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Diskutiere im Thema Angst vor dem Rebound - Wie fällt er bei euch aus? im Forum ADHS Erwachsene Medikamente
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  1. #1
    Forum-Mitglied (nicht vorgestellt)

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: Ärztliche Verdachtsdiagnose auf ADHS /ADS
    Forum-Beiträge: 54

    Angst vor dem Rebound - Wie fällt er bei euch aus?

    Hi,

    ich werde in ca. 3 Wochen auch meine erste Medikation erhalten. Bei 5 mg werde ich bei meiner Größe von 193 cm und einem Gewicht von ca. 90 kg wohl nicht viel merken, aber die wird wohl definitv gesteigert werden im Verlauf der Titration. Ich habe aber auch GROSSE Angst vor dem Rebound-Effekt, weil ich überhaupt gar nicht sagen kann, was dann mit mir passiert.

    Im Moment kämpfe ich mit einer unglücklichen Liebe und leichten bis mittleren depressiven Zuständen bzgl. meiner Fähigkeiten und wer ich eigentlich bin (ein typisches ADS-Problem)

    Diese Zustände halten ca. eine halbe bis eine Stunde vor, danach geht es mir meistens wieder besser.

    Ich befürchte nur, dass diese dann wesentlich ausgeprägter werden, dass ich vielleicht sogar anfange, "Dummheiten" zu machen, wenn ihr wisst, was ich meine.

    Wie heftig hat es euch bisher erwischt? Muss ich mir Gedanken wegen erhöhter Suizid-Gefahr machen? Ich bin definitiv nicht suizidal und kann mir das auch absolut nicht vorstellen, schon allein, weil es letztendlich niemandem was bringt (am allerwenigsten mir). Kann so etwas passieren?

    Aber solche Gedanken kreisen immer wieder mal in meinem Kopf rum, was wahrscheinlich nicht weiter verwunderlich ist.

    EDIT: Ihr merkt sicher, dass ich ganz schön nachdenklich bin Mache ich mir vielleicht unnötige Sorgen?
    Geändert von postaldude (14.10.2012 um 18:39 Uhr)

  2. #2
    Forum-Mitglied (nicht vorgestellt)

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose seit Kindheit
    Forum-Beiträge: 3

    AW: Angst vor dem Rebound - Wie fällt er bei euch aus?

    Hi,
    ich denke deine Sorgen vor dem rebound sind relativ unbegründet. Ich schreibe mal kurz aus meiner eigenen Erfahrung um dir die Problematik vielleicht etwas näher bringen zu können.
    Grundsätzlich versteht man unter einem Rebound ja das Wiederauftreten der zu behandelnden Symptome, mitunter auch über das ursprüngliche Mass hinaus. Soll heißen wenn ADHS-Patienten MPH einnehmen und am Wochenende eine Einnahme-Pause durchführen wollen, kann es sein, dass die ADHS-typtischen Symptome stärker zu Tage treten, als dies ohne Medikation der Fall wäre.
    Ich selbst merke dies auch, fühle mich insbesondere morgens nach dem Aufstehen ziemlich "am A****" ;-) Dies gibt sich dann aber nach der MPH-Einnahme und habe tagsüber bis abends keinerlei Probleme mit Rebound. Wichtig ist halt einfach dass du die für dich optimale Dosierung findest, dann solltest du gut damit umgehen können. Und wenn man erstmal weiss was der Rebound für sich selbst bedeutet, kann man seine Aktivitäten ja dementsprechend ausrichten (möglichst alle nervigen Leute von mir feenhaften z.B. :-)

    Liebe Grüße

  3. #3
    Ist hier zuhause

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose seit Kindheit
    Forum-Beiträge: 4.257

    AW: Angst vor dem Rebound - Wie fällt er bei euch aus?

    Die MPH-Wirkung auf ADHS ist komischerweise nicht abhängig von Gewicht und Grösse - etwas was auch Ärzte verwirrt.

    Ich spüre den Rebound vor allem als Nervosität (ich hibbel dann auch äußerlich) und - in lauten Umgebungen - als "hochfahren" der Umgbebungsgeräusche etc. Irgendwelche Debressionssymptome hab ich keine. Nach 15 bis 20 min ist der Spuk vorbei.

    Bei mir!

  4. #4
    Forum-Mitglied (nicht vorgestellt)

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: Ärztliche Verdachtsdiagnose auf ADHS /ADS
    Forum-Beiträge: 54

    AW: Angst vor dem Rebound - Wie fällt er bei euch aus?

    Vielen Dank schonmal für diese Antworten. Die beruhigen mich ungemein. Es geht hauptsächlich darum, dass ich die organisatorischen und zeitaufwendigen Dinge aus meinem Alltag - also Studium, Haushalt führen, Einkaufen gehen, planen, Aktivitäten nachgehen etc. - besser hinbekomme. Für solche Dinge halte ich mich meistens sowieso in meiner Wohnung auf. Da kann ich niemandem auf die Pelle rücken und mir auch niemand. Und ich kann mir auch vorstellen, dass die Medikation dafür sorgt, mit genügend Antrieb der Therapie nachzugehen, auch bei kleinen Rückschlägen und nicht aus scheinbarer totaler Hoffnungslosigkeit alles wieder fallen zu lassen.

    Ich dachte, dass man danach in absolutes Stimmungsloch fallen kann und vielleicht komplett neben sich steht, sich vielleicht auf einmal gar nicht mehr spürt usw. Das hier verschafft mir schon wesentlich mehr Gewissheit, dass die Medikation mit MPH zumindest nicht so schlimm ist, wie ich es mir vorstelle.

  5. #5
    Forum-Mitglied (nicht vorgestellt)

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 569

    AW: Angst vor dem Rebound - Wie fällt er bei euch aus?

    Der Rebound kann individuell wohl sehr unterschiedlich ausfallen, aber ich denke bei langsamem Steigern der Dosis solltest du da recht gut merken können was von den möglichen Symptomen bei dir wie zum Tragen kommen wird.

    Dazu gibt es hier glaub ich auch schon etliche Threads die du durchwühlen kannst. Deshalb nur zu den Suizidneigungen: nach mehrmonatiger Einnahme kam ich (nicht wegen der MPH-Behandlung!) in ein heftiges emotionales Loch, depressive Stimmungen, Retraumatisierung, akute Stressbelastungen, inneres Amok in alle Richtungen. Trotzdem keine Suizidgedanken. Weder während der Wirkphase noch im Rebound. Hätte ich auch sofort bemerkt, weil die vorher ebenfalls nicht gegeben waren, trotz zuvor schon erlebter, ähnlich heftiger Lebens-Phasen.

    Hast du denn deinen Arzt auf deine Sorgen angesprochen?

  6. #6
    Ist hier zuhause

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose seit Kindheit
    Forum-Beiträge: 4.257

    Angst vor dem Rebound - Wie fällt er bei euch aus?

    Nein, normalerweise fällst du so wenig in ein Loch wie MPH aus dem Loch rauswuchtet. Wenn es optimal wirkt dann hilft es dir deine Chaotischen Gedanken zusammenzuhalten und eine Therapie durchzuziehen - dafür ist es da. Es stellt die Leiter ans Loch, klettern musst du schon selber. Ich glaub das verstehen viele nicht.

    Es ist natürlich kein Wundermittel!

    Der Rebound ist aber sehr individuell, bleib vorsichtig und beobachte dich!






    ---
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    Geändert von Wildfang (14.10.2012 um 19:31 Uhr)

  7. #7
    Forum-Mitglied (nicht vorgestellt)

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: Ärztliche Verdachtsdiagnose auf ADHS /ADS
    Forum-Beiträge: 54

    AW: Angst vor dem Rebound - Wie fällt er bei euch aus?

    Dass MPH mich nicht therapieren wird, weiß ich. Das ist diese allseits gezeigte Mär von unseren Freunden auf der anderen Seite des Teichs, sie sich ein paar Mittelchen reinpfeifen und schon ist das ganze Leben kein Problem mehr.

    Nein, ich habe sehr viel an mir zu arbeiten, das ist klar. Ich glaube daher kommt auch dieses Phänomen, dass viele Betroffene am Anfang der Therapie die Wirkung des Medikaments spüren und zu Leistungen fähig sind, die sie vorher nicht für möglich hielten. Und sobald die Wirkung nachlässt, denken sie auf einmal "DAS habe ich wirklich geschafft? Ich glaube das einfach nicht!". Und schon geht die Stimmung runter. Dafür ist ja schließlich auch die Therapie da, dass das eigene Selbstwertgefühl wieder auf Fordermann gebracht wird und man sich auch aus eigener Kraft wieder etwas zutraut.

    Ein User hier hat das mal treffend formuliert: MPH gibt dir das Werkzeug (deine eigene Leistungsfähigkeit) wieder in deine Hände, es zu nutzen musst du selbst Lernen.

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