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Diskutiere im Thema Pro & Contra Off Label Medikation, hier: Modafinil im Forum ADHS Erwachsene Medikamente
bei ADHS bei Erwachsenen Forum
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  1. #11
    Forum-Mitglied (nicht vorgestellt)

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 5

    AW: Pro & Contra Off Label Medikation, hier: Modafinil

    Ich für meine Teil, bin "leichter" Narkoleptiker mit träumerischen ADHS und nehme zurzeit 200mg Modafinil (150mg-50mg-0) und 40mg Medikinet Adult (20mg-20mg-0)...
    Das Vigil hilft mir dabei überhaupt erst gegen die Schlaf-Attacken und die massive Tagesmüdigkeit anzukommen. Leider verstärkt das Modafinil mein "Kopfrauschen"... von dem ich vor der Diagnose und Behandlung mit Medikinte nicht mal wusste, das es "da" ist... bzw. wie schön leise und leicht die Gedanken doch sein können
    Das einzige was mich zurzeit frustet, ist der Umstand das trotz dieses "massiven dopings" mein innerer Antrieb total brach liegt und ich keine 2Std. nach der Einnahme, wieder mit dem Bedürfnisse kämpfe den Kopf auf den Tisch zu legen zu wollen...
    Naja, hab gerade nen Rezept für Venlafaxin (75mg-0-0) neben mir liegen, welches vorgestern gegen die Depression und Antriebsprobleme angesetzt wurde... hoffe mal es tuned etwas an meinem inneren Akku, der leider seit Jahren an ner "Tiefentladung" leidet

    Falls auch das nicht weiter hilft, werde ich wohl auf "medizinisches" Kokain oder ein Wunder hoffen müssen... wobei die zweiter "Lösungen" sicher eher eintritt

    Mal ne frage am Rande, kennt sich jemand mit "Sehstörungen" durch Medikinet aus?
    Hab seit ner Woche nen ständiges "schimmern/flimmern" vor Augen und wenn ich etwas lesen möchte bilden sich zwischen den Zeilen schimmernde grau Schatten, auch das fokussieren fällt merklich schwerer...
    Im Endeffekt geht es mir bei der Frage darum, ob es wie bei den Kopfschmerzen ein normal eher temporäres Problem ist oder ob ich irgendwann vor der Wahl stehe:
    Erschlagendes Kopfrauschen oder ordentlich gerade aus schauen können
    Geändert von Severus (25.01.2013 um 20:12 Uhr)

  2. #12
    Ist hier zuhause

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Alter: 43
    Forum-Beiträge: 2.633

    AW: Pro & Contra Off Label Medikation, hier: Modafinil

    @ Severus

    Generell ist es so, dass ADHSler (wieder mal) sehr oft PARADOX auf Modafinil reagieren:

    Bei normalen Menschen ist es so: Je mehr Modafinil sie fressen, desto wacher werden sie. Bei ADHSlern ist es oft so: Je weniger Modafinil sie futtern, desto wacher werden sie. Im Klartext: 50 mg können u.U. mehr bewirken als 200 mg.

    Darauf bitte achten.

    Generell ist die Wirkung von Modafinil (wenn es überhaupt wirkt) auf ADHSler nicht so stark wie auf normale Menschen. Es macht also nicht so wach, erhöht eher die Vigilanz. Banal ausgedrückt: Modafinil erweist sich für die meisten ADHSler als eine zu schwache Substanz.

  3. #13
    Neues vorgestelltes Mitglied

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 171

    AW: Pro & Contra Off Label Medikation, hier: Modafinil

    Zweiter Tag mit 100mg Modafinil. Gedanken sind recht klar und strukturiert, habe stundenlang am Rechner gesessen und angefangen zu erledigen was ich bereits 2 Monate unter 18mg Concerta vor mir herschiebe. Gestern war ich im Supermarkt (meine absolute Mutprobe) und hatte trotz fehlender Kopfhörer alles erstaunlich gut gelaunt überstanden. Ich konnte mit den Leuten sowohl verbal als auch nonverbal kommunizieren (die üblichen Höflichkeiten im Rudel)

    Wirklich erstaunt war ich über das problemlose Verarbeiten der Geräuschkulissen. Sogar meinen grossen Feind, die Supermarktwerbung, habe ich humorvoll mit mir selbst feixend überstanden. Wer den Marktkauf und seine penetrante "Alles für meine Familieeeeee" Jingles kennt, weiss wovon ich schreibe.....generell hatte ich gestern und heute sehr wenig bis keine Musik im Kopf. Sonst präsentiert mir mein Gehirn über den Tag verteilt ohne besonderen Trigger gerne alle unmöglichen Jigles und Refrains.

    Ab und zu mal ein leichtes Klopfen im Kopf, wenig Hunger, zu wenig Flüssigkeitszufuhr. Das wird aber ab sofort geregelt, die Problematik kenne ich aus MPH Einstellungszeiten. Ich vergesse einfach zu trinken wenn ich beschäftigt bin.

    Feedback von aussen besagt, ich wirke etwas teilnahmslos unter Modafinl. Ich selbst sehe das nicht so, der "neue" Fokus auf das Wesentliche hat Priorität, ich musste aber auch vorher schon nicht jeden Furz kommentieren oder verbal abnicken. Die Teilnahmslosigkeit wird jedenfalls weiter von aussen beobachtet. Ich gehe zwischenmenschlicher Kommunikation jedenfalls nicht aus dem Weg und habe meiner Meinung nach alles brav kommentiert. Auch an der Freude hapert es nicht, ich hatte seit langem mal wieder einen richtigen Lachflash. Habe SWR3 "TUTEN GAG" zum Ersten mal gehört und mich nicht mehr eingekriegt vor Lachen.

    Generell kann ich keine besonderen Nebenwirkungen beobachten wie z.B. unter MPH das Schwitzen und die leichte Nervosität. Auch die benötigte Grundmüdigkeit ist vorhanden, ich habe die letzte Nacht auch prima durchgeschlafen, keine Veränderung zu vorher spürbar. (Normaler Schlafrhythmus ist 2:00h-8:30h)

    So long!

  4. #14
    Neues vorgestelltes Mitglied

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 171

    AW: Pro & Contra Off Label Medikation, hier: Modafinil

    Gut eine Woche mit 100mg Modafinil pro Tag ist nun vergangen und ich bin im Zwiespalt.

    Alles was ich anfange bringe ich mit 100%igem Fokus auch zu Ende. Super. Nebenwirkungen am/im Körper: Keine.
    Nebenwirkungen im privaten Umfeld: Katastrophe.

    Ich arbeite. Und ich arbeite. Danach arbeite ich noch etwas, bis ich dann aufhöre zu arbeiten um dann nur noch schnell.....und so weiter. Ich habe das Gefühl die letzten drei Jahre aufholen zu müssen.

    Etwa zwei Stunden nach der Einnahme beginnt das Anfluten mit einem Flimmern im Gehirn welches sich leicht auf die Augen auswirkt. Leichter Druck im ganzen Gesicht, nicht unangenehm, eher wie gut durchblutet. Dann kommen die Gedanken ziemlich schnell auf die Sprünge, alles wird fix analysiert und präzise verarbeitet. Totales Verschmelzen von Reiter und Pferd, nichts stört mehr, alle (geistigen) Bewegungen machen absolut Sinn. Alles anscheinend überflüssige wird abgeklemmt.

    Ich habe einen völlig neuen Schlafrythmus, zwischen 5:00h und 6:00h Uhr wache ich auf und bin ziemlich pünktlich um 21:00 todmüde, wahrscheinlich durch das Abfluten bedingt. Die Müdigkeit vergeht dann nochmal für ein bis zwei Stunden wenn ich mich darauf konzentriere.

    Unerfreulich: Mir wurde eine krasse Gefühlskälte bei gleichzeitiger Gelassenheit bescheinigt. Alles wird ruhig und trocken ausdiskutiert. Details auf die ich vorher nicht geachtet habe sind mir plötzlich wichtig und eine Diskussion wert. Nicht um Recht haben zu wollen sondern um zu lernen, zu verstehen. All das geschieht ohne Mimik. Kalt und effizient wie eine Maschine lautet das Urteil meiner Beobachterin. Viel BlaBla hat keine Chance. "Komm zum Punkt" lautet meine neue Devise. Für mich völlig in Ordnung, ich brauche nicht so viel Informationen, das war auch schon vorher schon so. Nur sage ich es jetzt direkt und bin dabei nicht sehr feinfühlig im Unterton. Die soziale Komponente bricht mir also komplett weg ohne dass ich aggressiv oder lethargisch dabei bin. Alles in allem erinnere ich mich selbst an Data aus Star Trek. Nicht wirklich unangenehm wenn man ihn kennt aber irgendwie schon verwirrend klar und kühl.

    Vor der ersten Einnahme dieses Jahr habe ich mich über ein Jahr mit 18mg Concerta durchgekämpft, nachdem ich Modafinil nicht mehr bekommen habe. Es hat nie richtig gewirkt, mein Doc hat meine Berichte aber auch nicht so wirklich angenommen. Ich habe den Ball dann flach gehalten bevor ich gar nichts mehr bekomme. Ohne Medikament wäre das mentale Ende nah, nicht spekulativ sondern absolut reproduzierbar. Da MPH bei mir persönlich das Verlangen nach anderen Drogen triggert, sah ich mich immer wieder mit einem erhöhten Alkohol- Nikotin- und THC Konsum konfrontiert. Was soll ich sagen, es ist alles weg. Von heute auf Morgen nichts mehr dergleichen. Vorher waren ein 1-3 kleine Tüten am Abend, drei mal pro Woche Alkohol und 3-5 selbstgedrehte Zigaretten am Tag Pflicht. Alles weg. Warum? Ich habe keine Ahnung. Entzugserscheinungen empfinde ich keine. Im Gegenteil, mein Gehirn sagt mir "höchste Zeit" und quält mich nicht mit Entzug. Hat irgendwer ähnliche Erfahrungen mit dem mehr oder weniger an Verlangen auf verschiedenen Substanzen?

    Einerseits freue ich mich, dass ich bei Höchstgeschwindigkeit die Kurve bekomme. Aber ich schäme mich auch ein wenig es nicht ohne Medikament zu schaffen. Eine gesellschaftlich nicht wirklich akzeptierte Behinderung mit einem nicht akzeptierten Medikament selbst zu behandeln macht mich nachdenklich.

  5. #15
    Forum-Mitglied (nicht vorgestellt)

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 136

    AW: Pro & Contra Off Label Medikation, hier: Modafinil

    Hallo Plänzje!

    Ich finde äusserst interessant, was du da schreibst. Und vor allem wie du schreibst - ich selber habe grade unter Dexamfetamin arge Probleme eloquent zu schreiben und zu formulieren. Das ärgert mich, weil das sonst meine große Stärke ist. Dein letzter Text oben war aber eine reine Wonne zu lesen, perfekt formuliert und hoch interessant, ernsthaft. Das nur als Beobachter von außen, vielleicht ja noch eine positive Wirkung, die dir so nicht aufgefallen ist

    Ich verstehe deine Bedenken ein Stück weit, aber für mich wären das grade Luxus-Probleme. Klar ist es merkwürdig, wenn einem das soziale Umfeld auf einmal skeptisch gegenüber steht. Das kenne ich auch von mir bei Mediwechseln. Habe von DL-Amfetamin auf Dexamfetamin gewechselt, und plötzlich fiel mir die soziale Alltagskommunikation sau schwer, und ich wurde "ängstlich". Will jetzt nicht näher drauf eingehen, ist nicht vergleichbar...

    Aber sieh es mal so: wie du schon sagtest, holst du jetzt ne Menge auf, was dir durch eine "Behinderung" (schlimmes Wort!) vorher versagt geblieben ist. Dein Kopf hat sich vorher Strategien ausdenken müssen, um dafür zu kompensieren und du hast wahrscheinlich ständig gegen eine unerklärliche "Schwäche" ankämpfen müssen. Das hat aber von außen niemand so gesehen, weil 90% der Leute nicht feinfühlig genug sind, soetwas bei anderen zu bemerken. Und natürlich wurden somit alle Verhaltensweisen und Eigenschaften von dir, die aus diesem "Ankämpfen müssen" herrühren als Teil deines Charakters gewertet, was ja vielleicht ein Stück weit stimmt - denn es hat dich ja geprägt.

    Das dieselben Leute sich jetzt wundern, weil du anders rüberkommst, ist daher logisch. Vielleicht sind einige sogar etwas eingeschüchtert, weil sie dich "so" nicht kennen. Aber du solltest dich ehrlich fragen - sollte das ein Grund sein, dir selbst etwas zu versagen, was dir so gut tut?!
    Ich wette die meisten von denen hatten nicht diesen unglaublichen Kampf, jahrelang das Gefühl zu haben, irgendetwas stimmt nicht mit ihnen, ohne zu wissen, woran das liegt. Oder dieses ständige Kämpfen und Energie aufbringen müssen, nur um sich für die alltäglichsten Kleinigkeiten motivieren zu können. Und dann das totale Erschöpft sein, ohne wirklich "viel" geschafft zu haben. ( Ich kenne dich nicht, das vermute ich nur, weil es ja bei den meisten Leuten in diesem Forum so war)

    Daher würde ich mir zumindest ertsmal keine Gedanken darüber machen. Als ich den Teil gelesen habe, indem du beschreibst, wie dich auf einmal die Arbeitswut packt, und du das Gefühl bekommst, alles nachzuholen, was so liegengeblieben ist, ist mir regelrecht das Herz aufgegangen. Ich finde das überragt bei Weitem die negativen Aspekte!

    Und sieh es mal so: Es ist einfach und bequem für die Menschen (auch die in deinem Umfeld), mit jemandem umzugehen, der immer nett und unmgänglich ist. Bei mir ist es etwas ähnlich - ich bin (ausser grade auf Dexamf) bei allen beliebt, weil ich witzig und eloquent bin, und empathisch auf andere eingehen kann. Die Leute wollen ständig was mit mir Unternehmen und laden mich auf Parties ein. Ich habe aber keine Lust dazu, anderen den Clown zu machen, das bin nicht wirklich ich. Ich komme nie wirklich dazu, mal nur für mich etwas zu machen, und meine Ambitionen durchzusetzten, auch mal anzuecken. Dazu fehlt mir die Karft und die Motivation, weil mich schon das normale soziale Miteinander so erschöpft.
    Will sagen - wie's mir grade geht, ist vermeintlich super für mein Umfeld (die wissen nicht, wie's in mir aussieht) aber beschissen für mich. Das liegt daran, dass ich eben meistens als "ungefährlicher" netter Kerl gesehen werde. Zuneigung und Sympathie - ja! Respekt? - würd ich nicht drauf wetten!

    Vielleicht ist es bei dir ähnlich - wenn du plötzlich auch mal "Tachilis" mit Leuten reden kannst, und "cool" (hört sich doch netter an als "kalt" oder? Aber man beachte die ähnliche Bedeutung)
    rüberkommst, sind Leute, die dich anders kennen natürlich verdutzt. Das muss aber nicht heißen, das du objektiv betrachtet und im Vergleich mit "normalen Leuten" wirklich übetrieben (gefühls-) kalt bist - nur eben mehr als es die Leute von DIR direkt vorher gewohnt waren. Vielleicht hattest du von dieser Eigenschaft also vorher einfach zu wenig, und jetzt eben ein sprichwörtlich gesundes Maß?

    Abschließend: Ich kann verstehen wenn einem solche Veränderungen ertsmal Angst machen. Ich kenne mich zudem nicht mit möglichen Nebenwirkungen oder Langzeiteffekten von Modafinil
    aus. Ein kleiner Blick auf Wikipedia verrät mir aber, das es nicht mal mehr im übervorsichtigen Deutschland unter das Betäubungsmittelgesetz fällt, also kann es in der Hinsicht wohl nicht so schlimm sein.
    Und solange DU Freude und Lust an dem empfindest, was du jetzt leisten kannst, kannst du ja offensichtlich nicht ganz "gefühlskalt" sein. Ich finde das Gegenteil ist der Fall - in deinem Text schwingt eine unterschwellige Leidenschaft mit, die selbst mich neu motiviert hat. Ich selbst bin mit allen Medis bisher unzufrieden gewesen, und mein Doc hat vor kurzem auch die Vermutung aufgestellt, dass ich unter einer Schlafstörung leiden könnte, statt wie lange vermutet "nur" unter ADS - das wird demnächst getestet. Das es da auch noch ganz andere Mittel gibt, die so gut helfen können, macht mir wieder Mut!

    Und du hörst dich für mich wie gesagt null nach einem emotionslosen Cyborg an, auch nicht nach Data. Und selbst den finde ich noch emotionaler als einen Großteil der restlichen Crew auf der Enterprise...
    Geändert von chris106 ( 6.02.2013 um 12:32 Uhr)

  6. #16
    Forum-Mitglied (nicht vorgestellt)

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 136

    AW: Pro & Contra Off Label Medikation, hier: Modafinil

    Ach ja, und PS:

    Plänzje schreibt:
    Einerseits freue ich mich, dass ich bei Höchstgeschwindigkeit die Kurve bekomme. Aber ich schäme mich auch ein wenig es nicht ohne Medikament zu schaffen. Eine gesellschaftlich nicht wirklich akzeptierte Behinderung mit einem nicht akzeptierten Medikament selbst zu behandeln macht mich nachdenklich.
    Das ist eigentlich Unsinn, aber ich denke, das ist dir im Grunde selbst bewußt. Wenn man ein langwieriges Leiden mit einem offiziel verschreibbaren Medikament lindern kann, sind Zweifel aufgrund von aussen "aufdoktriniertem" Schamgefühl fehl am Platz. Und wie du selbst sagst, ist ja noch nicht mal im BTM!

    Das würde ich schon eher bei den Amfetaminen nachvollziehen können, mit denen ich ja grade mehr oder minder gute Erfahrungen machen darf. Da liegt der Hund beim Schiss der Ärzte begraben - wegen Suchtgefahr, Missbrauchsrisiko, und Off-Label bedingter Verantwortung ihrerseits. Frag Eiselein, der bringt sowas immer sehr treffend auf den Punkt

    Ich würde vermuten, beim Modafinil ist es ähnlich, nur da liegt es wohl an den Kosten: Wenn ein Arzt dir das auf Kasse verordnet, müssen die ausnahmsweise wirklich mal was blechen. Deswegen werden sich die meisten Ärzte (wie in deinem Fall) mit Händen und Füßen dagegen wehren, solange es geht. Denn die müssen sich vor den Kassen rechtfertigen, und sollen blos immer nur das allernötigste und billigste verordnen, ausser man ist kurz vorm Verrecken...

    Und "gesünder" als THC und Alkohol mehrmals die Woche, kombiniert mit Nikotin, dürfte es ja wohl alle mal sein. Und wenn dann auch noch diese hart nervigen Stimulanzien-typischen Nebenwirkungen ausbleiben...
    Geändert von chris106 ( 6.02.2013 um 12:29 Uhr)

  7. #17
    Neues vorgestelltes Mitglied

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 171

    AW: Pro & Contra Off Label Medikation, hier: Modafinil

    Hallo Chris,

    danke für die Blumen, schön dass es dir Spass gemacht hat mein Geschreibsel zu lesen :-)
    Auf den meisten Medis klappt das mit dem Schreiben bei mir auch so gar nicht, von normaler Konversation ganz zu schweigen. Ich habe weder Lust noch Ideen und wenn es dann doch mal so weit ist, weiss ich nicht wie ich mich ausdrücken soll. Meine persönliche MPH Nebenwirkung namens "Kreativitätsverlust".... am besten fliessen die Worte tatsächlich nüchtern. Dann aber auch wieder so heftig, dass die Menschheit verzweifelt. Kennst Du "Hesse James"?

    Sehr trefflich, wie du die Leute um mich herum und ihre Reaktion beschrieben hast.....der Mensch ist ein Gewohnheitstier (Klasse, die Rechtschreibkorrektur hat mir gerade "Gewohnheitstief" angeboten) und reagiert tatsächlich eher auf die groben Sachen. Aber auch nur wenn ihr eigener Dunstkreis davon tangiert wird. Und ja, wie du schon sagst....bei genauerem betrachten wirken sie eingeschüchtert. Was bei anderen stillschweigend in Kauf genommen wird, ist bei mir plötzlich inakzeptabel? Nee, nee. Ich bin dafür bekannt immer ein offenes Ohr und vor allem eine helfende Hand zu haben. Seit neustem sage ich aber auch gerne "nein" statt "na gut" und poche auf ein Kommunikationskonzentrat. Was manche Menschen auf der Arbeit so alles erzählen um auf den einen sehr kleinen Punkt zu kommen....sehr interessant.

    Was das Modafinil angeht: Angst vor Nebenwirkungen habe ich keine. Langzeiteffekte? Schlimmer als meine Langzeiteffekte VOR der Diagnose kann es nicht werden. Natürlich verliert man ein wenig Persönlichkeit unter dem Einfluss von psychotropen Substanzen, was ich aber die letzten paar Jahrzehnte OHNE diese chemischen Krücken verloren habe wiegt ungleich mehr. Am Ende soll ja das Leben an sich tödlich sein. Bis dahin möchte ich nicht weiter in einem sozialen Wachkoma verbringen.

    Es freut mich, dass ich dir ein bisschen Motivation geben konnte, ich wünsche dir viel Kraft bei deinem Dexamfetamin-Abenteuer....das mit der Angst kenne ich nur zu gut. Falls du von deinem Doc mal das Angebot bekommst in Richtung Modafinil zu gehen: Ich vertrage es relativ gut. Wer Amphetamine gefrühstückt hat, den kann so schnell auch nichts umhauen. Ich habe mir mal das Dexamfetamin angeschaut.....interessant ist das ja schon. Ich werde jedenfalls noch ein wenig auf meiner Modawelle gleiten und ab und zu berichten wie es mir damit ergeht, schon allein um die dürftigen Suchergebnisse im Forum etwas aufzuspecken

  8. #18
    Forum-Mitglied (nicht vorgestellt)

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 136

    AW: Pro & Contra Off Label Medikation, hier: Modafinil

    Plänzje schreibt:
    Es freut mich, dass ich dir ein bisschen Motivation geben konnte, ich wünsche dir viel Kraft bei deinem Dexamfetamin-Abenteuer....das mit der Angst kenne ich nur zu gut. Falls du von deinem Doc mal das Angebot bekommst in Richtung Modafinil zu gehen: Ich vertrage es relativ gut. Wer Amphetamine gefrühstückt hat, den kann so schnell auch nichts umhauen. Ich habe mir mal das Dexamfetamin angeschaut.....interessant ist das ja schon. Ich werde jedenfalls noch ein wenig auf meiner Modawelle gleiten und ab und zu berichten wie es mir damit ergeht, schon allein um die dürftigen Suchergebnisse im Forum etwas aufzuspecken
    Das Abenteuer ist demnächst vorbei, werde zumindest Dexamfetamin nicht weiter nehmen. Egal wie ich es dosiere, ich persönlich habe mehr Nachteile als Vorteile davon. Einige hier im Forum meinten, man soll evtl ein paar Wochen warten, bis es seine richtige Wirkung entfaltet, aber dazu fühl ich mich einfach zu drogig und matschig in der Birne auf dem Zeug - kriege seit 3 Wochen weniger gebacken als ohne Medi. Gehe eventuell übergangsweise zu DL-Amphetamin zurück, das hatte zuvor gut gewirkt, wenn auch mit ein paar üblichen Nebenwirkungen.
    Ich meine sogar, dass mein Arzt mal Modafinil erwähnt hatte, als er bei einem Termin vor kurzem den Verdacht äußerte, ich könnte auch eine Schlafstörung haben. Das wird dann demnächst im Schlaflabor gecheckt und ist tatsächlich nicht unwahrscheinlich bei mir...mal abwarten...

    Eine Frage noch: Musst du Modafinil komplett selber zahlen? Oder zahlt die Kasse was bei richtiger Diagnose? Und hast du davon auch leicht verspannte Muskeln und trockenen Mund, oder bleiben diese Stimulanzien-typischen Nebenwirkungen aus?

    Und ja - führe deine Berichte auf jeden Fall weiter, sollten viel mehr Leute hier machen, grade mit "Nischenmedikamenten"

    Ach ja, Hesse James kenne ich nicht, wird heute abend aber gleich mal gecheckt
    Geändert von chris106 ( 8.02.2013 um 09:14 Uhr)

  9. #19
    durch und durch

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose seit Kindheit
    Alter: 31
    Forum-Beiträge: 412

    AW: Pro & Contra Off Label Medikation, hier: Modafinil

    Wenn es um das Preis-/Leistungsverhältnis geht, ist "Adrafinil" hier wohl erwähnenswert!
    Ist ein Prodrug, d.h. der Wirkstoff wird zu Modafinil metabolsiert und wirkt eben auch als solches.
    Weitaus günstiger als Modafinil!
    Habe persönlich jedoch noch keine Erfahrungen mit Adra-/Modafinil gesammelt.

  10. #20
    Forum-Mitglied (nicht vorgestellt)

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 136

    AW: Pro & Contra Off Label Medikation, hier: Modafinil

    fekker schreibt:
    Wenn es um das Preis-/Leistungsverhältnis geht, ist "Adrafinil" hier wohl erwähnenswert!
    Ist ein Prodrug, d.h. der Wirkstoff wird zu Modafinil metabolsiert und wirkt eben auch als solches.
    Weitaus günstiger als Modafinil!
    Habe persönlich jedoch noch keine Erfahrungen mit Adra-/Modafinil gesammelt.

    In der Tat sehr interessant, anscheinend auch etwas leichter im Internet zu "finden" als Modafinil

    Habe bei meiner kurzen Recherche grade aber auch Infos gefunden, dass man es nicht länger als 2 Monate am Stück nehmen soll, da es wegen dem Prodrug-Anteil (der für die Umsetzung zu Modafinil im Körper sorgt) stärker auf die Leber schlägt als Modafinil selbst.

    Aber ja, anscheinend zumindest zeitweise eine günstigere Alternative!

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