Ich werd hier mal meine Erfahrungen zum Kampf mit der Kasse wiedergeben, kann ja nützlich sein für den einen oder anderen.
(Fals es woanders besser hinpasst, bitte verschieben)

Vor 4 Jahre hatte ich einen totalen Zusammenbruch, also Burn Out, und bin damit in Reha gegangen. Da ich zum Glück einen sehr fähigen Experten auf dem Gebiet der ADS Diagnostik persönlich kenne, habe ich mit der Rentenversicherung erst mal darum gerungen, meinen Klinikaufenthalt in seiner Einrichtung zu verbringen. Es war ein wenig Arbeit, hat aber geklappt.

Da wurde ich auf alles mögliche getestet und wir hatten nicht wirklich die Idee mit ADS, obwohl es eine Art "Spezialklinik" für solche Fälle ist. Nun gut, ein wenig rum experimentiert und verschiedene Diagnosen später, kamen wir irgendwie auf den Punkt ADS. Wir sind da nicht von Anfang an drauf gegangen weil ich das meinte ausschließen zu können. Alle anderen nur nicht ich haben ADS, is klar. Also die unkomplizierte Diagnose: Schluck die Tabletten und schau was die Wirkung ist, dann merkst du ob du ADS hast oder nicht. Dieser Rat kam aber nur "durch die Blume", weil es offiziell keine Handlungsempfehlung eines Arztes sein darf. So haben wir aber alle herausgefunden das wir alle in der Familie ADS haben.

Ich kürz jetzt mal ab: angefangen habe ich mit Strattera 40 mg und super Ergebnisse erzielt. Dann habe ich die Tabletten auch bezahlt bekommen und auf Kassenrezept. Heile Welt. Nach ner Zeit (4 Monate) kam dann die erste höfliche Anfrage ob man denn nicht was anderes nehmen kann. Kurz um, ich bekam einen Anruf von der Krankenkasse mit dem Ergebnis: wenn wir Ihnen die Tabletten bezahlen dann können sie wieder arbeiten und wir müssen kein Krankengeld mehr bezahlen?
Na und dann bekam ich die die nächsten 2 Jahre bezahlt und alles war toll. Die kosten ja mittlerweile 218 € für 56 Stück!

Na und dann kam Medikinet adult als zugelassenes Medikament. Komisch ist zwar, dass es ausgerechnet das günstigste Medikament ist, aber wir wollen ja nix unterstellen.

Mit Medikinet habe ich mich nur beschissen gefühlt und auf heftige Nebenwirkungen verspürt, also habe ich es nach Rücksprache abgesetzt. Dann habe ich noch Elontril ausprobiert, wo ich null Wirkung gespürt habe, daher auch nix. Aber es gab mir eine Grundlage zur Argumentation, da ich ja mehrere Mittel ausprobiert habe.

Als nächstes habe ich mir dann Equasym geholt und selber bezahlt, waren knapp 60 € im Monat bei meiner Dosierung. Ergebnis war deutlich besser als bei Medikinet, aber nicht so toll wie erhofft. Ach ja, ne Anmerkung zwischendurch: die Ärzte meinen oft, es ist ja das selbe drin, also ist es quatsch das man das eine oder andere nicht verträgt. Totaler Quatsch! Es kann durchaus an den enthaltenen Hilfsstoffen liegen, dass einige die Tabletten nicht vertragen. Also hütet euch vor pauschalen Aussagen der Ärzte.

Da die Ergebnisse nun ganz ok waren, stellte ich einen neuen Antrag auf Kostenübernahme von Equasym. Da die Kosten fast gleich waren für die Kasse, sollte das kein Thema sein. Aber es kam eine Ablehnung nebst Erklärung mit den folgenden Voraussetzungen:

  • es muss sich um eine lebensbedrohliche Erkrankung handeln, oder die Lebensqualität auf Dauer beeinträchtigen
  • es steht keine andere (zugelassene) Therapie zur Verfügung
  • es muss eine begründete Aussicht auf einen Behandlungserfolg vorliegen


Das wäre alles kein Ding gewesen, nur bei mir war es der erste Punkt, es wäre nicht lebensbedrohlich und auch nicht einschränkend. Der Gutachter soll mir mal nach Hause kommen, den mach ich platt!

Dann habe ich mir gedacht ich erhebe Widerspruch und geb denen mal meine Sicht der Dinge wieder und schaue was passiert. Da es ja nur um Rentabilität bei der Sache geht und die schauen was nehmen wir ein, was kostet uns die Geschichte, musste ich eben ein wenig anders argumentieren. Fax habe ich gerade geschickt mit dem Hinweis, ich würde mir dann alternativ eine Krankenkasse suchen die die Kosten voll oder teilweise trägt. Mal schauen was daraus wird.