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Diskutiere im Thema Erleben der Medikamentenwirkung im Forum ADHS Erwachsene Medikamente
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  1. #181
    salamander

    Gast

    AW: Erleben der Medikamentenwirkung

    das dauert schon seine zeit, bis man die richtige dosierung für sich gefunden hat

  2. #182
    salamander

    Gast

    AW: Erleben der Medikamentenwirkung

    so, jetzt nehme ich über ein jahr mph. mal wieder zeit was zu schreiben...



    im großen und ganzen macht es einen richtig spürbaren unterschied. was mir aber nach wie vor passiert,
    dass ich mich, nun ja, übernehme. was meint, ich kann meine kräfte auch mit mph nicht richtig einschätzen,
    spüre nicht, wo ich einen break für mich brauche.


    erst wenn ich so richtig ausgelaugt bin, und eigentlich nicht mehr kann. dann frag ich mich wieso ich so "fertig"
    bin, und wenn ich denn zurück gehe in der zeit, merke ich, hoppla, da bin ich wieder losgespurtet und mit voll-
    dampf gefahren, weil um was es ging so begeistert hat...


    dann brauch ich wieder, um mich von dem marathon, den ich nicht als solchen empfunden habe, als ich mitten
    drin war, zu erholen. also das krieg ich auch mit mph nicht in weiche bahnen. wobei ich mir da auch kein
    bißchen sicher bin, ob das überhaupt in den "griff" zu kriegen ist. denn die begeisterung, oder das brennen
    für etwas, ist für mich immer schon lebendigkeit pur gewesen, da habe ich immer schon sehr viel geschafft.
    aber jetzt weiß ich woher das boooom danach, das zusammenkrachen kommt, weil keine kraft mehr da.




    wie ich das in griff kriegen soll, fragezeichen. und auch fragezeichen, ob es richtig ist, das überhaupt in den
    griff kriegen zu wollen oder nicht besser ist, einen weg für mich zu finden, wo ich damit (einfach) lebe, das
    einplane, dass ich so bin. ob das nicht vielleicht sogar viel besser ist, damit zu leben, mich darauf einzu-
    stellen, als gegeben hinzunehmen, statt dagegen anzukämpfen. der kampf gegen etwas, ist ja grundsätz-
    lich anstrengender, als sich auf etwas einzustellen und versuchen damit einen umgang zu finden, meine
    meinung...


    was auch bei weitem nicht mehr so krass ist wie ohne mph, ist: das mit volldampf auf dein ziel loszupreschen
    (ohne realitätsprüfung, plan und "ziel"), auf einmal "bildlich" gesprochen, stehen zu bleiben, und mich völlig
    irritiert zu fragen, was mach ich hier eigentlich? will ich das überhaupt? und das auch noch meistens mitten
    drin. das hat so ziemlich aufgehört.




    die wahrnehmung, wenn ich mein mph vergessen habe, das merk ich sofort in der situation. mist, heut hast
    nicht dran gedacht. es stürmen soviele ungefilterte eindrücke auf mich ein, da bin ich komplett überfordert.
    was ich immer schon hatte, und mich manchmal ohne irgendwas von dem zu kaufen, was ich eigentlich ge-
    braucht hätte, aus dem aldi/penny zu stürmen. mit mph passiert sowas nicht, da laufen die dinge gerade,
    da entsteht dieser wirr-warr aus zuviel nicht.




    auf menschenmassen, wie z.b. jetzt in der stadt oder weihnachtsmärkten, da reagier ich auch mitunter auch
    mit mph allergisch. das wird mir ganz schnell zuviel, und mir kommen die leute vor, wie wild gewordene bil-
    liardkugeln, die völlig irre hin und her schießen. dann muß ich da weg. das geht dann nicht. einkaufen
    shoppen unter solchen bedingungen geht meistens gar nicht, aber auf weihnächtsmärkten kann ich das
    dann schon auch wieder genießen und sehr inspirierend empfinden. hängt ganz von meiner stimmung ab.




    unter emotionalem streß, verbrauche ich das mph viel schneller, da gehe ich auch in eine art rebound, was
    mitunter bis zu einer halben stunde dauern kann, da rede ich dann wie besoffen. verdrehe die wörter im
    sprechen, wie es mir oft auch beim schreiben passiert. ich komm dann nicht mehr mit, mit der zunge. zuviel
    und zu schnelles gedanken-feuerwerk im kopf.




    ansonsten macht den großen unterschied aus, dass ich (jetzt) auch zur seite treten kann, nicht immer, aber
    ziemlich oft, für meine verhältnisse. kann ich sachen/dinge an mir vorbei gehen lassen, auf die ich früher an-
    gesprungen wäre. das ist für mich der erfolg der therapie die ich gemacht habe und des mphs. das mph
    macht es viel leichter für mich, mit dem umzugehen, was ich "erkenne" im verhalten, das mir begegnet. aber
    wenn's deutlich zu heftig wird, dann spring ich nach wie vor an, und kann sehr ungemütlich werden.


    tage, wo ich zu aldi ging, mit abzureagieren im "nahkampftraining" zu stoßzeiten, die habe ich seit ich mph
    nehme nicht mehr.




    abhängig, glaub ich, kann man vom mph nicht werden. dafür passiert es mir zu oft, dass ich vergesse es
    einzunehmen. aber das merk ich dann auch, dass ich viel lauter bin, unkoordinierter usw. usf..., frag
    mich, was ist heut los mit mir...? warum geht das nicht...? und dann fällt's mir wieder ein. mph...




    flüchtigkeits-"fehler" mit mph fallen deutlich geringer aus. ich sehe die sachen, die einer korrektur bedürfen,
    die mir sonst einfach durch laufen. gespräch führen mit mph ist ein genuß, weil ich den faden nicht mehr
    verliere und die themen präsent bleiben, ich jederzeit auf jeden punkt zurück kann. das ist wie aus einem
    käfig in die freiheit entlassen zu worden zu sein. das 24, 48 stunden oder noch später, häh, was hat der/die
    da gesagt, das darf ja wohl nicht wahr sein, warum ist mir das nicht aufgefallen?, das geht ja gar nicht, der
    spinnt wohl, usw.usf. ist mit mph nicht mehr. das ist eine sagenhafte erleichterung.




    ich bin mit mph für mein gefühl, auch mir selbst bewußter, dann klar und deutlich sagen, was für mich ist,
    und dazu stehen. ich laviere da nicht mehr herum. es ist eben so. damit kann ich jetzt umgehen. ich be-
    merke, dass das auch für alle anderen viel angenehmer ist. zwar manchmal anstrenger, aber grundsätz-
    lich positiv bemerkt wird. es hat sich aber dadurch auch eine, nennen wir es mal, selektierung meines um-
    felds ergeben, ich habe "ausgemistet". mir hat das gut getan.




    was habe wir noch? die unangenehmen - das schieb ich auf - dinge, die hab ich schon noch am laufen. dat
    läuft auch nach einem jahr noch nicht rund. aber ich re-agier schneller als früher, die zeitspanne bis... ist
    kürzer... ordnungstechnisch bin viel besser drauf, es hat sich eine struktur ergeben, von selbst aus mir
    heraus. zwischendurch ist dann immer wieder eine woche drin, wo ich zur chaoskönigin mutiere, aber es
    dauert dann nur eine stunde oder zwei, und ich krieg alles wieder auf spur. ich find das super.




    abgrenzung funktioniert mal besser, dann wieder schlechter... nicht ganz wie ebbe und flut, aber doch
    ähnlich. aber ich spüre wenigstens wo ich stehe und kann das formulieren.




    gedankenkarusell bei schweren themen, läuft nach wie vor. kann ich schon mal drei wochen drin hängen,
    wenn's richtig heftig ist. aber dann ist das schlimmste überstanden. es schwappt dann wieder in einer light-
    variante zurück zu mir, da kann ich aber jetzt bemerken, wie mich das thema um das immer es geht, mich
    aufregt, narrisch macht, und lerne gerade, mich dann heraus zu nehmen. das thema zur seite zu legen,
    mich nicht mehr damit zu beschäftigen, weil es mich zerreibt. sind immer so phasen die ich durchlaufe und
    mit jedem durchgang leichter werden, bis sie aufhören.




    mph hat schon viel verändert, aber einen neuen menschen hat es nicht aus mir gemacht. meine baks
    hab ich nach wie vor, nur der umgang damit kommt mir leichter vor. da ist jetzt kein solcher druck mehr
    drin. und auch das bewußtsein ads zu haben, dadurch in so einigem anders zu sein als andere, das macht
    es auch leichter, mit dem zur seite treten, die dinge mal sein zu lassen. nicht immer und nicht bei allem,
    aber doch immer mehr, im vergleich zu ohne mph.

  3. #183
    Plaudertasche

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose seit Kindheit
    Forum-Beiträge: 1.112

    AW: Erleben der Medikamentenwirkung

    Liebe Salamander

    Ja das mit dem Übernehmen kenne ich sehr gut. Aber eigentlich erst, seit der Einnahme von Concerta. Nicht, dass ich getrieben wäre, nein. Aber man erledigt Dinge, die einem vorher soooooo schwer fielen viel einfacher und weil dies so einfach von der Hand geht erledigt man das nächste und übernächste.... einfach weil man endlich so kann wie man immer gewollt hat oder so ähnlich. Und bemerkt gar nicht, dass man noch keine Pause gemacht hat. Dies ist eine ganz neue Erfahrung für mich und muss erst lernen mit den neuen Resourcen klug umzugehen...

  4. #184
    Kennt sich hier aus

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 750

    AW: Erleben der Medikamentenwirkung

    @ Salamander

    ich bin dein Fan. Du schreibst so toll, an dir ist eine Schriftstellerin verloren gegangen.
    ausserdem erkenne ich mich in deinem bericht zu 99% wieder.

    du bist echt ne coole socke!!

    danke für diesen tollen threat

  5. #185
    salamander

    Gast

    AW: Erleben der Medikamentenwirkung

    so das gehört auch hier rein. eine ads-diagnostizierte freundin, hat mit mph begonnen, und mir ihr
    erleben erzählt. hab's in mein tb geschrieben.


    wen es interessiert, hier ist der beitrag darüber, wie sie die wirkung des medi erlebt. #617


    lg
    SalaManderine

  6. #186
    Stefanus

    Gast

    AW: Erleben der Medikamentenwirkung

    @salamander: Mit deinem Post sprichst du mir aus der Seele, könnte das fast so unterschreiben wie du es geschrieben hast. Gerade das mit den Gesprächen find ich auch so klasse, man kann einfach mal super locker und mit einer enormen Gelassenheit Themen folgen. Allerdings denke ich mittlerweile jeden Tag dran meine Medis zu nehmen, also ich würde mich da in gewisser Weise schon abhängig sehen. Hängt aber wohl auch damit zusammen weil das Medikament eben so eine starke Wirkung auf meinen Alltag hat.

  7. #187
    salamander

    Gast

    AW: Erleben der Medikamentenwirkung

    den bezug zu abhängigkeit kann ich nicht herstellen für mich.


    dann wäre ja jeder der herzkrank ist, und herztabletten nimmt, auch abhängig.

  8. #188
    Stefanus

    Gast

    AW: Erleben der Medikamentenwirkung

    Ist halt die Frage was man als abhängig sieht. Wenn zum Beispiel ein Zuckerkranker kein Insulin bekommt kann er ziemliche Probleme bekommen und demenstprechend wird er auch immer darauf achten, dass er sein Insulin nimmt. Bei mir ist das ähnlich.

  9. #189
    sizifo

    Gast

    AW: Erleben der Medikamentenwirkung

    hallo salamander,

    interessiert lese ich die entwicklung deiner medi-einnahme und frage mich wie so oft, ob ich mich nicht doch zur medikation durchringen soll, aber ich mag chemie nicht so gerne und habe ziemlichen respekt vor nebenwirkungen.

    um rauszukriegen, welche wirkung das zeug auf mich hätte, müsste ich es ausprobieren, schon klar, aber wenn du lust hast, kannst du vielleicht mal zusammenfassen, was plus- und was minuspunkte für dich sind, so im überblick. das könnte hilfreich sein für mich. thx

    sorry wegen kleinschreibung, hab grad keinen bock auf großschreiben.

    bin gespannt!

    lg
    sizifo
    Geändert von sizifo (13.01.2014 um 17:08 Uhr)

  10. #190
    salamander

    Gast

    AW: Erleben der Medikamentenwirkung

    hallo sizifo,

    klick dich einfach durch meine posts, da steht alles drin, was sich getan hat.


    lg
    salamander


    p.s. zu den nebenwirkungen. ich kann keine vermelden.

    .... und chemie nimmt jeder täglich in rauen mengen mit nahrungsmitteln zu sich, ohne daran auch nur einen gedanken zu verschwenden... ich sag da nur fleisch in der pfanne und sonstiges...
    Geändert von salamander (13.01.2014 um 17:11 Uhr)

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