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Diskutiere im Thema MPH "neuroprotektiv"/Amphetamine "neurotoxisch"??? im Forum ADHS Erwachsene Medikamente
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  1. #1
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    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Alter: 30
    Forum-Beiträge: 171

    MPH "neuroprotektiv"/Amphetamine "neurotoxisch"???

    Hallo liebes Forum,

    ich bin, was meine Überschrift angeht, >>MPH "neuroprotektiv"/Amphetamine "neurotoxisch"???<<
    doch etwas verwirrt...Oder sagen wir mal anders: "Kann das wirklich sein"?

    Ich habe gelesen, dass Amphetamine aufgrund der anderen Wirkungsweise "release" und erst dann
    "inhibiting" für die Neuronen toxisch sein kann. Scheinbar geht man sogar davon aus, dass auch in
    therapeutische Dosierungen, wie bei ADHS oder Narkolepsi, dieser Effekt eintritt...

    Hingegen scheint es bei MPH, der ja nur ein Wiederaufnahmehemmer ist, eher so zu sein, dass
    es sich "schützend" auf die Neuronen auswirkt. Wir hatten in einem ähnlichen Zusammenhang ja auch schon mal
    das Thema "Myelinschicht".


    Kann mich da jemand aufklären? Ich selber bin auf Dexamphetamin umgestiegen und nun doch etwas
    verunsichert. Ich überlege schon fast wieder auf MPH zu wechseln? Schiebe ich da unnötig Panik?

    Was meint ihr?

  2. #2
    Fühlt sich hier wohl

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: Fachperson
    Forum-Beiträge: 676

    AW: MPH "neuroprotektiv"/Amphetamine "neurotoxisch"???

    Das ist so unnötige Panik. Oder aber anders ausgedrückt : Die Dosis macht das Gift.

    Hohe Dosierungen von Amphetaminen (sagen wir mal pi mal Daumen ab 100 mg Einzeldosis) führen zu diesem neurotoxischem Effekt über die komplette Freisetzung der Neurotransmittervesikel. Das wäre aber bei hohen Dosen von MPH nicht wesentlich anders bzw. keinesfalls ungefährlicher.

    Unter einer ärztlichen Behandlung (d.h. nicht zum missbräuchlichen Amphetamineinsatz) ist diese Gefahr echt nicht relevant. Die üblichen Dosierungen sind um Grössenordnungen niedriger und diese neurotoxischen Effekte treten nicht auf.

  3. #3
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    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Alter: 30
    Forum-Beiträge: 171

    AW: MPH "neuroprotektiv"/Amphetamine "neurotoxisch"???

    web4health schreibt:
    Das ist so unnötige Panik. Oder aber anders ausgedrückt : Die Dosis macht das Gift.

    Hohe Dosierungen von Amphetaminen (sagen wir mal pi mal Daumen ab 100 mg Einzeldosis) führen zu diesem neurotoxischem Effekt über die komplette Freisetzung der Neurotransmittervesikel. Das wäre aber bei hohen Dosen von MPH nicht wesentlich anders bzw. keinesfalls ungefährlicher.

    Unter einer ärztlichen Behandlung (d.h. nicht zum missbräuchlichen Amphetamineinsatz) ist diese Gefahr echt nicht relevant. Die üblichen Dosierungen sind um Grössenordnungen niedriger und diese neurotoxischen Effekte treten nicht auf.
    Vielen Dank für deine Antwort.
    Natürlich verstehe ich auch den Vergleich mit hohen Dosen von MPH. Mit geht es natürlich um die therapeutisch
    niedrigste und zugleich wirksamste Dosierung...


    Aber: Wie ist das Ganze denn langfristig zu beurteilen?
    Ich meine damit, dass man ja wahrscheinlich einen sehr langen Zeitraum auf die Medikation angewiesen sein wird..
    Kann man denn auch Entwarnung nach 10, 20... Jahren geben?
    Und ist MPH also "ungefährlicher"?

    In dieser Studie trat Affen und Primaten in niedriger Dosierung bei Amphetaminen schon Toxizität auf, wenn
    ich das richtig verstanden habe...Allerdings möchte man damit nich auf die Wirkung beim Menschen schließen.
    Geändert von der87 (10.01.2013 um 17:25 Uhr)

  4. #4
    Fühlt sich hier wohl

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: Fachperson
    Forum-Beiträge: 676

    AW: MPH "neuroprotektiv"/Amphetamine "neurotoxisch"???

    Dazu gibt es keine Studien, die verlässlich sind.

    Ich kenne ADHSler, die inzwischen 21 Jahre MPH nehmen. Das ist aber doch die totale Ausnahme und nicht die Regel. ADHS ist kein Methylphenidat-Mangel-Zustand. Die Medikation ist zeitweilig eine Hilfe, aber man benötigt sie in aller Regel eher 1 bis 2 Jahre und nicht lebenslang.

    Aber selbst wenn : Bisher sind keine Berichte von Ex-MPH-Patienten bzw. Ex-Adderall/ Amphetamin-Patienten bekannt, die nun neurotoxische Schäden im Erwachsenenalter haben. Und dazu gibt es dann zumindest Nachverfolgungen der Behandlungseffekte. Ich bin mir sicher, dass irgendein Anwalt in den USA schon längst Shire bzw andere Firmen verklagt hätte, wenn es auch nur einen solchen Fall unter Amphetaminen (Adderall oder jetzt Vyvanse) oder eben Methylphenidat gäbe. Ist aber nicht bekannt.

    Fazit : Bewiesen ist es nicht, aber vom gesunden Menschenverstand her sind Stimulantien bei therapeutischer Anwendung nicht neurotoxisch.

  5. #5
    Wohnt hier

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    Forum-Beiträge: 1.650

    AW: MPH "neuroprotektiv"/Amphetamine "neurotoxisch"???

    ...ohje, 1-2 Jahre, da liege ich aber schon um einiges drüber!

    @der 87,dann sind wir wohl mit die ersten die dann irgendwann wissen ob toxisch oder nicht; mein Dopaminhaushalt braucht MPH jedenfalls lebenslang,da bin ich mir sicher.

  6. #6
    Wohnt hier

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    Alter: 60
    Forum-Beiträge: 1.160

    AW: MPH "neuroprotektiv"/Amphetamine "neurotoxisch"???

    web4health schreibt:
    Die Medikation ist zeitweilig eine Hilfe, aber man benötigt sie in aller Regel eher 1 bis 2 Jahre und nicht lebenslang.
    Da bin ich mir nicht sicher, ich denke mir, dass selbst nach erfolgreicher VT das Syndrom und die damit verbundenen Schwierigkeiten, wie u. a. schlechtes Kurzzeitgedächtnis nicht verschwunden ist ! Soweit ich weiß, ist ADHS nicht heilbar, leider.

    Ich glaube irgendwie auch nicht, dass bei mir, in meinem Alter, 55, und mit der starken Ausprägung, die VT soweit ausreichend funktioniert, dass ich danach keine Probleme im Umgang mit meinem ADHS und den Komorbiditäten habe.
    Soll heißen, ich glaube schon, auch nach insofern "erfolgreicher" VT noch weiterhin MPH oder Amphetamine zu benötigen.

    Also es würde mich doch interessieren, bis zu welchem Alter (oder gesundheitlicher Zustand im Alter) ich MPH udgl. nehmen kann. Es ist ja nun mal ein Medikament, welches ziemlich in unser Gehirn eingreift, das macht mir auch etwas Angst, auch wenn bis jetzt nach längerer Einnahme keine neg. Auswirkungen festgestellt wurden.

    LG Anni

  7. #7
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    AW: MPH "neuroprotektiv"/Amphetamine "neurotoxisch"???

    web4health schreibt:
    Dazu gibt es keine Studien, die verlässlich sind.

    Ich kenne ADHSler, die inzwischen 21 Jahre MPH nehmen. Das ist aber doch die totale Ausnahme und nicht die Regel. ADHS ist kein Methylphenidat-Mangel-Zustand. Die Medikation ist zeitweilig eine Hilfe, aber man benötigt sie in aller Regel eher 1 bis 2 Jahre und nicht lebenslang.

    Aber selbst wenn : Bisher sind keine Berichte von Ex-MPH-Patienten bzw. Ex-Adderall/ Amphetamin-Patienten bekannt, die nun neurotoxische Schäden im Erwachsenenalter haben. Und dazu gibt es dann zumindest Nachverfolgungen der Behandlungseffekte. Ich bin mir sicher, dass irgendein Anwalt in den USA schon längst Shire bzw andere Firmen verklagt hätte, wenn es auch nur einen solchen Fall unter Amphetaminen (Adderall oder jetzt Vyvanse) oder eben Methylphenidat gäbe. Ist aber nicht bekannt.

    Fazit : Bewiesen ist es nicht, aber vom gesunden Menschenverstand her sind Stimulantien bei therapeutischer Anwendung nicht neurotoxisch.

    Nochmal danke für deinen Kommentar. Ich denke mal das Problem ist wohl, wie du auch schon sagtest, dass halt nichts bewiesen ist. Sicherlich kann man meiner Angst
    den Wind aus den Segeln nehmen, wenn man sagt: "Okay die übliche Anwendungsdauer sollte nicht länger, als 1-2 Jahre sein". Innerhalb einer solchen Zeitraumes
    glaube ich auch, dass es eher "ungefährlich" ist.

    Wollen wir einfach hoffen, dass ich nicht so lange auf die Medikation angewiesen sein werde

  8. #8
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    AW: MPH "neuroprotektiv"/Amphetamine "neurotoxisch"???

    Gluehhops schreibt:
    Interessantes Thema!



    Nur mal um zu vergleichen was da getestet wurde: Beckett et al. reported serum concentrations of amphetamine after a 15-mg oral dose of Dex. Peak was 44ng/ml. Rowland (1969) observed peak blood concentration of 35 ng/l after a 10mg oral dose of Dex. An oral dose of DL-Amph typically results in a peak plasma of 110 ng/ml. (aus Karch, 2007, Drug abuse Handbook 168ff).

    Die Studie ging auch nur über 4 Wochen. Das heißt hier kann nicht von einer Langzeitanwendung die Rede sein. Wenn der Effekt nach vier Wochen schon eintritt dann sollte er sich bei Menschen die Amph jahrelang verwenden doch schonmal geäußert haben?


    Zum Thema Neuroprotektivität von MPH gg. neurotixische Effekte von Amphetamin:



    (Q: Methylphenidate Alters Vesicular Monoamine Transport and Prevents Methamphetamine-Induced Dopaminergic Deficits)


    So jetzt hab ich grad keine Zeit mehr - empfehle aber diesen sehr guten Literaturreview zum Thema: What are the long term effects of Adderall, Dexedrine, or Ritalin use? - Quora
    Danke für deine Links. Schaue Sie mir gerade an! Sehr interessant!

  9. #9
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    AW: MPH "neuroprotektiv"/Amphetamine "neurotoxisch"???

    Gluehhops schreibt:
    Wenn du über irgendwas interessantes stolperst in Bezug auf Langzeitanwendung beim Menschen (nicht: Ratte / Affe / Nasenbär) dann sag bescheid - wie gesagt ich hatte nicht die Zeit mir alles bis ins Detail anzusehen.
    Ja, mach ich gerne. Aber ich habe irgendwie das Gefühl, dass vernünftige Studien -in Bezug auf Amphetamine- beim Menschen zu finden, die sich nicht auf die Auswirkungen durch den Missbrauch,
    sondern auf therapeutische Anwendung in geringen Dosen bezieht, gegen NULL gehen wird. Warum ist mir unklar.
    Geändert von der87 (11.01.2013 um 18:12 Uhr)

  10. #10
    Forum-Mitglied (nicht vorgestellt)

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    Forum-Beiträge: 136

    AW: MPH "neuroprotektiv"/Amphetamine "neurotoxisch"???

    Hm, da wird einem ja doch so'n bisschen flau wenn man das alles hier liest... Auch wenn Web4Health mehr oder weniger Entwarning gibt....

    Wäre es denn eventuell sinnvoll, (Dex)-Amfetamin und MPH abwechselnd zu nehmen? Zum Beispiel 1 Monat Dexamfetamin, ein paar Tage Pause, 1 Monat MPH?
    Einmal würde es ja von der (möglichen) Toleranzentwicklung her Sinn machen.

    Und wenn MPH eher neuroprotektiv wirkt, hätte man so einen Ausgleich?

    Ich war echt entschlossen, es ne Weile mit Dexamf zu probieren, aber jetzt weiß ich nicht mehr so recht....

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