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Diskutiere im Thema Wechselwirkung von MPH und Koffein. Ein Erfahrungsbericht mit Fragezeichen im Forum ADHS Erwachsene Medikamente
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  1. #1
    GuyIncognito

    Gast

    Wechselwirkung von MPH und Koffein. Ein Erfahrungsbericht mit Fragezeichen

    Hallo,
    ich habe gestern Abend eine interessante, neue Erfahrung gemacht bzw. bin wohl noch mitten drin und versuche gerade diese zu verarbeiten bzw. mir zu erklären. Daher würde ich mich über Reaktionen und Meinungen hierzu freuen. Insbesondere von Personen die ähnliches erlebt haben oder meine Schlussfolgerungen und Annahmen verifizieren/falsifizieren können.

    Ich befinde mich seit Freitag dem 11.01. in der Einstellphase mit Medikinet Adult.
    Begonnen habe ich mit 10-0-0 mg. Nach 7 Tage habe ich auf 10-10-0 mg erhöht.
    Nebenwirkungen habe ich keine. Dafür habe ich aber einige positive Veränderungen wahrgenommen.
    Ein ausführlicherer Bericht wird folgen.

    Nun aber zu meinem konkreten Erlebnis.

    Gestern Abend befand ich mich in gesselliger Runde und habe die 2. Kapsel mit dem letzten Schluck der 0,5 Liter "Club Mate" (Teegetränk mit 20mg Koffein auf 100ml) runtergespült. Mittaggegessen hatte ich und vor, während und nach der Einnahme aß ich Schokolade und Kartoffelchips. Die 1. Kapsel des Tages hatte auch ganz normal gewirkt. Es war der erste Matekonsum seit Beginn der MPH-Therapie

    Desweiteren bin ich hinsichtlich Koffein ein Nonresponder. Ich habe selbst bei 2 Litern Mate(400mg Koffein= 10 Tassen Espresso) innerhalb von wenigen Stunden nie eine auch nur ansatzweise anregende oder aufputschende Wirkung verspürt. Eine paradoxe Wirkung, also beruhigende oder depressivmachende Effekte, habe ich in all den Jahren auch nie wahrgenommen. Selbes gilt für Coca Cola, Red Bull, usw.

    Daher habe ich auch nicht mit einem Einfluss des Koffeins auf die Wirkung des MPH gerechnet. Zumal ich gerne Coca Cola trinke, jedoch des Geschmacks und des Zuckers wegen. Doch es kam anders.

    Gegen 18 Uhr war das Anfluten des MPH deutlich zu spüren. Also sehr viel deutlicher als all die Tage zuvor. Bis dahin war ich mir während des Anflutens unsicher, ob ich dies tatsächlich spüren würde oder nicht doch nur einbilden.

    Jedenfalls merkte ich, wie es mir im wahrsten Sinne zu Kopf stieg und mich aufputschte. Da dies für mich ein deutliches Anzeichen war, dass ich also keinem Placeboeffekt aufgesessen bin, sondern die Verbesserungen der letzten Tage tatsächlich auch dem MPH zuzuschreiben sind, nahm ich diese für mich neue Erfahrung - das erstmalige Erleben einer Koffeinwirkung - freudig auf. Da der aufputschende Effekte relativ schnell verflog, trank ich in den nächsten 1,5 Stunden, nach und nach einen weiteren Liter Club Mate.

    Als ich dann später nach hause kam, setzte ich mich -etwas wacher als sonst- für 3 Stunden an den Laptop.Danach legte ich mich ins Bett und schaute noch fern. Gegen 2 Uhr war ich dann soweit müde und das Fernsehprogramm ausreichend langweilig, dass ich einfschlafen konnte. Der Schlaf war nicht anders als sonst.

    Als ich heute morgen gegen 9 uhr aufstand fühlte ich mich nicht wesentlich anders als an irgendeinem anderen Morgen seit Beginn der Einstellphase. Also ziemlich gut.
    12 Uhr traf ich mich mit meinen Freunden zum Mittagessen in der Mensa und spülte wie üblich die Kapsel mit Coca Cola (die normale Version, kein Cherry, Vanille, Diet, Zero, usw.) runter. Ich meine das Anfluten gespürt zu haben.

    13:15 Uhr fing die Vorlesung an. Während dieser bemerkte ich, dass das MPH scheinbar nicht wirkte. Alles was mich sonst ohne MPH in den Vorlesungen immer verrückt gemacht hat, machte mich auch heute wieder verrückt. Die innere Ruhe der letzten Tage war weg. Ebenso die Duldsamkeit der letzten Tage. Die Stimmungsschwankungen setzten wieder ein, insbesondere die negative Gedanken und Gefühle schlugen mir wieder ungebremst auf Magen und Brust. Also wie vor dem Beginn der MPH-Therapie.

    Glücklicherweise hatte ich nur diese eine Vorlesung. Nach dieser bin ich nach hause und begann zu recherchieren. Ich fand zwar weder auf deutsch noch auf englisch vergleichbare Erfahrungsberichte, dafür bin ich aber auf Wikipedia fündig geworden.

    Coffein

    Kurz zusammengefasst steht dort das etwa 12-24 Stunden nach dem letzten Konsum Entzugserscheinungen auftreten können, die da wären: "Kopfschmerzen, Erschöpfung, Energieverlust, verminderte Wachsamkeit, Schläfrigkeit, herabgesetzte Zufriedenheit, depressive Stimmung, Konzentrationsstörungen, Reizbarkeit und das Gefühl, keine klaren Gedanken fassen zu können"
    Nach 20-51 Stunden soll das Schlimmste überstanden sein und nach 2-9 Tagen sollte alles vorbei sein. "Bereits eine geringe Menge Coffein führt zur Rückfälligkeit."

    Ich bin zu folgender Schlussfolgerung gekommen: Das MPH scheint- während es wirksam war- meine Hirnchemie derart zu verändern, dass überhaupt erst die Grundlage für eine Koffeinwirkung geschaffen wird. Mein Kopf scheint durch diese ziemlich hohe Koffeindosis (20 mg auf 100 ml, also insgesamt 300 mg) so überfordert gewesen zu sein, dass ich heute Entzugserscheinungen zeige.
    Zwar nicht das volle Spektrum, aber zumindest die Symptome, welche durch ADHS bereits vorhanden sind und denen MPH ja entgegen wirken soll. Sprich: verminderte Wachsamkeit, herabgesetzte Zufriedenheit, depressive Stimmung, Konzentrationsstörungen, Reizbarkeit.

    Daher vermute ich auch, dass das MPH den Entzugserscheinungen entgegen wirkt und diese ohne MPH noch stärker ausfallen würden. Da ich mich alles in allem in meinen bisherigen unbehandelten "Normalzustand" zurückgesetzt fühle. Richtiger Koffeinentzug dürfte sich anders anfühlen....schätze ich.

    Des weiteren habe ich gegen 17:45 Uhr die zweite Kapsel eingenommen. Fühle mich bereits auch wieder etwas besser, aber nicht so gut wie in den Tagen zu vor. Kann aber auch daran liegen, dass ich mir das Ganze jetzt einigermaßen schlüssig erklären kann.

    Naja, morgen wird die Welt bestimmt schon wieder ganz anders aussehen


    Also, wie seht ihr das?
    Geändert von GuyIncognito (21.01.2013 um 21:40 Uhr) Grund: Schreibfehler korrigiert

  2. #2
    Forum-Mitglied (nicht vorgestellt)

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose seit Kindheit
    Forum-Beiträge: 180

    AW: Wechselwirkung von MPH und Koffein. Ein Erfahrungsbericht mit Fragezeichen

    hi,

    also ich habe das immer wenn ich Koffein zu mir nehme das ich davon unheimlich müde werde deshalb kann ich da nicht viel zu sagen ;-)

    Daher vermute ich auch, dass das MPH den Entzugserscheinungen entgegen wirkt und diese ohne MPH noch stärker ausfallen würden. Da ich mich alles in allem in meinen bisherigen unbehandelten "Normalzustand" zurückgesetzt fühle. Richtiger Koffeinentzug dürfte sich anders anfühlen....schätze ich.

    Ich würde mal behaupten das das eine mit dem anderen da nicht ganz soviel zutun hat ((das ist nur bezogen auf meine erfahrungen, es kann auch anders sein :-) ))den das du zwischen durch das gefühl hast das das medikament nicht richtig wirckt kommt schon mal vor!! mir wurde das damals so erklärt, da es sich um ein problem mit dem stoffwecksel handelt, kann es tage geben wo die dosierung nicht ganz ausreicht und tage wo sie zuviel ist (( war bei mir so)) da musst du die beste dosierung für dich finden :-)

    gruß

  3. #3
    Hakuna Matata

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Alter: 28
    Forum-Beiträge: 781

    AW: Wechselwirkung von MPH und Koffein. Ein Erfahrungsbericht mit Fragezeichen

    Hallo zusammen :-)

    Ich bin ein Mensch, der extrem auf Koffeein anspringt. Also wenn ich z.B. nach 15 Uhr noch irgendetwas Koffeeinhaltiges trinke, kann ich nicht mehr schlafen

    Ich nehme seit etwas mehr als einem Monat jetzt Medikinet und hab in der Zeit eigentlich nichts mit Koffeein getrunken (weil ich einfach nicht dazu kam bzw. was anderes hatte, etc).

    Dann hab ich letzte Woche an meinem freien Tag eine Kanne (1,5 liter) schwarzen Tee aufgebrüht und über den Vormittag getrunken - nach der Einnahme meiner morgendlichen Dosis (30mg). Danach hab ich mich von jetzt auf gleich ziemlich schlecht gefühlt. Ich hatte Herzklopfen das stärker war als sonst, fühlte mich trotz Medikinet extrem hibbelig und gleichzeitig aber total erschöpft.

    Meine Neurologin sagte mir dann am Donnerstag, dass man Koffeein während der Wirkdauer des Medikinet vermeiden sollte, da es zu unerwünschten Wechselwirkungen führt - eben das was ich auch erlebt habe. Seitdem vermeide ich selbst den Espresso nach dem Essen und meinen obligatorischen schwarzen Unterwegs-Tee.

  4. #4
    GuyIncognito

    Gast

    AW: Wechselwirkung von MPH und Koffein. Ein Erfahrungsbericht mit Fragezeichen

    Vielen Dank für die Info =)

    Sprach deine Neurologin allgemein von jeglicher Dosis Koffein oder nur von höheren Dosen?
    Ich habe, um sicherzustellen immer genug Zucker im System zu haben, fast täglich Cola und Schokolade zu mir genommen. Dabei dürfte auch einiges an Koffein zusammengekommen sein, jedoch ohne einen Einfluss auf die MPH-Wirkung feststellen zu können. Werde den Konsum aber wohl trotzdem erstmal auf 0 runterfahren.

    Leider hat mein Arzt mich nicht darauf hingewiesen. Auf dem Beipackzettel oder Homepage des Herstellers steht auch nichts zu Wechselwirkungen mit Koffein.

  5. #5
    Neues vorgestelltes Mitglied

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 171

    AW: Wechselwirkung von MPH und Koffein. Ein Erfahrungsbericht mit Fragezeichen

    Als ich noch viel Kaffe trank setzte die Wirkung von MPH Retard erst sehr spät und abgeschwächt ein. Keine Ahnung warum. Seit ich vornehmlich Grüntee über den Tag trinke oder das ganze mit Wasser einnehme, funktioniert es zeitmässig wie es soll. Ab und zu ein Kaffee fürs Geschmäckle ist drin, zu viel macht müde.

  6. #6
    Hakuna Matata

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Alter: 28
    Forum-Beiträge: 781

    AW: Wechselwirkung von MPH und Koffein. Ein Erfahrungsbericht mit Fragezeichen

    Meine Neurologin meinte ich solle es so gut wies geht lassen. Eine Tasse zum Frühstück und der Espresso nach dem Essen wären aber ok bzw. nicht schlimm.
    Nur dieses Koffeein in rauen Mengen - so wie bei mir die Kanne schwarzen Tee - solle man lieber lassen.

    Sie meinte irgendwie was davon, dass das MPH ja eher dafür sorgt dass du ruhiger wirst und da die aufputschende Wirkung vom Koffeein da nicht gegen ankommt würde er dann eben anders wirken, nämlich auf den Körper direkt (schneller Herzschlag, etc.).

    Ich bin mir aber auch nicht sicher ob ich das richtig verstanden habe

  7. #7
    Wohnt hier

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen:
    Alter: 36
    Forum-Beiträge: 1.865

    AW: Wechselwirkung von MPH und Koffein. Ein Erfahrungsbericht mit Fragezeichen

    Hallo,

    gebt doch mal den Begriff Kaffee oder Koffein und MPH in der Suchfunktion ein. Dieses Thema wurde bereits mehrfach sehr ausführlich diskutiert (auch mit wissenschaftlichen Berichten etc.).

    Aber ganz einfach gesagt: ja Koffein in den gewohnten Mengen, verträgt sich im Regelfall nicht gut mit MPH, hilft aber tatsächlich oft um den Rebound abzumildern.

    Eine Frage habe ich aber noch: Guylncognito, welches Medikament nimmst Du? Medikinet retard oder unretardiertes? Ich frage, weil bei retardiertem MPH eine Einnahme um 17:45 Uhr reichlich spät ist...

  8. #8
    GuyIncognito

    Gast

    AW: Wechselwirkung von MPH und Koffein. Ein Erfahrungsbericht mit Fragezeichen

    Hallo,

    die Suchfunktion habe ich verwendet, aber zu einem Wirkverlust von MPH durch Koffein habe ich nichts gefunden.

    Ich nehme Medikinet Adult (10mg), also ein retardiertes Präparat. Die späte Einnahme der zweiten Dosis, hängt mit der späten Einnahme der ersten Dosis (12Uhr) zusammen. Zusätzliche Einschlafprobleme habe ich dadurch nicht.

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