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Fragen, Antworten und Hilfe rund um ADS / ADHS - Medikamente, wie Ritalin, Concerta, Medikinet, Equasym und Strattera, sowie Medikamente bei Komorbiditäten, wie Antidepressiva, Neuroleptika, Benzodiazepine, andere Psychopharmaka und sonstige Medikamente
  1. #1
    Neues Forum-Mitglied

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose seit Kindheit
    Forum-Beiträge: 83

    Frage Angst und Methylphenidat / MPH

    Hallo zusammen

    Ich bin jemand, der schon immer sehr oft gegrübelt hat, wie wahrscheinlich viele andere ADHS-Betroffene auch. Insbesondere Krankheiten bereiten mir viel Angst. In den letzten Wochen habe ich mich sehr stark in etwas reingesteigert und bekam sehr Angst. Nun komm ich einfach nicht mehr runter. Ich bin nervös und unruhig und leide oft unter Derealisation. Meine ADHS-Symptome sind viel schlimmer als sonst und zusätzlich kommt noch ein Gefühl der Benommenheit dazu. Ich gehe nun auch wieder in eine Psychotherapie. Die Psychologin ist sehr kritisch eingestellt gegenüber Medikamenten.

    Denkt ihr MPH könnte da helfen oder spricht die Angst sogar gegen MPH? Denn z.B. in der Packungsbeilage von Ritalin steht ja, man sollte Ritalin nicht geben, wenn jemand unter Angst leidet. Aber ein Kinderpsychiater vor Jahren wollte mir auch schon Ritalin geben, obwohl ich damals schon unter Angstzuständen litt und er das wusste. Viele ADHS-Betroffene haben ja Angst und gegen ADHS-spezifische Angst hilft ja auch MPH, so viel ich weiss.

  2. #2
    Neues Forum-Mitglied

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 179

    AW: Angst und MPH

    Hi!

    Also: zuerst einmal sind Angststörungen jeder Couleur keine absoluten Kontraindikationen für den Einsatz von MPH. Wie hast du denn damals auf MPH reagiert, insb. bzgl. deiner Angstzustände?

    Eigene Erfahrung: Ich selbst habe eine diagnostizierte Panikstörung und seit ich MPH nehme, ist meine allgemeine Ängstlichkeit und Unruhe (geht ja oft Hand in Hand und wird auch schonmal verwechselt) um gut 90% zurückgegangen. Ich war auch lange Zeit hypochondrisch veranlagt, dank der Medikation leide ich aber nicht mehr unter dem Hyperfokus auf irgendwelche körperlichen Auffälligkeiten - oh, was für ein Tumor könnte denn da wachsen? Vielleicht doch lieber ein Herzinfarkt? Eine Prise Schizophrenie kann auch nicht schaden. Gut Umrühren nicht vergessen.
    Benommenheit (+ phobischer Schwankschwindel) und Derealisation hatte ich auch, hat sich alles verabschiedet.

    Und: sollte das MPH deine Ängste verstärken, dann kannst du es auch wieder absetzen, ist ja kein One-Way-Ticket.

    Lass dich auch nicht von einer "kritisch eingestellten" Psychologin (psychologische oder ärztliche Therapeutin? Oder gar Heilpraktikerin für PT?) indoktrinieren. Gut ist, was dir hilft. Kritischer Umgang ist auch in Ordnung, aber kein Dogmatismus.

    Beste Grüße

  3. #3
    Zelda Zonk

    Gast

    AW: Angst und MPH

    Tolezo schreibt:
    Hi!

    Also: zuerst einmal sind Angststörungen jeder Couleur keine absoluten Kontraindikationen für den Einsatz von MPH. Wie hast du denn damals auf MPH reagiert, insb. bzgl. deiner Angstzustände?

    Eigene Erfahrung: Ich selbst habe eine diagnostizierte Panikstörung und seit ich MPH nehme, ist meine allgemeine Ängstlichkeit und Unruhe (geht ja oft Hand in Hand und wird auch schonmal verwechselt) um gut 90% zurückgegangen. Ich war auch lange Zeit hypochondrisch veranlagt, dank der Medikation leide ich aber nicht mehr unter dem Hyperfokus auf irgendwelche körperlichen Auffälligkeiten - oh, was für ein Tumor könnte denn da wachsen? Vielleicht doch lieber ein Herzinfarkt? Eine Prise Schizophrenie kann auch nicht schaden. Gut Umrühren nicht vergessen.
    Benommenheit (+ phobischer Schwankschwindel) und Derealisation hatte ich auch, hat sich alles verabschiedet.

    Und: sollte das MPH deine Ängste verstärken, dann kannst du es auch wieder absetzen, ist ja kein One-Way-Ticket.

    Lass dich auch nicht von einer "kritisch eingestellten" Psychologin (psychologische oder ärztliche Therapeutin? Oder gar Heilpraktikerin für PT?) indoktrinieren. Gut ist, was dir hilft. Kritischer Umgang ist auch in Ordnung, aber kein Dogmatismus.

    Beste Grüße
    Hallo Tolezo,

    vielen Dank für Deine Informationen!

    Interessanterweise habe ich gerade vor ein paar Tagen die Beobachtung gemacht, dass durch die Einnahme von MPH (nach einer Einnahmepause) die vorher tagelang anhaltenden Angst- und Panikgefühle (evtl. das Resultat einer Traumabewältigung) plötzlich erheblich nachließen und meine Atmung gleichmäßiger wurde.

    LG Zelda

  4. #4
    Neues Forum-Mitglied

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 157

    AW: Angst und MPH

    mr91 schreibt:
    Hallo zusammen

    Ich bin jemand, der schon immer sehr oft gegrübelt hat, wie wahrscheinlich viele andere ADHS-Betroffene auch. Insbesondere Krankheiten bereiten mir viel Angst. In den letzten Wochen habe ich mich sehr stark in etwas reingesteigert und bekam sehr Angst. Nun komm ich einfach nicht mehr runter. Ich bin nervös und unruhig und leide oft unter Derealisation. Meine ADHS-Symptome sind viel schlimmer als sonst und zusätzlich kommt noch ein Gefühl der Benommenheit dazu. Ich gehe nun auch wieder in eine Psychotherapie. Die Psychologin ist sehr kritisch eingestellt gegenüber Medikamenten.
    Ich glaube, das funktioniert nur in Verbindung mit einem AD. Bei mir hilft Sulpirid (2x100mg) in Kombination mit MPH ret. (30/30). Habe das Sulpirid mal abgesetzt, weil ich dachte, ich brauche es nicht mehr. Die Depressionen/ Ängste waren nach zwei Tagen wieder da.

  5. #5
    Neues Forum-Mitglied

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 179

    AW: Angst und MPH

    crazyrunner schreibt:
    Ich glaube, das funktioniert nur in Verbindung mit einem AD. Bei mir hilft Sulpirid (2x100mg) in Kombination mit MPH ret. (30/30). Habe das Sulpirid mal abgesetzt, weil ich dachte, ich brauche es nicht mehr. Die Depressionen/ Ängste waren nach zwei Tagen wieder da.
    Sulpirid ist allerdings kein Antidepressivum, sondern ein (atypisches) Neuroleptikum, das bei Angststörungen nur off-label verordnet werden kann und auch bei Depressionen kein Mittel der 1. Wahl ist.

    (nur als ergänzende Information, keine Bewertung)

  6. #6
    Neues Forum-Mitglied

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose seit Kindheit
    Forum-Beiträge: 83

    AW: Angst und MPH

    Vielen Dank für eure Antworten. Die Psychologin ist nur mal eine Übergangslösung, weil ich schon früher mal da war und sie mich bereits kennt. Ich habe mich bereits bei einem Psychiater auf die Warteliste setzten lassen. Da dieser Psychiater einen sehr guten Ruf hat, muss man halt ca. 4-5 Wochen warten bis man zu ihm kann. Aber ich denke, dass sich das Warten lohnen könnte, weil der Psychiater einen guten Ruf hat und erst noch auf ADHS und Angststörungen spezialisiert ist.

    @Tolezo und ZeldaZonk: Nehmt ihr denn nebst dem MPH auch noch ein Antidepressivum?

  7. #7
    Zelda Zonk

    Gast

    AW: Angst und MPH

    mr91 schreibt:
    Vielen Dank für eure Antworten. Die Psychologin ist nur mal eine Übergangslösung, weil ich schon früher mal da war und sie mich bereits kennt. Ich habe mich bereits bei einem Psychiater auf die Warteliste setzten lassen. Da dieser Psychiater einen sehr guten Ruf hat, muss man halt ca. 4-5 Wochen warten bis man zu ihm kann. Aber ich denke, dass sich das Warten lohnen könnte, weil der Psychiater einen guten Ruf hat und erst noch auf ADHS und Angststörungen spezialisiert ist.

    @Tolezo und ZeldaZonk: Nehmt ihr denn nebst dem MPH auch noch ein Antidepressivum?
    Hallo mr91,

    ich nahm nur mal für ein paar Monate Opipramol zusammen mit MPH.

    Habe es aber, nachdem es anfänglich gut gegen meine Fibromyalgie-Schmerzen half, wegen der auftretenden Nebenwirkungen wieder wegelassen.

    Da ich nie wirklich ausgeprägte Depressionen hatte, kam ich mit MPH alleine gut zurecht.

    LG Zelda

  8. #8
    Neues Forum-Mitglied

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 179

    AW: Angst und MPH

    mr91 schreibt:
    @Tolezo und ZeldaZonk: Nehmt ihr denn nebst dem MPH auch noch ein Antidepressivum?
    Ja, Venlafaxin. Das alleine hat schon etwas geholfen, aber der richtige Durchbruch kam erst mit MPH. Bin das Venlafaxin mittlerweile am Absetzen und es geht mir nach wie vor gut.

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