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Diskutiere im Thema Erleben der Medikamentenwirkung im Forum ADHS Erwachsene Medikamente
bei ADHS bei Erwachsenen Forum
Fragen, Antworten und Hilfe rund um ADS / ADHS - Medikamente, wie Ritalin, Concerta, Medikinet, Equasym und Strattera, sowie Medikamente bei Komorbiditäten, wie Antidepressiva, Neuroleptika, Benzodiazepine, andere Psychopharmaka und sonstige Medikamente
  1. #401
    Forum-Mitglied (nicht vorgestellt)

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: Interessiert/Eigenverdacht auf ADHS / ADS
    Forum-Beiträge: 14

    AW: Erleben der Medikamentenwirkung

    r_hagg schreibt:
    Hallo Zusammen, seit letzten Samstag bin ich bei 2 x 25mg Medikinet Adult. Soweit so gut. Aber seit zwei Tagen habe ich immer ein komisches Gefühl, was bei anderen auch schon als leichte Überdosierung beschrieben wurde. Aber das kommt mir sehr komisch vor. 20mg waren, gefühlt, zu wenig und 25mg sind dann schon zu viel? Ich weiß, dass ich auch zu wenig esse und sehr schnell unterzuckert bin. Ich funktioniere gerade wie eine Maschine. Bin viel unterwegs, arbeite im Garten, etc. Rein rechnerisch bin ich locker 15 Stunden durchgehend beschäftigt, weil ich vergesse eine Pause einzulegen. Auch vergesse ich ständig genug zu trinken. Der Kopf ist auch wieder leicht benebelt. Alles in allem ist es so, als hätte ich gar keine Medikamente genommen. Ich denke viel im Kreis herum und hänge auch viel an Medien fest: Smartphone, Laptop, Fernseher... die werde ich nun mal bis Sonntag liegen lassen... Alles ein bisschen demotivierend. Am Montag geht die Arbeit wieder los, das macht mich zusätzlich sehr aufgeregt. Ich weiß, es werden viele Fragen kommen, von Kollegen und Klienten. Ich werde nicht mehr so arbeiten wie bisher, nur noch 80% und keine Nachtbereitschaften mehr. Dennoch habe ich das Gefühl, dass ich auf Dauer nicht mehr arbeiten kann, bzw. nicht mehr in meinem bisherigen Beruf. Ich habe nicht mehr die Kraft anderen zu helfen, wenn ich das Gefühl habe, dass ich selber Hilfe brauche. Entgegen meines Arztes bin ich schon der Ansicht, dass ich eine Therapie brauche. Das werde ich morgen in Angriff nehmen. Und ich möchte mich bei der Arbeitsagentur und der Rentenversicherung bezügl. einer Umschulung und beruflichen Reha informieren. Es war mir schon klar, dass das Medikinet kein Wundermittel ist, das plötzlich alles besser macht. Ich habe aber nicht mehr das Gefühl, dass es soviel nützt, wie ich es bei meinem Aha-Erlebnis vor knapp zwei Wochen vermutet hatte. War es vielleicht doch nur eine gute Tagesverfassung? Oder wäre die weitere Erhöhung tatsächlich unnötig gewesen? Diese scheiß Angst, dass es einfach nichts mehr wird. Dass ich immer weiter absumpfe. Dass mein Leben sich nur noch um die Erkrankung, den Gang zum Arzt und verschiedene Klinikaufenthalte und Rehas dreht. Das sind so Abläufe, wie ich sie ja bei der Arbeit immer vor mir habe. Ewige Kreisläufe die letztendlich zu einer Abklopplung von der Gesellschaft führen. (kleiner Aha-Effekt, wenn ich das gerade so nieder schreibe. Ich beschäftige mich in letzter Zeit zu wenig mit mir selbst, sondern ackere mich einfach runter mit Aktivitäten und Medien. Ich muss mehr schreiben und reden.) Danke, dass ich das mit Euch teilen darf. Alles Gute Rainer
    Rainer, ich nehme jetzt sein 12 Tagen 2x20 Medikinet Adult. Paar Tage nach der Steigerung der Dosis war ich beim Treffen der Selbsthilfegruppe und Leute meinten, ich bin hyperaktiv. Das war abends, als das Medikament nicht mehr wirkte. Ich habe dann entschieden, am nächsten Wochenende einen Tag keine Medikamente zu nehmen. Das war am letzten Sonntag. Ich habe mich sehr schlecht an dem Tag gefühlt und gleichzeitig mich sehr an die Zeit vor der Annahme der Medikamente erinnert. Es sind etwa 3 Jahre her, da ich seit 3 Jahren Antidepressiva genommen habe. Ich habe mich eigentlich wie damals gefühlt und habe dann erlebt, dass das ADS Medikament doch funktioniert. Seit nächsten Tag nehme ich wieder regelmäßig Medikinet Adult, bin aber irgendwie ruhiger geworden und ich habe den Eindruck, es liegt an dem einen Tag Pause. Mein übertriebener Eindruck ist, wenn du anfängst, Medikamente anzunehmen, geht es dir besser, aber du folgst den gleichen Plan wie damals. Es ändert sich doch etwas in deiner Betrachtung der Dinge, allerdings macht ein Tag ohne Medikamente diese Einsicht gut sichtbar, dass du nicht mehr von ADS getrieben werden musst. Ich will nicht sagen, es wird bei dir auch so funktionieren. Es können auch andere Faktoren, die mir nicht bewusst sind, in meiner Situation eine Rolle gespielt haben, dass ich diese Einsicht wie oben beschrieben erlebt habe. Und ich habe die Pause bewusst unternommen, weil ich wusste, ADS sind anders als Antidepressiva und man merkt gleich, dass du keine Medikamente genommen hast. Bei Antidepressiva ist das anders, da spielt ein Tag Pause keine große Rolle und man kann es nicht so erleben wie bei ADS Medikamenten. edit: wenn du die Pause unternimmst, mach es bitte an dem Tag wo du frei hast. Es wird dich nämlich beeinträchtigen, du wirst dich schlechter fühlen und es wäre schade, wenn dadurch deine Arbeit oder soziale Kontakte beeinträchtigt werden.
    Geändert von bric (28.03.2014 um 17:38 Uhr)

  2. #402
    Neues Forum-Mitglied

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 309

    AW: Erleben der Medikamentenwirkung

    So, habe zwei heftige Arbeitswochen hinter mir....
    Muss erfreulicherweise feststellen, dass ich das alles viel besser gemeistert habe.
    Ich bin viel besser dabei und kann mich wohl auch besser konzentrieren.
    Hektig ja, bedingt durch den Stress... we jeder andere auch.
    Aber ich reg mich nicht mehr so schnell auf.
    Ungeduld ja. Erschöpft ja. Froh, dass endlich Wochenende ist.

    Was ich trotz der Schwankungen gut finde ist, ich fühl mich all meinen Aufgaben wieder gewachsen.

    Mph hilft mir, das habe ich nun gemerkt.
    Schade finde ich, dass ich oft ne subtil negative Stimmung habe.
    Da muss ich jetzt ran. Muss mir n Ausgleich suchen, der mir Spass macht.

    Nebel hab ich auch noch.... weniger, aber immer noch mit ner Sichtweite von 50 m :-)

    Wenn ich mich nur trauen würde, mal mehr mph zu nehmen.
    Weiss nicht warum ich so Bedenken habe, denn ich ha e keine nennenswerten NW.

    Schönen Abend, Don

  3. #403
    Forum-Mitglied (nicht vorgestellt)

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 57

    AW: Erleben der Medikamentenwirkung

    Nehme jetzt seit ca. 3 Wochen Strattera. Habe meine Dosis wochenweise von 10mg auf derzeit 25mg gesteigert. Nächste Woche nehme ich 40mg, dann 60mg usw.


    Grundsätzlich muss ich sagen dass ich von Strattera relativ wenig spüre solange ich nur rumsitze. Die Wirkung fällt mir nur dann auf wenn mich ein bißchen bewegt habe.
    Ich vermute aber stark dass dies mit meiner schweren Depression zusammenhängt. Habe mal gelesen dass bei Depressiven die Noradrenainausschüttung bis auf einen Nullpunkt sinken kann.
    Dies würde jedenfalls erklären warum ich nur was merke wenn ich mich bewege, also Botenstoffe dadurch ausschütte.
    Außerdem ist mein Stressniveau dezeit enorm hoch (viele Sorgen, Dauergrübeln) was definitiv meine Wahrnehmung beeinträchtigt.


    Von der Wirkung her habe ich das Gefühl dass ich mich besser reflektieren kann. Eine starke innere Unruhe ist zwar depressionsbeding weiter da aber körperlich fühle ich mich etwas entspannter, bin weniger hibbelig.

    Die Reizflut dagegen hat spürbarnachgelassen. Alles fühlt und sieht weniger heftig aus.
    Richtig "wach" wie ich es unter Elontril oder Moclobemid erlebt habe fühle ich mich aber noch nicht. Aber ich habe das Gefühl dass es von meiner Empfindung her Richtung Wachheit geht.

    Mein Tagträumen hat deutlich nachgelassen bzw. ich merke jetzt viel eher wenn ich gedanklich weggleite und kann etwas besser gegenlenken.

    Emotional merke ich wie öfters einige verdrängte Sachen hochkommen. Ich fluche, ohne es zu merken, ab und an vor mich hin oder rede mit mir selber. (z.B. "was ist das für ein Mist" usw.) Ansonsten bin ich eher der Ruhige der eigene Emotionen nicht rauslassen will oder kann. Ich fresse sonst alles in mich hinein.

    Mein Schlaf ist meinem Empfinden nach auch etwas erholsamer geworden. Ich träume mehr als vorher. Müder macht mich aber Strattera nicht. Dafür habe ich zu viele Sorgen und Ängste im Kopf die mich zu sehr beschäftigen.

    Anfangs dachte ich mein Antrieb sei besser geworden aber dem ist definitiv nicht so wie ich jetzt bilanzieren muss. Ich gehe immernoch meinen Zwangstörungen und schlechten Gewohnheiten nach; habe immernoch wenig Lust auf Abwechslung oder Neues; bin sehr passiv.

    Die Konzentration ist ganz leicht besser geworden.

    Nebenwirkung ist bei mir bisher nur eine starke Mundtrockenheit.


    Bisheriges Fazit :

    Auch wenn ich überrascht bin dass ich schon bei 25mg etwas merke haut mich bisher die Wirkung nicht wirklich vom Hocker - liegt aber auch wahrscheinlich an meinem psychischen Allgemeinbefinden. Bin aber immerhin gespannt was höhere Dosierungen bewirken werden.
    Habe vor Allem dabei Angst dass zu viele negative Sachen auf einmal hochkommen wie ich es schon mal mit viel viel Kaffee erlebt hatte. Ich versuche ja gerade alles Negative zu unterdrücken. Hoffe ich "explodiere" dann dementsprechend nicht

  4. #404
    Forum-Mitglied (nicht vorgestellt)

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 57

    AW: Erleben der Medikamentenwirkung

    bric schreibt:
    An dieser Stelle würde ich auch gerne zum Thema 'Erleben der Medikamentenwirkung' beitragen.

    Ich nehme Medikinet Adult seit 6 Wochen, bin jetzt seit 10 Tagen auf 20mg morgens und 20mg 5 Stunden später.
    Die ersten 3 Tage, als ich nur 10mg morgens genommen habe, waren am besten für mich - da habe ich den größten Unterschied gesehen - ich war einfach froh und komischerweise ohne Angst gegenüber Frauen.

    Ich weiß nicht, in wie weit meine Angst gegenüber Frauen ein Bestandteil meiner ADS ist. Ich habe den Eindruck, die beiden Sachen sind bei mir verbunden. Ich kriege Angst vor Frauen, da ich mich nicht entspannen kann. Und wie kann ich dann mit einer Frau flirten, wenn ich nicht entspannt bin. Geht nicht. So, momentan habe ich wieder Angst, d.h. die erste Wirkung hat nur die ersten Tage gedauert. Allerdings habe ich am letzten Sonntag das Medikament ausgesetzt, um zu prüfen, wie es mir ohne geht. Und ich muss sagen, es ging mir verdammt schlechter.
    An dieser Stelle ist mein zweiter Zweifel zu erwähnen: ohne Medikament fühle ich mich so schlecht, ohne jegliche Kraft, ich kann für mich selber nichts machen, nicht entscheiden. D.h. ich kann nicht arbeiten, das ist für mich zu anstrengend. Das einzige, was ich machen kann, ist etwas für die Welt zu machen. Ich stelle mir die Welt in einer bestimmten Weise vor und sehe sie als eine Harmonie. Und ich denke. Deswegen kann ich etwas für die Welt machen, da ich dann beim Arbeiten auf keine Konflikte stoße, da ich im Gedanken diese Harmonie als Bild habe. Sogar wenn es zu einem Konflikt kommt, vernachlässige ich ihn; ich habe etwas großes im Kopf und darauf konzentriere ich mich. Im Gegensatz dazu , kann ich nicht - wie normalerweise Leute es tun - einfach zur Arbeit gehen und ein Job machen, um Geld zu verdienen; damit meine Bedürfnisse erfüllt werden. Dafür fehlt mir Kraft, bzw. ich bin nicht imstande, dieses Bild der Harmonie zu verlassen. Und ich selber bin keine Harmonie wie die Welt. Ich bin zu klein, um mich selber zu bewundern.
    Ein Beispiel, jemand fragt mich, wie viel Geld würde ich mir für die Arbeit wünschen. Diese Frage ist für mich zu schwierig, weil es mir nicht um Geld geht, sondern um diese Harmonie. Ich vernachlässige mich selbst, gleichzeitig pflege die Harmonie. Dazu erwarte ich auch, dass andere Leute auch laut dieser Harmonie handeln, dass sie nicht sich selber im Zentrum des Lebens sehen, sondern die Welt. Leider ist es nicht so und da kommt es zu einem Konflikt in mir mit den Leuten.

    edit:
    Ich möchte noch etwas dazu hinzufügen. In der Zeit ohne Medikamente habe ich wenig Kraft gehabt, um viele unwichtige Sachen zu machen, wie z.B. Steuererklärung ausfüllen oder Bewerbungen schreiben. Die Kraft, die ich hatte, wollte ich nur für die Freude über die Welt, für das Erleben der Emotionen nutzen. Und ich habe es auch getan. Probleme kamen, als ich Kontakte mit Leuten hatte, die einfach über ihren Alltag quatschten. Das konnte ich nicht ertragen. Ich wusste nämlich, ich habe wenig Kraft und ich konnte sie nicht für solche Sachen vergeuden lassen. Genauso war es mit den Frauen, ich wollte mit ihnen viele schöne Momente erleben, aber nicht einfach quatschen oder Dinge machen, die mir nicht unbedingt Spaß machten. Und zu meinem Berufsleben, ich war bereit, zu arbeiten, aber ich wollte in der Arbeit mein besten geben und gleichzeitig habe ich es von anderen erwartet. Zum Beispiel ich konnte forschen, ich liebte forschen. Ich konnte aber mir nicht vorstellen, dass ich für eine Firma forsche, die dann es dafür nutzt, um es zu verkaufen. Das stand im Widerspruch zu meiner Vorstellung der Welt als Harmonie, wo Leute nicht fordern, sondern ihre gute Gefühle einfach geben und tauschen.
    Habt ihr auch sowas ohne Medikamente? Gehört es zu ADS? Da bin ich ganz gezweifelt, ob ich doch nicht eine andere psychische Störung habe.

    So, nach der Annahme von Medikamenten werde ich ruhiger, allerdings bin ich gespaltet. Einerseits will ich nicht zurück in meine alte Vorstellung der Harmonie, andererseits bin ich noch nicht genügend stark, in die Welt anders zu schauen. Ich denke, ich werde noch eine Erhöhung der Dosis brauchen.

    Deine Erfahrung kann ich sehr gut teilen. Am Anfang war ich durch MPH auch deutlich selbstbewusster und hatte viel weniger Ängste - auch vor Frauen.

    Im Nachhinein nehme ich aber an dass dies ein kurzzeitiger "euphorischer" Effekt war weil ich gemerkt hatte "wow das MPH hilft" oder "endlich wird alles gut". Da kamen natürlich mehr Gückgefühle in mir hoch

    Leider legt sich aber diese AnfangsEuphorie mit der Zeit und du fällst in die alten PSYCHISCHEN Muster zurück. MPH ist kein Angstkiller sondern hilft dir höchstens
    deine Ängste besser wahrzunehmen und kontrollieren zu können.


    An deiner Stelle würde ich sehr vorsichtig sein mich mit MPH in eine vermeindliche Euphorie oder Angstfreiheit pushen zu wollen. Du sollst nur ruhiger und konzentrierter werden !

    Alles andere musst du auf psychischer Ebene klären oder zusätzlich Antidressivas nehmen !

    Ich habe das Gefühl dass du womöglich, so wie ich damals, zu viel von MPH erwartest. MPH unterstützt dich zwar deine Lebensprobleme zu lösen; das Medikament selber löst diese aber nicht !
    Geändert von cajo81 (29.03.2014 um 00:33 Uhr)

  5. #405
    Neues Forum-Mitglied

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 309

    AW: Erleben der Medikamentenwirkung

    Mir gehts saugut...
    Dieses Wochende war richtig gut. Meine Stimmung gut. Ich hab im Garten gewoerkelt und war voll bei der Sache.
    Zur Zeit wirkt Medikanet Adult also so wie es wohl sein soll.
    Wache morgens zwar a bisserl matschig auf und meine Gedanken kämpfen um Vormacht, aber so nach ner Std nach Einnahme ordnen sie sich a bisserl und nicht jeder Gedanke will der Wichtigste sein. Mph scheint so manchen unsinigen oder nicht so wichtigen Gedanken aufn Kopf zu hauen :-)
    Aja, jedenfalls habe ich heute nen 3 m langen und 2m hohen Holzzaun gemalt und dabei Musik gehört und n alkfreies Bierchen gezischt. Dazu noch die Sonne und mein Kater hat mich genauestens beobachtet was ich da so treib.
    Ja! Klasse! Das hatte ich irgendwie nicht mehr erwartet....

    Also, schönen Abend noch, Don

  6. #406
    Forum-Mitglied (nicht vorgestellt)

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: Interessiert/Eigenverdacht auf ADHS / ADS
    Forum-Beiträge: 14

    AW: Erleben der Medikamentenwirkung

    cajo81 schreibt:
    Deine Erfahrung kann ich sehr gut teilen. Am Anfang war ich durch MPH auch deutlich selbstbewusster und hatte viel weniger Ängste - auch vor Frauen. Im Nachhinein nehme ich aber an dass dies ein kurzzeitiger "euphorischer" Effekt war weil ich gemerkt hatte "wow das MPH hilft" oder "endlich wird alles gut". Da kamen natürlich mehr Gückgefühle in mir hoch Leider legt sich aber diese AnfangsEuphorie mit der Zeit und du fällst in die alten PSYCHISCHEN Muster zurück. MPH ist kein Angstkiller sondern hilft dir höchstens deine Ängste besser wahrzunehmen und kontrollieren zu können. An deiner Stelle würde ich sehr vorsichtig sein mich mit MPH in eine vermeindliche Euphorie oder Angstfreiheit pushen zu wollen. Du sollst nur ruhiger und konzentrierter werden ! Alles andere musst du auf psychischer Ebene klären oder zusätzlich Antidressivas nehmen ! Ich habe das Gefühl dass du womöglich, so wie ich damals, zu viel von MPH erwartest. MPH unterstützt dich zwar deine Lebensprobleme zu lösen; das Medikament selber löst diese aber nicht !
    Danke für deinen Beitrag cajo81, ich muss jetzt sagen, seit letzten drei Tagen merke ich diesen Effekt oder erlebe ich das, was du in deinen letzten Sätzen geschrieben hast. Ich bin jetzt ruhiger und dadurch kann ich (hoffentlich) meine Angst überwinden. Es ist alles kurzfristig, knapp 3 Tage, aber ich empfinde die Situation folgendermaßen (anhand meiner Erlebnisse heute). Da sitze ich auf dem Hof und es kommt ein Mädchen vorbei. Ich erkenne sie nicht. Sie sagt zu mir 'Hallo'. Und obwohl ich mich an sie nicht erinnern kann, erwiderte ich ihr. Wir haben uns kurz unterhalten und es hat sich herausgestellt von wo ich sie kenne. Bei dem ganzen würde ich nicht sagen, ich hatte keine Angst. Ich war ruhiger und ließ schauen, was sich entwickelt. Ich musste nicht ganz schnell zu einer Lösung greifen, um meine Angst zu dämpfen. Die Angst war deutlich kleiner und ich habe die Situation genossen. Ich war endlich mal wieder an die Menschen interessiert, und nämlich in dieser ruhiger Weise. Ich musste nicht mit Gedanken zu einem Thema springen. Ich war dabei und es hat mir gefallen. Hoffentlich wird es mir besser gehen und ich werde die Angst überwinden. Einzige Sache wundert mich. Als ich dem Arzt über diesen Euphorieeffekt an den ersten Tagen gesagt habe, hat er nichts dazu gesagt. Er hat mir weder gesagt, es war nur kurzfristig, noch, ich soll diesem Zustand folgen. Mein Arzt redet auch eher wenig, was ich eher merkwürdig finde. edit: und schon wieder lasse ich leere Zeilen in meinem Beitrag und als er publiziert wird, sind die Zeilen weg. Sorry.

  7. #407
    Neues Forum-Mitglied

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 309

    AW: Erleben der Medikamentenwirkung

    Nun war es am Wochenende so klasse und Montag auch noch. Seit gestern bin ich nervös und hektisch. Letzte Nacht habe ich nur 4 Std geschlafen und fühle mich heute alles andere als fit.
    Habe heute nicht Medikinet Adult, sondern unred. mph genommen. Hoffe, dass es bald wieder besser sein wird.
    Fühle mich heute eigentlich so, wie vor Beginn der MediEinnahme....
    Angespannt
    Müde
    Konzentration gleich Null
    Hektisch
    Unruhe

    Keine Ahnung.... Warte ab... Aber schade...

    Euch nen besseren Tag, Don

  8. #408
    salamander

    Gast

    AW: Erleben der Medikamentenwirkung

    ich werfe da mal folgendes ein.


    wenn menschen depressionen haben, lernen sie ein depressionstagebuch zu führen.
    was nicht heißt, dass sie ihr leben komplett unter die lupe nehmen und ihre befindlichkeiten,
    sondern, annehmen lernen(!), dass es verschiedene befindlichkeiten gibt.


    keiner kann sich 365 tage im jahr wohl fühlen, denn er/sie würde es nicht mehr spüren,
    und würde sich mieß fühlen obwohl er sich gut fühlt... das wäre die andere art von ab-
    stumpfung.


    es gibt bei depressionstagebüchern die skala 1 bis 10, in die die befindlichenkeiten ein-
    geteilt werden, also von ganz, ganz, dunkelschwarz bis richtig, richtig hell, zufrieden mit
    sich und der welt.


    in dieser skala bewegt sich jeder mensch. während depressiver episoden, fast nur im
    unteren, was zum teil(!) auch mit der wahrnehmung zu tun, dem nicht mehr sehen können,
    was paßt und gut ist, dafür nur noch, was ganz und gar nicht paßt, geht, sich richtig schlecht
    anfühlt. der ständige blick in diese richtung, führt zu einem tiefer hineinsinken statt heraus-
    finden, also hilft zumindest bei einem teil: blickrichtung änderen. das alleine ist es natürlich nicht,
    damit ich da nicht falsch verstanden werde!


    ähnlich würde ich raten, mit der wirkung von mph und den erwartungen daran umzugehen.
    eine durchgezogen gerade linie, ohne ausschläge nach unten und oben, kann es nicht
    geben. es wird also immer mal besser, mal schlechter sein, mal richtig gut sein.


    statt zu hoffen, dass es bald wieder besser wird, wäre meine empfehlungen, sich so ein
    mph-tagebuch einzurichten, wie ein depressionstagebuch. damit der selbstgemacht druck
    aufhören kann und die erwartungen an das leben und damit medi in den bereich des mach-
    baren rücken. sonst wäre ja das angestrebte ziel superheld und die gibt's nur in comics oder
    hollywood


    ich hatte die letzten tage auch hektiktage, wo mir wieder alles aus den händen viel, was is'n
    jetzt wieder los mit mir? sowas ist aber selbstschädigend. es ist leichter sich zuzugestehen,
    dass es diese tage immer geben wird, und sich über die zu freuen, wo es nicht so ist. das
    macht den umgang mit dem was ist leichter. darum geht es, finde ich.

  9. #409
    Neues Forum-Mitglied

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 309

    AW: Erleben der Medikamentenwirkung

    1. Ich führe Tagebuch seit Beginn der Medikation
    2. Ich schreibe hier meine Tagesbefindlichkeiten. Das Thema is ja "Erleben der Medikamentenwirkung". Also schreib ich hier sowohl gute Veränderungen und Tage hin, alsauch wenns mal schlechter ist.
    3. Klar, jeder hat Tagesformen, die unterschlich sind.
    4. Das ich mein Befinden tagesabhängig auch mit "Wow, heute war alles klasse", oder mit "Schade, hoffe, es wird bald wieder besser, gehört für mich zu meiner Beschreibung dazu
    5. Ich denke, es ist für jeden der die medis nimmt auch hilfreich so auf und abs zu lesen, um zu sehen, dass es normal ist

    Gruß
    Don

  10. #410
    Ist hier zuhause

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose seit Kindheit
    Forum-Beiträge: 4.257

    AW: Erleben der Medikamentenwirkung

    Zwei Anmerkungen:

    Gute und schlechte Tage gibt es natürlich auch mit MPH. Ansonsten wäre es ja schrecklich oder? Nur - zumindest mir gelingt es öfter aus einem Tag der fast schlecht ist doch noch einen guten zu machen. Dabei helfen aber auch die Tipps des Therapeuten - und die sind mit MPH besser umsetzbar.

    Zum Hungergefühl: Bei mir ist der Einfluss von MPH auf den Hunger praktisch Null, in der Tendenz reduziert es wohl den Hunger minimal sofern es überhaupt einen Einfluss hat - Aber: Ich esse regelmäßiger und gesünder schlicht weil ich esse und nicht entweder fresse oder Essen vergesse und ich bin merklich empfindlicher gegen Unterzucker (oder ich spüre ihn eher, keine Ahnung was). Unterm Strich esse ich also eher etwas mehr. Von Heißhunger kann ich aber nicht reden.


    ---
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