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Diskutiere im Thema Nachhaltige Nebenwirkungen durch Ritalin ?! im Forum ADHS Erwachsene Medikamente
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Fragen, Antworten und Hilfe rund um ADS / ADHS - Medikamente, wie Ritalin, Concerta, Medikinet, Equasym und Strattera, sowie Medikamente bei Komorbiditäten, wie Antidepressiva, Neuroleptika, Benzodiazepine, andere Psychopharmaka und sonstige Medikamente
  1. #1
    Forum-Mitglied (nicht vorgestellt)

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: Interessiert/Eigenverdacht auf ADHS / ADS
    Forum-Beiträge: 7

    Nachhaltige Nebenwirkungen durch Ritalin ?!

    Hallo liebe Forummitglieder,

    ich habe kein AD(H)S, sondern leide an einem postinfektiösen Fatiguesyndrom. Deshalb nehme ich seit Jahren Sertralin 50mg (SSRI) und bei Bedarf Ritalin 20mg. Vor einigen Wochen beschloss ich, gemeinsam mit meinem behandlelnden Arzt, eine Medikamentenumstellung. Am 18. März 2013 war es dann soweit: Ich nahm zunächst 20mg Ritalin und zwei Stunden zeitversetzt Venlafaxin 32,5mg (SNRI), was in der Kombination so nicht vorgesehen war. Seitdem habe ich folgendende konstante und nachhaltige Beschwerden, die ich vorher nicht kannte:

    Benommenheit, Apathie, Gefühlsdumpfheit, sehr niedriger Ruhepuls, Sedierung, träge Verdauung, Errektionslosigkeit. Ich bin eigentlich ein sehr emotionaler Mensch und deshalb leide ich unter diesen Symptomen besonders.

    Meine Ärzte haben keine Erklärung und auch keinen Lösungsansatz. Aber wenn sich mit Ritalin jemand gut auskennt, dann Ihr, liebe ADHS-Betroffenen, in diesem Forum. Was ist da in meinem Gehirn passiert ? Ich mache mir große Sorgen.

    Kennt jemand in Süddeutschland einen Arzt/Neurologen der sich mit Ritalin sehr gut auskennt. Falls die Beschwerden nicht besser werden bin ich auch bereit stationär in eine Klinik zu gehen.

    Für jeden Hinweise wäre ich dankbar !

    Liebe Grüße,
    Thomas

  2. #2
    Ist hier zuhause

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 2.410

    AW: Nachhaltige Nebenwirkungen durch Ritalin ?!

    ME liegt das Problem in der Umstellung von Sertralin auf Venlafaxin, nicht am MPH. Der Körper reagiert grundsätzlich sehr empfindlich auf Venlafaxin, so dass die Umstellung sehr langsam und aufdosierend erfolgen muss. Hat man vorher ein SRI wie Sertralin genommen, muss man da die Dosis senken und gleichzeitig eine kleine Dosis Venlafaxin nehmen, ansonsten hat man sehr schnell zu wenig Serotonin, was dann noch mal zusätzlich Probleme verursacht. Die von dir beschriebenen Symptome könnten für ein Serootninabsetzungssyndrom sprechen. Ich hab con 20mg Cipralex auf Venlafaxin gewechselt. Solange ich 10mg Cipralex und 2x täglich 32,5mg Venlafaxin genommen habe, war alles ok. Dann sollte eigentlich das Venlafaxin auf 2x 75mg hochdosiert werden und das Cipralex abgesetzt werden. Leider hat da bei der Ausstellung des Rezeptes jemand Mist gebaut und ich habe statt 2x75 mg zweimal 32,5 mg aufgeschrieben bekommen. Nach 14 Tagen ging gar nichts mehr, weil es einfach zu wenig war.

    In der Kombination mit MPH wirkt sich Venlafaxin meiner Erfahrung erst in höheren Dosierungen aus, wenn der noradrinerge Anteil mit ins Spiel kommt. Dann kann es sein, dass man das MPH ein wenig niedirger dosieren müss, weil es sonst überdosiert sein kann. Ich hab von 2x 75 mg auf 1x150 mg Venlafaxin umgestellt und war dann mit meiner üblichen MPH-Dosis um 5mg überdosiert.

    Venlafaxin und MPH ist übrigens eine sehr gängige Kombination bei ADHS in Verbindung mit Depression als Komorbidität. Allerdings nehmen die meisten mindestens 150mg Venlafaxin am Tag.

  3. #3
    Forum-Mitglied (nicht vorgestellt)

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: Interessiert/Eigenverdacht auf ADHS / ADS
    Forum-Beiträge: 7

    AW: Nachhaltige Nebenwirkungen durch Ritalin ?!

    Hallo Trine,

    ich bin Dir für Deine Antwort sehr dankbar !

    Lange habe ich überlegt, recherchiert, Fachinformationen gelesen und mir die Pharmakokinetik der Medikamente angeschaut um rauszufinden was passiert sein könnte. Zuerst dachte ich auch, dass es am Venlafaxin liegen könnte. Schon am nächsten Tag nach der einmaligen Einnahme am 18. März bin ich wieder auf Sertralin 50mg gewechselt und habe das stur beibehalten, in der Hoffnung baldmöglichst wieder in meine normale Verfassung gelange. Leider halten sich die Beschwerden bis heute 100% konstant.

    Sertralin habe ich in der Vergangenheit schon häufiger von einem auf den anderen Tag abgesetzt, ohne Absetzsymptome. Ich war dann eben noch müder und der Schlaf war noch schlechter. 50mg Sertralin entspricht ungefährt 75mg Venlafaxin.

    Der Grund warum ich MPH dafür mittlerweile als hauptverantwortliches Medikament angesehen habe, liegt darin, dass ich mich während der MPH-Wirkzeit von 4-6 Stunden auch oft so gefühlt habe. Deshalb habe ich MPH auch nur an besonderen Tagen genommen.

    Ich mache mir heftige Selbstvorwürfe, dass ich MPH am selben Tag, mit dem für mich neuen Medikament Venlafaxin eingenommen habe und bin sehr besorgt, dass die Symptome nicht mehr abklingen. Jedoch kann ich an Deiner Antwort erkennen, dass Venlafaxin mit MPH durchaus kombinierbar ist und keine Interaktion oder Schädigung nach sich zieht. Wenigstens das beruhigt etwas.

    Wenn ich mit den Symptomen seit dem 18. März zu einem Neurologen gehe, dann sagt der klassische Depression, was in meinem Fall wenig hiflreich ist.

    Ich kann wohl nur warten und nach der Osterwoche nochmal zum Hausarzt, der allerdings bisher keine Idee hatte.


    Danke nochmal und liebe Grüße,
    Thomas

  4. #4
    Forum-Mitglied (nicht vorgestellt)

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: Interessiert/Eigenverdacht auf ADHS / ADS
    Forum-Beiträge: 7

    AW: Nachhaltige Nebenwirkungen durch Ritalin ?!

    Frohe Ostern an Euch alle !

    Ich habe kein ADHS, sondern eine Fatigue-Problematik. Für mich fühlt es sich so an, als sei ich auf den Nebenwirkungen von MPH hängen geblieben. Kann mir jemand eine sehr kompetenten Arzt in Süddeutschland benennen,der wissenschaftlich (am besten Neurowissenschaftlich) mit der Thematik MPH gut bewandert ist ?

    Herzlichen Dank im voraus !

    Viele Grüße,
    Thomas

  5. #5
    Neues Forum-Mitglied

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Alter: 32
    Forum-Beiträge: 205

    AW: Nachhaltige Nebenwirkungen durch Ritalin ?!

    Fatigue schreibt:
    Frohe Ostern an Euch alle !

    Ich habe kein ADHS, sondern eine Fatigue-Problematik. Für mich fühlt es sich so an, als sei ich auf den Nebenwirkungen von MPH hängen geblieben. Kann mir jemand eine sehr kompetenten Arzt in Süddeutschland benennen,der wissenschaftlich (am besten Neurowissenschaftlich) mit der Thematik MPH gut bewandert ist ?

    Herzlichen Dank im voraus !

    Viele Grüße,
    Thomas

    Ich hatte in der Zeit als ich das Burnout hatte, genau dieselben Symptome. Ich denke dass das MPH zu hoch dosiert ist für den Anfang und das Venlafaxin zu niedrig. Allerdings musste mal warten ein paar Wochen bis das wieder weggeht. Ich nahm Venafaxin schon vorher und war extrem erstaunt dass das so komisch wirkte. Man soll auch nicht zuviel herum probieren und wechseln , weil der Gehirnstoffwechsel sich erst umstellen muss. Ich habe in der Panik auch wieder auf mein altes Medikament umgestellt und hatte dasselbe Phänomen wie du. Probiers mal mit weniger. Von allem und eventuell mehr Venlafaxin. Aber erst mit Arzt reden. MPH würde ich erst anfangen wenn du wieder auf Vordermann bist, also wenn du auf das Venlafaxin umgestellt bist. Ich denke du annst auch diese fatigue noch mehr haben von zu hohem MPH. Das hatte ich auch. Ich kann darauf schlafen wie auf ein Schlafmittel, wenn ich zu hoch dosiere. In der Anfangszeit habe ich sogar fast nur geschlafen

  6. #6
    Muh!

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Alter: 54
    Forum-Beiträge: 6.859

    AW: Nachhaltige Nebenwirkungen durch Ritalin ?!

    Fatigue schreibt:
    Kennt jemand in Süddeutschland einen Arzt/Neurologen der sich mit Ritalin sehr gut auskennt. Falls die Beschwerden nicht besser werden bin ich auch bereit stationär in eine Klinik zu gehen.
    Was heißt denn Süden? Ist Mannheim noch Süddeutschland?

  7. #7
    Forum-Mitglied (nicht vorgestellt)

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: Interessiert/Eigenverdacht auf ADHS / ADS
    Forum-Beiträge: 7

    AW: Nachhaltige Nebenwirkungen durch Ritalin ?!

    Hallo zusammen,

    vielen Dank für Eure Antworten !

    Ich wohne in der Geburtstadt, des Mannes, von welchem das Zitat stammt, das Du angefügt hast.

    Meine Symptomatik hat sich seit der dieser o.g. Medikation vom 18. März nicht mehr verändert. Ich bin jetzt auf 100mg Sertralin, was es etwas erträglicher macht. Aber es muss etwas nachhaltiges in meinem Gehirn passiert sein, was untypisch ist, jedoch tragisch. Da ich kein ADHS habe, war mein Dopaminspiegel an dem Tag definitiv für einige Stunden sehr hoch und ich kann nur hoffen, dass dadurch der oxidative Stress im Gehirn nichts geschädigt hat. Für mich fühlt es sich jetzt so an als hätte ich in gewissen Hirnarealen zu wenig Dopamin, in anderen als im Stratium. Ich fühle nichts mehr, egal welch´ freudvollen Unternehmungen ich mache und die vegetativen Funktionen sind abgesenkt. Alle kognitiven Funktionen sind jedoch unverändert gut.

    Ich versuche derzeit bei Frau Prof. Philipsen (Uni Freiburg) einen Termin zu bekommen, die sich sehr gut mit Ritalin und ADHS auskennen soll. Werde berichten, falls Interesse besteht. Ich hoffe, dass die Dopaminrezeptoren in gewissen Hirnregionen nichts abbekommen haben.

    Viele Grüße
    Thomas

  8. #8
    Ist hier zuhause

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 2.410

    AW: Nachhaltige Nebenwirkungen durch Ritalin ?!

    ]Das hört sich für mich eher typisch für eine Depression an. Aber es ist gut, dass du den Dingen auf den Grund gehen möchtest und einen Termin in der Uniklinik Freiburg vereinbart hast. Ich drücke dir die Daumen, dass dir dort geholfen wird.

  9. #9
    Forum-Mitglied (nicht vorgestellt)

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: Interessiert/Eigenverdacht auf ADHS / ADS
    Forum-Beiträge: 7

    AW: Nachhaltige Nebenwirkungen durch Ritalin ?!

    Vielen Dank !

    Es stimmt, dass die Symptome sich nach einer Depression anhören, was das Ganze noch schwieriger macht. Wenn ich jedoch depressiv bin, dann bin ich unruhig, hoher Ruhepuls, aufgekratzt..... Stress-Symptome. Jetzt ruhe ich jedoch in mir, fühle mich wie wenn ich ein Neuroleptika im Kopf hätte. Der Antrieb ist jedoch normal und ich versuche den Tagesablauf beizubehalten. An dem 18. März muss irgend etwas in meinem Gehirn passiert sein - pharmakologischer Auslöser.

    Mein Hausarzt weiß nicht weiter. Gehe am 3. Mai zu einem Neurologen nach Heidelberg, wobei ich auf einen konkreten Ambulanztermin in der Uni Freiburg warte. Dieser Termin ist mir wichtiger. Es kennen sich nur wenige Ärzte mit Ritalin so gut aus wie Prof. Philipsen.

    Viele Grüße
    Thomas

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