Seite 1 von 3 123 Letzte
Zeige Ergebnis 1 bis 10 von 28

Diskutiere im Thema Methylphenidat schlägt ein wie eine Bombe im Forum ADHS Erwachsene Medikamente
bei ADHS bei Erwachsenen Forum
Fragen, Antworten und Hilfe rund um ADS / ADHS - Medikamente, wie Ritalin, Concerta, Medikinet, Equasym und Strattera, sowie Medikamente bei Komorbiditäten, wie Antidepressiva, Neuroleptika, Benzodiazepine, andere Psychopharmaka und sonstige Medikamente
  1. #1
    Forum-Mitglied (nicht vorgestellt)

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 9

    Methylphenidat schlägt ein wie eine Bombe

    Hallo

    Ich möchte hier meine Erfahrung mit Methylphenidat aufzeigen.
    Es kam vor kurzem raus, dass ich wohl seit meiner Kindheit an ADS leide.
    Nach dem Abitur kam ich nicht mehr zurecht. Struktur war weg, Alkohol, Spielsucht, schliesslich Drogen, Depressionen, Angstzustände.
    Trotz zahlreicher Medikamentenversuche war meine Depression und meine Angst nie ganz weg, ich hatte starke Antriebststörungen, bin im Subutexprogramm gelandet und
    bekam mein Leben nicht in den Griff.
    3 Suchttherapien habe ich auch schon hinter mir. Aber die psychischen Probleme waren so belastend, dass ich es nur 2 Jahre durchhielt beim letzten Mal clean zu bleiben.
    Jetzt habe ich Methylphenidat, was ich selbst zahlen muss, ausprobiert.
    Resultat, Angst weg, Depression weg, beim Onlinepoker mit dem ich etwas Geld nebenher verdiene spiele ich wieder und gewinne das Doppelte, mir macht das Aufräumen nichts aus, ich bin mit Benzodiazepinen runtergegangen, mit Subutex (wozu soll ich das noch nehmen), schleich das also langsam aus und hoffe, dass ich meine Impulse besser im Griff habe und nicht wieder solche Nogos baue.
    Ausserdem wird mir jetzt natürlich klar, warum ich als Kind immer so vergesslich war, im Unterricht nur bei meinen Lieblingsfächern aufpasste und ständig das Gefühl einer inneren Leere bzw Unruhe (je nachdem ) hatte.
    Derzeit nehme ich 40 mg, denke aber das 60 mg besser wären.
    Heute morgen habe ich zum ersten mal direkt nach dem Aufstehen eine Retard Medikinet 20 mg genommen (ich muss die Tabletten jeden Tag holen) und die Wirkung war mir zu schwach, es war irgendwie etwas besser, aber es ging zu lange, sind ja auch Retard.
    Nachdem ich 2 Stunden später noch einmal eine nahm fand ich die Wirkung schon wieder zu stark.
    Habe allerdings etwas angst, dass ich high bin und das nicht der Normalzustand ist, dass ich mich entspannt und lebensfroh fühle
    und das vorbei geht und nur durch ständige Dosissteigerung zu erhalten wäre, was natürlich der falsche Weg wäre.
    Normalerweise habe ich nämlich gerade wieder eine ausgeprägte Winterdepression aber Methyl überdeckt das alles.
    Wenn die Menge stimmt werde ich ruhiger und die Angst geht weg, schon Wahnsinn das ein Aufputschmittel gegen Angstgefühle hilft.
    Die Frage ist natürlich jetzt wie es weitergeht. Ich bin inzwischen 39 Jahre alt und wenn ich jetzt dauerhaft belastbar bin, dann ist ja sogar noch was drin in meinem Leben.
    Ich habe jedenfalls wieder Hoffnung, jetzt heisst es halt, Drogen runter (auser Ritalin M) und dann vielleicht HIlfe holen.
    Bei der Arbeitsagentur haben sie mich ja schon abgeschrieben, nachdem mich ein Psychater arbeitsunfähig geschrieben hat in deren Auftrag.
    Ich fühl mich aber nicht unfähig, jedenfalls jetzt nicht mehr, ich war nur so dermassen comorbide und im Gegensatz zu den anderen armen Gestalten, die süchtig sind, habe
    ich es vielleicht einfacher, weil die Ursache gut behandelbar ist.
    Ich würd mich über Feedback freuen und Tips wie ich meitermachen soll.
    Ich nehme derzeit noch Serotinwiederaufnahmehemmer und Mirtazapin zum schlafen.
    Alkohol trinke ich so 2 l Bier am Tag (morgens 2 nach dem Arzt und abends noch mal 2Bier), möchte ich auch runtergehen, mit Sport eventuell wieder anfangen.
    Geändert von 2phil4u (27.11.2012 um 14:40 Uhr)

  2. #2
    Forum-Mitglied (nicht vorgestellt)

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: Ärztliche Verdachtsdiagnose auf ADHS /ADS
    Forum-Beiträge: 100

    AW: Methylphenidat schlägt ein wie eine Bombe

    hi 2phil4u
    War am anfang ähnlich bei mir, hab mich nicht wiedererkannt,,nehme momenthan morgens 20 mg und gegen 1 nochmal 10 mg retard,damit gehts ganz gut,
    denke aber trotz allem solltest du dier noch nen Therapeuten suchen, sport ist immer gut, seitdem ich Medikinet nehme , hat sich das Thema alk eigentlich erübrigt, um früher das Kopfkino abzuschalten, habich ein bis 2 Flaschen wein gebraucht,jetzt bin ich abends eigentlich so müde, dass ich um 10 ins bett gehe, dafür um 5 schon wieder wach.
    Naja, und ich glaube nicht, dass man im online-Poker dadurch mehr glück hat.
    verrenn dich da mal nicht. ein guter freund von mir dachte auch das wäre gut, zum schluß hat er wegen seiner schulden, den rechten weg verlassen, wurde geschnappt und zahlt auf dem weg der Läuterung immer noch ab,
    seiner Familie gefällt das gar nicht,
    trotzdem solong und viel erfolg.
    lg. Fackel

  3. #3
    Forum-Mitglied (nicht vorgestellt)

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 9

    AW: Methylphenidat schlägt ein wie eine Bombe

    Ich spiele bereits seit 6 Jahren ernsthaft Poker, mit Glück hat das nur kurzfristig zu tun.
    Bisherige Einnahmen von 30K Euro auf kleinen Limits bisher, allerdings sind die goldenen Zeiten vorbei, weniger schlechte Spieler.
    2007 war das noch ein Traum, aber ich bin auch besser geworden. Für 500 Euro extra im Monat reichts noch locker,wenn ich viel spiele und das ist für mich eine Menge Geld,
    schau mal auf PokerStrategy.com - Kostenlos Poker spielen und Poker-Strategie lernen nach, da siehst du das man damit wirklich Geld machen kann, die besten machen 6 stellige Beträge im Jahar, vereinzelte mehrer Milionen.
    Klar gibts auch Verlierer und so wirklich gefällt es mir natürlich nicht, dass andere, die süchtig sind aber nicht die mathematischen Fähigkeiten haben oder sich erst gar nicht mit Theorie beschäftigen in
    Probleme geraten, aber ohne mich wärs ja nicht anders.

    Sogar mein Arzt will meine Erfolge kontrollieren, ich soll ihm meine Winnings zeigen.
    Ich hatte nämlich vorher gar keine Lust mehr zu spielen und war auch oft im Kopf blockiert.

    Aber ich möchte darüber eigentlich nicht weiterreden, ich zahl ja nie Geld ein, ich hebe immer nur ab, da ich Bankrollmanagment betreibe.

    Glaubt mir einfach, dass es eine Geldquelle für mich ist und ich jetzt natürlich noch weitere suche, bzw auch gerne andere soziale Kontakte haben würde.
    Zur Zeit bin ich durch meine Substitution halt fast nur mit Süchtigen in Kontakt und die Meisten drehen sich wie ich (hoffentlich jetzt nicht mehr ) im Leben ständig im Kreis und sind veramt.
    Vorhin habe ich wieder gepokert und meine Mutter (Besuch) hat gekocht. Nach dem Essen konnte ich mich aber wieder nicht aufraffen zu spielen.
    Jetzt sitze ich leider auch wieder mit einigen Biers hier, aber ich hoffe, dass ich das noch in den Griff bekomme.
    Man kann ja nicht von heute auf morgen alles ändern.
    Geändert von 2phil4u (27.11.2012 um 20:21 Uhr)

  4. #4
    Neues Forum-Mitglied

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Alter: 30
    Forum-Beiträge: 79

    AW: Methylphenidat schlägt ein wie eine Bombe

    Hallo Phil,

    schön, dass dir MPH so gut gefällt. Ich möchte aber auch noch ein paar mahnende Worte an dich abgeben:

    Auch wenn du Erfahrung hast, halte dich genau daran, was dein Arzt dir sagt und was er dir gibt. Habe in deinem anderen Thread schon gelesen "Würde am liebsten 60mg nehmen" klingt dann doch schon wieder nach "viel hilft viel" und das ist bei MPH eben halt nicht der Fall. Solche Experimente (nach 2h gleich die nächste RETARD) sollte man einfach absolut sein lassen. Das ist absolut entgegen der Einnahmeempfehlung der Packungsbeilage, des Wirkungsmechanismusses und der therapeutischen Einnahme. Und wie du schon gesagt hast: Man merkt dann schnell dass es doch zu viel war. Und das ist eben halt auch nicht schön.

    2Liter Bier am Tag ist auch schon wirklich "sportlich". Die Suchtproblematiken würde ich an deiner stelle wirklich nochmal angehen. Wir ADSler neigen ja doch stärker danach. Das mit dem Poker ist so eine Sache. Wenn du damit gut zurecht kommst und mit deinen soliden winnings im Monat etwas rausschöpfen kannst ist das meines erachtens okay. Schlimm wirds, wenn du das Geld verzockst und kein Ende findest. Nur pass halt auch auf, dass du nicht MPH jetzt als Ersatzdroge missbrauchst und dir in kurzen Abständen höhere Dosen reinziehst weil du eine noch bessere Wirkung haben möchtest.

    Die Wirkung ist da und man muss da ganz genau auf sich acht geben, sich beobachten (auch kritisch) und erstmal ausprobieren, wie es mit der aktuellen Dosierung über ein paar Tage/Woche denn so läuft. Es kann nämlich auch sein, dass du grade durch MPH zwar insgesamt besser funktionierst, dir aber auch einige negative dinge viel mehr auffallen. Depression, Ängste. Dann noch eine Schippe drauf zu legen endet wieder in einer Überdosierung. Ich glaube wir wissen beide was das bedeutet. Extrembenutzer können sich aber wohl auch daran gewöhnen und da sollten wir sicherlich nicht hin kommen.

  5. #5
    Forum-Mitglied (nicht vorgestellt)

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 9

    AW: Methylphenidat schlägt ein wie eine Bombe

    Danke für die Tips.
    Im Gegensatz zu einigen anderen ist es bei mir nicht so, dass mir Depressionen und Ängste nicht auffallen und ich zerstreut rumrenne, sondern seit Jahren
    versuche ich mit Medikamenten meine Stimmung einigermassen zu halten, was nur teilweise gelang.
    Was die Suchtproblematik angeht gebe ich dir natürlich recht, aber mal eben mehr zu nehmen ist für einen Polytoxikomanen wie mich völlig normal.
    Zum Glück führt eine zu hohe Dosierung nicht zu Euphorie, sondern macht sich eher in den Amphetamintyischennebenwirkung en wie flaues Gefühl imi Magen, Nervösität und
    Muskelverspannungen im Kiefer bemerkbar.
    Trotzdem war es gestern so, dass ich nach den 20 mg aufgrund der Retardierung zu wenig Wirkung verspürte in den ersten 2 Stunden.
    Deshalb denke ich, dass 60 mg für mich, ich bin 1.90 m gross die optimale Dosis ist.
    Ich beobachte mich schon kritisch, falls ich in eine "Ich will mehr, gut reich nicht, ich will sehr gut" Dynamik verfalle.
    Den Alkoholkonsum möchte ich zumindest soweit einschränken, dass ich die meisten Tage in der Woche gar keinen Alkohol trinke.
    Denn Alkohol ist für einen strukturierten Tag absolutes Gift und ich habe früher so zwischen 20-30 gesoffen wie ein Loch, war mir sehr schlecht tag,meine Depressionen und vor
    allem auch Ängste massiv verstärkte.

  6. #6
    Mega-Wusel

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen:
    Alter: 40
    Forum-Beiträge: 2.452

    AW: Methylphenidat schlägt ein wie eine Bombe

    Hm, also ich denke, das ist auch bisl ein Trugschluss zu glauben, weil man groß ist, man braucht mehr MPH. Ich bin auch sehr lang, aber 60 mg würden mich lang strecken. Gerade bei den retardierten Medis ist es ja so gewollt, dass Du die Wirkung eben nicht so heftig anfluten spürst, wie bei unretardierten. Kommt langsam, geht langsam - hält dafür länger.
    Es ist nicht gesagt, dass Du mit 60 mg besser klar kommst. Was wenn nicht? Willst Du dann 80 mg? Du steckst schon in einer Suchtproblematik. Deswegen denke ich auch, dass die Ärzte Dich nicht einfach so locker flockig rauf dosieren.

    Ich denke, wie das Medikinet richtig wirkt, wirst Du sicherlich erst merken, wenn Du auch Deinen Alkoholkonsum einschränkst. Zudem Du bereits morgens Bier konsumierst. Sicherlich liegt die Einnahme des MPH dazu parallel, was man ja nicht tun sollte.

  7. #7
    Neues Forum-Mitglied

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Alter: 30
    Forum-Beiträge: 79

    AW: Methylphenidat schlägt ein wie eine Bombe

    "Mit Medikamenten die Stimmung zu halten."
    Ich bin selber einige Zeit von Depressionen betroffen gewesen, teilweise auch wirklich starke. Wurde sehr viel falsch behandelt und mit Antidepressiva vollstopft. Was ich hier gemerkt habe: Die Medikamente können zwar ein wenig helfen aber der Kern der Probleme(und somit auch Depressionen) muss angepackt werden. Mein Lebensablauf zu ändern, meine Probleme angehen und etwas dagegen tun hat mir viel mehr geholfen, als es diese Medikamente gemacht haben. Der Rest des Leidendrucks wurde mir dann durch MPH genommen und ich bin (nahezu) Depressionsfrei.

    Mehr einwerfen und dies entschuldigen mit Polytoxikomanie? Die benötigte Wirkstoffmenge ist überhaupt nicht an irgendwelche Körpermaße oder Masse gekoppelt. Kinder nehmen z.B. häufiger eine viel höhere Dosis als ein Erwachsener sie braucht. Daher gibt es bei Methylphenidat auch keine klare Dosierung. Es muss jeder individuell selber schauen, was ihm gut tut. Daher ist die vorgehensweise ja auch so, dass man langsam hochdosiert, bis die Wirkung wieder ins negative kippt (überdosierung) und dann wieder ein bisschen weniger nehmen und schon hat man seine Dosis.

    Auch kann die Dosis nach Lebenslage total unterschiedlich sein. Wenn man sein leben mit den neuen Medikamenten viel besser auf die Reihe bekommt, man viel Ballast von den Schultern geworfen hat kann es auch gut sein, dass man die Dosis reduzieren kann.

    Bei dem Alkoholismus sehe ich das ganz radikal. Wer einmal wirklich abhängig war und schweren chronischen Missbrauch betrieben hat, wird nie wieder kontrolliert den Stoff genießen können. Bleibt es wirklich bei 2L? Was passiert wenn auf einmal eine schlimme Situation eintritt? Kann man sich wirklich davor wehren, wieder ohne Grenze den Alkohol in sich rein zu schütten?

    Ansonsten schließe ich mich schnubbel an. Außerdem kann ein Medikament nie "die Lösung" sein. Es macht das ADS nicht weg. Es lichtet nur den Nebel ein wenig. Ziemlich bedenklich ist aber wirklich das selbstdiagnostizieren. 20mg sind zu wenig, also will ich 60! Das muss für mich gut sein. Nein nein...

    Übrigens: Aktuell werden 80mg/Tag als maximaldosis bei Methylphenidat angenommen. Basierend aus einer maximalen Verschreibungsmenge von 2.400mg/30Tage (BTM Verordnung).


    Versteh mich nicht falsch. Ich möchte niemanden hier nieder machen weil ich schlechte Laune habe oder sowas. Ich sehe nur bei dir Denkweisen und ein Wissen, welches absolut entgegen der sinnvollen Einnahme von Methylphenidat ist.

  8. #8
    Forum-Mitglied (nicht vorgestellt)

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 9

    AW: Methylphenidat schlägt ein wie eine Bombe

    Ihr mögt ja alle recht haben, aber durch mein Leidensweg kann ich sehr gut beurteilen, was mir gut tut und was nicht.
    So war der Alkoholkonsum gestern abend absolut für die Katz, mir ging es nicht besser.
    Solche Erfahrungen auf Dauer führen dazu, dass das Verlangen nach Alkohol zurückgeht denke ich.
    Und wie du bereits gesagt hast, wird die optimale Dosis dadurch festgelegt, dass ein Mehr die Situation verschlechtert.
    Das war eben bei 40 mg retardiert der Fall.
    Ausserdem gehe ich gerade mit meinen Ersatzdrogen runter und das mit dem Alkohol nie wieder kontrollieren können ist nur die halbe Wahrhiet.
    Es gibt durchaus Programme, die ein kontrolliertes Trinken als möglich erachten.
    Dadurch, dass ich aber die positive Wirkung schon seit einiger Zeit durch Medikamente nicht mehr so spüre, ist auch mein Verlangen deutlich zurückgegangen.
    Deshalb bleibe ich nach wie vor dabei, dass mir 60 mg helfen würden, den Alkohol noch weiter zu reduzieren und was noch wichtiger ist.
    Meine Auslösefaktoren wie Depression und Angst sind soviel besser geworden, dass ich nun wirklich merke, was noch Sucht ist und was Selbstmedikation.
    Die Erfahrung gestern abend und heute die fehlende Lust auf das 3. Bier sagen viel aus.
    Der Arzt wird mir nicht so schnell 60 mg geben, ich muss ihm beweisen, dass ich mein Leben besser im Griff habe und die anderen Ersatzdrogen, die ich meines Erachten ausschleichen kann, werden ihn schon überzeugen.
    Anfangs habe ich mir Opioide auf dem Schwarzmarkt besorgt und sie bewirkten auch eine Antriebssteigerung und Stimmungsverbesserung. Man gewöhnt sich allerdings daran.
    Gerade bei Subutex, einem Teilagonisten merkt man keinen Rausch mehr nach einer gewissen Zeit und wenn ich diese ganzen anderen Medikamente ausschleichen kann, dann spricht meines Erachtens nicht dagegen in ein paar Wochen auf 60 mg zu gehen.
    Heute habe ich bisher 20 mg genommen und das war vor 3 Stunden und wieder fehlt eine Kleinigkeit, aber das nehme ich in Kauf. Will die andere 20 mg für morgen früh aufheben und sie vor dem Aufwachen nehmen und dann auch die 2-3 Bier am späten Vormittag weglassen.
    Der Arzt überwacht mich ständig, ich bekomme meine Tabletten täglich und ich bin bereit auch gegen meine Sucht zu kämpfen, langfristig könnte ich mir sogar vorstellen, dass sie verschwindet, weil die Ausübung dieser keinen positiven Effekt mehr hat. Sozusagen eine Rückkonditionierung meines Verhaltens.

  9. #9
    Neues Forum-Mitglied

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 139

    AW: Methylphenidat schlägt ein wie eine Bombe

    Der Annahme MPH würde glücklich machen, erliege ich auch manchmal. Dies ist aber falsch. MPH hilft einem lediglich glücklich werden zu können. Ich denke, da es Dir so viel hilft siehst du jetzt darin das glück, aber eben ich schätze, das ist halt die Anfangseuphorie, dass dir endlich etwas hilft. Das hat weniger mit der Dosierung des MPHs zu tun, als vielmehr mit den neuen Möglichkeiten die sich dir offenbaren und längerfristig hilft es nur, diese auch zu nutzen.

    Und da denke ich, dass eine höhere Dosierung keinen Einfluss hat. Manchmal denke ich auch, ich bin irgendwie ein besserer Mensch mit MPH und die Schwächen die ich dann trotzdem zeige, wären nur aufgrund einer zu niedrigen Dosierung da, aber das ist ein Trugschluss. Du bist genau der gleiche Mensch, mit denselben Schwächen und Marotten.

    Ich merke es immer mehr, die Strukturen in denen man lebt, sind dieselben und ändern sich nicht durch das MPH, diese sind aber meistens verantwortlich dafür wie man sich fühlt. Das MPH hilft einem, diese Strukturen zum Positven zu ändern, ändert diese aber selbst nicht.
    Geändert von Kaot (28.11.2012 um 15:09 Uhr)

  10. #10
    Neues Forum-Mitglied

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 139

    AW: Methylphenidat schlägt ein wie eine Bombe

    Ich denke, du darfst denselben Fehler, den du mit anderen Substanzen begangen hast, in ihnen Erlösung oder Glück zu suchen, nicht mit MPH begehen. MPH quasi nur als "Ersatzdroge" zu betrachten ist ein falscher Ansatz, mag zwar am Anfang helfen, aber längerfristig ist das sicher keine Lösung und ich würde aufpassen, dass du nicht mit dem MPH nicht in dieselben Muster hereinrutschst wie mit dem Alkohol oder anderen Drogen.

Seite 1 von 3 123 Letzte

Ähnliche Themen

  1. Eine anderer Blickwinkel auf Methylphenidat: Narkolepsie
    Von Wildfang im Forum ADS ADHS: Presse, Medien
    Antworten: 6
    Letzter Beitrag: 1.11.2012, 15:50
  2. Methylphenidat, braucht man eine immere höhere Dosis oder reicht die Standartdos
    Von Peterpan23 im Forum ADHS Erwachsene Medikamente
    Antworten: 10
    Letzter Beitrag: 11.08.2012, 13:07
  3. So, jetzt schlägt's 13!!!!!!!!!!!!! Übernommen!!!!
    Von Ellisa im Forum ADS ADHS Studium Beruf und Ausbildung
    Antworten: 4
    Letzter Beitrag: 28.03.2012, 23:30
  4. (Nochmals eine) Dosierungsfrage zu Methylphenidat / MPH
    Von Amneris im Forum ADHS Erwachsene Medikamente
    Antworten: 3
    Letzter Beitrag: 1.02.2011, 18:10

Stichworte

Thema: Methylphenidat schlägt ein wie eine Bombe im Forum ADHS Erwachsene Medikamente bei ADHS bei Erwachsenen Forum
Fragen, Antworten und Hilfe rund um ADS / ADHS - Medikamente, wie Ritalin, Concerta, Medikinet, Equasym und Strattera, sowie Medikamente bei Komorbiditäten, wie Antidepressiva, Neuroleptika, Benzodiazepine, andere Psychopharmaka und sonstige Medikamente
©2017 ADHS bei Erwachsenen Forum