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Diskutiere im Thema Rebound trotz weiterer Einnahmen? (MPH) im Forum ADHS Erwachsene Medikamente
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  1. #1
    Forum-Mitglied (nicht vorgestellt)

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Alter: 30
    Forum-Beiträge: 96

    Rebound trotz weiterer Einnahmen? (MPH)

    Liebe Leute,
    Da wag ichs mal und mach ein Thema auf! Habe zwar die Suchfunktion bedient (und mich eine Stunde in sehr spannenden Themen verloren ), aber keine genaue Antwort zu meiner Frage gefunden.

    Ich nehme seit 3 Monaten (unretardiertes) Methylphenidat und nach etwas Herumprobieren und Abklären mit meiner Psychiaterin nehme ich es relativ gering dosiert regelmäßig über den Tag verteilt ein (etwa 2,5 mg aller 2,5 Stunden während der "produktiven" Zeit). Dabei ist mir aufgefallen, dass ich nach Abklingen der ersten beiden Dosen (Dosissen? schwache aber typische Rebounderscheinungen bekomme, und das Gefühl habe, die weiteren wirken nicht so gut...

    Meine Frage jetzt: Erlebt ihr so etwas ähnliches? Und hat es überhaupt einen Sinn, länger als etwa 6 Stunden von MPH profitieren zu wollen? Würde eine "Wirkpause" mit Mittagsschlaf sinnvoll sein?

    Danke euch schonmal!
    (Und ehe jetzt mahnende Finger kommen - ich experimentiere nicht für mich selbst herum ohne meine Ärztin zu fragen, keine Sorge. Deswegen frage ich ja auch nach Erfahrungen statt einfach selbst auszuprobieren.)

    viele Grüße,
    Porcupine

  2. #2
    Forum-Mitglied (nicht vorgestellt)

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 39

    AW: Rebound trotz weiterer Einnahmen? (MPH)

    Hast du es schon mal mit dem retadierten Wirkstoff ausprobiert? Ich hatte die ersten zwei Wochen die unretadierte "Pille der Tugend" - Top Wirkung, aber im Rebound bin ich regelrecht krepiert. Versuchs mal mit retadierten Methylphendidat Produkten, das normale Medikinet Redard wird auch von der Krankenkasse übernommen. Das "knallt" beim Wirkungseintritt nicht so stark, wirkt (nach meinem Empfinden) ein bisschen subtiler aber genau so intensiv wie das unretadierte, und der Wirkungsaustritt kündigt sich langsamer an, was das nachdosieren einfacher macht - Ich persönlich nehme Ritalin SR (= Medikinet Retard mit anderen Trägerstoffen) nicht mehr nach Uhrzeiten ein, sondern dosier einfach nach sobald ich merke dass sich der Rebound langsam ankündigt, also im letzen Viertel der Wirkung. Findet mein Arzt auch okay, kommt bei nicht zur Überdosierung da der retadierte Wirkstoff bei mir ca 40 Minuten braucht bis er anflutet. Aber das sind absolut keine Dosierempfehlungen, dieser ganze Dopamin-Kram scheint ja wirklich bei jedem anders zu wirken. Aber genau wie bei dir, war in meinem Fall das Nachdosieren im tatsächlich Rebound sinnlos bis kontraproduktiv, wobei ich auch sagen muss dass er Rebound jetzt nach 4 Monaten schwächer ausfällt.


    Wenns mit Methylp. nicht besser wird, kann man auch noch Amphetamine ausprobieren (Als Liquidlösung oder als Fertigprodukt Attentin). Hatte ich persönlich noch nicht, aber unter Amp. existiert das Problem "Rebound" wohl nicht, was das Nachdosieren natürlich einfacher macht.

    Ist dein Arzt Spezialist auf dem Fachgebiet ADHS? Ich weiß nicht in welchem Maß deine ADS ausgeprägt ist, aber laut meines Arztes kann man bei Personen mit relativ geringer Hyperaktivität/Impulsivität, wo eher Wahrnehmung/Aufmerksamkeit im Fokus steht, Strattera versuchen. Ist wohl das einzige Spiegelmedikament gegen ADS, also ein Medikament mit einer konstanten, gleichbleibenden Wirkung über den ganzen Tag, also auch ohne Rebound - Aber dauert wohl 1 Monat bis sich die ganze Wirkung entfaltet. Naja versuche es ab nächsten Monat mal mit Strattera, wenn das so wirkt wie es soll = Jackpot

    Gruß nach Dresden,
    Simon.

  3. #3
    Forum-Mitglied (nicht vorgestellt)

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 39

    AW: Rebound trotz weiterer Einnahmen? (MPH)

    PS: Ich kenn mich ja mit der Materie noch nicht so genau aus - Aber weiß jemand warum es keinen "Dopamin-Wiederaufnahme-Hemmer" als Spiegelmedikament gibt? Ist das biochemisch nicht möglich? Ich glaub das würde vielen ADSlern das Leben einfacher machen.

  4. #4
    Forum-Mitglied (nicht vorgestellt)

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Alter: 30
    Forum-Beiträge: 96

    AW: Rebound trotz weiterer Einnahmen? (MPH)

    Hey hallo ease!
    Danke für die Antwort.
    Ja, meine Ärztin ist auf jeden Fall ne Fachfrau (arbeitet fast nur mit AD(H)Slern). Allerdings stehe ich nicht in soo engem und regen Kontakt mit ihr, weil sie (dementsprechend) sehr beschäftigt ist.

    Andere Medikamente:
    Stattera fällt für mich aufgrund des sehr hohen Preises weg (außerdem bin ich leider ziemlich "H" und bewegungslustig .
    Medikinet retard habe ich ganz am Anfang probiert, allerdings überhaupt kein Gefühl für die Wirkung entwickeln können und bin jedes Mal richtig depressiv geworden (auch wenn sich so etwas vermutlich mit der Zeit gibt). Wollte deshalb erstmal mit dem unretardierten ein richtiges "Gefühl" kriegen und finde es so auch leichter, die Dosis zu kontrollieren (Beim retard hatte ich immer Sorgen: war die Mahlzeit jetzt groß genug? Oder wirkt alles mit einem mal?)

    viel Glück mit dem Strattera und liebe Grüße,
    Porcupine

  5. #5
    Celestis

    Gast

    AW: Rebound trotz weiterer Einnahmen? (MPH)

    Hallo Porcupine
    Nehme selbst Medikinet ein und habe extreme Rebound Efekte ,
    die aber nach einer zeit wieder weg gehen . Bei mir bringt

    Medikinet wohl nichts mehr , muss Freitag eh zum Arzt und werde

    Ihm das mal verklickern . Mal sehen was sich ergibt . Wünsch dir

    noch was .

    PS : Könntest das mal deinem Arzt auch verklickern .

    MfG Myrus

  6. #6
    Forum-Mitglied (nicht vorgestellt)

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Alter: 30
    Forum-Beiträge: 96

    AW: Rebound trotz weiterer Einnahmen? (MPH)

    Hallo Celestis! Danke auch dir für die Antwort
    Wie lange hast du Medikinet denn probiert (die Retardversion?)?
    Und welche Alternativen stellst du dir so vor?

    Ich bin glaube ich weniger auf der Suche nach einem anderen Medikament, sondern hab das Gefühl, dass ich mit dem Einnahmeschema/Dosis noch nicht ganz am Endpunkt angekommen bin

    liebe Grüße,
    Porcupine

  7. #7
    Chaoten-Weib

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Alter: 53
    Forum-Beiträge: 2.544

    AW: Rebound trotz weiterer Einnahmen? (MPH)

    Porcupine schreibt:
    Hallo Celestis! Danke auch dir für die Antwort
    Wie lange hast du Medikinet denn probiert (die Retardversion?)?
    Und welche Alternativen stellst du dir so vor?

    Ich bin glaube ich weniger auf der Suche nach einem anderen Medikament, sondern hab das Gefühl, dass ich mit dem Einnahmeschema/Dosis noch nicht ganz am Endpunkt angekommen bin

    liebe Grüße,
    Porcupine

    Hi Porcupinel,

    wieviel mg nimmst du denn insgesamt? Du schreibst alle 2,5 Stunden 2,5 mg unretadiertes. Und du fragst, ob es Sinn macht, länger als 6 Stunden eine Wirkung zu erzielen.

    Also.....wieviel Stunden du eine Wirkung haben möchtest, ist meiner Meinung nach deine Entscheidung. Es gibt Berufstätige, die abends noch Meetings etc haben und dafür Konzentration benötigen. Sie steuern das dann mit einer gezielten Einnahme von MPH.

    Bei mir ist es z. B. so, dass ich zwar Rentnerin bin, unfreiwillig, ich aber tagsüber schon diverse Dinge zu erledigen habe. U.a. schreibe ich gerade an einem Buch. Abends sind mein Männe und ich beisammen, schauen vielleicht fern, hören Musik, plaudern und diskutieren miteinander. Mein Hauptproblem ist und war es schon immer, dass ich gerade in der Partnerschaft grosse Selbstwertgefühle habe. Heisst, ich fühle mich direkt beleidigt, angegriffen und schuldig, wenn auch nur ein komisches Gesicht von ihm kommt. DAS ist für mich Stress pur. Schlimmer als alles andere.

    Seit ich Medikinet adult nehme, seit 10 Wochen, ist das doch merklich besser geworden. Ich bin diskussionsfähiger und reagiere deutlich gelassener bei meinem Schatz. Ich verstehe es nun, warum ich so reagiert habe (bzw. es zum Teil immer noch tue). Wenn ich abends in meiner "gefährlichen" Zeit kein MPH mehr im Blut habe, dann ist das für mich sehr schlecht. Also versuche ich es, von ca. 10 Uhr - 21 Uhr mit MPH abgedeckt zu sein. Mit niedrigen Dosen. Allerdings keine 2,5 mg.....ich glaube da würde ich erst gar nicht anfangen, MPH zu nehmen.

    Also wenn es dir bisher geholfen hat, ist super. Aber ich würde auf jeden Fall mit deiner Ärztin mal besprechen, wie das in deinem Fall evtl. mit dem Adult aussähe, also dass du umsteigst. Das musst du dann auch nicht selber zahlen.

    Was ich eigentlich damit sagen will: Alles ist änderbar, man muss es halt nur angehen und sich dann für seine Wohlfühldosis entscheiden. Und die ist bei jedem individuell.

    Viel Erfolg weiter hin

    lg Heike

  8. #8
    Forum-Mitglied (nicht vorgestellt)

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Alter: 30
    Forum-Beiträge: 96

    AW: Rebound trotz weiterer Einnahmen? (MPH)

    Danke dir, Heike!

    Insgesamt komme ich damit schon auf ca 20 mg (je nach Tag), denn ich dosiere auch nicht aller 2,5 Stunden (wie fälschlicherweise geschrieben) sondern aller 2 Stunden, wodurch sich die Wirkungen sicher etwas überlagern und ich am Ende bei mehr als 2,5mg rauskomme.
    (Ich bin allerdings schon immer und was alle "Drogen" angeht ein extremer Reagierer, von daher wundert mich auch nicht, dass ich jetzt am Anfang noch sehr von so einer "niedrigen" Dosis profitieren kann)

    Ich lege wie du eher Wert drauf, die größte Zeit des "Wachseins" abgedeckt zu sein. Denn mein Problemfeld Nr. 1 ist wie bei dir das Private und Soziale...ich kann also genauso wenig wie viele Arbeitstätige hier ab 17 Uhr in Rebound und Reizbarkeit verschwinden und mich zurückziehen, weil dann die "eigentliche" Arbeit angeht (jaja...oder das was Studenten, die noch nie richtig ackern mussten, darunter verstehen )

    Habe mir nur Sorgen gemacht, ob das okay ist? Meine Ärztin meinte "ja" aber anderswo habe ich gelesen, dass man nur in Ausnahmen bis Abends MPH nehmen sollte, damit der Körper keine Toleranz bildet und auch Zeit hat, das Zeug loszuwerden?

    viele Grüße und danke für die Hilfe auf dem Einstellungsweg
    Porcupine

  9. #9
    Chaoten-Weib

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Alter: 53
    Forum-Beiträge: 2.544

    AW: Rebound trotz weiterer Einnahmen? (MPH)

    Hey,

    warum willst du "das Zeugs" denn loswerden?

    Nicht ADS-ler können ihr Dopamin und Noradrenalin ja auch nicht mal so einfach aus ihrem Kopf spülen

    Wenn man MPH richtig dosiert, so dass man mit so wenig wie möglich an MPH mit seinem Alltag klar kommt (werden sicher nie jeden Tag 100% sein, aber das ist bei Nicht-ADS-lern genauso),
    dann ist das doch vollkommen okay (wenn man keine anderen heftigen Nebenwirkungen hat wie Bluthochdruck etc).

    Und m.E. 20 mg am Tag plus/minus ist doch eine ganz tolle Menge, wenn es dir hilft. Allerdings solltest du darauf achten, dass du dann echt alle 2-3 oder evtl. 4 Stunden deine 2,5 mg zu dir nimmst, damit sich der Rebound nicht einschleichen kann. Denn DAS macht doch die meisten Probleme, dieses Auf und Ab dann der Psyche. Das ist verdammt anstrengend und nervt massivst.

    Bei mir meldet sich der Rebound an, wenn ich mich fertig mache zu Bett zu gehen. Lese dann noch ein bissi und kuschel mit meinem Männe...und dann Schnarch.

    Was nützt es denn z. B. einem ehemaligem Kiffer, der immer abends rauchen musste um runter zu kommen, wenn seine MPH-Wirkung am Abend futsch ist? Dieser Mensch muss ganz anders eingestellt werden meiner Meinung nach - passiert ja auch, ist ja nicht so, dass es nicht so ist.

    Individuell....das ist das Zauberwort.

    lg Heike

  10. #10
    Forum-Mitglied (nicht vorgestellt)

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Alter: 30
    Forum-Beiträge: 96

    AW: Rebound trotz weiterer Einnahmen? (MPH)

    Dank dir für die ausführliche nochmal-Antwort! Ich habe eigentlich keine großen Probleme (mein Blutdruck ist jetzt von "lächerlich niedrig" erstmal auf "fast normal" gestiegen , nur mein Tinnitus (den ich schon lange habe) ist nicht eben besser geworden...

    Der Hinweis mit den Zwischenrebounds ist sehr wahr. Am Anfang habe ich es ab und zu vergessen und damit mehr als eine unangenehme halbe Stunde gehabt, weil in solchen "Lücken" auch wunderbar alte Verhaltens- und Denkmuster wieder einrasten können, aus denen ich dann auch mit MPH nicht so leicht herauskomme...
    Inzwischen finde ich es als Selbststrukturierung und Erinnerung an den alten Freund "Zeit" sogar ganz praktisch, aller 2 Stunden was nehmen zu müssen

    also dann, einen schönen Abend dir noch (mit Buch und Mann !
    Porcupine

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