Seite 1 von 3 123 Letzte
Zeige Ergebnis 1 bis 10 von 26

Diskutiere im Thema massive Probleme mit Rebound und Einschleichen von MPH im Forum ADHS Erwachsene Medikamente
bei ADHS bei Erwachsenen Forum
Fragen, Antworten und Hilfe rund um ADS / ADHS - Medikamente, wie Ritalin, Concerta, Medikinet, Equasym und Strattera, sowie Medikamente bei Komorbiditäten, wie Antidepressiva, Neuroleptika, Benzodiazepine, andere Psychopharmaka und sonstige Medikamente
  1. #1
    Lieserl

    Gast

    massive Probleme mit Rebound und Einschleichen von MPH

    Hi Leute,

    Ich bin derzeit dabei, die richtige MPH- Dosis für mich zu finden. Zuerst wurden mir von meiner Ärztin 10mg/ Tag verordnet und ich konnte keine Wirkung wahrnehmen. Anfangs gabs einige Nebenwirkungen wie Kopfweh, aber die verflogen relativ schnell. Nach einer Woche hat meine Ärztin die Dosis auf 20mg erhöht und seit Freitag kämpfe ich mit einem massiven Rebound. Sobald die Wirkung weniger wird, falle ich in ein massives depressives Loch. Zuerst dachte ich, dass es nach ein paar Stunden wieder verschwinden würde, jedoch habe ich diese depressive Phase schon seit Freitag
    Ich merke auch nur eine sehr schwache positive Wirkung: Ich werde ein bisschen ruhiger und die Gedanken drehen sich nicht mehr so schnell. Aber die positive Wirkung ist nicht so gut, dass ich MPH jetzt weiter nehmen möchte. Ich bin irgendwie verunsichert, weil ich nicht weiß ob ich von den Medikamenten zu viel erwarte und ob diese depressive Phase mit dem MPH zusammen hängt. Die 20mg nehme ich erst seit Freitag....kann es sein, dass sich die Wirkung erst nach ein paar Tagen zeigt?
    Am Donnerstag habe ich einen Arzttermin und ich befürchte, dass sie die Dosis auf 30mg erhöhen möchte, jedoch habe ich absolut keine Lust mehr auf Medikamente. Vielleicht bin ich einfach zu ungeduldig oder das MPH wirkt einfach nicht bei mir. Andererseits, meinte meine Ärztin, dass Medikamente mir schon eine gewisse Erleichterung bringen könnten. Ich versuche auch immer, die Wirkung zu testen: ich sehe mir einen Film an und schaue ob ich abgelenkt bin oder ich versuche meinen Haushalt zu erledigen und schaue ob es ein wenig leichter von der Hand geht. Leider kann ich keine großartige Veränderung bemerken.

    Wie war das bei euch so? Ist das normal, dass es ziemlich lange braucht bis es wirkt und ich selber die Veränderung quasi nicht messen kann?

    Ich freue mich auf eure Antworten,
    LG Lieserl

  2. #2
    Lysander

    Gast

    AW: massive Probleme mit Rebound und Einschleichen von MPH

    Hallo,

    nimmst Du retardiertes oder unretardiertes MPH?

  3. #3
    hirnbeiß

    Gast

    AW: massive Probleme mit Rebound und Einschleichen von MPH

    Eigentlich spürt man (zumindest wars so bei mir) sofort nach einigen Minuten die Wirkung.
    Ich habe mit 5 mg angefangen und bin jetzt nach eineinhalb Jahren auf 20-30 mg.
    Und es wirkt immer noch sehr spürbar. Ich nehme manchmal unretadiert 10 mg und meist 20 mg Medikinet.

    LG --hirnbeiß--

  4. #4
    Lieserl

    Gast

    AW: massive Probleme mit Rebound und Einschleichen von MPH

    Hi,

    Nehme unretardiertes MPH.

    Wie genau merkst du die Wirkung. Ich könnte nicht sagen, dass es irgendwie "klick" macht und da ist. Habt ihr vorher schon eine gewisse Zeit MPH genommen bis es gewirkt hat oder war der Effekt sofort bei der ersten Einnahme da?

    LG

  5. #5
    hirnbeiß

    Gast

    AW: massive Probleme mit Rebound und Einschleichen von MPH

    Also. Beim ersten mal war es, als wenn man eine Brille aufsetzen würde und Rachmaninows 2.Klavierkonzert op.18 in c-Moll
    leise den Wind in der Weide vor meinem Balkon begleiten würde.
    Ruhe. Mehr Ruhe als sonst und so, als würde ein Vorhang von Elfenflügeln beiseite geschoben und einen neuen Blick auf die Welt freigeben.
    Jou. So war das am Anfang. Ich konnte es nicht glauben, weil ich ja sonst eher keine Wirkung bei Medikamenten verspüre.

    LG --hirnbeiß--

  6. #6
    Ist hier zuhause

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Alter: 43
    Forum-Beiträge: 2.633

    AW: massive Probleme mit Rebound und Einschleichen von MPH

    Das Thema haben wir in diesem Forum ungefähr schon 170.000 mal besprochen. Da Du aber neu hier bist, wollen wir mal nicht so kleinlich sein.

    Jawohl, Mph kann depressiv machen (vor allem im Rebound).

    Gründe:

    1. Ein psychologischer Grund: Unter dem Einfluss von Mph beginnt der ADHSler die Welt, sich selbst und seine Situation realistischer einzuschätzen. Er zieht eine Art Bilanz. Und stellt fest, dass er in seinem Leben nicht arg weit gekommen ist, nicht arg glücklich oder zufrieden geworden ist. Diese Erkenntnis zieht ihn runter. Er wird depressiv. In der Regel ist es aber so, dass Mph keine Depression herbeizaubern kann, die gar noch nicht existiert hat. In den meisten Fällen ist es so, dass eine schon manifeste Depression durch Mph verstärkt oder eine bereits latent vorhandene Depression durch Mph erst richtig zur Entfaltung gebracht wird. Von nichts kommt aber in der Regel auch durch Mph nichts. Es sei denn, Du bist ein Opfer von Punkt 2 geworden:

    2. Von den meisten Psychiatern, auch den wenigen, die sich mit ADHS auskennen, entweder komplett verleugnet oder erst gar nicht beachtet: der rein physiologische Aspekt.
    Dazu muss man kurz ausholen: Die drei wichtigsten Neurotransmitter (Botenstoffe zwischen den Zellen) in Deinem Gehirn, die für dein Befinden verantwortlich sind, sind:

    1. Serotonin

    2. Noradrenalin

    und

    3. Dopamin

    Diese befinden sich - vereinfacht ausgedrückt - bei gesunden Menschen im Gleichgewicht, bei uns im Ungleichgewicht.

    Durch Mph wird die Wiederaufnahme von Dopamin und Noradrenalin etwa im Verhältnis 1 : 1 im synaptischen Spalt gehemmt. Dadurch erhöht sich die zur Verfügung stehende Menge an Dopamin und Noradrenalin in Deinem Gehirn. Was automatisch dazu führt, dass sich das Serotonin verringert. Was dann Depressionen verstärken oder auslösen kann.

    Falls Du des Englischen mächtig sein solltest, in diesem Video ist dieser "Schaukeleffekt" relativ gut erklärt:

    http://www.youtube.com/watch?v=Wsj219F9M2Q

    3. Möglichkeit ist, es liegt als Komorbidität eine Dissoziation vor. ADHS-Retardpräparate bei Erwachsenen | ADHS-Spektrum: Neues und Altes aus der ADHS-Welt oder hier: http://adhs-chaoten.net/ads-adhs-erw...soziation.html

    Was ist zu tun?

    Man kombiniert Mph mit einem SSRI, die meistverwandten sind Citalopram/Escitalopram und Sertralin.

    Wenn das nicht funktioniert steigt man auf Amphetamin um und kombiniert mit SSRI.

    Wenn das nicht funktioniert verwendet man Strattera oder Elontril gegebenenfalls mit SSRI.

    Wenn das auch nicht funktioniert, was ist dann?

    Dann hat man es mit großer Wahrscheinlichkeit weder mit Möglichkeit 1. noch 2., sondern 3. zu tun, mit der Dissoziation. Diese spricht sowohl auf Stimulanzien als auch auf Antidepressiva schlecht an, im Gegenteil verschlimmert sogar oft den Zustand.


  7. #7
    Lysander

    Gast

    AW: massive Probleme mit Rebound und Einschleichen von MPH

    Liebe Lieserl,

    MPH wirkt nicht wie eine Wunderpille á la "Wow, jetzt ist plötzlich alles besser und gut".Die Einstellungsphase auf die richtige Dosis, gegebenenfalls in Kombination mit anderen Präparaten wie von Eiselein beschrieben, dauert seine Zeit. Rede dringend mit Deinem Arzt über Deine depressiven Phasen. Außerdem solltest Du vielleicht über eine begleitende Therapie beim Psychologen nachdenken.
    Liebe Grüße
    Lysander

  8. #8
    Lieserl

    Gast

    AW: massive Probleme mit Rebound und Einschleichen von MPH

    Danke für die tolle Erklärung Eiselein! Werde mir das Video am Abend ansehen.
    Ich denke schon, dass die Medikamente eigentlich eine eher versteckte Depression verstärken. Aber ich war einfach überrascht, wie schlimm das werden kann!
    Natürlich werde ich meiner Psychiaterin von diesen Zuständen berichten. Aber diese Einstellphase ist für mich eine wirkliche Herausforderung an die Geduld. Aber es ist schon mal gut zu wissen, dass wenn die Dosierung passt, ich einen markanten Effekt spüren müsste!

    Ich bin schon seit einiger Zeit in Therapie, jedoch wegen etwas anderem. Die Diagnose ADHS gibt es ja erst seit kurzer Zeit. Aber selbst in der Therapie ist das ADHS nicht aufgefallen. Ich bin am überlegen, ob ich meinem Therapeut überhaupt davon erzählen soll....!?!


    LG

  9. #9
    Mega-Wusel

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen:
    Alter: 40
    Forum-Beiträge: 2.452

    AW: massive Probleme mit Rebound und Einschleichen von MPH

    Hallo Lieserl,

    ich kann mir nicht vorstellen, dass Deine Ärztin nun in dieser Woche auf 30 mg rauf dosiert, nur weil Du keine entsprechende Wirkung hast. Wir haben hier schon oft auch drüber gesprochen, dass auch mit zu hoher Dosis, das Befinden nicht besser werden muss... Also wenn die Einzeldosis zu hoch ist, kann sich das genauso miserabel anfühlen, als wäre sie zu gering.

    Was ich dazu sagen muss, dass ich die Neigung zu depressiven Episoden unter unretardierten MPH öfter hatte, als mit retardiertem MPH.

    Es schadet auf keinen Fall, wenn Dein Therapeut über Dein ADHS Bescheid weiß... das ist sicher nicht von Nachteil. Weil entsprechend kann er die Therapie auf Dich abstimmen. Damit hilfst Du Dir ja am meisten. Arbeitgeber etc. hat es nicht zu interessieren, aber in Deiner Therapie würde es Dich sicher eher voran bringen, denn behindern.. Gerade weil Du Medikamente nimmst..
    Ach ja und oft ist man es gar nicht selbst, der eine Veränderung unter MPH wahr nimmt. Meist ist es das Umfeld.

    LG Schnubb

  10. #10
    Forum-Mitglied (nicht vorgestellt)

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 32

    AW: massive Probleme mit Rebound und Einschleichen von MPH

    Lieserl schreibt:
    Hi,

    Nehme unretardiertes MPH.

    Wie genau merkst du die Wirkung. Ich könnte nicht sagen, dass es irgendwie "klick" macht und da ist. Habt ihr vorher schon eine gewisse Zeit MPH genommen bis es gewirkt hat oder war der Effekt sofort bei der ersten Einnahme da?

    LG
    Hallo Lieserl http://adhs-chaoten.net/images/smilies/142.gif,


    Ich (ADS ohne Hyperaktivität) bin, was die Erfahrung mit MPH betrifft, ungefähr gleich weit wie du,
    vielleicht einen kleinen Schritt weiter:
    Das Einschleichen/Austesten war bei mir ein sehr langsames Vortasten und steigern der Dosis
    Dieser Prozess dauerte etwa 1 Monat lang, wobei ich lange Zeit nichts spürte.
    Ich begann mit 1 x 2,5mg/Tag, und weiter ganz langsam steigernd.
    30mg pro Tag verteilt auf 3 Einnahmen passen jetzt recht gut für mich.


    Dennoch ist das Ganze mit unretardiertem MPH eine echte(!) Herausforderung,
    einen möglichst gleichbleibenden Wirstoffspiegel über den Tag zu halten!!!


    Neben der passenden Einzeldosis, ist auch der zeitliche Abstand zwischen
    den Einnahmen genau auszutesten und dann möglichst konstant einzuhalten
    (idealerweise auf +/- Viertelstunde genau).
    Time ich die Folgeeinnahme zu früh, dann bin ich schnell überdosiert.
    (Bei Überdosierung steigt mein Puls, werde ich etwas zittrig, und die Stimmung leicht
    depressiv. Auch leichte Nierenschmerzen habe ich bei Ü-Dos.bekommen)
    Wenn ich es zu spät nehme, komme ich zwischen den Einnahmen
    in den Rebound, was unangenehm ist, besonders während der Arbeit.
    Auch für ausreichende Nahrungszufuhr vor und zwischen den Einnahmen
    muß ich sorgen, da durch das Ritalin im Gehirn viel mehr Glucose verbraucht
    wird.
    Das Thema Nahrungszufuhr hatte ich unterschätzt und so erlebte ich einmal
    einen sehr bösen Leistungsabfall, wobei der Glucosemangel zeitlich mit
    dem Rebound zusammenfiel.
    Wenn bei mir alle 3 Parameter (Einzeldosis, Einnahmeintervall, Nahrungszufuhr),
    ist MPH für mich eine Stütze, auf die ich gerne zurückgreife.
    Einen "Wow" - Effekt habe ich bisher nie verspürt, stattdessen ein angenehmes
    Gefühl, daß ich geistig wacher, angeregter - eben aufmerksamer bin.
    Generell machte ich die Erfahrung, daß MPH meine Stimmungslage etwas verstärkt.
    Das ist bei mir meist positiv und angenehm, ich machte diesbezüglich aber auch schon eine
    gegenteilige Erfahrung.
    Vielleicht hilft dir meine Erfahrung etwas weiter...


    liebe Grüße, Hannes_99

Seite 1 von 3 123 Letzte

Ähnliche Themen

  1. massive probleme beim führerschein wegen ads?!
    Von wuppi78 im Forum ADS ADHS bei Erwachsenen
    Antworten: 48
    Letzter Beitrag: 1.01.2014, 18:17
  2. Elontril einschleichen oder gleich 300mg?
    Von Anikya im Forum ADHS Erwachsene Medikamente
    Antworten: 7
    Letzter Beitrag: 9.01.2011, 13:59
  3. Massive Beziehungsprobleme
    Von Nadine im Forum Angehörige von Erwachsenen mit ADS/ADHS
    Antworten: 63
    Letzter Beitrag: 3.12.2010, 15:42

Stichworte

Thema: massive Probleme mit Rebound und Einschleichen von MPH im Forum ADHS Erwachsene Medikamente bei ADHS bei Erwachsenen Forum
Fragen, Antworten und Hilfe rund um ADS / ADHS - Medikamente, wie Ritalin, Concerta, Medikinet, Equasym und Strattera, sowie Medikamente bei Komorbiditäten, wie Antidepressiva, Neuroleptika, Benzodiazepine, andere Psychopharmaka und sonstige Medikamente
©2017 ADHS bei Erwachsenen Forum