Seite 6 von 7 Erste ... 234567 Letzte
Zeige Ergebnis 51 bis 60 von 61

Diskutiere im Thema Wer verträgt kein Medikinet Adult und weshalb? im Forum ADHS Erwachsene Medikamente
bei ADHS bei Erwachsenen Forum
Fragen, Antworten und Hilfe rund um ADS / ADHS - Medikamente, wie Ritalin, Concerta, Medikinet, Equasym und Strattera, sowie Medikamente bei Komorbiditäten, wie Antidepressiva, Neuroleptika, Benzodiazepine, andere Psychopharmaka und sonstige Medikamente
  1. #51
    Muh!

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Alter: 54
    Forum-Beiträge: 6.856

    AW: Wer verträgt kein Medikinet Adult und weshalb?

    slippyamelia schreibt:
    Aber warum das denn?
    Es wäre doch gerade dort - auf der Arbeit - sinnvoll?
    ADS zeichnet sich durch eine Vielzahl von Symptomen aus. Diese Symptome kommen in unterschiedlicher Intensität vor. Stelle Dir eine Pappschachtel mit bunten Eiern vor. Es gibt rote, grüne, blaue u.a. Eier. Die Jeweiligen Farben sind unterschiedlich stark ausgeprägt. So gibt es hellblaue und dunkelblaue Eier. Genauso ist ADS.

    Das Verhalten bei der Arbeit wird durch viele Eigenschaften geprägt und hängt natürlich vom Kollegium ab. Ein strenger Chef will unterwürfige Mitarbeiter. Ein flotter Chef will quirlige Mitarbeiter. Somit sollte ein ADHSler, der einen strengen Chef hat, seine Hyperaktivität und Impusivität unterdrücken. Ein ADSler sollte mehr Hyperaktivität und Impulsivität aufbauen, wenn er einen flotten Chef hat. Ein ADSler mit strengem Chef muss daher keine Medikament einnehmen, während der ADHSler mit strengem Chef unbedingt Medikamente nehmen sollte.

  2. #52
    Forum-Mitglied (nicht vorgestellt)

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 359

    AW: Wer verträgt kein Medikinet Adult und weshalb?

    @ steintor und offtopic, Sorry!
    Das ist genau der Grund, warum ich damals mit der Diagnose solche Probleme hatte. Ich sollte mich in sprachlichen Versatzstücken wiederkennen. Häufig wird hier im Forum genau das gesucht: die Übertragung von sich auf andere oder von anderen auf sich. Irgendwie verstehe ich es ja: es menschlich - andererseits produziert es eben immer genau das Problem, was du ansprichst: Übergeneralisieung (von falschen Kausalitäten weil nur Korrelationen einmal ganz abgesehen) Bzw. Du sprichst ja an, dass jeder Mensch eben nicht nur anders (und deswegen kaum auf eine Kombination von Versatzstücken zu reduzieren) ist (was ja auch einfach das allgemeine Problem der Psychologie und der Wissenschaften mit Clusterbildung, d.h. Komplexitätsreduktion insbesondere am Menschen betrifft) sondern du sprichst auch an, dass jeder Mensch in seine Unterschiedlichkeit (und seiner Dignität!) eben auch noch zusätzlich in anderer Umgebung lebt und arbeitet.
    Das ist der Grund, warum Forenkommuniktion häufig reduktionistisch ausfallen muss. Man kann halt nicht alles beschreiben.
    Dass ich mich selbst als anderen Fall sehe, habe ich versucht, damit auszudrücken, dass ich die Beschreibung (welche meine Person betrifft) in eine andere Schriftgrösse gesetzt habe. Ich wollte damit meinen eigenen "Fall" in den Hintergrund stellen. - Siehst du, was ich meine?
    Vielleicht sollte man es noch anders formulieren, wenn man fragt: "schreibt' mehr dazu" wäre mit platt vorgekommen und es war doch genau das, was ich sagen wollte. Warum? Ich wollte dazu anzuregen, zu erklären, was eben den Unterschied macht zur Freizeit, in der man - und das ist das, was ich nicht gesagt habe - normativ gesprochen eben so sein sollen dürfte, wie man ist.
    Berufliche Normierung und Anpassung und all die Konsequenzen und Risiken, die wir ertragen (mit der Medikamenteneinnahme) nur um einer sozialen Norm gerecht zu werden, sind schon schlimm genug. Es sagt viel über unsere Gesellschaft aus. Andererseits kann ja jeder das Ding schlucken, wann auch immer er einfach leidet. Nur das Leid sollte im Idealfall der Grund sein, warum man es nimmt. Und das wollte ich sehen: ob es passt oder vielleicht das Leid gar nicht so groß ist (was dann wieder ein gutes Argument gegen Medikamente gewesen wäre..)

    (Letzter Satz: ich mag übrigens häufig gern, was du schreibst.)
    Geändert von slippyamelia (28.02.2014 um 18:08 Uhr)

  3. #53
    Neues Forum-Mitglied

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: Interessiert/Eigenverdacht auf ADHS / ADS
    Forum-Beiträge: 41

    AW: Wer verträgt kein Medikinet Adult und weshalb?

    Hallo Tom,

    habe genau das auch gerade hinter mir.
    Ich sollte Medikinet aduld retardiert nach fünf Tagen Einnahme von 10 mg auf 15 mg erhöhen. Die ersten zwei Tage mit 10 mg hatte ich ziehen im Bein und im Po, verstärkt abends. Nach der zweiten Tageseinnahme von 15 mg, konnte ich mich nach einem 2 stündigen Mittagsschläfchen nicht mehr richtig bewegen.
    Ich bekam mein Kinn nicht mehr auf die Brust. Der ganze untere Rücken zog bestialisch.
    Am nächsten Tag habe ich dann wieder die 10 mg genommen und am Dritten dann abgesetzt. Meine Ärztin konnte ich leider nicht fragen, da sie krank war.
    Beim nächsten Termin meinte sie allerdings auch, dass sie noch nichts von diesen Nebenwirkungen gehört hat und vermutete das ich Zug am Rücken bekommen habe.
    Ich bringe diese Schmerzen allerdings mit dem Medikament in Verbindung, da das Ziehen unmittelbar nach der Einnahme begann.
    Nehme jetzt wieder 10mg und soll morgen auf 15mg erhöhen. Ist mir ehrlich gesagt ein bischen mulmig dabei.
    Auch den Druck auf den Augen kenne ich. Meine Augen fühlen sich auch irgendwie kletschig und trocken an.
    Außerde berichtete ich ihr auch noch von der sehr starken Müdigkeit am Abend, die allerdings nach ca. fünf Tagen nicht mehr da war.
    Auch hiervon hatte sie noch nichts gehört, was mich sehr wundert, da hier sehr viele davon berichten.

    Alles sehr verwirrend und seltsam...

  4. #54
    Ist hier zuhause

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 6.847

    AW: Wer verträgt kein Medikinet Adult und weshalb?

    slippyamelia schreibt:
    Warum? Ich wollte dazu anzuregen, zu erklären, was eben den Unterschied macht zur Freizeit, in der man - und das ist das, was ich nicht gesagt habe - normativ gesprochen eben so sein sollen dürfte, wie man ist.
    Berufliche Normierung und Anpassung und all die Konsequenzen und Risiken, die wir ertragen (mit der Medikamenteneinnahme) nur um einer sozialen Norm gerecht zu werden, sind schon schlimm genug. Es sagt viel über unsere Gesellschaft aus. Andererseits kann ja jeder das Ding schlucken, wann auch immer er einfach leidet. Nur das Leid sollte im Idealfall der Grund sein, warum man es nimmt.
    Was aber, wenn man SELBST nicht damit klar kommt, wie man auch in der Freizeit ist? Wenn die Wohnung vermüllt, man keinen Antrieb/Elan für Freunde hat, wenn sich wichtige Unterlagen stapeln, bis der Gerichtsvollzieher vor der Tür steht, wenn man Familie und Freunde durch seine Impulsivität droht zu verlieren? Genau das, was du beschreibst ist es eben...... einige kommen in der Freizeit ohne aus, weil die Einschränkungen, um nicht sogar "Auswüchse" zu sagen, nicht ganz so gravierend sind, weil sie die Kraft oder auch das Umfeld haben, um es zu kompensieren, und andere müssen eben auch oder nur in der Freizeit etwas nehmen, um ein halbwegs glückliches Leben zu führen. Und gerade impulsives und dadurch oft auch aggressives Verhalten ist ja von den Betroffenen meist selbst nicht so gewollt, aber man kann auch nicht ein Leben lang vom Gegenüber immer wieder Verständnis voraussetzen. Da finde ich es schon toll, wenn man sein selbst dazu tut und mithilft. Zumal diese "Zustände" z.B. ja für einen selbst auch weder gesund noch angenehm sind.

  5. #55
    Muh!

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Alter: 54
    Forum-Beiträge: 6.856

    AW: Wer verträgt kein Medikinet Adult und weshalb?

    Hallo Slippyamelia!

    Sind wir schon offtopic? Warte, ich gucke mal. Wer verträgt kein Medikinet und weshalb? Wir können durchaus die Frage ergänzen, zu: Wer verträgt kein Medikinet und weshalb muss man es vertragen können? Die TE mag mich nun schelten, dass ich ihre Überschrift verändere. Aber wären damit wieder ontopic.

    slippyamelia schreibt:
    Häufig wird hier im Forum genau das gesucht: die Übertragung von sich auf andere oder von anderen auf sich.
    Du sprichst zweierlei an, nämlich zum Einen die Induktion, d.h. die Übertragung von sich auf Andere. Zum Anderen die Deduktion, also das sich Wiederfinden im großen Katalog der Krankheiten. Das induktive Moment ist mit Sicherheit bei den ADSler häufig anzutreffen, weil es auf eine Eigenart des ADS basieren kann, nämlich der ambivalenten Weltanschauung: wer nicht so ist, wie ich, der ist anders. Im Extremfall kann das bedeuten: wer mich nicht liebt, der hasst mich. Was will ich damit sagen? Es gibt nun tatsächlich einen Katalog, an dem wir, die ADS haben, gemessen werden, das ICD 90.0. Das steht alles drinnen, was man haben muss, wenn man ADs hat. Der ADSler neigt nun zu der Ansicht, das alles, was da drinnen steht, auch zu haben. Wer das nicht hat, der hat kein ADS. Ich lese diese Ansucht sehr oft, vornehmlich in Beiträgen neuer Mitglieder. Aus diesem Grund schreibe ich bewusst ADS und nicht ADHS, weil ich die Krankheit, die wir alle haben, nicht als Hyperaktivitäts-Krankheit bezeichnen möchte.

    Hier ist ein Auszug aus der ICD:

    ICD 90.0 schreibt:
    [...] Mangel an Ausdauer bei Beschäftigungen
    [...] Tendenz, von einer Tätigkeit zu einer anderen zu wechseln
    [...] eine desorganisierte, mangelhaft regulierte und überschießende Aktivität.

    [...] oft achtlos und impulsiv, neigen zu Unfällen und werden oft bestraft, weil sie eher aus
    Unachtsamkeit als vorsätzlich Regeln verletzen. [...]
    Wir können nun heran gehen und ein Häkchen hinter den einzelnen Punkten setzen, also eine qualitative Bewertung vornehmen. Das würde bedeuten, dass die o.g. Symptome vorhanden sind oder nicht. Also eine rein schwarz-weiß-Beurteilung. Aber in der ICD stehen auch Begriffe, wie "Tendenz zu", "oft", "Neigen". das heißt, dass die genannten Symptome eben nicht qualitativ, sondern quantitativ zu beurteilen sind. Man sollte daher kein Häkchen setzen, sondern eine Zahl. Es gibt also nicht "das ADS", sondern es gibt soviel ADS-Varianten, wie es ADS-Betroffene gibt.

    Und jetzt kommt auch noch die individuelle Metabolisierung des Methylphenidats hinzu. Zudem gibt es auch noch die Immunität gegenüber bestimmten Wirkstoffen. Mit den jeweiligen Medikamenten (die Medikamente wirken auch noch jeweils anders) kann man nun die Rädchen an den Symptomen verändern: das eine Symptom A von 10 auf 4, das andere Symptom B von 3 auf 6.

    Nun kommt der Wohlfühleffekt hinzu. Nehmen wir mal an mit der Einstellung Symptom A = 10 und Symptom B = 3 kamen wir in der Gesellschaft gar nicht klar, weil die Gesellschaft die Richtwerte A < 4 und B > 8 voraussetzt, um erfolgreich zu sein. Mit dem Medikament schaffen wir es also auf die Kombination A = 4 und B = 6. Schaffen wir es damit, in der Gesellschaft Erfolg zu haben (vorausgesetzt, wir haben eine konstante Metabolie)? Und dann kommt noch so ein Psychoding hinzu: wenn wir Spätdiagnostizierte sind, haben wir 40 Jahre mit A = 4 und B = 3 gelebt und unser Leben darauf eingependelt. Nun haben wir plötzlich andere werte und die Kompensationsmechanismen klappen gar nicht mehr. Oft sind Depressionen die Folge. Jede Person, der die Schilddrüse entnommen wurde, kennt diese Antikompensationsdepressionen.

    Auf die Deduktion gehe ich nun nicht mehr ein.

    Das ist also eine spannende Geschichte.

    slippyamelia schreibt:
    das allgemeine Problem der Psychologie und der Wissenschaften mit Clusterbildung,
    Als alter Wissenschaftler neige ich auch zur Clusterbildung. Gerade bei einer enormen Vielfalt ist ein Ordnungssystem von Vorteil, um die Welt zu begreifen. Zudem verhilft man mir einer Clusterisierung nachfolgenden Wissenschaftlergenerationen zu Ruhm. Einstein hätte kein so großen Erfolg gehabt, hätte es die Newton'schen Cluster nicht gegeben. Ein wissenschaftlicher Text aus dem Westen - ich habe einige davon geschrieben - beginnt mit dem Satz: "Steintor hat geschrieben, dass... Meine Ergebnisse beweisen etwas Anderes!". Um diese Denkweise aufrecht zu erhalten, muss man Clustern (daher liebe ich die Osttexte, denn dort ist es anders).

    slippyamelia schreibt:
    Das ist der Grund, warum Forenkommuniktion häufig reduktionistisch ausfallen muss. Man kann halt nicht alles beschreiben.
    Natürlich. Hinzu kommen freilich auch die individuellen Erfahrungen. Daher sollte man erst einmal aufpassen, bevor man wertet. Ich bin auch schon sehr oft in Fettnäpfchen getreten. Aber jeder, der oder die in einem derartigen Forum, wie das hier, aktiv sollte wissen, dass man hier sehr schnell getriggert werden kann aber auch sehr schnell andere triggern kann.

    Eine weitere Eigenart der ADSler ist, das man oft die Schuld bei sich selbst sucht. Beiträge im Forum werden oft dahingehend untersucht, wo der Autor die Person des Lesers angreift.
    Geändert von Steintor (28.02.2014 um 22:13 Uhr)

  6. #56
    Forum-Mitglied (nicht vorgestellt)

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 359

    AW: Wer verträgt kein Medikinet Adult und weshalb?

    @creatrice
    Genau deswegen meinte ich im letzten Satz ja: " Nur das Leid sollte im Idealfall der Grund sein, warum man es nimmt."
    Will sagen: wenn das Leid so groß ist, sollte man es nehmen - in der Freizeit oder im Beruf. Da ich es schnell geschrieben hatte, stand es nur am Schluss meines Beitrags als letzter Einwand gegen meine eigenen Urteile.
    Zusätzlich zu meinen Tippfehlern (weil ich immer am Handy tippe) ist es strukturell leider nicht besonders leserlich, was ich häufig so schreibe. Sorry! Werde demnächst dieses Tapatalk herunterladen. Vielleicht ist das besser um seine Ideen zu organisieren.

    Nebenbei, ich nehme es, wenn ich meine, zu leiden. Ok und eigentlich (da haben wir ja schon drüber gesprochen) reicht es nicht etc AD wäre vielleicht gut zusätzlich ..blablabla... Will nicht mit meinen Problemen kommen :-)
    Geändert von slippyamelia ( 1.03.2014 um 08:50 Uhr)

  7. #57
    Forum-Mitglied (nicht vorgestellt)

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 359

    AW: Wer verträgt kein Medikinet Adult und weshalb?

    Ich muss eigentlich schlafen gehen und finde es doch so interessant, dass ich nun kurz nur sage: ich bin mit Dir einverstanden - in fast allen Punkten (ich lese es auch morgen noch einmal). Jetzt spontan fällt mir nur auf, dass ich genau das an Deinen Beiträgen schätze: Deine Differenziertheit und die Präzision Deiner Sprache.
    Ich habe Natur- und Geisteswissenschaften studiert, deswegen bin ich häufig "zwischen den Welten". So richtig wird - und das ist das Einzige, was ich sagen wollte - " Clusterbildung am Menschen" seiner Dignität in einer gewissen Weise nicht gerecht. Klar, wir sind alle Menschen (mit Würde) und deswegen gleich - aber gleichzeitig sind wir eben sehr unterschiedlich. Ein klassisches Beispiel zur Illustration meiner Kritik (in der Psychologie) wäre die Frage: "Kreuzen Sie nun auf einer Liste mit 40 Wörtern eines an, welches Ihrem aktuellen Befinden am Besten entspricht." Ja, das musste ich machen und habe - ganz verrückt und sehr bewusst - das Blatt umgedreht und gesagt: " Meine Gefühle muss ich in ein Gedicht 'packen'. Ein Wort reicht gerade nicht." Das war natürlich pure Provokation von mir. Aber wenn ich eines aus den Geisteswissenschaften gelernt habe, dann ist es dies: ich bevorzuge (häufig) qualitative Analyse. Sie ist ergebnisoffen und wird auch der, von der Bildung (und damit der Identität des Einzelen) abhängigen, sprachlichen Tiefe viel eher gerecht. Kurz: wer mehr Wörter kennt, empfindet unter Umständen anders oder kann anders erleben ode dies zumindest differenzierter zur Sprache bringen.
    (Ich sehe:
    das ist diskutabel und es ist nun auch nicht meine These - sie stammt von Peter Bieri).
    Wenn ich eine Sache von den Leuten aus der Medizin und den Psychoanalytikern (! gegen die ich mich sonst vehement wehre; Trine weiss, was ich meine..) gelernt habe, dann ist es die Einzelfallbetrachtung.

    Das gefällt mir ebenso gut, wie ein tieferes Verständnis (und das habe ich an anderer Stelle ja bereits erwähnt) in die Einsicht in den Zusammenhang zwischen hermeneutischem Verstehen und Erklären und den (vermeintlichen) Hard Boiled Science. Was so objektiv und messbar dahersteht stellt sich gerne als Prozess des Erklärens und Verstehens heraus. Und ich weiss: das gilt mehr für Medizin und insbesondere Neurologie, wie weit es in Psychologie...)

    Das war der einzige Punkt, an dem ich nicht direkt mit Dir daccord gehe. Und nun, es ist ein wichtiger. Aber eigentlich ist es auch kein Widerspruch - sondern eine Bedeutungserweiterung.

    Aber eigentlich war ja die Frage auch eine ganz andere:
    Muss man es vertragen können, das 'liebe' MDH & Co?
    Ob etwas triggert, hat mit der Schreibe- und Lesart des Autoren und des Rezipienten zu tun. Aber was ich gleich schreibe, könnte z.B. eine tiefe Einsicht sein - die mich auch selbst triggert.

    Schwierig - ist es nicht einerseits sehr individuell: wenn man leidet, dann erträgt man es gerne (soweit es eben hilft)...
    Und andererseits ist es eben sozial und damit Kollektiv und damit von sozialer Norm bestimmt?
    Oder ist es, mit Foucault gesprochen, nicht eigentlich viel perverser: man normiert sich selbst entsprechend den sozialen Vorschriften? Selbstzensur?
    Das ist das eigentlich grausame, was ich fürchte.
    Die individuelle Frage ist ja: was verursacht das Leid? Dass man nicht so ist, wie die anderen? Gibt es "die anderen" überhaupt? Da kommt das Forum wider ins Spiel ..(die abfällige(?) Bezeichnung "Stino"...) Und noch einmal ein Satz von dem Hirschhausen (es passt einfach...): "Warum so sein wollen wie die anderen? Andere gibt es schon genug." Auch ein Ansatz hin zu der Individualität, die ich mir so wünsche und die ich so schätze.
    (Und damit sind wir bei Idealen der Romantik, aber das schreibe ich nur, wenn es Dich interessiert. Denn hier komme ich von A zu G und dabei wollte ich Dir doch eigentlich nur für Deinen Beitrag danken :-)
    Geändert von slippyamelia ( 1.03.2014 um 09:56 Uhr)

  8. #58
    Ist hier zuhause

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 6.847

    AW: Wer verträgt kein Medikinet Adult und weshalb?

    slippyamelia schreibt:
    Oder ist es, mit Foucault gesprochen, nicht eigentlich viel perverser: man normiert sich selbst entsprechend den sozialen Vorschriften? Selbstzensur? Das ist das eigentlich grausame, was ich fürchte. Die individuelle Frage ist ja: was verursacht das Leid? Dass man nicht so ist, wie die anderen? Gibt es "die anderen" überhaupt? Und noch einmal ein Satz von dem Hirschhausen (es passt einfach...): Warum so sein wollen wie die anderen? Andere gibt es schon genug." Auch ein Ansatz hin zu der Individualität, die ich mir so wünsche und die ich so schätze.

    Individualität ist in einem gewissen Maß von jedem gewünscht, aber extreme Individualität kann auch einsam machen. Ich glaube das was du so anstrebst, die Individualität, das haben hier einige in bestimmten Bereichen so extrem, das du es dir eben nicht vorstellen kannst, wie es ist, SO "individuell"/ nicht akzeptiert / einsam zu sein. Es gibt ausserhalb der Intellektualisierung auch noch Individualitäten, aber die sind wohl zu profan um "Verständnis" zu finden. Wer durch seine Erkrankung anderen oder sich selbst Leid zufügt, der verzichtet durchaus gern auf bestimmte Aspekte der "Individualität". Und sich in eine Gesellschaft/Gemeinschaft einfügen, heisst nicht seine eigene Individualität aufgeben, Gesellschaft ist per se nichts totalitäres und Individualität nichts elitäres.

    Und auch wenn dir Individualität sehr wichtig ist...... ich glaube du nimmst das, was wir alle nehmen.... MPH

  9. #59
    Forum-Mitglied (nicht vorgestellt)

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 359

    AW: Wer verträgt kein Medikinet Adult und weshalb?

    @creatrice: Ok, ich frage neutral: wirke ich jetzt so, als hätte ich keine Probleme? Nur ein Stichwort: Kompensationsstrategien können auch verbal sein.
    Vielleicht höre ich das jetzt auch falsch. Du meinst, ich könnte es mir "nicht vorstellen"?
    Ich habe nur ein seltenes Glück: mein Partner. Der organisiert den Haushalt, hat so einen tollen Job, dass er auch noch Zeit ohne Ende hat und obendrein der geduldigste Mensch auf Erden ist. Hätte ich den nicht, wäre meine Wohnung verwahrlost und ich hätte wohl nichts im Kühlschrank. Glaube mir, ich weiß sehr gut, dass es auch mal so war. Es war nebenbei: schrecklich. Kann ja sein, dass ich jünger war und dass "Studentenbuden unaufgeräumt sein müssen" - aber es war schon sehr anders als bei den Stinos. (So schlimm, dass der Hausmeister gekommen ist.) Das ist der Grund, warum mich übrigens Kooperation so interessiert. Willst du meine These dazu hören?
    Vielleicht ist Kooperation ein Schlüssel zur Behandlung von ADS. Nur mal so in den Raum geworfen (und natürlich gilt es nur bis zu einem bestimmten Mass - mit MPH.., ich höre meine Lehrerin: "und hier haben wir ihn wieder, Deinen Flüchtigkeitsfehler, der sich eingeschliffen hat" Voilà, schon wieder..)

  10. #60
    Ist hier zuhause

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 6.847

    AW: Wer verträgt kein Medikinet Adult und weshalb?

    Das deine Kompensation verbal ist weiss ich doch....

    Natürlich ist Kooperation ein ganz wichtiger Schlüssel, aber für manche ist Kooperation eben nur MIT MPH möglich. Und selbst wenn der Partner, die Familie und Freunde sehr verständnisvoll sind, manche Defizite sind eben so zehrend, verletzend ( Beispiel Ausraster) etc. das diese Kooperation dann in der (Selbst)Aufgabe des Gegenübers liegen würde.... und dann wäre es wieder keine Kooperation mehr. Es müssen eben beide Seiten manchmal "Abstriche" machen...... wobei ich eine Stabilisierung der Stimmung und der Wahrnehmung nicht mal als Abstrich sehe. MPH verändert weder den Charakter, noch die eigene Sicht auf die Welt, die Individualität bleibt also gewahrt, die "gesunde" Individualität. Mehr wollte ich eigentlich nicht zum Ausdruck bringen.

Seite 6 von 7 Erste ... 234567 Letzte

Ähnliche Themen

  1. Medikinet, komischerweise NICHT Medikinet Adult
    Von Faith im Forum ADHS Erwachsene Medikamente
    Antworten: 22
    Letzter Beitrag: 17.10.2012, 14:04
  2. Antworten: 11
    Letzter Beitrag: 7.07.2012, 03:13
  3. Kein Kassenrezept für Medikinet adult
    Von Hurts im Forum ADHS Erwachsene Medikamente
    Antworten: 7
    Letzter Beitrag: 8.10.2011, 22:56
  4. Immer noch kein Medikinet Adult. Soll Venlafaxin hochdosieren. :-(
    Von DieChaosUlli im Forum ADHS Erwachsene Medikamente
    Antworten: 14
    Letzter Beitrag: 12.08.2011, 11:55
  5. Alternative zu Rosenwurz (Elontril/Edronax) das sich mit Cymbalta verträgt?!
    Von Rose1967 im Forum ADHS Erwachsene Medikamente
    Antworten: 5
    Letzter Beitrag: 24.11.2010, 23:53

Stichworte

Thema: Wer verträgt kein Medikinet Adult und weshalb? im Forum ADHS Erwachsene Medikamente bei ADHS bei Erwachsenen Forum
Fragen, Antworten und Hilfe rund um ADS / ADHS - Medikamente, wie Ritalin, Concerta, Medikinet, Equasym und Strattera, sowie Medikamente bei Komorbiditäten, wie Antidepressiva, Neuroleptika, Benzodiazepine, andere Psychopharmaka und sonstige Medikamente
©2017 ADHS bei Erwachsenen Forum