaupt bekomme deshalb auch mein Glücklichkeitsgefühl.

  4. #14
    Wohnt hier

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 1.907

    AW: Stehe vor der Entscheidung einer medikamentöse Therapie

    Duzi schreibt:
    es ist selbstverständlich das man sich bei so etwas so seine Gedanken macht, ich kann zu meiner Situation nur sagen ich bin mit Concerta überglücklich. Es wirkt wie mein Arzt mir schon im vorraus gesagt hat Simmungsaufhellend. Ich bin glücklicher, Zufriedener, keine schlechte Laune oder Deppesrive verstimmung (war davor viel schlimmer). Ich fühle mich seit jahren des erste mal wieder so richtig körperlich fit (so als könnte ich Bäume ausreisen).

    Doch anders als du musste ich auch 2-3 Jahre dafür kämpfen das ichs überhaupt bekomme deshalb auch mein Glücklichkeitsgefühl.
    Das klingt ja sehr gut - freu mich für dich !

    Hilft dieses Concerta auch gegen Konzentrationsschwierigkeiten ? Darf man fragen, warum du drei Jahre darum kämpfen musstest bevor du es bekamst ?

  5. #15
    Forum-Mitglied (nicht vorgestellt)

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 499

    AW: Stehe vor der Entscheidung einer medikamentöse Therapie

    ADD schreibt:

    Wenn du so gut klar kommst, und keine Probleme hast im Alltag (Gedankenkaos / Konzentrations probleme / erschöpfung / Burnout / Ängste / u.s.w.) kannst auch ohne Medikamente dein Leben Leben.

    Das muss jeden für sich entscheiden ob eine Stütze benötigt wird oder nicht.
    Das würde ich nicht generell so sagen! Ich dachte ich hätte mein leben im Griff, erst mit der Diagnose und noch extremer unter MPH bzw. ganz extrem während des Rebounds (der inzwischen sehr viel sanfter abläuft) hab ich bemerkt wie viel in Wirklichkeit bei mir im Argen liegt!

    Ansonsten war und ist MPH für mich ein geniales Medikament. Ich kann mich sehr viel besser konzentrieren, bringe Dinge zu Ende an denen ich früher nach kurzer Zeit gescheitert bin. Ich fühle mich sehr viel ausgeglichener, leide nicht mehr unter so extremen Stimmungsschwankungen, ich kann viel besser Planen und organisieren.
    Bei mir war und ist es so, dass ich ohne MPH wie in einer Art Nebel rumlaufe, der einerseits alle Details schluckt mir aber andererseits alles ungeflitert aufbürdet (Geräusche, Dinge, Gedanken, Menschen, Taten,...), so dass ich nicht zwischen wichtig/unwichtig unterscheiden kann.
    Mit MPH ist alles klar, organisiert und übersichlich, ich bin in der Lage eine Sache nach der anderen zu erledigen und nicht 100 Baustellen aufzumachen aber keine zuende bringe.

    Ich nehme derzeit 20 mg Medikinet adult (Morgens) und 10 mg MPH unretardiert (Mittags).

    Nebenwirkungen hatte ich nur zu Anfang, die sich in einem heftigen Rebound bemerkbar machten, das hat sich nach ein paar Tagen gelegt, sowie einen erhöhten Puls, bzw. wahrnehmung des eigenen Herzschlags als ich überdosiert war, bzw. zu schnell hochdosiert hatte.

    Dazu muss ich noch sagen, dass ich noch nicht lange Medikinet und erst seit 2 Wochen meine jetztige Dosis/Kombi nehme über Lanzeiterfahrungen kann ich also noch nichts sagen. Ich hoffe aber dass das alles so positiv weiterläuft wie es begonnen hat.

  6. #16
    Forum-Mitglied (nicht vorgestellt)

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose seit Kindheit
    Forum-Beiträge: 66

    AW: Stehe vor der Entscheidung einer medikamentöse Therapie

    ja darf man
    Die Antwort ist ganz einfach weil Ärzte inkompetente und unfähige Vollidioten sind (sorry die ausdrucksweise habe aber schlechte Erfahrungen)
    ich habe ADS + Epilepsie (+Legasthenie aber des tut ja nichts zur sache)beides wurde zur selben zeit Diagnostiziert als ich neun war damals hat mir mein damaliger Arzt das Medikinet verschrieben was ich nicht vertragen hab und abgesetzt habe und bis dann vor 3 Jahren (weger schulischen Problemen ect.) die Behandlung nicht fortsetzen wollte. Meine Epilepsie ist allerdings Medikamentenresestent. Und beim Methylphenidat ist es so es senkt die Krampfschwelle was zu vermehrten Anfällen führt. deshalb kein Arzt bereit war mir Ritalin oder anderes zu verschreiben. Damit hab ich mich natürlich nicht zufrieden gegeben ich habe gedacht da muss es einen ausweg geben habe jetzt knapp ein jahr so viel über Epilepsie in zusammenhang mit ADS rechachiert und herausgefunden (ICH als Leie) das es nur in einzelfällen zu vermehrten Anfällen führt, im allg. verändert sich nichts nicht mal im EEG sind vermehrt auffälligkeiten zu sehen und das es sogar bei der Abcencen Epilepsie (die ich früher hatte) und bei der juvenilen myoklonischen Epilepsie (die ich jetzt habe) du einer Anfallsverbesserung durch das Methylphenidat kommt. Dies habe ich mit meinem Arzt (klinik in Vogtareut die ja eine der besten weltweit bezogen auf Epilepsie sein soll), er hatt das mit einem Kollegen aus München abgesprochen der sehr viel erfahrungen mit der Art von Epilepsie hat. Der hatt dan am ende mir zugestimmt das ich recht habe. Danach war alles ganz einfach ichhabe erneut einen ADS test gemacht der eine sehr schwere Form der ADS bestätigt hat und da die in Vogtareuth es endlich abgesegnet hatten hab ich Concerta bekommen. Da ich alle Antiepileptiker die es gibt jetzt schon ausprobiert habe und die meisten gar nicht gewirkt haben und die die gewirkt habe so starke Nebenwirkungen hatten (die schlimmer waren als die Epilepsie an sich) nehme ich jetzt komplet keine Medikamente da ich es nicht einsehe warum es mit mit Medikamenten schlechter als ohne gehen soll. Und was nun ich bin seit ich Concerta nehme klomplett Anfallsfrei und trotzdem wird es nicht von der Kasse gezahlt naja kann man nichts machen

  7. #17
    Plaudertasche

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose seit Kindheit
    Forum-Beiträge: 1.112

    AW: Stehe vor der Entscheidung einer medikamentöse Therapie

    Hey Leute,

    Ihre seid wirklich eine super Truppe hier! Vielen herzlichen Dank für eure Beschreibungen und Erfahrungen.

    @Duzi: Ich kann mir sehr gut vorstellen, dass Du so grosse Schwierigkeiten hattest als Epileptiker Metylphenidat zu bekommen. Ist halt eine klassische Gegenanzeige. Umsobesser, dass Du es nun ohne Probleme verträgst. Bei mir gibt es auch kleinere Probleme, wie therapierter, hoher Blutdruck und eine als Kind erfolgreich Operierte Verengung der Aorta. Dies sind für mich auch noch Punkte, die ich gut abwegen möchte.

  8. #18
    Forum-Mitglied (nicht vorgestellt)

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose seit Kindheit
    Forum-Beiträge: 66

    AW: Stehe vor der Entscheidung einer medikamentöse Therapie

    Naja da muss man das Risiko abwägen mir war es das wert auch wenn ich vor der ersten einnahme höllische Angst und Panik hatte einen Anfall zu bekommen ich dacht mir ok jetzt versuchst es habs genommen keinen Anfall und mir gehts so gut wie schon seit Jahren nicht mehr ich würde nie wieder darauf verzichten wollen und bei Bluthochdrock kann man ja veränderungen sehr schnell nachmessen einfach immer schaun und wenn alles beim alten bleibt wärs doch super

  9. #19
    Neues Forum-Mitglied

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Alter: 42
    Forum-Beiträge: 58

    AW: Stehe vor der Entscheidung einer medikamentöse Therapie

    Huhu,

    wenn man sich ein Bein bricht, bekommt man ja auch eine *Stütze* zum laufen.
    Ich würde versuchen das bei MPH genauso zu nehmen und es quasi auszutesten.
    Oft ist es ja so das man erst mal Medis bruahct um erst mal Therapiefähig zu werden. auch im sinne von alternativer Therapie und Coaching.

    Ich habe jetzt schon ein paar mal gehört das man Mph 2 jahre lang durchnehmen sollte und man danach schauen kann das man es evtl. dann nur noch bei Bedarf nehmen muss. Ich weiß aber nicht wie sich das mit den Erfahrungen der *alten* Hasen hier deckt, weil ich bin ja auch noch neuling hier.

    LG
    Bettina

  10. #20
    N o r d f r a u

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Alter: 62
    Forum-Beiträge: 8.213

    AW: Stehe vor der Entscheidung einer medikamentöse Therapie

    @narya - Wollte nur noch sagen, ich habe auch Bluthochdruck, der therapiert wird und nehme MPH.

    LG Gretchen

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