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Diskutiere im Thema Negativer Einfluss von Sertralin (SSRI) auf ADHS Symptomatik? im Forum ADHS Erwachsene Medikamente
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  1. #1
    Forum-Mitglied (nicht vorgestellt)

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 87

    Negativer Einfluss von Sertralin (SSRI) auf ADHS Symptomatik?

    Hallo,

    vor einigen Monaten habe ich das Sertralin (aufgrund zu geringer Wirkung), nach Absprache mit meiner Ärztin abgesetzt.
    Seitdem Absetzen (evtl. sogar schon seit Medikationsbeginn) ist gleichzeitig zuerst meine Mph - Dosis stetig nach oben gegangen und nach Wechsel zum Amphetamin war auch dort die Tendenz eine stetige Steigerung.

    Zuvor hatte ich jahrelang so gut wie immer die gleiche Dosis bei den Stimulantien (z.B. beim Mph +- 5mg Schwankungen von Zeit zu Zeit).
    Ich muss natürlich auch sagen, dass ich ein halbes Jahr vor der Einnahme von Sertralin, von der Marke TAD zu der Retardform von Medikinet (Adult) gewechselt bin.
    Weiterhin macht mir zu schaffen, dass meine Tagesmüdigkeit nicht mehr durch Stimulanzien richtig gelindert wird (es sei denn, ich betreibe extreme Hochdosierungen, die dann wiederum negativ auf die ADHS Symptome wirken und somit nicht nur ungesund sondern auch kontraproduktiv sind).

    Derzeit überlegen meine Ärztin und ich gemeinsam, ob ich nicht wieder zum Sertralin zurückkehren sollte, da ich fast keine SSRI und kein Trevilor vertrage.


    So nun zur eigentlichen Problematik:

    Habe im www nach weiteren Infos zu Sertralin gesucht und bin auf dieser Aussage hin ins Grübeln gekommen.


    Eine Sertralin-Behandlung führtein Tierversuchen zu einer Abnahme der Empfindlichkeit der noradrenergen Rezeptoren im Gehirn.
    (1)

    Literatur

    1. Murdoch D, McTavish D. Drugs 1992; 44: 604-24

    Sertralin -- pharma-kritik -- Infomed Online



    Jetzt frage ich mich, ob meine Noradrenalin - Rezeptoren irgendwie durch das Sertalin abgestumpft worden sind und ich mich deshalb trotz Stimulanzien müde und abgeschlagen fühle (was zuvor die Jahre nie der Fall war nach meiner Diagnose).

    Was ist an dieser These dran? Wie glaubhaft ist diese Aussage?
    Sollte sich das bewahrheiten, ist dieser Effekt reversibel? Ich würde dann auf keinen Fall mehr das Sertralin weiter nehmen.

  2. #2
    Forum-Mitglied (nicht vorgestellt)

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 87

    AW: Negativer Einfluss von Sertralin (SSRI) auf ADHS Symptomatik?

    Nun ja... Da anscheinend keiner wirklich richtig darüber bescheid weiß, werde ich mich einfach von dem Medikament fern halten. Es wäre ja nicht so, dass es wie eine Bombe eingeschlagen ist. Somit ist dieser "Verlust" locker zu verkraften.

    Bevor ich resistent gegen Stimulanzien aufgrund der hohen Dosierung werde, lasse ich es mit dem Sertralin (auch schon deshalb, weil ich die Stimulanzien selbst zahlen muss).

    Sollte jemand mit Ahnung hier mal vorbeischauen, kann er oder sie gerne hier mal etwas zu der o.g. These schreiben. :thumbup:

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  3. #3
    Neues Forum-Mitglied

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: Interessiert/Eigenverdacht auf ADHS / ADS
    Forum-Beiträge: 50

    AW: Negativer Einfluss von Sertralin (SSRI) auf ADHS Symptomatik?

    Valerio schreibt:
    So nun zur eigentlichen Problematik:

    Habe im www nach weiteren Infos zu Sertralin gesucht und bin auf dieser Aussage hin ins Grübeln gekommen.


    Eine Sertralin-Behandlung führtein Tierversuchen zu einer Abnahme der Empfindlichkeit der noradrenergen Rezeptoren im Gehirn.
    (1)

    Literatur


    1. Murdoch D, McTavish D. Drugs 1992; 44: 604-24

    Sertralin -- pharma-kritik -- Infomed Online



    Jetzt frage ich mich, ob meine Noradrenalin - Rezeptoren irgendwie durch das Sertalin abgestumpft worden sind und ich mich deshalb trotz Stimulanzien müde und abgeschlagen fühle (was zuvor die Jahre nie der Fall war nach meiner Diagnose).

    Was ist an dieser These dran? Wie glaubhaft ist diese Aussage?
    Sollte sich das bewahrheiten, ist dieser Effekt reversibel? Ich würde dann auf keinen Fall mehr das Sertralin weiter nehmen.
    "abgestumpft" ist doch gut Je höher die Serotonin/Noradremalin/Dopamin-Konzetration im Synaptischen Spalt, desto besser für Otto-Normal-ADHSler/Depressiven.

    Aber so weit ich Wikipedia verstanden habe, handelt es sich nicht um eine irreversible Blockierung der Rezeptoren:

    Sertralin
    Sertralin ist ein selektiver Serotonin-Wiederaufnahmehemmer, der zu einer Erhöhung der Konzentration von Serotonin im synaptischen Spalt im Zentralnervensystem führt. Weitere Wirkmechanismen sind so schwach, dass sie vernachlässigt werden können (Dopamin-Wiederaufnahmehemmer mit ein Prozent seiner SSRI-Potenz; Antagonist am Sigma-1-Rezeptor mit fünf Prozent seiner SSRI-Potenz; α1-Adrenozeptorantagonist mit ein bis zehn Prozent seiner SSRI-Potenz).
    α1-Adrenozeptorantagonisten
    α1-Adrenozeptorantagonisten (Untergruppe der Alphablocker): α1-Adrenozeptorantagonisten hemmen die durch Adrenalin und Noradrenalin hervorgerufenen Effekte und werden somit therapeutisch eingesetzt:
    Prazosin, Doxazosin, Terazosin, Alfuzosin und Urapidil zur Behandlung hypertonaler Blutdruckstörungen
    Tamsulosin ist ein selektiver α1A/L-Antagonist und wird, da er keine Kreislauf-/Blutdruckbeeinflussung sowie orthostatische Probleme und Schwindel verursacht, gezielt zur symptomatischen Behandlung der benignen Prostatahyperplasie eingesetzt.
    Also nix sonderlich wildes. Sogar recht nützlich bei zu hohem Blutdruck

    Was Sertralin angeht, ich sollte vor ein paar Wochen Sertralin ausschleichen und auf Trevilor umsteigen. Ich wäre fast ausgeflippt und bin nur noch rummgerannt, weil ich einen ganzen Schwarm Hummeln im Hintern hatte. Daraufhin wurde Sertralin komplett abgesetzt. Der Arzt meinte, es käme sehr oft vor, dass sich die Wirkung zweier ADs potenziere.

    Ich kann mir gut vorstellen, das Sertralin bei dir als (eigentlich erwünschte) Wechselwirkung die Wirksamkeit von Ritalin & Co. gesteigert hat. Wenn es denn geholfen hat, warum nicht weiter nehmen?

  4. #4
    Forum-Mitglied (nicht vorgestellt)

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 87

    AW: Negativer Einfluss von Sertralin (SSRI) auf ADHS Symptomatik?

    Hallo Fusel :-)

    Danke für deine Antwort.

    Es ist mir unklar wie du darauf kommst, dass ein Abstumpfen der Rezeptoren (egal welchen Typs) gut sein soll?
    Wenn ich ein Antidepressivum nehme wie z.B. Trevilor und meine noradrenergen Rezeptoren sind abgestumpft, so bedeutet dies, dass diese durch die zugeführte Substanz nicht so stark stimuliert werden wie sie eigentlich stimuliert werden könnten.

    Die Folge ist, dass ich entweder die Dosis stark erhöhen muss, oder ganz auf das Medikament verzichte!
    Ich kann beim besten Willen da nichts positives erkennen.


    Zum Thema REVERSIBEL:

    Woran machst du das fest, dass dieser negative Effekt reversibel ist? Die Wikipedia Zitate lassen mich das nicht erkennen.


    Du hast Sertralin und Trevilor vom Arzt als Kombibehandlung bekommen?
    Na bei der Kombination würde ich auch nicht mehr klar kommen.

    Sertralin bewirkt bei mir kaum was und Trevilor ist ein übles Zeug. Verstehe nur nicht, warum 2 SSRI gleichzeitig eingesetzt werden statt eines höher zu dosieren???
    Ich denke mal, dass du das Trevilor nicht in hoher Dosierung bekommen hast, sodass es auch noradrenerg wirkt (SNRI) oder??

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