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Diskutiere im Thema Alternative Medikinet Adult: Unret. MPH / Venla 225mg / Amphetamin od. Attentin? im Forum ADHS Erwachsene Medikamente
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  1. #1
    Forum-Mitglied (nicht vorgestellt)

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Alter: 41
    Forum-Beiträge: 49

    Alternative Medikinet Adult: Unret. MPH / Venla 225mg / Amphetamin od. Attentin?

    Hallo an alle,

    ich habe gerade den nachfolgenden Beitrag von Fusel gelesen, der mich im Laufe einer Frage an ihn dazu inspiriert hat, besser ein neues Thema zu eröffnen:

    @ Fliegenpilz. Vor allem jetzt, wo die Prüfungszeit an den Unis anfängt. Ein Schelm wer böses dabei denkt (kann dem Guten auch unrecht tun, aber bisher wurde ich nicht vom Gegenteil überzeugt)

    Was Ritalineinnahme + Koffein ohne ADHS angeht so würde ich darauf tippen, dass hauptsächlich die Wirkung von Koffein durchschlägt. Ritalin wirkt zusätzlich aufputschend, aber über den Effekt von ein paar starken Kaffee geht der nicht hinaus. Plus ein paar Kopfschmerzen (Helm auf dem Kopf) oder sonstigen Nebenwirkungen von Ritalin. Den Rest würde ich unter Placebo einordnen. Immerhin hat man dafür gelöhnt und sollte die Wirkungsdauer und die scheinbar erhöhte Konzentration durch konzentriertes Lernen ausnutzen ...

    Vor allem irritiert mich der Satz: "aber über den Effekt von ein paar starken Kaffee geht der [Anm: Effekt von MPH bei Nicht-ADHSlern] nicht hinaus. Plus ein paar Kopfschmerzen (Helm auf dem Kopf) oder sonstigen Nebenwirkungen von Ritalin."

    Ich habe nämlich bei der Eindosierung mit Medikinet Adult ("MA") auch diesen Helm/Druck auf Kopf/Kopfschmerzen und nebenbei auch Ohrdendruck verspürt. Nun - nach ein paar Wochen Einnnahme - ist das Gefühl eigentlich weg und vertrage MA ganz gut. Allerdings ist aufgrund der nicht ausreichenden Wirkung von MA auch noch Venlafaxin dazugekommen. Seitdem geht es mir auch ganz gut und ich meine auch, mich besser konzentrieren zu können und einigermaßen leistungsfähig zu sein. Allerdings lasse ich mich immer noch extrem ablenken und gehe super ungern Sachen an, auf die ich gar keine Lust habe. Auch ist die Konzentriertheit aber auch Strukturiertheit sowohl in meinen Gedankengängen als auch Vorgehensweisen immer noch mau!

    Wenn ich dann nun den oben zitierten Satz lese und ich (bis zur gleichzeitigen Einnahme von Venalfaxin) die anscheinend gleichen Nebenwirkungen bzw. mangelnden Wirkungen hatte, wie Nicht-ADHSler, dann kommen mir wieder Zweifel. Das Schlimme ist nämlich, dass ich zwischendurch immer wieder mal darüber nachdenke, überhaupt AD(H)S zu 100% zu haben. Eigentlich glaube ich zu 99%, "es zu haben" (PS: Ich bin auch diagnostiziert!), da einfach fast alles auf mich zutrifft. Und desto mehr ich über ADHS lese, desto mehr komme ich auf die 100%. Und mir geht es nun auch mit MA 30-10-0-0 und Venla 75-0-75-0 ganz gut. Deswegen habe ich mich seit mehreren Wochen eigentlich damit abgefunden bzw. „gefreut“, endlich herausbekommen zu haben, was „mit mir nicht stimmt“ und zwar ADHSler zu sein.

    Was mich nur immer wieder stutzig macht, ist, dass MA nicht wirklich riesig bzw. eigentlich kaum eingeschlagen ist. Venlafaxin wurde mir dann wegen meiner ebenfalls vorhandenen (vor allem abends und morgens auftretenden) Angst- und Panikattacken, Versagensängste und mittel bis stark depressiven Verstimmungen verschrieben. Und erst Venlafaxin bzw. die Kombi haben mich dann (zufriedenstellend) leistungsfähig, klarer und auch in gewisser Weise konzentrierter gemacht. Eigentlich geht es mir soweit ok. Aber - wie gesagt - ich lasse mich immer noch extrem ablenken, Konzentriertheit und Strukturiertheit sind immer noch ziemlich schlecht.

    Nun kommt es ja bei ADHS häufig vor, dass eben aufgrund des Nicht-auf-die-Kette-kriegen-des-Lebens auch Depressionen etc. auftreten können. Von daher sollte die große Wirkung von Venlafaxin eigentlich nicht zwangsläufig gegen ein Vorliegen von ADHS sprechen. Und - wie gesagt - ich bin mir eigentlich zu 99% sicher, einer von Euch zu sein.

    Ich bin aber auch (ab und zu ) Realist und weiß, dass eine 100% korrekte medizinische Diagnose äußerst schwierig ist. Ich beschäftige mich mit Medizin nämlich schon seit meinem 14 Lebensjahr (Beginn Allergien und starker Müdigkeit), also schon seit 22 Jahren !!! Und habe deswegen eine elendige Odyssee hinter mir! Nun muss ich sagen, dass ich glaube, mit der Behandlung von ADHS das erste Mal im Leben auf dem wirklich richtigen Weg zu sein.

    Und daher möchte ich nun einmal und endgültig die richtige Medikation für mich feststellen und habe mir deswegen überlegt, ggf. eine Alternative zu MA zu finden.

    Ich habe mit meiner Ärztin dann am letzten Fr. auch über Amphetaminsaft bzw. Attentin gesprochen. Sie meinte, 1. dass Attentin es nicht für Erwachsene zugelassen ist (was sich nicht anhörte wie: man könnte es aber off-label verschreiben, sondern eher wie: ich kann es gar nicht verschreiben".

    Sie möchte nun lieber das Venlafaxin von 150mg auf 225mg Tagesdosis erhöhen. Am Mo. habe ich einen Termin zur Blutabnahme, bei dem mein Venlafaxin-Spiegel gemessen wird und bei niedrigem Spiegel dann eben erhöht werden soll.

    Allerdings würde ich eigentlich lieber bei 150mg und eine Alternative zu MA suchen, da ich glaube, dass es eben da der Knackpunkt liegt.

    Ich fände eigentlich am besten, zunächst noch einmal Medikinet/Concerta/MPH aber dann UNRETARDIERT einzunehmen und anschl. z.B. Amphetaminsaft bzw. Attentin "auszuprobieren", wenn denn meine Ärztin auch davon überzeugt wäre.

    Nun versuche ich für mich und aber auch und vor allem für meine Ärztin bis zum morgigen Termin Argumente für und gegen eine Alternative zu MA und vor allem für/gegen Amphetaminsaft bzw. Attentin zu finden.

    Vielleicht könnt ihr mir da helfen. Denn hier im Forum und im Internet (zB bei Wikipedia) habe ich über Amphetamin sowohl Positives als auch Negatives gelesen und wollte mal Eure Meinung gerade auf meinen konkreten Fall hören. [Wer ggf. noch mehr über mich bzw. meinen "Krankheitsverlauf" wissen will, kann sich gerne noch hier in meiner Vorstellung "informieren" (wenn ihr vorgestellt seid).]

    Ganz lieben Dank schon einmal für Eure (hoffentlich zahlreichen und hilfreichen) Beiträge.

    LG Becks


    Edit 1:
    Nachdem ich mich gerade doch nochmal ein wenig mehr mit Alternativen/Attentin/Venlafaxinerhöhung etc. beschäftigt habe, glaube ich, dass eine Erhöhung von Venlafaxin erstmal vielleicht doch gar nicht so schlecht ist. Ich schreibe auch gleich noch einmal mehr dazu,warum ich das denke. (...)
    Geändert von becks (10.03.2013 um 16:52 Uhr)

  2. #2
    Ist hier zuhause

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 2.410

    AW: Alternative Medikinet Adult: Unret. MPH / Venla 225mg / Amphetamin od. Atten

    Hi,

    leider ist es so, dass wir neben der angeborenen Ablenkbarkeit uns diese ja auch über die Jahre antrainiert haben. Weder MPH noch Venla wirken da Wunder, sie machen lediglich möglich, dass man den inneren Schweinehund überwindet. Alles andere bedarf immens viel Training, auch unter professioneller Anleitung/Hilfestellung. Vor bestimmten SChriftsätzen habe ich immer noch Panik, weil ich die in den letzten 10 Jahren nie hinbekommen habe. Ich schiebe sie solange wie möglich auf, weil ich mit Ablenkbarkeit, Chaos, Unvermögen, Strukturlosigkeit, kurzgesagt: Misserfolg rechne und bin dann immer überrascht, wie leicht es mir unter der Medikation dann doch gefallen ist und vor allem, wie schnell es dann im Endeffekt fertiggestellt wurde, was sonst mehrere Tage mit Aufschieberitis in Anspruch genommen hat.

    Verinnerlicht habe ich bis heute noch nicht, dass sich durch die Medikation manche Dinge geändert haben. Ich habe immer noch Angst vor dem Misserfolg und schiebe dadurch auf. Bei manchen Dingen ist es mir gelungen, meine Arbeitsweise umzustellen, wodurch sich ein großer Entstressungsfaktor gebildet hat. Ich habe da noch einen langen Lernprozess vor mir, bis sich die positiven Erfahrungen unte MPH automatisiert/verinnerlicht haben.

    Für mich ist eindeutig klar, dass bei mir nicht nur der Dopamin-, sondern auch der Noradrenalinspiegel gepuscht werden muss. Insofern finde ich den Ansatz der Ärztin, erstmal den Medikamentenspiegel zu bestimmen, nicht so verkehrt. Denn wenn das Venla nicht auf den Noradrenalinspiegel wirkt, muss entweder das Medikament erhöht oder gewechselt werden. EIn Bekannter aus meiner SHG ist gerade in einer Sucht-ReHa. Er hat zuvor immer berichtet, dass sämtliche Medikamente bei ihm Null-Wirkung gezeigt haben. Wirklich geglaubt hab ich das so nicht. In der Reha haben sie ihn wieder medikamentös mit Venla und MPH einstellen wollen. Auch hier hat sich keine bis wenig Wirkung gezeigt. Die Ärztin dort hat verschiedene Untersuchungen veranlasst. Es wurde erstmalig festgestellt, dass er bereits mehrere kleine Schlaganfälle gehabt haben muss, wo man noch nicht genau weiss, wie das einzusortieren ist bezüglich der ADHS-Symptomatik alsauch, dass er trotz Einnahme der Medis so gut wie keinen Wirkungsspiegel aufbaut. HIer erfolgen noch einige weitere Untersuchungen (Magen-/Darmspiegelung), um eine Aufnahmestörung ausschließen zu können. Bringt das alles nichts, werden bei ihm wohl andere Medis ausprobiert werden.

    Becks, ich weiss, dass bei dir die Zeit drängt, aber leider braucht man vor allem bei der Einstellung mit Medikamenten Geduld. Durch die lange unbehandelte Erkrankung bist du zum einen ziemlich ausgepowert(würd mich wundern, wenn es nicht so wäre) und zum anderen musst du dich erstmal unter Medikamenten neu kennenlernen. Das ist super anstrengend. Eigentlich ist daneben kein Platz zum konzentrierten Lernen über einen längeren Zeitraum. Bist du nicht auch arbeitsunfähig geschrieben? Das ist doch auch nicht grundlos geschehen...

    Wenn du wirklich deinen Lernstoff präsent halten willst, such dir einen engen Zeitrahmen. Mo-Di maximal 3 Stunden am Tag, Mittwoch frei, Do-Fr wieder maximal drei Stunden am Tag, Sa, So frei. Die drei Stunden auf keinen Fall am Stück, sondern spätestens nach einer halben Stunde 5 Minuten Pause. Irgendwann wirst du merken, dass du nach dem Lernen nicht mehr völlig erschöpft bist. Dann habt ihr zum Einen die richtige Dosis gefunden, zum anderen hast du gelernt, besser mit dir und deiner Aufmerksamkeit umzugehen. Dann kannst du das Lernpensum steigern. Aber vergiss die Pausen nicht! Stell dir einen Wecker! Ansonsten bist du nämlich sofort wieder in der Erschöpfung(sdepression?)!

    Wichtig weiterhin: Samstag und Sonntag ist frei! Pausen haben ihren Sinn, heißt aller, allerspätestens nach 2 Stunden eine viertel Stunde Pause und nach insgesamt vier Stunden mindestens eine Stunde Mittagspause, auch wenn es gerade mal so gut läuft. Im Hyperfokus vergisst man nämlich gerne Mal, dass man Essen und Trinken muss, damit das Gehirn auch leistungsfähig bleibt. Wenn du nachmittags tatsächlich noch weiterlernen kannst/willst/musst: ebenfalls nach spätestens 2 Stunden eine viertel Stunde Pause und nach weiteren 4 Stunden ist Schluss, denn nach mehr als 8 Stunden geht nichts mehr, dann ist Feierabend. Die 40h-Woche im Arbeitsleben samt Arebitszeitgesetz hat seinen Grund!

    Wenn du Übungsklausuren schreibst, solltest du die auch unter reellen Bedingungen schreiben: 5 Stunden Zeit: 1 Stunde Sachverhaltsaufbereitung, 2 Stunden Gliederung/Lösung, 2 Stunden schreiben. Mach nach jedem Abschnitt eine kleine Pause, spätestens aber vor dem Schreiben. Am besten stellst du dir auch dazu einen Wecker, damit du diese Zeiteinteilung trainierst. An dem Tag, an dem du Übungsklausur geschrieben hast, ist Lernfrei! Du bist anschließend zu erschöpft, um noch etwas sinnvoll zu lernen.

    Viel Erfolg beim Training der kleinen Schritte und viel Geduld mit dir selbst!

    LG Trine

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